Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Pitti
Foto: E. Volk

Angst essen Seele auf

Von Eva Volk/SAMT e.V. Manchmal ist ein Haustier der einzig noch verbliebene Fixpunkt für ältere Menschen, das einzige noch übrig gebliebene Wesen, um das sich alles dreht. Der Gedanke, dieses geliebte Tier zu verlieren, ist dann unerträglich. Wobei dies manchmal bis zur Verleugnung unübersehbarer Probleme führen kann.

So hatten wir vor kurzem den Fall, dass sich eine ältere Dame spät abends sehr nervös meldete und sagte, bei ihrer nicht mehr ganz jungen Katze liefe das Auge aus. Natürlich standen uns da förmlich die Haare zu Berge. Direkt am nächsten Morgen ging es zum Tierarzt. Zwar bestätigte sich die Befürchtung nicht, dass das Auge auslief, allerdings wurde unglücklicherweise ein großer Tumor hinter dem Auge festgestellt. Aufgrund Lage und Größe war eine bösartige Form sicher. Eigentlich unmöglich, dass der schlimme Zustand des Auges jetzt erst aufgefallen war. Vermutlich wurde bis zu diesem Zeitpunkt irgendwie verdrängt, dass da etwas schwer im Argen lag, sozusagen Vogel-Strauß-Taktik.

Foto: I. Launer-Hill

Die einzige Lösung, wenn auch ohne Garantie auf Erfolg, war eine rasche Operation, bei der Auge und Tumor entfernt werden mussten. Ein baldiger Termin wurde gemacht und die Besitzerin, fix und fertig, erstmal samt Medikamenten und Katze wieder nach Haus entlassen. Soweit, so gut.

Zwei Tage später ergab sich aufgrund einer anderen ausgefallenen Operation die unverhoffte Gelegenheit, die geplante Augen-OP holterdipolter vorzuziehen. Und ab da wurde es schwierig. Der plötzliche Anruf: „Die Katze kann operiert werden, und zwar in einer Stunde“ überforderte die Besitzerin maßlos. Von jetzt auf gleich kamen alle Ängste schlagartig wieder hoch. Würde sich bei der Operation herausstellen, dass alles keinen Zweck hat? Würde das Tier die Operation von der Verfassung her überhaupt überleben? Würde es sich danach quälen müssen?

Bis zu diesem Zeitpunkt, nehmen wir an, konnte der Gedanke an die OP und mögliche Folgen noch beiseitegeschoben werden. Aber dann stand alles mitten im Raum und die Angst wurde übermächtig. Daher verweigerte die Dame den Termin und sagte zu allem Überfluss auch noch den ursprünglich vereinbarten Termin ab.

Im ersten Moment ist man da natürlich fassungslos und vielleicht auch ein bisschen angefressen. Da ergibt sich eine goldene Gelegenheit und sie wird nicht wahrgenommen.

Aber, erstmal sacken lassen, tief durchatmen und an das Tier, aber auch an den Menschen denken. Druck hätte an dieser Stelle ganz offensichtlich zu überhaupt nichts geführt. Zutiefst verängstigte Menschen kann man nicht mit Vorwürfen zum Umdenken bewegen. Natürlich hatten wir stapelweise rationale und völlig richtige Argumente, warum eine OP unumgänglich ist. Aber erstmal sind diese in einer solchen Situation nebensächlich.

Das Einzige, was wirklich hilft ist: Zuhören! Man muss sich erklären lassen – und wenn es noch so lange dauert – wieso jemand Angst hat, was das Tier diesem Menschen bedeutet, wie man helfen kann, die Sorgen zu verkleinern und und und. So sehr die Sorge um das Tier für uns natürlich im Mittelpunkt steht, es geht niemals ohne den Menschen. Nur wenn der Besitzer mitspielt, kann dem Tier geholfen werden. Mit Einfühlungsvermögen und Verständnis kann man irgendwann auch ganz sanft die eigenen Argumente anbringen, und dann fallen sie womöglich auf fruchtbaren Boden.

