Rinder, Schweine, Hühner… helfen, aber wie?

Kalb schaut in die Kamera
Foto: kadres@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere /SAMT e.V. Oftmals stellt sich im Tierschutz die Frage, wie man sich engagieren kann, wenn man etwas bewegen möchte. Aus diesem Grunde möchten wir heute die Albert-Schweitzer-Stiftung vorstellen. Sie ist eine deutschlandweit tätige Tierschutz- und Tierrechtsorganisation, die sich für die sogenannten Nutztiere in der Landwirtschaft einsetzt. Sie vertritt die Auffassung, dass die Nahrungsmittelproduktion mit Tieren der Bereich ist, in dem Menschen weltweit am meisten Leid und Tod verursachen.

Die Stiftung versucht, die Haltungsbedingungen dieser Tiere zu verbessern und setzt sich für einen verringerten Konsum von Tierprodukten ein. Das langfristige Ziel der Stiftung ist die Abschaffung der Massentierhaltung und eine möglichst große Verbreitung der veganen Lebensweise. Durch Gespräche u. a. mit Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel versucht die Stiftung höhere Tierschutzstandards zu erzielen, Tierprodukte zu reduzieren oder das vegane Angebot zu stärken. Sie führt aber auch Kampagnen gegen Unternehmen, die nicht dialogbereit sind.

Die Albert-Schweitzer-Stiftung arbeitet mit anderen Tierschutzorganisationen zusammen, um Missstände (z.B. in der Hühnermast) zu beenden. In vielen Städten gibt es regionale Aktionsgruppen. Unter dem Namen Vegan Taste Week bietet die Albert-Schweitzer-Stiftung Tipps und Rezepte für eine pflanzliche Ernährung.


Wer regelmäßig aktuelle Informationen zu Tierschutzthemen erhalten möchte und z.B. Kampagnen unterstützen möchte, die den Tieren helfen, der sollte sich beim kostenlosen Newsletter anmelden. Dieser ist sehr informativ und wir können ihn nur empfehlen.

https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuelles/newsletter

Ohne Ehrfurcht vor dem Leben hat die Menschheit keine Zukunft
Albert Schweitzer

Glücklich vermittelt

Gino
Foto: S. Lenk

Der ca. 1,5 Jahre alte Gino kam zu uns wie in einem schlechten Film. Ein Gewerbegebiet: Ein Auto hält, die Tür geht auf, die Tür geht zu, das Auto fährt schnell weg. Auf dem Gehsteig steht ein unkastrierter Kater und weiß vor Angst nicht wohin. Zum Glück wurde das Ganze beobachtet, sodass der arme Kerl sofort gesichert werden konnte. Als i-Tüpfelchen wurde das Auto von einem aufmerksamen Mitbürger verfolgt, sodass im Anschluss den Behörden das Kennzeichen übermittelt werden konnte.

Gino war natürlich völlig durch den Wind, als er auf der Pflegestelle ankam. Kein Wunder, nach dieser herzlosen Tat. Nachdem der Spatz erkannte, dass ihn hier nie wieder jemand so behandeln wird, taute er nach und nach auf und wurde zu dem verspielten, schmusigen Kater, der er in diesem Alter auch sein sollte.

Ein junges Paar konnte dem kleinen Herzensbrecher nicht widerstehen. Gino brauchte gar nicht lange, bis er sein neues Reich eroberte. Besonders interessant findet er den anderen tierischen Mitbewohner, einen Weißbauchigel. Der will doch bestimmt spielen? Gino ist endlich zu Hause!

Foto: J. Muckel

Der 6 Jahre alte Casper kam aus einem nicht minder schlechten Film. Da zieht sein bisheriges Herrchen also um und verkündet den Nachbarn, dass der Kater nicht mit kann, da dort kein Freigang möglich ist. Er wäre sowieso am liebsten draußen, also bleibt er in seinem gewohnten Umfeld.

Sowas nennt man übrigens aussetzen. Man fasst es nicht.

Zum Glück fanden die Nachbarn das nicht lustig und meldeten sich bei uns. Casper zog auf die Pflegestelle. Er stellte sich als ruhiger, lieber Kerl heraus, der Streicheleinheiten sehr zu schätzen weiß. Eigentlich genau das, was so viele suchen.

Und so konnte ein Ehepaar ihm nicht widerstehen und Casper hat endlich ein liebevolles Zuhause mit netter Katzengesellschaft, in dem er der König ist.

Traumduo sucht Zuhause

Emilio und Tally

Von SAMT e.V. Emilio und Tally, geb. ca. Mitte Oktober 2021, wurden von aufmerksamen Mitarbeitern eines Unternehmens in einem Lagerbereich entdeckt. Zum Glück sahen sie nicht weg, sondern informierten uns. So konnte erst Emilio und zwei Tage später auch Tally mit einer Lebendfalle gesichert werden. Anders wäre das auch gar nicht möglich gewesen, denn obwohl zu diesem Zeitpunkt nur ca. 8 Wochen alt, waren die beiden Brüder ausgesprochen schlecht gelaunt. Fauchen, spucken, kratzen, das volle Programm. In einer warmen Wohnung sein? Fanden sie doof. Von Parasiten befreit werden? Fanden sie extrem doof. Angefasst werden? Fanden sie so richtig doof. Lecker Futter, und zwar jede Menge? Na, gut. Geschlagene drei Monate waren die Racker gar nicht begeistert von menschlicher Gesellschaft. Und dann: Von einem Tag auf den anderen legten sie den Schalter um und ließen sich streicheln! Natürlich sind sie noch ein wenig zurückhaltend, aber hey, nun machen sie täglich Fortschritte. Und mit ein bisschen Geduld sind sie schon bald ein samtpfotiges Traumduo.

Was jetzt noch fehlt, ist ein perfektes katzenerfahrenes Zuhause mit ein bisschen Geduld und Verständnis. Kleine Kinder sollten nicht im Haushalt sein, andere Katzen und Hunde sind kein Problem.

Nach ausgedehnter Eingewöhnungszeit möchten die beiden auf jeden Fall Freigang genießen dürfen.

Aktuelles aus dem Tierschutz

Katze fasst sich lustig an den Kopf
Foto: skorchanov@pixabay

Ausreden gibt es wie Sand am Meer

Von Eva Volk/SAMT e.V. Natürlich gibt es oftmals gute und nachvollziehbare Gründe, warum man einem eigenen/fremden/zukünftigen Tier zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht gerecht werden kann. Und dann gibt es Ausreden, noch und nöcher. Hier mal eine kleine Auswahl – unkommentiert – der Sprüche, die wir uns so anhören dürfen.

  • Wir haben uns einen Border Collie angeschafft, der ist ganz anders als unser alter Schäferhund war und spielt nicht mit den Enkeln, der muss wieder weg.
  • Ich muss ganz schnell die Katze abgeben, die hat mich gebissen und wenn sie nicht wegkommt, nimmt das Amt mir die Kinder weg.
  • Die Katzen, die ich abgeben will, müssen wirklich allmählich weg, das geht hier so nicht, sonst muss ich sie leider raus setzen.
  • Den Kontrolltermin beim Tierarzt möchte ich nicht wahrnehmen, das ist doch viel zu stressig für das Tier. Alles weitere legen wir in die Hände Gottes.
  • Meine unkastrierte Katze muss weg, die pinkelt hier alles voll.
  • Ich dachte, Brüderchen und Schwesterchen können miteinander keine Kätzchen machen.
  • Sie sind doch der Tierschutz, das ist doch Ihre Aufgabe! Sie müssen sich doch um sowas kümmern!
  • Freigänger? Der kann doch auch nur in der Wohnung bleiben, wenn das nicht klappt, gebe ich ihn wieder zurück.
  • Wie, Sie können die Katzen nicht aufnehmen, können Sie die nicht irgendwo lagern?
  • Sehe ich gar nicht ein, beim Tierheim Gebühren zu zahlen, wenn ich mein Tier da abgebe.
  • Meine Katze ist schon 15, wahrscheinlich lebt sie nicht mehr lange, darum hätte ich gerne jetzt schon ein neues Kätzchen.
  • Wieso 2 Kätzchen? Mein alter Kater war sein Leben lang allein und total glücklich.
  • Der läuft hier schon seit Jahren rum, sieht aber jetzt nicht gut aus und liegt nur noch schlapp in unserem Garten, da muss doch jemand was unternehmen.
  • Meine Katze ist seit drei Tagen weg, die kommt bestimmt nicht mehr, ich brauche eine neue.
  • Ich konnte nicht anhalten, ich hatte einen wichtigen Termin / den Hund dabei / das Kind dabei.

Schlucken, lächeln, Zähne zusammenbeißen, weitermachen. Tierschutz halt.

Mollys Kolumne

Molly, Frieda und Mira lümmeln in der Sonne
Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

kürzlich sagte Frauchen zu uns, „Kommt alle mit raus bei dem schönen Wetter und Vitamin D tanken!“. „Vitamin D?“, hab ich mich gewundert. „Ist das lecker? Und wie soll ich das tanken? Bin doch kein Auto.“ „Nein, Vitamin D ist ein Stoff, den wir Menschen bei Sonne in der Haut bilden und der wichtig ist für Knochen, Stoffwechsel und den Schutz vor Krankheiten“. Na, das klingt doch gut, dachte ich mir. Das will ich auch, also nichts wie raus!

Aber halt mal… In der Haut? Wie soll das denn gehen bei meinem dichten Fell? Und bei langhaarigen Katzen dringen doch bestimmt noch weniger Sonnenstrahlen durch. Haben reine Wohnungskatzen dann einen chronischen Mangel? Fragen über Fragen. Da musste ich doch mal intensiver nachforschen.

Tatsächlich funktioniert das bei uns Katzen auf diese Weise nicht, obwohl wir uns ausgesprochen gerne die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Ebenso bei Hunden. Wir müssen unsere Portion Vitamin D komplett über die Nahrung aufnehmen. Wilde Tiere tun das in ausreichender Weise über ihre Beute und deren Organe, insbesondere der Leber. Wir verwöhnten Stubentiger sind darauf angewiesen, dass uns hochwertiges Futter gegeben wird, welches dieses Vitamin in ausreichender Menge enthält, sonst kann es tatsächlich zum Mangel kommen. Es gibt auch die Möglichkeit, Vitamin D künstlich zuzusetzen als Nahrungsergänzung, aber dies sollte nur in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen. Da viele Wissenschaftler diesen Stoff von der Wirkung her als Hormon einstufen, ist eine Überdosierung nicht unproblematisch und kann mehr schaden als nützen.

Dass Katzen Vitamin D im Fell produzieren und es dann durch das Putzen in den Körper aufnehmen, ist übrigens ein Mythos, der sich hartnäckig hält. Tatsächlich besitzen wir Katzen dort nicht einmal die nötigen Rezeptoren für dessen Produktion.

Nun, das Vitamin-D-Tanken in der Sonne ist dann wohl eher die Angelegenheit von Frauchen, aber wir Katzen leisten ihr gerne Gesellschaft dabei. Denn auch so gibt es fast nichts Schöneres, als bei dem herrlichen Wetter in der Sonne zu lümmeln. Also, nichts wie raus! Und nachher hole ich mir eine Portion Vitamin D in Form meines leckeren Futters ab.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote