Tier des Monats: BLACKY

Blacky

Blacky ist sozusagen eine Katzenwaise und ca. 6 Jahre alt. Von ihrem ursprünglichen Besitzer wurde sie vor einiger Zeit verlassen und an eine andere Dame weitergereicht. Wie dieses neue Zuhause war, wissen wir nicht, aber wahrscheinlich nicht so toll, denn diese Dame brachte Blacky vor kurzem zum Tierarzt und hat sie dann einfach nicht mehr abholen wollen.

Obwohl das Katzenmädel wie ein Wanderpokal behandelt wurde, ist sie durchaus verschmust. Dennoch ist sie ganz Katze und somit manchmal etwas eigenwillig, sie zeigt deutlich, wenn es ihr zuviel wird. Wie ihr Verhältnis zu anderen Katzen ist, wissen wir leider nicht, daher suchen wir für Blacky ein Zuhause ohne Kinder und ohne andere Tiere, wo sie im Mittelpunkt steht. Nach der üblichen Eingewöhnungszeit muss sie auf jeden Fall wieder Freigang genießen dürfen.

Blacky wird kastriert und gechipt abgegeben.

Tierische Begegnungen am Urlaubsort

Ein Kommentar von Eva Volk / SAMT e. V.

Der Sommer naht und so mancher kann es gar nicht mehr erwarten, endlich in den wohlverdienten Urlaub zu starten. Egal, ob das Ziel in Deutschland, am Mittelmeer oder ganz weit weg liegt, mit Sicherheit sind dort auch Tiere zu finden. Und hier sind einmal nicht die hungrigen und verwahrlosten Straßenhunde und -katzen gemeint, die auf der Suche nach ein bisschen Freundlichkeit und Futter sind.

Kutschpferd
Kutschpferde leiden unter Straßenlärm und Abgasen.

Vielmehr geht es um die Heerscharen von Tieren, die überall aus rein finanziellen Aspekten ausgebeutet werden. Das fängt schon vor der eigenen Haustür an, z.B. bei den Kutschpferden in Berlin, die den ganzen Tag Touristen auf hartem Asphalt durch dichte Abgase zu den Sehenswürdigkeiten karren. Ihre Kollegen in Neuschwanstein haben zwar bessere Luft, dürfen aber dafür übergewichtige Leute steil bergauf ziehen. In beiden Fällen sind Zweifel hinsichtlich ausreichender Pausen, sowie angemessenem Futter, Wasser und Schatten angebracht. Unzähligen Eseln rund um’s Mittelmeer geht es da kein bisschen besser, im Gegenteil, sie werden zur Not mit Schlägen dazu gebracht, viel zu schwere Menschen steile, schmale Pfade hochzuschleppen, und das oft genug nach langem Aufstieg nur für fünf Minuten und das obligatorische Foto. Es stellt sich die Frage, ob das Interesse an einem touristischen Ausflugsziel es rechtfertigt, dieses auf Kosten eines wehrlosen Tieres zu erreichen. Ja, klar, auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde, sicher doch. Hat mal jemand das Pferd gefragt, oder den Esel?
(Quelle: www.peta.de/Themen/Pferdekutschen)

versklavter Esel
Sieht dieser Esel (oder Muli) glücklch aus? Oder gesund?

Warum also das tierische Fortbewegungsmittel? Zu kurzatmig, schlecht zu Fuß, zu dick, zu alt, leider nur Pumps dabei, keine Lust zu schwitzten, alle anderen machen es ja auch, wurde beim Ausflugspaket mit bezahlt, ist ja Tradition am Urlaubsort usw. An Ausreden mangelt es wie üblich nicht. Wie wäre es denn mit einem netten Spaziergang zum Ziel, oder ist das etwa zu anstrengend? Auch motorisierte Alternativen werden an vielen Punkten angeboten, nur mal so als Anregung. Wer nicht in der Lage ist, auf diesen Wegen sein Ziel zu erreichen, sollte vielleicht einfach mal einen Punkt auf der To-Do-Liste des Urlaubs auslassen.