Im vorliegenden Fall war das tatsächlich so und ein neuer OP-Termin konnte zeitnah vereinbart werden. Bis dahin wurde die kranke Mieze liebevoll und gewissenhaft von ihrer Besitzerin umhegt und mit Medikamenten versorgt. Mit Sicherheit ist die Besitzerin tausend Tode gestorben, als ihre Samtpfote operiert wurde. Zum Glück verlief die OP sehr gut und die Katze erholte sich relativ schnell. Das fehlende Auge macht ihr gar nichts aus und sie ist regelrecht aufgeblüht und hat sozusagen ihren zweiten Frühling (vielleicht ist es auch schon der dritte). Wir glauben ja, sie ist ein bißchen stolz, jetzt eine kleine Piratin zu sein.

Die Besitzerin ist zutiefst erleichtert (und wir erst!), dass, trotzt aller Bedenken, alles so gut ausgegangen ist. Ihre geliebte Katze wird auch weiterhin ihr Leben bereichern. Wir wünschen den beiden noch eine ganz lange, gemeinsame, wundervolle Zeit! Genießt zusammen den Ruhestand!

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Foto: B. Hilgers

Geiz ist geil? Nicht wirklich…

Von Eva Volk/SAMT e.V. Wissen Sie, manchmal kann man nur noch fassungslos sein. Nicht, dass uns das bedauerlicherweise nicht häufiger passiert, aber manche Vorkommnisse schlagen dem Fass wirklich den Boden aus.

Wieder mal klingelte das Telefon. Nachstehend ein (verkürztes) Gedächtnisprotokoll des Anrufs:

Anrufer:in (A): Guten Tag, ich benötige Hilfe wegen meiner Katze.

SAMT (S): Wie können wir helfen?

A: Sie ist schon älter und hat eine Schilddrüsenüberfunktion und der Tierarzt will nicht das deutlich billigere Humanmedikament verschreiben, sondern das teure Medikament für Tiere. Habe das Humanmedikament aber schon mal irgendwo bekommen.

S: Ähm, naja, die Umwidmung von Humanmedikamenten zwecks geringerer Kosten ist so nicht mal eben zulässig, sondern nur in begründeten Ausnahmefällen.

A: Unverschämtheit, die Besitzer so auszunehmen.

A: Und die Zähne sollen auch ganz schlimm aussehen. Es geht der Katze nicht gut, sie frisst nicht.

S: Okay, sie müssen sie unbedingt ans Futtern bekommen (es folgten diverse Tipps hierzu). Wenn es der Allgemeinzustand der Katze zulässt, sollten die Zähne schnellstens saniert werden.

A: Was kostet denn sowas?

S: Das ist abhängig von Zustand und Anzahl der zu ziehenden Zähne und dem Schwierigkeitsgrad der OP. Im schlimmsten Fall können ein paar Hundert Euro anfallen.

A: WAS???

S: Naja, keine Panik, wir können u.U. helfen. Sind die denn bedürftig und beziehen entsprechende Leistungen?

A: NEIN! Ich arbeite Vollzeit und beziehe ein gutes Gehalt.

S: Äh…

A: Und außerdem ist das ja gar nicht meine Katze.

S: Wie bitte?

A: Die ist mir zugelaufen vor ein paar Jahren, als der Nachbar gestorben ist. Seither kümmere ich mich um sie.

S: Also erstens ist das dann Ihre Katze und zweitens unterstützen wir i.d.R. nur Bedürftige. Alles andere wäre für uns auch gar nicht zu leisten. Und wenn Sie ein gutes Gehalt beziehen, sollte das doch eigentlich auch kein Problem sein?

A: Aber ich bezahle doch schon so viele Steuern, allein schon die Mehrwertsteuer.

S: Das tun wir alle, aber deswegen können wir doch nicht jedem die Tierarztkosten bezahlen. Als privater Verein, der sich überwiegend aus Spenden finanziert – und keine Zuwendung der öffentlichen Hand bekommt – haben wir uns dem Ziel verschrieben, Tieren in Not und Tierhaltern mit geringem Einkommen zu helfen. Wenn wir auch diejenigen unterstützen, die das eigentlich gar nicht nötig haben, bleibt nicht genug für die Fälle, wo wirklich Not am Mann ist. Daher können wir Ihnen leider diesbezüglich nicht helfen.

S: Wollen Sie die Katze denn vielleicht abgeben?

