Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung
Foto: B. Uhlig

Von Eva Volk/SAMT e.V. Am 09. September trafen sich die Vereinsmitglieder von SAMT in den Räumlichkeiten der AWO Jülich zur Jahreshauptversammlung. Die Vereinsvorsitzende Irene Launer-Hill präsentierte den Tätigkeitsbericht für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.12.2021.

Dieser gab einen Überblick über die Tätigkeitsbereiche des Vereins.

Auch im Jahr 2021 waren die Einsatzbereiche vielfältig. 404 Tierarztbesuche schlugen zu Buche, dazu kamen 27 Operationen und 98 Kastrationen. Letztere häufig bei verwilderten Katzen, die durch etliche Falleneinsätze gesichert wurden. So konnte erneut weiteres Elend bei der wild lebenden Population eingedämmt werden. Ein Großteil der tierärztlichen Konsultationen betraf Haustierbesitzer mit kleinem Einkommen, entsprechend dem Vereinsziel, in Not geratene Tierhalter zu unterstützen, die die Tierarztrechnung oder Spezialfutter nicht mehr bezahlen können und vielleicht selbst Hilfe benötigen.

Ein besonderes Highlight war die Begleitung einer Katze mit neurologischer FIP, die erfolgreich geheilt wurde und sich wieder ihres Lebens erfreut.

Insgesamt waren 84 Fundtiere zu verzeichnen und leider 23 Totfunde. 33 Tiere wurden aus unterschiedlichen Gründen an SAMT abgegeben. Diese, sowie die Fundtiere, wurden auf insgesamt 18 Pflegestellen bis zur Vermittlung liebevoll betreut. Für 87 Tiere konnte ein neues Zuhause gefunden werden.

Zu den Themen artgerechte Tierhaltung und medizinische Versorgung fanden zahlreiche Beratungen und zum Teil auch Überprüfungen statt. Auch mit den Behörden und anderen lokalen Vereinen wurde in entsprechenden Fällen gut und zielführend im Sinne der betroffenen Tiere zusammengearbeitet.

Unterstützen konnte SAMT zudem bei vielen Flutopfern und ihren Haustieren. Traditionell wurden ebenfalls wieder zahlreiche Menschen mit ihren Tieren durch Futterverteilung unterstützt.

SAMT durfte sich über den von der Stadt Jülich verliehenen Heimatpreis freuen und über den zweiten Platz des Tierschutzpreises NRW. Die jeweils ausgelobten Preisgelder waren eine große Hilfe für die tägliche Arbeit. Auch der Wunschbaum des Fressnapf Alsdorf wurde wieder rege genutzt und das darüber gespendete Futter, Spielzeug und Zubehör kam umgehend den Tieren zugute.

Die Kosten erreichten nie gekannte Ausmaße und näherten sich erstmals dem sechsstelligen Bereich. Eine Finanzierung erweist sich mittlerweile als zunehmend schwierig. In Anbetracht der aktuellen Lage erwartet SAMT auch für die Folgejahre weiter steigenden Bedarf.

Daher geht der größte Dank an die vielen lieben Spender, die auch in schwierigen Zeiten die Tiere nicht vergessen und SAMT großzügig unterstützt haben.

Ohne sie und den unermüdlichen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer wäre die erfolgreiche Vereinsarbeit undenkbar. All diesen möchte SAMT auf diesem Wege ganz herzlich danken!

Auch weiterhin wird der Verein sich mit aller Kraft für alle Tiere einsetzen. 2022 ist der Tierschutz nicht einfacher geworden, aber SAMT betrachtet dies als Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Der Abend klang in gemütlicher Runde bei einem vegetarisch-veganen Buffet im Restaurant Liebevoll aus.

SAMT Mitglieder beim vegan-vegetarischen Buffet
Foto: Irene Launer-Hill

Freunde für‘s Leben

Bericht von einer Pflegestelle

zwei Kätzchen schauen aus einem Fenster
Foto: P. Loebt

Von P. Loebt/SAMT e.V.  Kommt an, ist zuckersüß und hat doch so viel im Gepäck…

Manchmal ist es nicht gleich absehbar, wie intensiv eine Pflegekatze versorgt werden muss. Das stellt sich erst im Laufe der Zeit heraus.

Hier die Geschichte von zwei Pflegekatzen mit special needs und mit unglaublich viel kätzischem Charme:

Sinan kam Mitte Januar zu mir, eine Handvoll Katze mit knapp 800 Gramm, recht dünn, Zähne kaum entwickelt und doch angeblich schon 3 Monate alt.

Er war sehr zutraulich und schnurrte sich sofort in mein Herz.

An Nassfutter war er leider kaum interessiert, alles, was ich ihm hinstellte wurde ignoriert, auch das pürierte Fleischmus aus dem Gläschen kam kaum an.

Und obwohl ein 3 Monate altes Kätzchen normalerweise längst der Muttermilch entwöhnt ist, bot ich ihm Aufzuchtmilch an. Irgendwas musste Sinan schließlich essen oder trinken.