Auge eines Elefanten
Touristenelefantenaugen sehen leider nicht viel vom richtigen Elefantenleben.

Kommen wir zu einem exotischeren Transportmittel. Der Elefant. Majestätisch steht er vor den staunenden Touristen. Irgendwie wird auch noch der Ungelenkigste hinaufgehievt. Und schon wird der Dschungel erobert. Macht der Elefant das freiwillig? Nein, tut er nicht. In der Regel wird den Touristenelefanten schon im Babyalter der Wille gebrochen, indem die hilflosen Kleinen gefesselt, tagelang geschlagen und nicht gefüttert und getränkt werden. Während des malerischen Ausritts werden die Tiere mittels eines Elefantenhakens kontrolliert, der ihnen in die empfindlichsten Stellen gebohrt wird. Nach getaner Arbeit darf der Elefant dann die Nacht mit schweren Ketten fixiert verbringen, die ihm keinerlei Bewegungsspielraum lassen. Kontakt zu Artgenossen, die das Herdentier wie die Luft zum Atmen braucht, ist sehr oft nicht vorhanden, Verhaltensstörungen sind die zwangsläufige Folge. Mit viel Glück gibt es genug Futter, aber Futter ist teuer. Manchmal erinnert sich ein Elefant, dass er ein großes und mächtiges Tier ist, dem Menschen eigentlich nicht wirklich etwas entgegensetzen können. In der Regel geht das dann tödlich aus. Vielleicht wäre also anstelle des Elefanten auch ein Jeep eine Alternative? (Quelle: www.peta.de/elefantenreiten)

Löwenjunges
Löwenbabies werden als Touristenmagnete missbraucht.

Und dann gibt es da noch den Fototourismus, gerne gepaart mit dem Drang nach exotischen Selfies. Wer kann schon widerstehen, wenn sich die Chance ergibt, ein niedliches Löwenbaby zu knuddeln oder ein süßes Affenbaby? Zugegeben, das fällt schwer. Allerdings sollte man sich vor Augen halten, dass es sich hier um Wildtiere handelt, die zum Teil ihren Müttern entrissen wurden bzw. extra für die Touristen gezüchtet werden. Wie ein Sack Kartoffeln werden sie bei Fototerminen von Touri zu Touri weitergereicht und begrabbelt. Die Tiere stehen dabei oftmals Todesängste aus. Wenn die Touristen kommen, ist es egal, ob gerade Schlafens- oder Fütterungszeit ist, dem Foto wird alles untergeordnet. Sind die Menschen wieder weg, werden die Tiere oftmals in winzigen Käfigen oder angekettet gehalten ohne Möglichkeit, ihr arttypisches Sozialverhalten ausleben zu können. Zudem werden vielen Tieren zwecks Minimierung von Gefahren Zähne und Krallen gezogen, unter teils unmenschlichen Bedingungen, oder sie werden mittels Medikamenten ruhiggestellt. Der Stress der Fotosessions tut ein Übriges. Die Folge sind zutiefst traumatisierte Tiere.

So manche Wildtierauffangstation, die Fotos mit Tieren ermöglicht, ist mittlerweile leider alles, nur keine Tierschutzeinrichtung. Da das Geschäft mit den Touristen nun mal sehr einträglich ist, werden solche Stationen nur wegen des Geldes eröffnet und die Tiere extra gezüchtet oder gewildert. Sind die ach so niedlichen Tierbabies irgendwann dann groß, erwartet sie meist nur der Tod. So werden im südlichen Afrika die mittlerweile erwachsenen Großkatzen auf Jagdfarmen den Trophäenjägern zum Abschuss vor die Flinte geworfen, derweil die nächste Generation niedlicher Tierchen schon wieder den Touristen vor die Füße geschmissen wird.
(Quelle: www.peta.de/wildtierauffangstationen)

Es stellt sich die Frage, ob ein paar Fotos dieses Tierleid wert sind. Nein, eigentlich stellt sich jedem fühlenden Menschen diese Frage nicht. Ein paar Pixel, die irgendwo im Internet gepostet werden oder auf dem Smartphone dem digitalen Vergessen anheimfallen, sind keine Rechtfertigung. Fotos von Tieren im Urlaub sind nicht per se verwerflich. Freilebende Wildtiere in ihrem natürlichen Umfeld abzulichten ist eine tolle Sache und fördert zudem das Verständnis für Natur und Umwelt. Zudem ist dies ein ganz anderes Erlebnis, als eine hilflose Kreatur mittels Zwangsmaßnahmen abzulichten.