A: Nein.

S: Hmm…

A: Finde ich nicht gut, dass da nichts vom Staat kommt. Vor allem, da wir schließlich alle so hohe Steuern zahlen.

S: Wie dem auch sei, Sie müssen dringend einen Termin für die Zähne machen. Da die Katze schon älter ist und Probleme mit der Schilddrüse hat, empfehlen wir außerdem ein geriatrisches Blutbild machen zu lassen. Dann weiß man, wo man steht und kann der Mieze noch ein langes und zufriedenes Leben ermöglichen. Andernfalls quält sich das Tier.

A: Ja, okay, weiß ich Bescheid.

Dieses Gespräch wurde übrigens innerhalb von wenigen Stunden mehr oder weniger inhaltsgleich mit 2 (!) SAMT-Mitarbeitern geführt.

Einige Wochen später meldet sich die Tierarztpraxis (ja, die, die einfach keine Humanmedikamente ohne Grund verschreiben will), weil jemand – raten Sie mal wer – seine Katze einschläfern lassen will. Und zwar ohne weitere Checks. Nach kleiner Diskussion ist man bereit, die Katze abzugeben.

Die Pflegestelle düst direkt zur Praxis, wo zwischenzeitlich bereits eine Blutabnahme zwecks weiterer Erkenntnisse veranlasst wurde. Dann darf Mautzi erstmal mitkommen, bekommt ein eigenes Zimmer, ein kuscheliges Bettchen und leckeres Futter und natürlich ihr Schilddrüsenmedikament (das für Tiere). Sie freut sich sichtlich über die Aufmerksamkeit und gibt Köpfchen.

Insgesamt wirkt sie schon ziemlich mitgenommen. Leider erweisen sich auch ihre Blutwerte nach kurzer Zeit als katastrophal und die Süße ist sehr schlapp. Da sämtliche Werte bei ihr völlig aus dem Ruder gelaufen sind – Schilddrüse, Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren – und ihre Nieren mittlerweile hart wie Stein sind, gab es leider keine andere Möglichkeit, als der Kleinen weiteres Leiden zu ersparen. Nur drei Tage durfte sie bei uns rund um die Uhr betüddelt und mit Liebe umgeben werden.

Hätte man ihr vor einigen Wochen noch helfen können? Möglich, vielleicht ja, vielleicht nein, mehr Lebensqualität wäre jedenfalls machbar gewesen.

Hätte man ihr helfen können, wenn deutlich früher Checks Ups erfolgt und entsprechende Behandlungen durchgeführt worden wären? Auf jeden Fall. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen, medikamentöse Einstellung, geeignetes Futter und umfassende Zahnbehandlungen sind lebensverlängernd. Und zwar und vor allem hinsichtlich eines lebenswerten Lebens, egal wie lange es noch dauern mag. Nichts tun bewirkt das Gegenteil.

Machen wir uns Vorwürfe? Ja. Aber, Leute, es sind Eure Tiere, sie sind von Euch abhängig, Ihr habt die Verantwortung für sie. Ihr könnt nicht alles bei uns abladen, nur weil Euch danach ist. Für Autos, Handys und Urlaub ist doch auch genug Geld da. Es sind empfindungsfähige Lebewesen, Herrgott nochmal, also behandelt sie auch so.

Geiz ist nicht geil.

Wir sind unfassbar traurig. Leb wohl, Mautzi, Du bist jetzt eine Sternenkatze und musst nicht mehr leiden.

Bescherung im Februar

Von SAMT e.V. Im vergangenen Monat haben wir die zahlreichen Überraschungen im Fressnapf Alsdorf abholen dürfen, welche uns die Kundschaft und die Mitarbeiter von dort zum Jahreswechsel beschert haben. Es war wirklich eine tolle Bescherung. Ganze 59 Wunschkarten vom Weihnachtsbaum wurden eingelöst, und damit gingen auch 59 Wünsche unserer Tiere in Erfüllung.

Hinzu kam noch eine größere Spendensumme, für die wir uns dann noch Futter für unsere Schützlinge aussuchen konnten.

Alle Wunschkarten waren mit einer solchen Herzenswärme verfasst, dass uns beim Auspacken richtig warm ums Herz wurde. Stellvertretend für alle Wunschkarten hier ein paar der nettesten Texte.