Sinan kaute auf dem Nuckel rum und mit viel Geduld trank er 10 ml – zu wenig zum satt werden und viel zu wenig, um überhaupt die Verdauung anzuregen.

Als sich nach den ersten Tagen die Nahrungsaufnahme nicht verbesserte und Sinan auf dem Katzenklo sehr viel Mühe hatte, Kot abzusetzen, war klar, dass etwas nicht stimmen konnte.

Der Tierarztbesuch deckte auf, dass bei Sinan eine Anomalie des Anus vorlag. Atresia ani (Missbildung im Bereich des Schließmuskels) ist grundsätzlich selten, obwohl die bei Kleintieren am häufigsten auftretende anorektale Missbildung.

Der Schließmuskel wird bei Sinan ersetzt durch eine Öffnung, die vor dem eigentlichen Anus liegt und die leider von Natur aus viel zu eng war, um größere Mengen an Stuhlgang nach draußen zu befördern. Die Öffnung musste mehrfach erweitert werden, damit Sinan vernünftig und altersgemäß fressen und sich entwickeln konnte.

Etliche Tierarztbesuche und Eingriffe später ist Sinan nun 8 Monate alt, hat sich prächtig entwickelt und ist immer noch der charmante und verschmuste Sonnenschein, der er immer war. Er kann normal fressen, trinken und Stuhlgang absetzen. Die Öffnung hierfür ist nun weit genug. Es ist zwar kein Schließmuskel, aber hier wird zuverlässig raus transportiert, was hinaus will. Sinan kann in den meisten Fällen kontrolliert im Katzenklo Kot absetzen, manchmal fällt ein Knödel auch außerhalb einfach irgendwo hin, weil kein Muskel ihn daran hindert. Das ist aber nicht problematisch, denn es ist eine feste Rosine, die einfach von mir mit einem Tuch beseitigt wird.

Fast gleichzeitig mit Sinan kam eine weitere Pflegekatze zu mir: Lenny, damals gut ein halbes Jahr alt.

Lenny hatte einen kugelförmigen Bauch, so groß wie eine Pampelmuse, war übersät mit Flöhen und sein gesundheitlicher Zustand war sehr schlecht aufgrund einer tödlichen Erkrankung: FIP.

Ursache ist die Mutation eines harmlosen felinen Coronavirus im Körper der Tiere, wobei es sich nicht um SARS-CoV-2 handelt, sondern um den Virus FCoV. Auf einen Reiz (z. B. Stress) hin, kann das Virus mutieren und die Erkrankung hervorrufen.

Die Mutation vom harmlosen felinen Coronavirus zu einem gefährlichen FIP Virus kann ausschließlich im Körper des Wirtstieres passieren. Das mutierte FIP-Virus selbst ist nicht übertragbar.

Lange Zeit galt die Diagnose FIP als Todesurteil. Erste Studienergebnisse und meine eigene Erfahrung belegen jedoch, dass ein neuer Wirkstoff, der das Viruswachstum hemmt, hilft, die Erkrankung zu heilen.

Die Hälfte der FIP-Erkrankungen treten bei unter einjährigen Katzen auf. Auch Tiere mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet.

Die FIP bewirkt Entzündungen im ganzen Körper, die Infektion löst Entzündungen von Gefäßen und Organhäuten aus und geht zunächst einher mit Fieber, Appetitmangel, Müdigkeit und leichten Atembeschwerden.

Lenny befand sich bereits im zweiten Stadium der Erkrankung, sein Bauch zeigte eine große Flüssigkeitsansammlung, er hatte die sogenannte feuchte Form von FIP.

Appetit hatte er kaum. Um bei Kräften zu bleiben, musste er zwangsernährt werden. Das heißt, er bekam 4-5-mal täglich Nassfutter püriert über eine Spritze verabreicht.

Die Therapie mit dem lebensrettenden Medikament erforderte eine Spritze, die ich Lenny jeden Abend zur gleichen Zeit unter die Haut setzen musste – und das 84 Tage lang! Es brannte, er schrie und wehrte sich sehr, musste mit 2 Leuten festgehalten werden.

Da ich das vorher noch nicht gemacht hatte, war ich ziemlich unsicher, und zum Glück fand sich eine liebe Helferin aus der Nachbarschaft, die diese Aufgabe übernahm, wenn auch mit einem schlechten Gewissen Lenny gegenüber.

Auch wenn er die abendliche Spritze hasste, so war sie doch seine einzige Chance, zu überleben.

Nach zwei Wochen Spritzen haben wir kaum noch eine Hautstelle gefunden, die Lenny nicht weh tat, zudem bildeten sich Knubbel auf seiner Haut an den Einstichstellen, die schmerzhaft waren, was aber eine normale Reaktion auf das Medikament ist.

Die Therapie war von Tag 1 an erfolgreich und jeden Tag konnten wir sehen, wie sein Allgemeinzustand besser wurde. Er fraß auf einmal mehr, nach 10 Tagen völlig selbstständig. Er wurde aufmerksamer und mobiler, später wollte er sogar spielen und dann schnurrte er.