Elefanten in freier Wildbahn
Da gehören Elefanten hin! (Tansania/Afrika)

Informativer Link: www.peta.de/reisen

In diesem Sinne wünscht SAMT allen einen schönen und tierlieben Urlaub.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung der jeweiligen Autorin und nicht die der Redaktion (SAMT Newsletter-Team) wieder.

Yorkshirewelpe in Not – Augen auf bei der Tierarztwahl

von Eva Volk / SAMT e. V.

Yorkshireterrier teilen das Schicksal vieler Rassehunde: Das gezielte Züchten auf bestimmte Merkmale und Eigenschaften geht oft mit dem vermehrten Auftreten von Krankheiten und Problemen einher. So sind beim Yorkie u. a. die Knochen dünn und zerbrechlich, sodass Sprünge von Stuhl oder Sofa schnell zu einer Fraktur führen können. So geschehen auch bei einem gerade einmal sechs Monate alten Welpen aus dem Raum Jülich.

yorkshire-terrier
© Andrey Starostin – Fotolia.com

Das arme Tierchen traf es knüppeldick. Nicht nur, dass es furchtbare Schmerzen durch den (geschlossenen) Bruch des Vorderbeinchens hatte, auch die Behandlung desselben wurde zur Tortur. Die Besitzer suchten selbstverständlich sofort tierärztliche Hilfe mit dem vor Schmerzen winselnden Hund. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten einen Bruch zu behandeln. Nach einer Abklärung des Bruches mittels Röntgen kann je nachdem mit Schienenverbänden gearbeitet werden oder mit Nägeln, Schrauben und Drähten. Zusätzlich kann bei offenen Frakturen oder Trümmerbrüchen ein sogenannter „Fixateur externe“ den Knochen von außen stabilisieren. Letzterer wird durch die Haut mittels Pins, die im Knochen verankert werden, befestigt. Bei Welpen ist man in einfachen Fällen von Brüchen bereits seit längerem von dieser Methode abgerückt.

Leider wurde im Fall des verunglückten Welpen die Methode des „Fixateur externe“ gewählt. Diese erfordert viel Können, da der Knochen durch die Pins zusätzlich verletzt wird und die korrekte Ausrichtung des Beinchens nach der Fixierung anspruchsvoll ist. Der kleine Yorkie verlor nach der Behandlung jeglichen Appetit und konnte nicht mehr laufen, obwohl bei entsprechend angebrachtem Fixateur die leichte Belastung eines gebrochenen Beines durchaus möglich und auch gewollt ist. Auf Nachfrage der Hundebesitzer nach einigen Tagen wurde ihre Sorge von seiten des behandelnden Tierarztes leider als unberechtigt abgetan, obwohl von einem lebensbedrohlichen Zustand ausgegangen werden muss, wenn ein Welpe seit fünf Tagen Futter und Wasser verweigert.

Da der Welpe zusehends schwächer und apathischer wurde wandten sich die Besitzer in höchster Not mit Unterstützung von SAMT e.V. an einen anderen Tierarzt. Dort stellte sich nach gründlicher Untersuchung u. a. mittels Röntgen heraus, dass das gebrochene Beinchen durch den Fixateur in eine völlig schiefe Richtung gebracht worden war, was dem armen Tierchen enorme Schmerzen verursachte. Kein Wunder, dass der Welpe nicht mehr fressen wollte. Ein Zusammenwachsen der Knochen in der vorgefundenen Stellung hätte einen lebenslang behinderten Hund zur Folge gehabt. Das geschwächte Tierchen wurde vom Fixateur befreit, der Knochen korrekt gerichtet und mittels Schienenverband fixiert. Schon am Folgetag begann der Welpe wieder zu fressen und noch einen Tag später lief er bereits wieder – wenn auch etwas wackelig – herum. Das ist möglich, da der Fuß aufgrund der Art des Verbandes quasi in selbigem schwebt und das Bein somit nicht voll belastet wird.

