Glücklich vermittelt – Februar 2021

Von SAMT e. V. Jedes Jahr vermittelt SAMT viele Tiere in ein schönes, neues Zuhause. Jedes einzelne dieser Tiere liegt uns am Herzen und mit aller Sorgfalt wird das richtige neue Heim gesucht. Es ist immer eine Freude zu sehen, wie die Tiere nach dem Einzug aufblühen und beginnen, sich wohlzufühlen.

Manche Tierschicksale haben uns besonders berührt, wie die der beiden älteren Katzendamen Bonnie und Minka.

Die beiden ca. 11 Jahre alten Katzendamen wurden abgegeben, da man ihnen aus Zeitgründen nicht mehr gerecht werden konnte. Wir stellten uns auf einen nicht ganz einfachen Vermittlungsprozess ein, da zwei Katzen zusammen in diesem Alter nun mal nicht so ohne weiteres ein neues Zuhause finden. Erstaunlicherweise meldeten sich nach kurzer Zeit gleich mehrere Interessenten und wir vereinbarten Besuchstermine nach der anstehenden medizinischen Untersuchung. Allerdings meldete sich kurz vor dem Termin die Pflegestellte und meinte: „Ähm, die beiden mögen sich überhaupt nicht. Bonnie verscheucht immer Minka und ist sehr eifersüchtig“. Da sieht man mal wieder, dass Katzen, auch wenn sie sich ihr Leben lang kennen, sich nicht unbedingt mögen müssen. Da die beiden Wohnungskatzen waren, konnten sie sich allerdings der Situation auch ihr ganzes Leben lang nicht entziehen. Das konnte natürlich nicht so bleiben. Daher neuer Versuch, diesmal getrennt.

Foto: C. Dodt

Für Bonnie fand sich ruckzuck ein Zuhause bei einer älteren Dame. Dort darf sie endlich der absolute und alleinige Mittelpunkt sein. Keine andere Katze macht ihr die Schmuseressourcen streitig. Mit niemandem muss sie Frauchens Bett teilen. Bonnie findet es einfach großartig und genießt die komplette Aufmerksamkeit ihres Personals.




Foto: W. Flatau-Scholz

Minka durfte auch sehr bald in ein neues Heim ziehen, ebenfalls zu einer älteren Dame und ihrer freundlichen Katze. Endlich eine Artgenossin, die nicht eifersüchtig ist, sondern auch gerne mit ihr kuschelt. Minka ist begeistert, nicht mehr dauernd vergrault zu werden, und verbringt gerne den Nachmittag schlafend mit ihrer neuen Freundin.

Tier des Monats Februar 2021

Caro

Foto: L. Schüler

Caro ist ein ca. 12 Jahre alter Kater, den wir vor rund 10 Jahren vermittelt haben. Leider ist sein Herrchen verstorben und nun ist Caro wieder bei uns.

Die erste Zeit fand der nette Kater es ausgesprochen gruselig, seinen Menschen und seine Heimat verloren zu haben, und war mehr als schüchtern. Mittlerweile ist er jedoch aufgetaut. Er liebt seine Kuschelhöhlen und schläft gerne sehr viel, abends wird er munter und kommt auf die Couch zum Kuscheln, das genießt er sehr.

Aufgrund seiner früheren Lebensumstände – sein Mensch war jahrelang krank und  bewegungseingeschränkt und konnte sich nicht richtig kümmern – hat Caro ein paar gesundheitliche Baustellen, die aber an sich gut zu handhaben sind. Wegen einer chronischen Ohrentzündung werden seine Öhrchen z.Zt. alle 4 Wochen vom Tierarzt gesäubert, da ist der junge Mann etwas unwillig. Mit viel Liebe und Geduld würde man das mittelfristig jedoch auch selber hinbekommen.