Mit dieser Verbesserung einher ging natürlich auch ein großer Anstieg seiner Kraft. Und dann war es soweit: Er ist der Gewalt von vier Händen entkommen, die ihn zum Spritze setzen festhalten wollten und es ging gar nichts mehr.

Zum Glück konnten wir auf Tabletten umsteigen, die er freiwillig in einem besonderen Leckeren gefressen hat.

Das Spritzen hat ihm über die erste schwere Phase der Genesung geholfen, denn was an Medikamenten in den Körper gelangt über eine Spritze, kann nicht durch Erbrechen oder Durchfall wirkungslos werden.

84 Tage und erfreulich gute Blutbilder später ist Lenny nun in der Beobachtungsphase, die drei Monate andauert. Lenny ist jetzt 12 Monate alt, erfreut sich bester Gesundheit, haut ordentlich rein und spielt mit seinem Kumpel Sinan um die Wette.

Die beiden sind richtig gute Freunde geworden, die nur gemeinsam vermittelt werden. Zwei Seelchen mit besonderen Bedürfnissen und mit ganz besonderem Charme.

Aktuelles aus dem Tierschutz

Figur Tierarzt mit Tieren auf dem Arm
Foto: Alexas_Fotos@pixabay

Wie sag ich’s meinem Tierarzt?

Von Eva Volk/SAMT e.V. Ob Tierschutz frustrierend ist, haben wir zuletzt gefragt. Ja, in vielerlei Hinsicht. Das soll jetzt kein Tierarzt-Bashing werden, denn wir kennen großartige Tierärzte, die mit maximalem Einsatz Unmögliches möglich machen und selbst hoffnungslos erscheinenden Fällen das Leben gerettet haben. Und natürlich kann kein Tierarzt jederzeit für sämtliche Tiere aus dem Stehgreif eine unumstößliche Diagnose aus dem Hut zaubern.

Aber manchmal können Tierärzte einen auch zur Verzweiflung treiben. Und manchmal wünscht man sich, dass Hinweise der Besitzer bezüglich der Symptomatik ernst genommen werden. Auch müssen Hinweise auf etwas, dass jemand im Internet gelesen hat, nicht von vorneherein abgetan werden. Kommunikation und Information sind hier die entscheidenden Parameter zum Wohle des Tieres.

Da wir auch mal in größere Entfernung vermitteln oder eine Fernbetreuung machen, ist dieser kleine Einblick also nicht nur auf den näheren Umkreis bezogen, sondern betrifft vielmehr Fälle aus dem gesamten Bundesland und darüber hinaus.

Hier mal ein paar Beispiele, wo es nicht so optimal lief:

Eine Katze soll geröntgt werden, ist aber am Tag des Termins nach Hinweis des Besitzers und auch ganz objektiv sehr schlapp. Sie wird nicht leicht sediert, sondern ausgeknockt. Daraufhin krampft das Tier in Narkose und muss mühsam gerettet werden. Warum wurde der Termin nicht verschoben bzw. dem Unwohlsein des Tieres nicht zuerst auf den Grund gegangen?

Bei einer Katze mit massivem Aszites im Abdomen wird gefleht, nicht mehr als allerhöchstens die Hälfte des Ergusses zu punktieren. Stattdessen wird das Tier leer gepumpt, kollabiert erwartbar und verstirbt. Der Hinweis über das Internet, nicht alles zu punktieren, war korrekt und wurde geflissentlich ignoriert. Warum heißt es danach, man wollte das sowieso nicht machen, was da jemand im Internet vorgeschlagen hat? Wieso macht man es dann überhaupt bzw. folgt nicht dem medizinisch richtigen Vorschlag?

Ein Tier mit Vorerkrankungen zieht ins neue Zuhause und erwartbar führt der Stress des Umzugs zu einem Aufflammen der Symptome. Eigentlich wird der Tierarzt, der das Tier noch nie gesehen hat, wegen Durchfall aufgesucht. Er beschließt kurzerhand, dass wegen der Vorerkrankung die Prognose infaust ist. Den überforderten Besitzern schlägt er leider nicht vor, mit geeigneter Medikation wenigstens einen Therapieversuch zu machen. Stattdessen wird kurzerhand eingeschläfert. Warum erhält ein Tier mit überschaubarer Lebenszeit nicht wenigstens eine Chance?

Mehrfach zu finden ist die laut Beipackzettel kontraindizierte gleichzeitige Gabe von bestimmten Langzeitantibiotika oder Cortison mit bestimmten Schmerzmitteln. Wahlweise wird dadurch die Wirkung eingeschränkt oder werden die Nieren über Gebühr belastet. Warum werden die Wechsel- und Nebenwirkungen, die explizit in der Packungsbeilage genannt sind, nicht berücksichtigt?

Ein älterer Kater hat seit zwei Wochen starken Durchfall. Laut Kotprofil felines Coronavirus, ein Wald- und Wiesendurchfallerreger. Kein Blutbild, kein Ultraschall. Laut Aussage des Tierarztes muss mit Interferon behandelt werden, sonst habe der Kater keine Chance. Warum wird keine vollständige Diagnostik durchgeführt, sondern dem Besitzer eine ungeeignete und sehr kostspielige Behandlung vorgeschlagen, ganz abgesehen davon, dass ihm erstmal wegen nichts furchtbare Angst gemacht wird?