Nachdem einige Wochen vergangen waren, tollte der Kleine wieder herum, der Verband störte ihn überhaupt nicht und die Heilung machte gute Fortschritte. In Kürze wird der Knochen voll ausgeheilt sein und es wird für das Tier sein, als wäre der Unfall nie passiert.

Aus dem Unglück des kleinen Yorkshireterriers ist zu lernen, dass man sich, schon bevor etwas passiert, Gedanken über die Kompetenzen der ansässigen Tierärzte machen sollte, um im Fall der Fälle die geeignete Wahl zu treffen. Gerne berät SAMT e.V. diesbezüglich.

Die Hundebesitzer behalten sich übrigens rechtliche Schritte gegenüber dem erstbehandelnden Tierarzt vor.

Knochenentzündung beim Tier

von Beate Uhlig / SAMT e. V.

Bei der sogenannten Osteomyelitis (neuer: Ostitis) handelt es sich um eine Entzündung des Knochens. Hervorgerufen wird diese durch verschiedene Erreger wie z.B. E. coli, Staphylo- oder Streptokokken. Diese können über offene Brüche oder Operationen am Skelett in den Knochen gelangen, aber auch Bisswunden sind häufig die Ursache.

Abb: Offene Wunde an Katzenbein
Schon eine kleine Bisswunde kann verheerende Folgen haben.

Man unterscheidet zwei Arten von Knochenentzündung: Bei einer akuten Osteomyelitis zeigen sich die ersten Symptome bereits nach wenigen Tagen in Form von Fieber, Schwellungen und Schmerzen an der betroffenen Stelle. Im Blutbild lässt sich ein Anstieg der weißen Blutkörperchen nachweisen. Bei einer chronischen Knochenentzündung können Löcher im Knochen entstehen oder lokal Gewebe absterben, das sich anschließend verkapselt. Eine Knochenheilung findet hier nur verzögert oder gar nicht statt. Eine akute Osteomyelitis kann bei unangemessener oder fehlender Therapie chronisch werden und muss dann fast immer chirurgisch behandelt werden.

Die Behandlung hängt von der Dauer und dem Schweregrad der Infektion ab. Leichtere Fällen lassen sich in der Regel gut durch Gabe eines Antibiotikums therapieren. In schweren Fällen muss betroffenes Knochengewebe chirurgisch entfernt und Hohlräume gespült werden. Entstandene Löcher werden mit einem speziellen Zement aufgefüllt. Brüche und Verformungen werden gerichtet und bis zur endgültigen Heilung fixiert.

Prinzipiell sind die Heilungschancen bei einer Knochenentzündung gut bis sehr gut, hat sich allerdings bereits eine chronische Form ausgebildet, muss im Blick behalten werden, dass die Entzündung in Abständen immer wieder in Erscheinung treten kann.

Neues von Molly SAMTpfote, Juli 2017

Liebe Tierfreundin, lieber Tierfreund,

hier ist wieder Deine Molly SAMTpfote. Ich hatte es im letzten Newsletter schon angedeutet, bei uns gibt es große Neuigkeiten. Alles begann vor ein paar Wochen, als eine Rundmail an alle SAMT-Mitglieder rausging: „Bitte helft Malik – dringend Spenden und Pflegestelle gesucht!“ Sein Schicksal hat meine Menschen sehr bewegt und sie mussten nicht lange nachdenken – kurze Zeit später hatten wir einen neuen Mitbewohner.

Aber mal ganz von vorn: Als Malik in die Obhut von SAMT kam, war er stark unterernährt und dehydriert. Aufgrund einer extremen Schiefstellung der Pfote war der arme Kater scheinbar nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen. Außerdem schien das Beinchen sehr zu schmerzen, da er versuchte, es die meiste Zeit nicht zu belasten und nur auf drei Beinen zu laufen. Wenn Malik auftrat, dann auf einem völlig verdrehten Pfötchen; fast 180° nach hinten gedreht und zusätzlich noch seitlich weggeklappt, so dass es einem beim Zuschauen schon fast selber wehtat. Außerdem hatte er eine offene Wunde, die stark nässte.

Malik wurde erstmal tierärztlich notversorgt und bei SAMT aufgenommen. Dann kam besagter Hilferuf per E-Mail und es stand außer Frage, dass wir den armen Kerl aufnehmen und pflegen. Am Anfang wurde er in unserem Gästezimmer untergebracht und wir anderen Miezen bekamen ihn gar nicht zu Gesicht. Aber gerochen habe ich ihn schon. Später konnte ich mal einen kurzen Blick durch den Türspalt erhaschen. Dabei kam mir die zündende Idee, dass ich doch von außen mal durch’s Fenster reinschauen könnte. Hab ich direkt gemacht – und da saß er. Ui, ist der groß, dachte ich mir, aber meine grenzenlose Neugier besiegte die Angst. Und so konnten Malik und ich zum ersten Mal einen längeren Blick aufeinander werfen.

Abb: Molly und Malik treffen erstmals aufeinander
Hey, was machst denn du in meinem Zimmer?

Bei seinem zweiten Tierarzttermin wurde das Bein geröntgt und es stellte sich heraus, dass es nicht, wie anfänglich vermutet, gebrochen ist, sondern dass es sich um eine schwere Knochenentzündung handelt. Diese wurde einige Wochen mit einem Antibiotikum behandelt, und die Behandlung schlug auch gut an. Die Entzündung hielt sich zwar hartnäckig, ging aber stetig zurück. Inzwischen ist sie ausgeheilt und auch schon neues Fell über die offene Stelle gewachsen.

Bei einem weiteren Tierarztbesuch wurde nun das Beinchen gerichtet. Seitdem trägt der arme Tropf eine Schiene, die aussieht wie ein Gipsbein. Weil sich unser Held bereits nach wenigen Tagen durch seinen ersten Verband geknabbert hatte, muss er nun auch noch einen lästigen Halskragen tragen. Gefällt ihm gar nicht. Zweimal hat er ihn schon runter bekommen. Aber es nützte nix, unsere Menschen haben ihn gleich wieder über sein Köpfchen gezogen.

Abb: Malik mit Gips und Halskrause
Was guckst´n so? Noch nie einen Superkater gesehen?

Der ursprüngliche Zustand wird wahrscheinlich nicht mehr hergestellt werden können, aber zumindest soll Malik seine Pfote wieder gewohnt einsetzen und damit den restlichen Körper entlasten. Verteilt am ganzen Körper hatte der arme Schatz übrigens noch weitere Wunden, die aber alle gut verheilt sind. Es ist nur eine Vermutung, vielleicht wurde er von einem anderen Tier angefallen, heftig gebissen und so auf diese Weise am ganzen Körper verletzt.

Uns wundert, dass Malik nirgends schrecklich vermisst wird, denn er ist ein wahnsinnig lieber, verschmuster, bildschöner Kerl, stubenrein, frisst gut usw. Alles was man sich wünschen könnte als Tierhalter. Bereits nach einem Tag Eingewöhnung war er vollkommen zutraulich, sagten meine Menschen. Aber er ist sehr, sehr schreckhaft. Es wird besser, aber ist immer noch ein Problem. Besonders schnelle Bewegungen machen ihm Angst. Wer weiß, was der Süße erlebt hat. Bis diese seelische Wunde verheilt ist, wird es noch längere Zeit brauchen.

Nach ein paar Tagen allein in seinem Zimmer, bekam Malik ab und an den ersten Damenbesuch von uns drei Katzen. Da das Zusammentreffen recht friedlich verlief (es waren zu meiner Freude auch jede Menge Leckerchen als Bestechung im Spiel), darf er inzwischen sein Krankenzimmer verlassen und erkundet unser Haus sowie den geschützten Auslauf.