Caro hat außerdem Spondylose, gar nicht so selten bei älteren Katzen. Das ist eine schmerzhafte Erkrankung der Wirbelsäule, bei der die Bänder und Bandscheiben ihre Elastizität verlieren und so ihrer Puffer- und Schutzfunktion nicht mehr nachkommen können. Hierfür bekommt Caro täglich ein Medikament, das er auch ganz brav nimmt. Es hilft wirklich gut, denn er nutzt sogar noch seinen Kratzbaum.

Dummerweise gilt auch hier: kein Medikament ohne Nebenwirkung. In diesem Fall führt es zu sehr hartem Kot (Aua!), wodurch der Kleine beschlossen hat, dass das Klo schuld ist. Daher kann das Ganze dann auch schon mal daneben gehen, lässt sich aber problemlos und rückstandsfrei mit einem Papiertuch aufsammeln. Mit z.B. Lachsöl kann man etwas gegensteuern, sodass mit der Zeit alles wieder etwas weicher und weniger schmerzhaft wird. Für sein kleines Geschäft nutzt Caro sein Klöchen hingegen vorbildlich. Ein bisschen Urinaryfutter wegen etwas Harngries bekommt er auch noch zwischendurch.

Wir wünschen uns für Caro ruhige Menschen mit Katzenerfahrung, ohne Kinder und am besten ohne andere Haustiere. Evtl. könnte ein älterer, sozialer Kater als Partner in Frage kommen, Hauptsache keine Katzendame, das geht gar nicht.

Trotz seiner Handicaps ist Caro ein wirklich süßes Schnuckelchen und hat es wirklich mehr als verdient, seine ihm noch verbleibenden Jahre mit einem geliebten Menschen in einem neuen Heim zu verbringen und nochmal ganz viel Liebe zu genießen. Ein bisschen Freigang nach einer ausführlichen Eingewöhnungszeit fände der Süße ganz toll.

Caro wird kastriert und tätowiert abgegeben.

Mehr Tierschutz = mehr Menschenschutz

Vom Arbeitskreis Nutztiere/SAMT e.V.

Wollen wir gesund bleiben?

Die aktuelle Corona-Pandemie zeigt, Viren und Bakterien machen keinen Unterschied zwischen

Menschen und Tieren. In der sogenannten Massentierhaltung werden riesige Mengen von Antibiotika verwandt, auch Reserveantibiotika,  die eigentlich ausschließlich der Humanmedizin dienen sollten.

Als Reserveantibiotika werden spezielle Antibiotika bezeichnet, die nur zum Einsatz kommen bei Infektionen mit resistenten Erregern. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) warnt vor wachsenden Resistenzen und immer mehr Toten, weil wirksame Antibiotika fehlen.

Schauen wir uns die Massentierhaltung einmal genauer an, kommen wir zu der Erkenntnis, der Einsatz von Medikamenten wäre durch eine andere Art der Tierhaltung veränderbar. Zu große Bestände leben auf zu engem Raum und durch Zucht wurden diese Tiere auf Höchstleistung getrimmt, ihre Grundbedürfnisse aber weitestgehend ignoriert. Diese Tiere leben in krankmachenden Verhältnissen und nicht die Ursache wird beseitigt, sondern Medikamente werden verabreicht.

Bitte informiert Euch über diesen Link und unterschreibt die Petition. Sie fordert Frau Klöckner und Herrn Spahn zum Handeln auf.

https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/kein-antibiotika-missbrauch-im-stall

Sollte Euch das Thema Nutztiere interessieren, könnt Ihr Euch im Informationsheft für Schüler von PROVIEH informieren. Übrigens auch für Erwachsene sehr informativ!

Das Informationsheft Unsere „Nutz“tiere“ ist bei PROVIEH erhältlich und kostet 2,00 € pro Stück. Bei Interesse gibt es das Infoheft sowie das Buch „Alles lecker“ zur Abholung auch bei SAMT e.V. Jülich gegen eine Spende!