Apropos felines Coronavirus: Warum wird laufend entsetzten Besitzern bei positivem Test erzählt, dass FIP besteht und die Katze bald sterben wird? Ein Antikörper-Titer auf das feline Coronavirus ist nicht FIP, sonst wären so ziemlich alle Katzen mittlerweile ausgestorben, da ca. 80-90% dieses Virus haben.

Eine 15 Jahre alte Katze wird mit sehr schlechten Zähnen dem Tierarzt vorgestellt. Ein Ziehen der Zähne wird abgelehnt, da sie ja schon so alt ist und ein Narkoserisiko besteht. Warum wird dann nicht an einen Tierarzt überwiesen, der in der Lage und willens ist, eine möglichst schonende Narkose durchzuführen und stattdessen das Tier zu weiteren Jahren mit höllischen Zahnschmerzen verurteilt? Warum ist ein Risiko ein Argument, komplett untätig zu bleiben?

Apropos Überweisung: Warum kann man nicht zugeben, wenn in einem bestimmten Bereich nur begrenzte Erfahrungen vorhanden sind? Was ist so schlimm daran, an einen anderen Kollegen, eine Tierklinik oder einen Fachtierarzt zu verweisen?

Jemand bringt seine geimpfte Katze für einen Abstrich im Mäulchen auf Caliciviren zum Tierarzt. Tierarzt: Das kann man nur im Blut nachweisen, das wurde schon gemacht. Warum liest man nicht einfach die Hinweise des Labors, dass im Blut keine Differenzierung zwischen Antikörpern durch Infektion oder Impfung möglich ist und daher ein Virusnachweis mittels Abstrichs angeraten wird?  

Wie eingangs erwähnt, ist im Sinne des Tieres Kommunikation das A und O. Und natürlich kämpft nicht immer jeder Besitzer für sein Tier und widerspricht auch mal oder besorgt sich eine zweite Meinung. Verständlicherweise wird der Rat des Tierarztes als fundiert angenommen. Aber für beide Seiten gilt: Das Tier kann Euch nicht sagen, was los ist! Es verlässt sich auf Euch! Bitte geht nicht immer den einfachsten Weg nach Schema F!

Aktuelles aus dem Tierschutz

Katze fasst sich lustig an den Kopf
Foto: skorchanov@pixabay

Ausreden gibt es wie Sand am Meer

Von Eva Volk/SAMT e.V. Natürlich gibt es oftmals gute und nachvollziehbare Gründe, warum man einem eigenen/fremden/zukünftigen Tier zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht gerecht werden kann. Und dann gibt es Ausreden, noch und nöcher. Hier mal eine kleine Auswahl – unkommentiert – der Sprüche, die wir uns so anhören dürfen.

  • Wir haben uns einen Border Collie angeschafft, der ist ganz anders als unser alter Schäferhund war und spielt nicht mit den Enkeln, der muss wieder weg.
  • Ich muss ganz schnell die Katze abgeben, die hat mich gebissen und wenn sie nicht wegkommt, nimmt das Amt mir die Kinder weg.
  • Die Katzen, die ich abgeben will, müssen wirklich allmählich weg, das geht hier so nicht, sonst muss ich sie leider raus setzen.
  • Den Kontrolltermin beim Tierarzt möchte ich nicht wahrnehmen, das ist doch viel zu stressig für das Tier. Alles weitere legen wir in die Hände Gottes.
  • Meine unkastrierte Katze muss weg, die pinkelt hier alles voll.
  • Ich dachte, Brüderchen und Schwesterchen können miteinander keine Kätzchen machen.
  • Sie sind doch der Tierschutz, das ist doch Ihre Aufgabe! Sie müssen sich doch um sowas kümmern!
  • Freigänger? Der kann doch auch nur in der Wohnung bleiben, wenn das nicht klappt, gebe ich ihn wieder zurück.
  • Wie, Sie können die Katzen nicht aufnehmen, können Sie die nicht irgendwo lagern?
  • Sehe ich gar nicht ein, beim Tierheim Gebühren zu zahlen, wenn ich mein Tier da abgebe.
  • Meine Katze ist schon 15, wahrscheinlich lebt sie nicht mehr lange, darum hätte ich gerne jetzt schon ein neues Kätzchen.
  • Wieso 2 Kätzchen? Mein alter Kater war sein Leben lang allein und total glücklich.
  • Der läuft hier schon seit Jahren rum, sieht aber jetzt nicht gut aus und liegt nur noch schlapp in unserem Garten, da muss doch jemand was unternehmen.
  • Meine Katze ist seit drei Tagen weg, die kommt bestimmt nicht mehr, ich brauche eine neue.
  • Ich konnte nicht anhalten, ich hatte einen wichtigen Termin / den Hund dabei / das Kind dabei.

Schlucken, lächeln, Zähne zusammenbeißen, weitermachen. Tierschutz halt.

Khan – Von der Feldmaus zum Schmusekater

Bericht von einer Pflegestelle

Khan als Kitten

Von P. Loebt/SAMT e.V. Wenn man Babykatzen in Pflege nimmt, sind sie oft sehr jung, Waisenkinder und noch nicht der Muttermilch entwöhnt. Aufzuchtmilch habe ich also immer auf Vorrat. Das ist auch gut so, denn im vergangenen Sommer waren viele bedürftige Kätzchen zu versorgen gewesen.

Dann kam der Anruf, dass ein Baby aus einem 3er Wurf aufgenommen und von Hand aufgezogen werden müsste. Das Kleine war eine Woche alt, viel kleiner als seine beiden Geschwister und wog nur 78 Gramm. Das ist normalerweise noch unter Geburtsgewicht eines neugeborenen Kätzchens (100g).

Es war ungefähr so groß wie eine Feldmaus.

Khan im Größenvergleich mit einer Packung Taschentücher

Während die anderen zwei gut zulegten und bei der Mamakatze ständig ordentlich tranken, hatte sich der Winzling leider die Zitze ausgesucht, aus der nichts rauskam. Das empfand ich als etwas ungerecht, und da ich oft Namen aussuche, die der Katze eine Perspektive geben, nannte ich ihn Khan – das heißt Anführer. Wenn er (was geplant war) durch Handfütterung gut zugelegt hatte, sollte er seinen Geschwistern zeigen, wo der Hammer hängt!

Khan liebte es, an der Flasche rumzunuckeln. Er war große Trinkmengen nicht gewöhnt, weil ja seine Lieblingszitze wenig hergab. So hat er zu Anfang mal einen Milliliter getrunken, mal zwei, das Ganze alle zwei Stunden, auch nachts. Anstrengend.

Es ist eigentlich fast genau so, als wenn ein menschliches Baby einzieht: Der gesamte Tagesablauf richtet sich nach der Versorgung des Babys. Manches bleibt liegen, einiges, damit die wichtigen ersten Tage der Umstellung auf Aufzuchtmilch gelingen.

Khan bekommt eine Bauchmassage

Nach 10 Tagen ging ich auf dem Zahnfleisch. Dafür ging es Khan blendend! Er trank stetig mehr, schlief viel, nahm täglich zu und entwickelte sich prächtig. Er genoss die Bauchmassage nach dem Essen und schlief zufrieden gleich danach ein. Mit der Bauchmassage hilft man den Kleinen, Blase und Darm zu entleeren. Dabei imitiert der feuchtwarme Waschlappen die Mutterzunge.

Khan schläft im BH

Zum Wärmen steckte ich den Winzling oft in meinen BH und manchmal schlief Khan so fest, dass er gar nicht bemerkt hat, wenn er von dort in die weich ausgelegte Box mit Wärmflasche umgebettet wurde. Nachts stand die Box neben meinem Kopfkissen. Der Wecker auch, zumindest für die ersten zwei Wochen.

Mit der Zeit konnte die Fütterung auf alle 3-4 Stunden umgestellt werden, und so kam auch ich irgendwann wieder zu einer guten Nachtruhe.

Wir haben jedes Gramm Zunahme gefeiert. Khan entwickelte sich sehr gut. Nach ungefähr sechs Wochen konnte er es mit seinen Geschwistern aufnehmen, und er hat wild mit ihnen gerauft und gespielt.

Khan als kräftige Jungkatze

Heute lebt er zusammen mit einer wunderbaren Familie und einer anderen Katze als Gesellschaft. Er ist sehr verschmust und menschenbezogen.

Khan mit Katzenkumpel im neuen Zuhause

Fotos: P.Loebt, Ina B.

Haussammlung für Tiere in Not

Sparschwein
Foto: alexas_fotos@pixabay

Von SAMT e.V. Nach längerer Pause führt SAMT e.V. wieder eine Haussammlung für Tiere in Not durch. Im Zeitraum von Anfang April bis Ende Mai sammeln die Tierschützer in Jülich und den umliegenden Dörfern, sowie im Nordkreis Düren.

Die Spenden kommen Tieren zugute, die von jetzt auf gleich heimatlos werden, z.B. wegen schwerer Erkrankung des Besitzers. Diese Tiere werden von Pflegestellen aufgenommen, wo man sich liebevoll um sie kümmert, bis der geliebte Mensch wieder zu Hause ist. Im Falle des Falles wird mit aller Kraft für die Vermittlung in ein neues Zuhause im Sinne von Mensch und Tier gesorgt.

Außerdem hilft SAMT, wenn Tierbesitzer in Not geraten und die Tierarztrechnung oder Spezialfutter nicht mehr bezahlen können und vielleicht selbst Hilfe benötigen. Niemals soll ein Tier nur aus diesem Grund sein Heim verlieren und der Mensch seinen geliebten tierischen Begleiter.