Fotos: Irene Launer-Hill

Ein ganz herzliches Dankeschön zum Einen bei der wirklich großzügigen Kundschaft – manche Tierfreunde haben gleich 3 Karten eingelöst – aber auch bei den Mitarbeitern nebst Chefin, die keine Arbeit und Mühe gescheut haben, den Wunschbaum im rechten Lichte erstrahlen zu lassen und auch selber Futter gespendet haben. Danke. Unsere Freude ist immer noch riesengroß.

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Katze sonnt sich im Gras
Foto: Eva Volk

Warum ein Tier in einem Inserat beschrieben wird

Von Eva Volk/SAMT e.V. Natürlich inserieren wir unsere Tiere im Internet. Zum einen, um eine hohe Reichweite zu erzielen, und zum anderen, um das bestmögliche Zuhause für jedes einzelne zu finden. Basierend auf den ggf. vorhandenen Beschreibungen der Vorbesitzer, aber insbesondere auf den Erfahrungen, die auf der Pflegestelle mit dem Tier gemacht werden, stellen wir es vor.

Die Beschreibung beschränkt sich natürlich nicht nur auf Alter und Geschlecht, sondern enthält – sofern irgend möglich – Informationen zum allgemeinen Wesen/Charakter des Tieres, zur Vorgeschichte, dem Verhalten gegenüber Artgenossen und anderen Tieren, dem Fressverhalten, dem Spieldrang, dem medizinischen Status, dem Verhalten gegenüber Menschen, dem Bedürfnis nach Freigang und alles, was uns sonst noch erwähnenswert erscheint.

Wir geben uns wirklich sehr viel Mühe, alle Informationen in einen liebevollen Text zu fassen, und beantworten natürlich auch jederzeit noch evtl. offen gebliebene Fragen.

Jetzt zum Internet: Wir schreiben die durchaus manchmal etwas längeren Texte nicht nur, damit der Bildschirm nicht so schrecklich leer ist. Wir meinen das ernst, was wir schreiben, also wäre lesen total super. Leider klappt das oft nicht so gut, wie wir anhand der Anrufe und Emails, die uns erreichen, immer wieder feststellen müssen.

Wenn z.B. schon im Titel steht „nur zusammen“, dann – ja, was wohl? – heißt das „nur zusammen“ und nicht „och, kann auch nur eine von beiden sein“.

Nein, Freigänger können nicht in Wohnungshaltung.

Nein, Einzelgänger/Kampfkatzen können nicht irgendwo zu einem anderen Tier dazu.

Nein, kinderhassende Katzen können nicht zu kleinen Kindern.

Nein, kleine Kätzchen können auf gar keinen Fall in Einzelhaltung und auch nicht allein zu einer alten Katze dazu.

Ja, erkrankte Tiere führen zu Tierarztkosten (tatsächlich!).

Ja, das vorgeschriebene Alter für die Kastration ist ernst gemeint.

Ja, der Balkon muss gesichert sein, bevor die Katze einzieht.

Ja, der Vermieter muss der Tierhaltung zustimmen.

Nein, wir vermitteln nicht an Impfgegner (macht selber was Ihr wollt, aber nicht mit unseren Tieren).

Nein, die Schutzgebühr ist nicht verhandelbar und Emails, die aus „50 € für beide“ bestehen, werden ebenfalls ignoriert.

Nein, auf Emails mit dem Inhalt „Noch da?“ antworten wir wirklich nicht.

Das ließe sich beliebig fortsetzen. Wobei es ja noch akzeptabel sein mag, dass einige dieser Fragen gestellt werden. Viel schlimmer ist die teilweise völlige Beratungsresistenz, die uns entgegenschlägt und das Wissen, dass dann eben woanders ein Tier organisiert wird, quasi ohne Rücksicht auf Verluste. Zum Glück stoßen wir im Gespräch dann doch oft genug auf Einsicht und dürfen zumindest hoffen, dass, selbst wenn schlussendlich anderweitig ein Tier adoptiert wird, unsere vermittelten allgemeinen Informationen zur Tierhaltung dabei einfließen werden.

Wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, aber mit unserer Erfahrung aus langjähriger Tierschutzarbeit und mit den Erfahrungen, die wir mit jedem einzelnen Tier machen, glauben wir schon, dass wir eine gute Vorstellung von einem zukünftigen geeigneten Zuhause haben. Auch wir haben keine Glaskugel und können nicht alles und jedes vorhersagen, aber wir geben unser Bestes.

Also lernen wir mal wieder: Lesen hilft!

2020 – Ein Jahr wie kein anderes

Katze liegt auf Transportkorb
Foto: E. Volk

Für alle war 2020 ein schwieriges Jahr, auch für uns Tierschützer. Jegliche Tätigkeit im Tierschutz wurde naturgemäß unter den herrschenden Bedingungen zur Herausforderung. Nichtsdestotrotz haben wir alles für die Tiere gegeben. So konnten wir z.B. rund 120 Tiere in ein neues Zuhause vermitteln. 61 Fundkätzchen waren zu verzeichnen, fast so viele wie im bisherigen Spitzenjahr 2018. Dazu kamen etliche erwachsene Fund- und Abgabetiere. Die Zahl der betreuten Tiere von Bedürftigen ist ebenfalls deutlich gewachsen.

Die Aufwendungen für tierärztliche Leistungen sind im Jahr 2020 rasant angestiegen, was z.T. der pandemischen Krise geschuldet ist, da viele die Kosten für medizinische Behandlung einfach nicht mehr bezahlen konnten. Ferner wurde jedoch auch das Bewusstsein für tierische medizinische Probleme bei unserer Klientel gesteigert, sodass rechtzeitiges Handeln ermöglicht wurde. Dies alles resultierte in bisher nie dagewesenen Kosten von fast € 68.000 im Kalenderjahr 2020.

Zu unserer großen Freude wurden wir auf der anderen Seite von unzähligen Tierfreunden so toll unterstützt wie nie zuvor und konnten durch diese großartige Hilfe mehr Tieren denn je helfen!

Und auch wenn 2021 ebenfalls schwierig startet, wir werden weiter an der Seite der Tiere stehen und alles unternehmen, um ihnen zu helfen, wo immer nötig!

Aufgeben ist keine Option!

Bitte helft den Tieren auch in 2021!

Spenden an SAMT bequem online: www.betterplace.org

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Foto: Mylene2401@pixabay

Luna – Geboren um zu leiden

Von Eva Volk/SAMT e.V. Natürlich sehen wir viele Fälle, die uns sehr berühren. Aber manchmal ist es zum Verzweifeln. So wie bei Luna, einer freundlichen Rehpinscher-Hündin, gerade mal 4 Monate alt.

Das Telefon klingelt: „Unser Welpe hat sich das Bein gebrochen. Laut Tierarzt gestern sollte man die Kleine einschläfern!“ – „Was? Wieso?“ – „Es soll Missbildungen an den Beinen und der Schulter geben. Momentan bekommt sie Schmerzmittel.“ Ok, erstmal sofort Termin beim Tierarzt unseres Vertrauens gemacht. Da muss doch eine OP möglich sein?

Was war überhaupt passiert? Eigentlich nichts. Luna ist nur über den Teppich gestolpert und schon war das Beinchen gebrochen. Höchst ungewöhnlich. Offenbar ist die Kleine in ihrem zarten Alter schon beim dritten Besitzer. Beim vorherigen sollte sie wohl, soweit uns berichtet wurde, „in den Mülleimer“. Stattdessen hat ihre jetzige Besitzerin sie gerettet und mit zu sich und ihrem Kind genommen.

Das Röntgenbild zeigt deutlich den Bruch des linken Vorderbeins zwischen Elle und Speiche. Missbildungen sind nicht auszuschließen. Es könnte allerdings auch andere Ursachen für das geben, was die Bilder zeigen. Ein morphinbasiertes Schmerzmittel wird gegeben, um Luna ihren Zustand zu erleichtern. Aufgrund des komplexen Gesamtbildes sprinten wir kurz darauf zusammen mit der Besitzerin und dem Hündchen in die Tierklinik.