2020 – Ein Jahr wie kein anderes

Katze liegt auf Transportkorb
Foto: E. Volk

Für alle war 2020 ein schwieriges Jahr, auch für uns Tierschützer. Jegliche Tätigkeit im Tierschutz wurde naturgemäß unter den herrschenden Bedingungen zur Herausforderung. Nichtsdestotrotz haben wir alles für die Tiere gegeben. So konnten wir z.B. rund 120 Tiere in ein neues Zuhause vermitteln. 61 Fundkätzchen waren zu verzeichnen, fast so viele wie im bisherigen Spitzenjahr 2018. Dazu kamen etliche erwachsene Fund- und Abgabetiere. Die Zahl der betreuten Tiere von Bedürftigen ist ebenfalls deutlich gewachsen.

Die Aufwendungen für tierärztliche Leistungen sind im Jahr 2020 rasant angestiegen, was z.T. der pandemischen Krise geschuldet ist, da viele die Kosten für medizinische Behandlung einfach nicht mehr bezahlen konnten. Ferner wurde jedoch auch das Bewusstsein für tierische medizinische Probleme bei unserer Klientel gesteigert, sodass rechtzeitiges Handeln ermöglicht wurde. Dies alles resultierte in bisher nie dagewesenen Kosten von fast € 68.000 im Kalenderjahr 2020.

Zu unserer großen Freude wurden wir auf der anderen Seite von unzähligen Tierfreunden so toll unterstützt wie nie zuvor und konnten durch diese großartige Hilfe mehr Tieren denn je helfen!

Und auch wenn 2021 ebenfalls schwierig startet, wir werden weiter an der Seite der Tiere stehen und alles unternehmen, um ihnen zu helfen, wo immer nötig!

Aufgeben ist keine Option!

Bitte helft den Tieren auch in 2021!

Spenden an SAMT bequem online: www.betterplace.org

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Foto: Mylene2401@pixabay

Luna – Geboren um zu leiden

Von Eva Volk/SAMT e.V. Natürlich sehen wir viele Fälle, die uns sehr berühren. Aber manchmal ist es zum Verzweifeln. So wie bei Luna, einer freundlichen Rehpinscher-Hündin, gerade mal 4 Monate alt.

Das Telefon klingelt: „Unser Welpe hat sich das Bein gebrochen. Laut Tierarzt gestern sollte man die Kleine einschläfern!“ – „Was? Wieso?“ – „Es soll Missbildungen an den Beinen und der Schulter geben. Momentan bekommt sie Schmerzmittel.“ Ok, erstmal sofort Termin beim Tierarzt unseres Vertrauens gemacht. Da muss doch eine OP möglich sein?

Was war überhaupt passiert? Eigentlich nichts. Luna ist nur über den Teppich gestolpert und schon war das Beinchen gebrochen. Höchst ungewöhnlich. Offenbar ist die Kleine in ihrem zarten Alter schon beim dritten Besitzer. Beim vorherigen sollte sie wohl, soweit uns berichtet wurde, „in den Mülleimer“. Stattdessen hat ihre jetzige Besitzerin sie gerettet und mit zu sich und ihrem Kind genommen.

Das Röntgenbild zeigt deutlich den Bruch des linken Vorderbeins zwischen Elle und Speiche. Missbildungen sind nicht auszuschließen. Es könnte allerdings auch andere Ursachen für das geben, was die Bilder zeigen. Ein morphinbasiertes Schmerzmittel wird gegeben, um Luna ihren Zustand zu erleichtern. Aufgrund des komplexen Gesamtbildes sprinten wir kurz darauf zusammen mit der Besitzerin und dem Hündchen in die Tierklinik.

Das verängstigte Tierchen wird nochmals aus allen Richtungen geröntgt. Wir hatten uns innerlich auf eine komplizierte und teure OP und einen langen Heilungsprozess eingestellt. Aber egal, Hauptsache Luna wird wieder gesund. Doch die Diagnose zog uns den Boden unter den Füßen weg.