Weitere Schwerpunkte von SAMT sind Futterausgaben, Kastrationsprojekte und Aufnahme ausgesetzter Tiere. Um eine tiergerechte Versorgung zu gewährleisten, entstehen natürlich beträchtliche Kosten für Verpflegung, Unterbringung, Tierarzt und Vermittlung. Daher sind auch kleinste Beträge willkommen.

Die Mitarbeiter von SAMT e.V. können sich durch Mitgliedsausweise (mit Lichtbild) ausweisen (oder über Info beim zuständigen Ordnungsamt).

Weitere Informationen zu SAMT e.V. sind zu finden unter
www.s-a-m-t.de oder telefonisch unter 02461-342209 / 0157-76810046

Die drei (Un)gezähmten

Bericht von einer Pflegestelle

Von P. Loebt/SAMT e.V. Es gibt Jungkatzen, die sofort Vertrauen zum Menschen aufbauen können – und es gibt Samtpfoten, die ganz furchtbar ängstlich sind. Können sie ihre Angst ablegen? Ja, wenn…

Momo, Jackson und Lenny kamen mit Mama Paula Mitte August auf meine Pflegestelle. Paula war sofort eine Schmusebacke und tat ihr Möglichstes, auch die drei 12 Wochen alten Söhne davon zu überzeugen, dass keine Gefahr droht. So kam mir Paula stets entgegen, wenn ich ins Zimmer kam, streifte um die Beine und gab Köpfchen. Ganz anders ihre Sprösslinge: Sobald die Tür aufging, waren sie verschwunden!

Da das Bettsofa für solche Fälle unten herum zugebaut ist, blieben immer nur die drei Obstkörbe als Versteck, die in größerer Höhe an der Wand montiert als Höhle dienen. Da saßen die drei tapferen Hasis nun und immer wenn ich mich bewegte, wurde gebrummt, gefaucht und auch gespuckt. Je näher ich ihnen kam, desto ängstlicher wurden sie.

Ich habe zu Anfang sehr viel mit ihnen geredet, teilweise auch aus einem Buch vorgelesen, damit sie sich an mich und meine Stimme gewöhnen. Das ging einige Tage lang so, ohne dass sich die Reaktion der drei Katerchen irgendwie änderte. Lediglich wenn es 3-4mal am Tag das geliebte Nassfutter gab, ließ der Hunger sich nicht unterdrücken und ich konnte sie näher betrachten – aus sicherer Entfernung natürlich.

Momo, Jackson und Lenny konnten sich immer noch überhaupt nicht vorstellen, dass ich nichts Böses vorhatte. Nur beim regelmäßigen Spiel mit der Angel tauten alle auf, denn Neugier siegt über die Angst! Sobald ich versuchte, zu nahe zu kommen und zu berühren, war der Schalter aber wieder umgelegt. Es brauchte vier Wochen, bis sie mich nicht mehr anfauchten, wenn ich Futter brachte.

Dann fiel mir das mit dem gekochten Hühnchen ein. Kleine Fitzelchen gekochter Hähnchenbrust in die Schale gepackt und zu meinen Jungs marschiert. Sie haben es sofort gerochen. Die zahme Paula zeigte dann, dass man auch aus der Hand Futter annehmen kann. Und dass man sehr schnell sein muss, um überhaupt noch was abzukriegen. Neugierig (und hungrig) wie Jungkatzen nun mal sind, kamen alle herbeigelaufen und siehe da: alle trauten sich ran und nahmen aus der Hand. Liebe geht durch den Magen.

So wurde in den kommenden Wochen etliche Hühnchenbrust genossen, und ab und zu konnte ich die Katerchen auch berühren, einen von ihnen dann auch vorsichtig, wie zufällig streicheln. Das war Lenny, der Wegputzer. Er war so sehr auf Futter fixiert, dass er selbst Streicheln dafür in Kauf nahm.

So nach und nach (es waren mittlerweile 2 Monate vergangen) trauten sich die drei Jungs immer mehr, auf mich zuzugehen. Ich wurde auch etwas mutiger und habe ihnen nicht nur Ruhe und Stille zugetraut. Manchmal habe ich lauter gesprochen, Musik angemacht und mich auch mal schnell bewegt oder getanzt.

Nach vier Monaten war bei Momo, Jackson und Lenny endlich das Eis vollständig geschmolzen. Sie wollten von sich aus gestreichelt werden. Trotz dass die Jungs mir gegenüber aufgeschlossen und zutraulich wurden, war ängstliches Verhalten Fremden gegenüber noch sehr stark vorhanden.

Irgendwann kamen dann endlich die Richtigen. Sie gaben meinen Jungs alles, was sie brauchten: Geduld, Zeit und ganz viel Liebe.

Fotos: P. Loebt

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Cilla
Foto: Eva Volk

Nimm das, FIP!!!

Von Eva Volk/SAMT e.V. Es ist mir eine außergewöhnliche Freude, berichten zu dürfen: Cilla hat FIP besiegt und ist offiziell geheilt!

Der nette Kater Cilla erkrankte mit 2 Jahren an FIP, der felinen infektiösen Peritonitis. Ein Todesurteil… NEIN! Nicht mehr! Seit einiger Zeit ist Heilung möglich, was sich zum Glück immer mehr herumspricht. Und so begann der Kampf um Cillas Leben. Der Kampf war hart, denn es ging Cilla sehr schlecht. Er war nur noch Haut und Knochen, wog nur noch knapp 3 kg und fraß nicht. Er war am Ende. Eine Frage von Tagen.

Was braucht man, um ein Katzenleben zu retten?

  • Eine Besitzerin, die bereit ist, sich auf die langwierige Behandlung einzulassen. DANKE für das Vertrauen!
  • Eine liebe Nachbarin, die bereit ist, den Kater für volle 3 Monate bei sich aufzunehmen, da die Umstände zu Hause es dort leider nicht zuließen. DANKE für diese unglaubliche Hilfe!
  • Eine weitere liebe Nachbarin, die bereit war, 12 Wochen lang jeden Abend den Kater zu behandeln. DANKE für – ach, für einfach alles!
  • Eine ganz liebe Dame, die mehrmals wöchentlich die Behandlung unterstützt. DANKE für soviel Hilfsbereitschaft!
  • Eine Tierarztpraxis, die mit Blutbildern und Ultraschall die Verlaufskontrolle ermöglicht. DANKE für die tolle Begleitung!
  • Und natürlich einen Kater, der, wenn auch widerwillig, das alles über sich ergehen lässt. DANKE, lieber Cilla, dass Du uns nicht alle gefressen hast und so unglaublich tapfer warst!
  • Kurz gesagt: Um ein Leben zu retten, braucht man ein TEAM!

Und das Team hat Cilla gerettet! Mit stattlichen 5,3 kg und fit wie ein Turnschuh ist Cilla nach drei Monaten Therapie und drei Monaten Beobachtungsphase jetzt offiziell von FIP geheilt!

Hab ein wunderschönes, langes Leben, Cilla! Du hast es Dir verdient.

FIP ist heilbar!

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Katze May
Foto: Eva Volk

Überraschung – Ein Tier kann manchmal Arbeit machen

Von Eva Volk/SAMT e.V. Ob Tierschutz frustrierend ist? Keine Frage. Mal abgesehen von vielen Dingen, die einen den Glauben an die Menschheit verlieren lassen, sind es die vermeintlichen Kleinigkeiten, die fassungslos machen.

Nehmen wir zum Beispiel May, eine 2,5 Jahre alte Katze. Sie fand vor rund zwei Jahren zusammen mit ihrer Schwester ein Zuhause bei einem netten jungen Paar. So weit so gut. Wie das Leben so spielt, ging die Beziehung in die Brüche. Da die Schwestern sich mittlerweile nicht mehr so gut verstanden, zog jeweils eine Katze zu einem Teil des Paars. Ja, nun, so kann es gehen.

Während die Schwester sich im neuen Heim gut einlebte, war May not amused. Ihr neues Zuhause lag nur wenige hundert Meter vom alten entfernt und dorthin wollte May auf Teufel komm raus zurück. Trotz geduldiger wochenlanger Bemühungen wollte sie sich nicht im neuen Heim eingewöhnen, rebellierte mit allem, was sie hatte und kampierte stattdessen lieber auf der Terrasse ihres alten vertrauten Hauses. Bei sowas können Katzen echt bockig sein. Die neuen Mieter waren ziemlich irritiert.

Wir wollten May schon wieder aufnehmen, um neue Menschen für sie zu finden, da kam die Wendung. Mit ihrem herzallerliebsten Charme hatte die nette Maus die Herzen der neuen Mieter erweicht. Und so meldeten sie sich bei uns. Obwohl völlig ohne bisherigen Kontakt zu Katzen, konnten sie sich vorstellen, May ein Zuhause zu geben. In einem seeehr langen Telefonat schilderte man uns, wieso, weshalb, warum und dass Tierschutz ja sooo wichtig ist. Ein Besuch vor Ort wurde vereinbart um zu klären, ob die grundsätzliche Eignung als Katzeneltern gegeben war.

Der Eindruck bei diesem Besuch war durchweg positiv, erste Maßnahmen, wie eine aufwendige Schutzhütte im Außenbereich waren bereits getroffen worden. Viele richtige Fragen wurden von den potentiellen Neubesitzern gestellt und ausführlich beantwortet. Man betonte mehrfach, was man schon alles getan hatte, um Tieren zu helfen und erklärte, dies auch zukünftig weiter intensivieren zu wollen. Zuguterletzt wurde vereinbart, eine Weile zu beobachten, ob May wirklich dauerhaft einziehen will, wovon man ganz fest ausging, und dann zu gegebener Zeit das Ganze vertraglich zu fixieren. Im Prinzip hatten wir an diesem Punkt das Thema gedanklich quasi abgehakt, alles schien gut.

Ja, denkste. Einige Zeit später meldete sich – völlig fassungslos – der Nochbesitzer.