Das verängstigte Tierchen wird nochmals aus allen Richtungen geröntgt. Wir hatten uns innerlich auf eine komplizierte und teure OP und einen langen Heilungsprozess eingestellt. Aber egal, Hauptsache Luna wird wieder gesund. Doch die Diagnose zog uns den Boden unter den Füßen weg.

An drei Beinen hat Luna schwere Missbildungen der Knochen, dazu noch Glasknochen, ebenso eine Missbildung der linken Schulter. Möglicherweise hatte das arme Tier starke Schmerzen dadurch. Unzählige Operationen – Minimum vier – mit langwierigem Heilungsprozess, ohne Garantie für ein Gelingen, dafür mit der Aussicht auf noch weitere Operationen, wären theoretisch möglich gewesen. Die Klinik sagte uns offen, dass dies wirklich keine Option darstellt, sondern eine endlose Quälerei, womöglich für nichts und wieder nichts, für Luna darstellen würde.

Entsetzlicherweise kommt noch hinzu, dass laut Klinik mindestens eine Veränderung am Knochen verdächtig ist, nicht angeboren zu sein, sondern wahrscheinlich auf Gewalteinwirkung zurückzuführen ist.

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, da hat wieder mal ein Vermehrer seine Finger im Spiel gehabt. Irgendein Hinterhofzüchter, nur daran interessiert, mit den Welpen Geld zu machen. Das Krankheitsbild könnte ein Indiz für Inzucht sein. Leider ist nicht herauszubekommen, woher das Hündchen ursprünglich kam, wie fast immer in solchen Fällen.

Ihre Besitzerin wollte sie vor solchen Menschen retten. Sie hat es wirklich versucht, aber Luna hatte nie eine Chance. Geboren um zu leiden.

Wir haben Luna begleitet als sie ihren Weg über die Regenbogenbrücke antrat. Sie war nicht allein. Das war das Einzige, was wir noch für die Kleine tun konnten und es bricht mir das Herz. Aus Rücksicht auf die Besitzerin haben wir kein Foto von Luna hier eingestellt, aber ihr Bild ist in unseren Herzen.

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Foto: E. Titz

Mary – Irgendwo im Nirgendwo

Mittlerweile können wir nicht mehr zählen, wie viele Katzen ihre Rettung und ihr Leben einem Hund verdanken. So auch in diesem Fall.

Wie so häufig gingen nette Menschen mit ihrem Hund spazieren, irgendwo am Ende der Welt. Weit und breit – nichts. Keine Menschen, keine Tiere, nur eisiger Wind und beginnender Nieselregen. So allmählich wollte man sich wieder auf den Heimweg machen. Doch Moment! Unvermittelt blieb der Hund stehen, spitzte die Ohren und fixierte ein Gebüsch. Unbedingt musste er nachsehen, was dort war.

Und es war: ein kleines, hilfloses Kätzchen, ca. 5 Wochen alt. Ganz allein, keine Geschwister, keine Mutter, nichts. Stolz wedelte der Hund mit dem Schwanz: „Ich hab’s gefunden!“. FEIN!!!

Da natürlich das Kleine nicht dort bleiben konnte, wurde es mitgenommen und noch am selben Tag zum Tierarzt gebracht. Gar nicht gut sah die Süße aus. Ein Auge bis zur Unkenntlichkeit angeschwollen, das andere Auge völlig verklebt. Fieber, dehydriert, zu mager, das volle Paket. Da musste erstmal umfangreich behandelt werden. Und danach ging es ruckzuck zu einer versierten Pflegestelle zwecks Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Katzen-Aufzuchtmilch: lecker! Medikamente: nicht lecker!

Mittlerweile ist die Kleine – wir haben sie passend zur Jahreszeit Mary getauft – auf dem Weg der Besserung. Das Fieber ist weg, die Behandlung schlägt gut an, es wird fleißig getobt und gespielt. Die Tierärztin ist sehr zufrieden. Ein Auge wird die Mieze leider verlieren, wenn sie wieder fit ist. Da ist nicht zu machen. Beim zweiten Auge sind wir optimistisch, dass es gerettet werden kann. Damit kann Mary problemlos klarkommen. Sie ist dann halt eine kleine Piratin.