An drei Beinen hat Luna schwere Missbildungen der Knochen, dazu noch Glasknochen, ebenso eine Missbildung der linken Schulter. Möglicherweise hatte das arme Tier starke Schmerzen dadurch. Unzählige Operationen – Minimum vier – mit langwierigem Heilungsprozess, ohne Garantie für ein Gelingen, dafür mit der Aussicht auf noch weitere Operationen, wären theoretisch möglich gewesen. Die Klinik sagte uns offen, dass dies wirklich keine Option darstellt, sondern eine endlose Quälerei, womöglich für nichts und wieder nichts, für Luna darstellen würde.

Entsetzlicherweise kommt noch hinzu, dass laut Klinik mindestens eine Veränderung am Knochen verdächtig ist, nicht angeboren zu sein, sondern wahrscheinlich auf Gewalteinwirkung zurückzuführen ist.

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, da hat wieder mal ein Vermehrer seine Finger im Spiel gehabt. Irgendein Hinterhofzüchter, nur daran interessiert, mit den Welpen Geld zu machen. Das Krankheitsbild könnte ein Indiz für Inzucht sein. Leider ist nicht herauszubekommen, woher das Hündchen ursprünglich kam, wie fast immer in solchen Fällen.

Ihre Besitzerin wollte sie vor solchen Menschen retten. Sie hat es wirklich versucht, aber Luna hatte nie eine Chance. Geboren um zu leiden.

Wir haben Luna begleitet als sie ihren Weg über die Regenbogenbrücke antrat. Sie war nicht allein. Das war das Einzige, was wir noch für die Kleine tun konnten und es bricht mir das Herz. Aus Rücksicht auf die Besitzerin haben wir kein Foto von Luna hier eingestellt, aber ihr Bild ist in unseren Herzen.

Mollys Kolumne Februar 2021

Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

woran denken die Leute, wenn sie die Kommandos „Sitz“, „Platz“ und „Pfötchen“ hören? Klar, an einen braven, gut erzogenen Hund. Was sie nicht auf dem Schirm haben ist, dass wir Katzen das mindestens genauso gut können. Glaubst Du nicht? Ich bin höchstpersönlich das beste Beispiel dafür.

Von uns Katzen wird normalerweise nicht mehr erwartet, wenn überhaupt, als dass wir auf unseren Namen reagieren und vielleicht noch auf ein bestimmtes Geräusch hin zur Fütterung erscheinen. Dabei steckt so viel mehr Potential in uns, dass nur gefördert werden muss.

Als ich als junges Kätzchen in mein jetziges Zuhause kam, war ich stark schwerhörig. Zum Glück hatte sich das nach einiger Zeit wieder gegeben. Mein Frauchen kam aber daher auf die Idee, mir Kommandos per Handzeichen beizubringen, damit wir uns besser verständigen können. Das klappte erstaunlich gut. Scheinbar bin ich ein Naturtalent. Jedenfalls brauchte ich keine Minute, um eines der „Kunststückchen“ zu erlernen und auch Tage später wieder abrufen zu können. Mittlerweile gehört so einiges zu meinem Repertoire. Sitz, Pfötchen geben, High Five, per Fingerzeig auf eine bestimmte Stelle springen, gern noch über ein Hindernis, apportieren oder mit meiner Nasenspitze an die Fingerspitze tippen. Alles ein Kinderspiel für mich. Besonders stolz sind wird aber auf folgenden Trick: Frauchen formt mit den Fingern eine Pistole und schießt imaginär auf mich, woraufhin ich mich theatralisch auf die Seite werfe, als wäre ich schwer getroffen. Ein riesen Spaß. Ich bin dabei immer ganz wild am Schnurren.

Also, traut Eurer Katze ruhig mehr zu. Was die Hunde können, können wir locker, vielleicht sogar besser. Denn im Gegensatz zu ihnen mache ich die ganze Aktion nur mit, wenn es Leckerchen dafür gibt. Voll schlau von mir, oder? Außerdem warte ich nicht immer erst, bis Frauchen auf mich zukommt. Ich weiß durchaus, was ich machen muss, damit sie alles stehen und liegen lässt und mit mir trainiert. Und genau das mache ich jetzt auch…

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote