Glücklich vermittelt – März 2021

Von SAMT e. V. Jedes Jahr vermittelt SAMT viele Tiere in ein schönes, neues Zuhause. Jedes einzelne dieser Tiere liegt uns am Herzen und mit aller Sorgfalt wird das richtige neue Heim gesucht. Es ist immer eine Freude zu sehen, wie die Tiere nach dem Einzug aufblühen und beginnen, sich wohlzufühlen.

Manche Tierschicksale haben uns besonders berührt, wie zum Beispiel von diesen beiden wilden Jungs.

Foto: S. Rutsch

Der ca. 2 Jahre alte Manx-Kater Tiger musste schweren Herzens abgegeben werden, da er offensichtlich vom Sternzeichen Schweinebäckchen ist und die anderen beiden Kater in seinem Zuhause in den Wahnsinn trieb. Will heißen, der junge Kater ist etwas größenwahnsinnig und möchte keine anderen Götter neben sich dulden. Andere Katzen werden nicht akzeptiert – weder drinnen noch draußen – sondern oft und gerne verhauen. So sehr der kleine Spinner Katzen nicht ausstehen kann, so sehr mag er seine Menschen. Er will immer mit dabei sein, mag schmusen sehr und spielt für sein Leben gern.

Eine nette Familie, deren Kater – ursprünglich auch von uns vermittelt – wenige Tage zuvor plötzlich verstorben war, erkannte in der Beschreibung quasi einen Wiedergänger ihres geliebten Tieres und konnte nicht anders, obwohl noch sehr in Trauer, als Tiger zu besuchen. Und, tja, Tiger gab alles und eroberte die Herzen im Sturm.

Er ist jetzt die neue Nummer Eins und spielt wie verrückt mit dem Sohn der Familie. Der Garten ist jetzt katzenfrei, dafür sorgt der junge Mann. Und wir sind sicher, sein Vorgänger schaut wohlwollend von seiner Wolke aus zu.

Foto: Eva Volk

Der 10 Jahre alte Timmy wurde in einem Wäldchen nahe einer stark befahrenen Straße gefunden. Aufgrund seines Chips war sein 30 km entferntes Zuhause schnell gefunden, doch leider war seine Besitzerin vor einiger Zeit verstorben und der Kater wohl schon 2 Jahre zuvor verschwunden. Da saß er nun, der nette Kerl und freute sich erstmal, ein warmes Plätzchen zu haben. In kürzester Zeit war klar: dieser Kater ist der Hauptgewinn! Schmusen, schmusen und nochmal schmusen, unterbrochen nur vom Heißhunger auf leckeres Futter, das ist Timmy.

Und, wie nicht anders zu erwarten, konnte eine ältere Dame dem kleinen Herzensbrecher nicht widerstehen. Timmy wird bei ihr verwöhnt ohne Ende und ist der König im Haus.

Tier des Monats März 2021

Calida

Foto: G. Schmidt

Die ca. 8- bis 9- jährige Calida ist eine wunderschöne, sehr sensible Katze, die in ihrem bisherigen Leben wohl schon einiges mitmachen musste. Sie kam als Fundtier zu uns und wurde bereits zweimal vermittelt. Leider kam sie beide Male zurück, weil es einfach doch nicht rundherum passte. Das ist nicht spurlos an ihr vorübergegangen. Sie ist eigentlich eine ganz zauberhafte Katzendame, die aber vor fremden Menschen schnell Angst bekommt. Sie braucht eine Bezugsperson, jemanden der sie nicht bedrängt und sich die Zeit nimmt, ihr Vertrauen zu gewinnen.
Grundsätzlich ist sie keine scheue Katze, denn auf der Pflegestelle kommt sie angelaufen, ist lieb und schmust auch sehr gerne. Sie stampft dann mit Vorliebe mit den Pfötchen und schnurrt ohne Ende. Calida wünscht sich nette einfühlsame Menschen, die viel Zeit für sie haben, ihr Sicherheit und ein endgültiges schönes Zuhause geben. Im neuen Zuhause sollten keine Kinder oder andere Tiere sein. Wir wissen nicht, ob sie je wieder nach draußen möchte, denken aber, dass ein gesicherter Balkon/gesicherter Auslauf für sie in Ordnung wäre.