Abb: Malik und Molly spielen im Garten

Es geht bergauf mit ihm. Mit seiner neuen Umgebung fremdelt er kein Stück, und auch mit uns Mädchen klappt es bis jetzt. Wenn wir uns alle auf Dauer gut vertragen, braucht er nicht noch einmal umziehen und kann gern für immer bleiben, haben meine Menschen gesagt. Wäre toll für mich, wieder einen neuen Spielkameraden zu haben. Bei uns heißt er übrigens inzwischen Kasimir.

Wie es bei uns weitergeht, erzähle ich beim nächsten Mal.

Bis dahin,

Deine Molly SAMTpfote

Rezept des Monats Juni 2017:

Rhabarber-Schmand-Hefekuchen

Bild: Rhabarber-Schmand-Hefekuchen

Zutaten:

Für den Hefeteig:

  •  175 g Butter
  •  75 g Zucker
  •  ¼ TL Salz
  •  325 g Mehl
  •  200 ml Milch
  •  20 g frische Hefe

Für den Belag (3 Schichten):

Schicht 1:

  • ¼ l roten Traubensaft
  •  100 g Zucker
  •  1 kg Rhabarberstücke

Schicht 2:

  •  100 g gemahlene Mandeln
  •  4 gehäufte EL Zucker
  •  1 Ei
  •  2 EL Sahne

Schicht 3:

  •  ½ l Milch
  •  4 EL Zucker
  •  600 g Schmand
  •  2 Pkg. Vanillepudding-Pulver

Für den Guss:

  •  ½ l Abtropfsaft vom Rhabarber
  •  2 Pkg. Tortenguss, rot

Zubereitung:

  •  Teig: Butter, Zucker und Salz verrühren, Mehl darüber sieben. Milch lauwarm erhitzen, Hefe darin auflösen und mit den restlichen Zutaten gut verkneten. Teig 1 h an einem warmen Ort gehen lassen, dann nochmals durchkneten und auf mit Backpapier belegtem Blech ausrollen, weitere 15 min gehen lassen.
  •  Belag: Traubensaft mit Zucker aufkochen, Rhabarberwürfel zugeben, kurz kochen und über einem Sieb abtropfen lassen. Den Saft auffangen und aufheben.
  •  Gemahlene Mandeln mit Zucker, Ei und Sahne verrühren und als dünne Schicht auf den ausgerollten Hefeteig streichen.
  •  Aus Milch, Zucker und Puddingpulver eine straffen Pudding kochen und den Schmand einrühren. Über der Mandelschicht verteilen. Rhabarberwürfel gleichmäßig darüber verteilen. Bei 180°C ca. 30 min backen. Auskühlen lassen.
  •  Während der Kuchen auskühlt aus dem aufgefangenen Rhabarbersaft und dem Tortenguss einen Guss herstellen und über das Blech verteilen.
  •  Sobald der Guss fest geworden ist, frisch genießen.

Wer auch ein tolles vegetarisches oder veganes Rezept kennt und beitragen möchte, schickt es (gern mit Foto) an: molly@s-a-m-t.de

Produktempfehlung: „Catit“ kleiner 2l Trinkbrunnen für Katzen “Fresh & Clear”

Von Eva Volk/ SAMT e. V. Der Trinkbrunnen animiert selbst trinkfaule Katzen dazu, Wasser zu sich zu nehmen. In der Handhabung ist er denkbar einfach, die Filterpads können problemlos getauscht werden. Auch die Reinigung des Brunnens ist einfach zu erledigen.

Direkt nach dem Aufstellen ist der Brunnen natürlich total gruselig für Katzen, die noch nie einen solchen gesehen haben. Nach einer Gewöhnungszeit wird er jedoch von den meisten Katzen (in meinem Fall 3 von 4) gerne angenommen und das bisherige Trinknäpfchen mit Verachtung gestraft. Die Wasseraufnahme ist häufig höher als vorher.

Bild: Kater Linus trinkt

Tipp: Zwischen Brunnen und Steckdose einen Bewegungsmelder setzten, dann läuft der Brunnen nicht rund um die Uhr, sondern nur sobald sich die Katze nähert (oder das Kleinkind, der Hund, der Dosenöffner).

Wer gern ein Buch, ein Produkt oder Ähnliches empfehlen möchte, schickt einen Kommentar (am besten mit Foto) an: molly@s-a-m-t.de. Dieser wird dann als Tipp des Monats in einem der nächsten Newsletter veröffentlicht.

Geschichten von der Pflegestelle: Cassie und der beste Ehemann von Allen – Teil 2

Von Eva Volk/ SAMT e. V. Anruf: „Trächtige Katze in Not braucht Unterkunft!“

Da saß doch tatsächlich die Mieze, die sich seit drei Jahren nicht fangen ließ, endlich in der Falle und wurde samt dieser ins neue Katzenzimmer verfrachtet.

Als Erstes wurde der Mieze mal ein Name verpasst. Sie heißt jetzt Cassie. Nachdem das erledigt war, versuchten die beiden Eheleute, die vermaledeite Falle zu öffnen, was nicht ganz einfach war, da zum einen an der merkwürdigen Konstruktion etwas gebrochen war und zum anderen die Mieze ausgesprochen übellaunig reagierte. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Cassie eine Wilde war, die offensichtlich noch nie beim Menschen gelebt hatte. Das bestätigte sich, als die Falle endlich offen war. Herausgeschossen kam eine völlig panische Katze, die als erstes beschloss, dass man an einem Leerrohr doch bestimmt zwei Meter in die Höhe klettern kann, verblüfft beobachtet von ihren Gasteltern. Sekunden später sprang Cassie wieder herab, rannte quer durch den Raum, sprang an der nagelneuen Wand hoch und klammerte sich knapp unter der Decke an den Kaninchendraht. An dem kann man übrigens prima die ganze Länge des Zimmers hin und her kraxeln. Da oben war es auch furchtbar, also mit einem Riesensatz wieder runter und hektisch zum Fenster hochgesprungen, das Ganze unter Geknurre und Gefauche, das mehr an einen Panther denn an eine Katze erinnerte. Von da wieder zurück ans Gitter unter der Decke und von dort auf den Rand der Tür.

An der Stelle muss erwähnt werden, dass leider niemand daran gedacht hatte, auch innen an der Tür einen Riegel anzubringen. Demzufolge musste man die Tür von innen zu halten, damit die panische Katze nicht entkommen konnte. Da kommt Freude auf, wenn man das machen muss, während direkt über einem eine zu allem entschlossene Katze lauert und man nur darauf wartet, dass sie herunterspringt und einen zermetzelt. Der tapfere Ehemann hat das Ganze aber unbeschadet überstanden.

Irgendwann war Cassie dann von der Tür runter und unsere Helden verließen fluchtartig und schweißgebadet den Raum. Ihnen dicht auf den Fersen die Kampfkatze. Als sie dann mittig auf der Tür hing, konnte man von außen hervorragend sehen, dass ihre Zitzen sehr stark ausgeprägt waren. Ab diesem Zeitpunkt machten sich alle nur noch Sorgen. Was, wenn Cassie ihre Kleinen schon bekommen hatte? Dann würden sie zugrunde gehen ohne ihre Mama. Also wurde an der Fangstelle eine Suche initiiert, allerdings ohne Erfolg. Die Nerven bei allen Beteiligten waren zum Zerreißen gespannt.

Cassie hatte sich irgendwann beruhigt und nachts sogar richtig viel gefressen. Sie grummelte und fauchte, sobald jemand kam, griff aber immerhin nicht an. Ansonsten tat sich nichts. Die Sorgen wurden immer größer. Doch dann, am zweiten Tag war es so weit: Ein Baby war da! Die Pflegeeltern waren außer sich vor Erleichterung. Sofort wurde die gute Nachricht verbreitet. Zwei Stunden später waren es schon drei Kätzchen. Das schien es gewesen zu sein. Denkste. Mit Verspätung gesellte sich schließlich noch Nummer Vier dazu.