Was war passiert? Eigentlich nichts Ungewöhnliches. May war eines Abends nach Hause gekommen und etwas Blut tropfte aus ihrem Mäulchen. Wurde sie von den neuen Leuten direkt eingepackt und zum Tierarzt gebracht? Nein, stattdessen wurde der Nochbesitzer informiert, der selbstverständlich sofort die Katze einer medizinischen Versorgung – übrigens auf seine Kosten – zuführte. Es stellte sich heraus, dass May offenbar Streit mit einem anderen Tier hatte und dabei unglücklicherweise ein kleines Stück ihrer Zunge eingebüßt hatte. Uff. Nicht schön, aber in den Griff zu bekommen. Entsprechende Medikamente wurden verabreicht und für die nächsten Tage mitgegeben und natürlich ein Kontrolltermin zwei Tage später vereinbart.

So, wir haben also eine verletzte Katze, die zwei Tage lang Medikamente zu bekommen hatte und zu beobachten war. Nicht so schwierig. Möglicherweise sollten noch ein paar Tage länger Medikamente gegeben werden. Den erwähnten Kontrolltermin sollte dann – schon wieder – der Nochbesitzer wahrnehmen. Hmm, seltsam.    

Als der junge Mann, der nach wie vor alles tat, damit seine geliebte Katze gut versorgt war, kam, um May für den erneuten Tierarztbesuch abzuholen, traf ihn fast der Schlag. Ihm wurde mitgeteilt, dass das jetzt alles zuviel würde und May nicht mehr zurückkommen müsse.

Im Ernst? Das ist zuviel? Aber sich angeblich im Tierschutz engagieren? Was ist aus dem ganzen Getöne geworden? Nix als heiße Luft. Manche hören sich halt gerne reden. Dass ein lebendes Wesen nicht einfach nur vor sich hin funktioniert, ist anscheinend nicht tragbar.

Da kann man nur sagen, ein Glück, dass sich frühzeitig herausstellte, was Sache ist. Später hätte man womöglich überhaupt nichts mitbekommen.

Auf der Pflegestelle darf die nette Samtpfote nun erstmal wieder fit werden. Wir werden jetzt in Ruhe das perfekte neue Zuhause für May suchen, denn zum Glück sind nicht alle Menschen so ignorant. Aber desillusioniert ist man am Ende dann doch wieder mal.

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Fotos: SAMT e.V.

SAMT – Same procedure as last year

Von Eva Volk/SAMT e.V. Nun ist das zweite Coronajahr zu Ende gegangen. Wer hätte gedacht, dass unser aller Leben so lange völlig anders sein würde, als wir es bisher kannten?

Was bedeutet das denn überhaupt für die Tierschutzarbeit?

Nun, zunächst einmal: Im Prinzip hat sich nichts geändert. Tiere (und ihre Halter) geraten nach wie vor in Not und benötigen Unterstützung. Es gibt immer noch unzählige verwilderte Katzen, die kastriert werden müssen, um der Flut an Kätzchen Herr zu werden. Es gibt nach wie vor mehr als genug Tiere, die draußen gefunden werden, wo sie sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht ganz freiwillig alleine durchschlagen müssen. Es gibt immer noch zahlreiche Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen dringend Hilfe bei der allgemeinen, aber auch medizinischen Versorgung ihrer Tiere benötigen. Und natürlich ist SAMT für sie alle zur Stelle, wenn auch unter erschwerten Bedingungen.

Was hat sich geändert? Im ersten Halbjahr 2021 waren wir noch verwundert, dass erstaunlich wenige Fundkatzen und -kätzchen gemeldet wurden. Wir gehen davon aus, dass in diesem Zeitraum noch alles, was Beine hatte, direkt behalten oder selbst weiterverkauft wurde. Zudem war die Nachfrage nach Katzen sehr stark, wobei da schon einiges an höchst zweifelhaften Anfragen zusammenkam. Im zweiten Halbjahr, mit sinkenden Inzidenzen, wendete sich das Blatt. Die Anfragen gingen in den Keller und parallel stieg die Anzahl der Fundmeldungen rasant an. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Für uns macht das alles keinen Unterschied. Wir kümmern uns mit aller Kraft um alle Tiere in Not. Wir geben uns genauso viel Mühe wie schon immer, ein gutes Zuhause für jedes einzelne Tier zu finden. Wir vermitteln nicht mit der Brechstange und nicht an den Erstbesten. Es ist immer eine Freude zu sehen, dass doch so viele tolle Menschen unseren Schützlingen ein Forever-Home geben möchten. Und es ist uns wirklich eine Genugtuung, dass kein einziges Tier als „Coronarückläufer“ wieder abgegeben wurde. Genauso ist es unglaublich, wie toll wir nach wie vor von so vielen lieben Tierfreunden tatkräftig und finanziell unterstützt werden.

Wir sagen ganz herzlich DANKE!!!! an alle lieben Tierfreunde, Unterstützer, Pflegestellen, Mitglieder, Adoptanten und Tierärzte. Ihr macht den Unterschied!

Wir blicken hoffnungsvoll auf 2022, zusammen werden wir das weiterhin rocken!