Natürlich wurde die Fundstelle nochmals weiträumig abgesucht, aber es konnten keine weiteren Kätzchen gefunden werden. Es wird für immer ein Rätsel bleiben, wie die kleine Mary dorthin gelangte und was mit ihrer Familie geschehen ist.

Auch wenn der Weg noch lang ist, Mary wird es schaffen! Unterstützt wird sie von zwei freundlichen Hunden, die ihr Gesellschaft leisten. Das passt, schließlich verdankt sie ihr Leben einem Hund. Denn hätte er sie nicht gefunden, hätte sie die Nacht definitiv nicht überlebt.

Mary – Irgendwo im Nirgendwo

Mittlerweile können wir nicht mehr zählen, wie viele Katzen ihre Rettung und ihr Leben einem Hund verdanken. So auch in diesem Fall.

Wie so häufig gingen nette Menschen mit ihrem Hund spazieren, irgendwo am Ende der Welt. Weit und breit – nichts. Keine Menschen, keine Tiere, nur eisiger Wind und beginnender Nieselregen. So allmählich wollte man sich wieder auf den Heimweg machen. Doch Moment! Unvermittelt blieb der Hund stehen, spitzte die Ohren und fixierte ein Gebüsch. Unbedingt musste er nachsehen, was dort war.

Und es war: ein kleines, hilfloses Kätzchen, ca. 5 Wochen alt. Ganz allein, keine Geschwister, keine Mutter, nichts. Stolz wedelte der Hund mit dem Schwanz: „Ich hab’s gefunden!“. FEIN!!!

Da natürlich das Kleine nicht dort bleiben konnte, wurde es mitgenommen und noch am selben Tag zum Tierarzt gebracht. Gar nicht gut sah die Süße aus. Ein Auge bis zur Unkenntlichkeit angeschwollen, das andere Auge völlig verklebt. Fieber, dehydriert, zu mager, das volle Paket. Da musste erstmal umfangreich behandelt werden. Und danach ging es ruckzuck zu einer versierten Pflegestelle zwecks Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Katzen-Aufzuchtmilch: lecker! Medikamente: nicht lecker!

Mittlerweile ist die Kleine – wir haben sie passend zur Jahreszeit Mary getauft – auf dem Weg der Besserung. Das Fieber ist weg, die Behandlung schlägt gut an, es wird fleißig getobt und gespielt. Die Tierärztin ist sehr zufrieden. Ein Auge wird die Mieze leider verlieren, wenn sie wieder fit ist. Da ist nicht zu machen. Beim zweiten Auge sind wir optimistisch, dass es gerettet werden kann. Damit kann Mary problemlos klarkommen. Sie ist dann halt eine kleine Piratin.

Natürlich wurde die Fundstelle nochmals weiträumig abgesucht, aber es konnten keine weiteren Kätzchen gefunden werden. Es wird für immer ein Rätsel bleiben, wie die kleine Mary dorthin gelangte und was mit ihrer Familie geschehen ist.

Auch wenn der Weg noch lang ist, Mary wird es schaffen! Unterstützt wird sie von zwei freundlichen Hunden, die ihr Gesellschaft leisten. Das passt, schließlich verdankt sie ihr Leben einem Hund. Denn hätte er sie nicht gefunden, hätte sie die Nacht definitiv nicht überlebt.

Womit sich mal wieder zeigt, der Hund ist nicht nur der beste Freund des Menschen, sondern auch oft genug der beste Freund der Katze. Also nochmal: FEIN!!!

Hilfe für Mensch und Tier in der Vorweihnachtszeit

Foto: Hans Launer

Von SAMT e.V. Die Mitglieder der Vereine Tiere als therapeutische Begleiter e.V. und SAMT e.V. arbeiten auch in der Vorweihnachtszeit wieder zusammen. Der Verein SAMT e.V. sammelt bis zum 6. Dezember Futterspenden ein. Hauptsächlich wird Katzennass- und Trockenfutter gebraucht. Interessierte, die spenden möchten, können sich an Irene Launer-Hill zur Terminabsprache werktags ab 11 Uhr unter Tel: 015776810046 wenden.