Cassie kümmerte sich, trotz der für sie gruseligen Situation, von Anfang an liebevoll um ihre Kleinen. Dumm nur, dass sie sich für die Geburt eine viel zu kleine Kratzbaumhöhle ausgesucht hatte, in der sie sich nicht richtig ausstrecken konnte. Prompt lagen am nächsten Morgen drei Kätzchen vor der Höhle, anstatt sich an Mama zu kuscheln. Was nun? Mal eben nehmen und zu Cassie reinlegen, kam nicht in Frage, da keiner Lust auf einen Krankenhausaufenthalt hatte. Und Cassie machte deutlich, dass sie sehr gerne zu einem solchen verhelfen würde. Nach längerem Nachdenken (und mit Schweißerhandschuhen ausgestattet) wurden die Kleinen auf ein Kehrblech gesetzt und konnten von diesem gaaanz vorsichtig zurück zu Mama rutschen. Die kommentierte das Ganze auf eine Art und Weise, dass einem das Blut in den Adern gefror. Puuuh, geschafft.

Abends lagen die Kleinen blöderweise schon wieder davor. Nicht hilfreich. Zudem hätten sie auch noch von dem Podest fallen können, auf welchem die Geburtshöhle stand. Normalerweise nimmt man Katzen die Örtlichkeit nicht weg, die sie sich für die Geburt ausgesucht haben, aber so ging das wirklich nicht. Also musste, unter größten Befürchtungen hinsichtlich der Kampfbereitschaft der Mieze, die Katzen-Mama aus der Höhle herauskomplimentiert werden. Es folgt wieder die Sache mit Wand rauf, am Gitter hängen, runterfallen, wieder an der Tür hoch (die übrigens mittlerweile auch innen einen Riegel hatte). Half aber alles nichts. Ruckzuck wurde auf das Podest ein riesengroßer Karton gestellt zwecks Absturzsicherung. Hinein kam ein deutlich größerer Korb und da hinein die Kleinen. Cassie beobachtete das alles höchst unerfreut. Sie saß, nachdem die unheimlichen Menschen endlich verschwunden waren, etwa eine halbe Stunde auf der Fensterbank und ging dann (Halleluja!) zu ihren Kleinen. Die Sorge, dass sie mit ihren Kleinen wieder umziehen könnte, war unbegründet, sie akzeptierte das neue Körbchen. Jetzt konnte sie sich endlich ordentlich ausstrecken und alle Kleinen kamen bequem an die Milchbar. Seither ist auch kein Baby mehr herausgepurzelt.

Um immer auf dem Laufenden zu sein, hängt mittlerweile im Katzenzimmer eine Kamera, die bequem vom Wohnzimmer aus mit dem Tablet bedient werden kann. Wenn Cassie wüsste, dass sie jetzt quasi gestalkt wird …

Eine Herausforderung stellt das tägliche Wiegen der Katzenkinder dar, denn Cassie ist – wie nicht anders zu erwarten – wenig begeistert, wenn man an ihre Kleinen will. Da man die arme Maus aber nicht jeden Tag aus ihrem Korb schütteln kann, mit anschließendem hektischen Geturne, mussten andere Optionen her. Es hat sich gezeigt, dass das Kehrblech vielseitig einsetzbar ist. Wenn man es der Mamakatze vor die Nase hält, sodass sie nichts mehr sieht, kann man ihr auf der anderen Seite vorsichtig die Babys wegnehmen. Natürlich empfiehlt sich auch hier der Einsatz von geeigneten Handschuhen. Sie schimpft zwar, lässt es aber zu. Der Rückweg für die Kleinen erfolgt dann wieder, wie bereits erprobt, quasi per Rutsche.

Jedenfalls entwickeln sich die Kleinen prächtig. Es sind – so wie es scheint – drei Mädels und ein Kerl. Er ist der Dickste von Allen, was auch sonst. Cassie ist mittlerweile ruhiger geworden und erträgt kurze Besuche, auch wenn sie Menschen immer noch extrem doof findet. Aber sie ist eine tolle Mama. Ach ja, der beste Ehemann von Allen ist übrigens inzwischen rettungslos verliebt in die Kätzchen. Er meint, man könnte ja eigentlich noch das eine oder andere Plätzchen auf der Couch finden …