Die Mitglieder des Vereins Tiere als therapeutische Begleiter e.V. kaufen und packen Lebensmittelpakete für bedürftige Tierhalter. Den Vorsitzenden der Vereine ist diese besondere Form der Unterstützung in jedem Jahr wichtig. Frau Dr. Josefine Heckhausen-Reinartz, Vorsitzende des Vereins Tiere als therapeutische Begleiter e.V. und Irene Launer-Hill, Vorsitzende des Vereins SAMT e.V. freuen sich sehr über das persönliche Engagement der Mitglieder.

Die kostenfreie Futter- und Lebensmittelpaketabgabe wird so organisiert, dass die Mitglieder aus den Vereinen die Lebensmittelpakete und das jeweilige Tierfutterpaket zu den Haushalten bringen und vor der Tür absetzen. Die Übergabe erfolgt natürlich kontaktlos.

Ab dem 10. Dezember kann eine Auslieferung erfolgen. Die Auslieferzeiten werden den betreffenden Tierhaltern noch per WhatsApp mitgeteilt.

Die Vorstände von „SAMT e.V. Jülich“ und „Tiere als therapeutische Begleiter“ wünschen allen schöne Adventswochen in einer besonderen Zeit und: Bleiben Sie gesund!

Katzen-Kastrationsaktion

Poster Kastrationsaktion

Von SAMT e.V. Vom 12. Oktober bis 8. November 2020 lief erneut eine Kastrations-Kampagne im Kreis Düren, bei der Katzenbesitzer, die ihr Tier in diesem Zeitraum kastrieren ließen, dieses gleich noch kostenlos chippen lassen konnten. Katzenhalter mit einem geringen Einkommen wurden zusätzlich mit einem Kastrationsgutschein unterstützt. Einige dieser Gutscheine konnte SAMT e.V. vergeben und damit dazu beitragen, dass sich Stubentiger nicht unkontrolliert vermehren.

Des weiteren ist SAMT aktuell hauptsächlich mit dem Einfangen und Kastrieren von ausgesetzten und/oder verwilderten Katzen beschäftigt. Bei 57 Tieren war dies bereits erfolgreich. Das Geld, das hierfür zur Verfügung steht, reicht allerdings in keiner Weise. Hier sind wir dringend auf Spenden angewiesen, besonders jetzt, wo viele unserer Einnahmequellen weggefallen sind.

Für Katzenhalter mit geringem Einkommen (Hartz IV-Grundsicherung oder Wohngeldbezug) gibt es über diesen Zeitraum hinaus auch weiterhin die Möglichkeit, einen Kastrationsgutschein zu erhalten.

SAMT e.V. Jülich ist zuständig für: Jülich, Linnich, Titz, Aldenhoven, Niederzier und Inden.

Bitte melden Sie sich bei SAMT e.V. Jülich Tel.: 015776810046.

Weitere Infos unter: www.s-a-m-t.de

„Tierisch“ gute Masken

Von SAMT e.V. Das große Nähen geht weiter. Nach wie vor fertigen unsere fleißigen Näherinnen (Ein riesiges Dankeschön an sie!!!) Mund-Nasen-Bedeckungen an, die der Verein zugunsten des Tierschutzes verkauft. Das Geld wird dringend benötigt, da uns in diesem Jahr pandemiebedingt einige Einnahmequellen weggebrochen sind. Inzwischen gibt es einige weitere schöne Designs, vor allem für die bevorstehende Weihnachtszeit, aber auch Kinder- und Herrengrößen. Also, wer hat Lust auf ein besonderes Masken-Styling? Oder sucht vielleicht noch ein kleines Geschenk bzw. Mitbringsel? Ihr schützt Euch und tut gleichzeitig etwas Gutes für Tiere. Und: Bitte gern weitersagen!

Bestellungen am besten über Whatsapp: 015776810046 oder Facebook
Abholort und -zeit werden dann vereinbart. Pro Maske nehmen wir 5 €, Barzahlung bei Abholung.
Versand möglich ab 5 Stück, 1 Maske ist dann kostenlos.

P.S.: Denkt auch an Eure Samtpfoten zu Weihnachten! Unsere selbst genähten Schuffelkissen, wahlweise mit Catnip oder Baldrian, gibt es ebenfalls in schönen Designs für 2 € das Stück.

Schnuffelkissen für Katzen
Foto: Beate Uhlig