Kontakt (auch per WhatsApp): 0157/76810046

Bescherung im Februar

Von SAMT e.V. Im vergangenen Monat haben wir die zahlreichen Überraschungen im Fressnapf Alsdorf abholen dürfen, welche uns die Kundschaft und die Mitarbeiter von dort zum Jahreswechsel beschert haben. Es war wirklich eine tolle Bescherung. Ganze 59 Wunschkarten vom Weihnachtsbaum wurden eingelöst, und damit gingen auch 59 Wünsche unserer Tiere in Erfüllung.

Hinzu kam noch eine größere Spendensumme, für die wir uns dann noch Futter für unsere Schützlinge aussuchen konnten.

Alle Wunschkarten waren mit einer solchen Herzenswärme verfasst, dass uns beim Auspacken richtig warm ums Herz wurde. Stellvertretend für alle Wunschkarten hier ein paar der nettesten Texte.

Fotos: Irene Launer-Hill

Ein ganz herzliches Dankeschön zum Einen bei der wirklich großzügigen Kundschaft – manche Tierfreunde haben gleich 3 Karten eingelöst – aber auch bei den Mitarbeitern nebst Chefin, die keine Arbeit und Mühe gescheut haben, den Wunschbaum im rechten Lichte erstrahlen zu lassen und auch selber Futter gespendet haben. Danke. Unsere Freude ist immer noch riesengroß.

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Katze sonnt sich im Gras
Foto: Eva Volk

Warum ein Tier in einem Inserat beschrieben wird

Von Eva Volk/SAMT e.V. Natürlich inserieren wir unsere Tiere im Internet. Zum einen, um eine hohe Reichweite zu erzielen, und zum anderen, um das bestmögliche Zuhause für jedes einzelne zu finden. Basierend auf den ggf. vorhandenen Beschreibungen der Vorbesitzer, aber insbesondere auf den Erfahrungen, die auf der Pflegestelle mit dem Tier gemacht werden, stellen wir es vor.

Die Beschreibung beschränkt sich natürlich nicht nur auf Alter und Geschlecht, sondern enthält – sofern irgend möglich – Informationen zum allgemeinen Wesen/Charakter des Tieres, zur Vorgeschichte, dem Verhalten gegenüber Artgenossen und anderen Tieren, dem Fressverhalten, dem Spieldrang, dem medizinischen Status, dem Verhalten gegenüber Menschen, dem Bedürfnis nach Freigang und alles, was uns sonst noch erwähnenswert erscheint.

Wir geben uns wirklich sehr viel Mühe, alle Informationen in einen liebevollen Text zu fassen, und beantworten natürlich auch jederzeit noch evtl. offen gebliebene Fragen.

Jetzt zum Internet: Wir schreiben die durchaus manchmal etwas längeren Texte nicht nur, damit der Bildschirm nicht so schrecklich leer ist. Wir meinen das ernst, was wir schreiben, also wäre lesen total super. Leider klappt das oft nicht so gut, wie wir anhand der Anrufe und Emails, die uns erreichen, immer wieder feststellen müssen.

Wenn z.B. schon im Titel steht „nur zusammen“, dann – ja, was wohl? – heißt das „nur zusammen“ und nicht „och, kann auch nur eine von beiden sein“.

Nein, Freigänger können nicht in Wohnungshaltung.

Nein, Einzelgänger/Kampfkatzen können nicht irgendwo zu einem anderen Tier dazu.

Nein, kinderhassende Katzen können nicht zu kleinen Kindern.

Nein, kleine Kätzchen können auf gar keinen Fall in Einzelhaltung und auch nicht allein zu einer alten Katze dazu.

Ja, erkrankte Tiere führen zu Tierarztkosten (tatsächlich!).

Ja, das vorgeschriebene Alter für die Kastration ist ernst gemeint.

Ja, der Balkon muss gesichert sein, bevor die Katze einzieht.

Ja, der Vermieter muss der Tierhaltung zustimmen.

Nein, wir vermitteln nicht an Impfgegner (macht selber was Ihr wollt, aber nicht mit unseren Tieren).

Nein, die Schutzgebühr ist nicht verhandelbar und Emails, die aus „50 € für beide“ bestehen, werden ebenfalls ignoriert.

Nein, auf Emails mit dem Inhalt „Noch da?“ antworten wir wirklich nicht.

Das ließe sich beliebig fortsetzen. Wobei es ja noch akzeptabel sein mag, dass einige dieser Fragen gestellt werden. Viel schlimmer ist die teilweise völlige Beratungsresistenz, die uns entgegenschlägt und das Wissen, dass dann eben woanders ein Tier organisiert wird, quasi ohne Rücksicht auf Verluste. Zum Glück stoßen wir im Gespräch dann doch oft genug auf Einsicht und dürfen zumindest hoffen, dass, selbst wenn schlussendlich anderweitig ein Tier adoptiert wird, unsere vermittelten allgemeinen Informationen zur Tierhaltung dabei einfließen werden.

Wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, aber mit unserer Erfahrung aus langjähriger Tierschutzarbeit und mit den Erfahrungen, die wir mit jedem einzelnen Tier machen, glauben wir schon, dass wir eine gute Vorstellung von einem zukünftigen geeigneten Zuhause haben. Auch wir haben keine Glaskugel und können nicht alles und jedes vorhersagen, aber wir geben unser Bestes.

Also lernen wir mal wieder: Lesen hilft!

Mollys Kolumne März 2021

ENDLICH FRÜHLING!!! Heute möchte ich gar nicht viel erzählen und mit Dir zur Abwechslung einfach ein paar Impressionen teilen. Manchmal sagen Bilder einfach mehr als tausend Worte. Viel Spaß damit,

Deine Molly SAMTpfote

Mira, Frieda und ich beim Klettern...
Mira, Frieda und ich beim Klettern…
... und beim Chillen. Wir machen eben gern alles gemeinsam.
… und beim Chillen. Wir machen eben gern alles gemeinsam.
Mira liebt frisches Katzengras.
Mira liebt frisches Katzengras.
Frieda streift aufmerksam durch den Garten.
Frieda streift aufmerksam durch den Garten.
Ich entdecke das erste Gänseblümchen des Jahres.
Ich entdecke das erste Gänseblümchen des Jahres.
Das jugendliche Treiben wird von der "ewigen" Bastet kritisch beäugt. Mit ihren stolzen 22 Lenzen hat sie dafür wenig übrig.
Das jugendliche Treiben wird von der „ewigen“ Bastet kritisch beäugt. Mit ihren stolzen 22 Lenzen hat sie dafür wenig übrig.
Im Nistkasten vorm Küchenfenster sind Blaumeisen eingezogen. Wir sind gefesselt.
Im Nistkasten vorm Küchenfenster sind Blaumeisen eingezogen. Wir sind gefesselt.

Glücklich vermittelt – Februar 2021

Von SAMT e. V. Jedes Jahr vermittelt SAMT viele Tiere in ein schönes, neues Zuhause. Jedes einzelne dieser Tiere liegt uns am Herzen und mit aller Sorgfalt wird das richtige neue Heim gesucht. Es ist immer eine Freude zu sehen, wie die Tiere nach dem Einzug aufblühen und beginnen, sich wohlzufühlen.

Manche Tierschicksale haben uns besonders berührt, wie die der beiden älteren Katzendamen Bonnie und Minka.

Die beiden ca. 11 Jahre alten Katzendamen wurden abgegeben, da man ihnen aus Zeitgründen nicht mehr gerecht werden konnte. Wir stellten uns auf einen nicht ganz einfachen Vermittlungsprozess ein, da zwei Katzen zusammen in diesem Alter nun mal nicht so ohne weiteres ein neues Zuhause finden. Erstaunlicherweise meldeten sich nach kurzer Zeit gleich mehrere Interessenten und wir vereinbarten Besuchstermine nach der anstehenden medizinischen Untersuchung. Allerdings meldete sich kurz vor dem Termin die Pflegestellte und meinte: „Ähm, die beiden mögen sich überhaupt nicht. Bonnie verscheucht immer Minka und ist sehr eifersüchtig“. Da sieht man mal wieder, dass Katzen, auch wenn sie sich ihr Leben lang kennen, sich nicht unbedingt mögen müssen. Da die beiden Wohnungskatzen waren, konnten sie sich allerdings der Situation auch ihr ganzes Leben lang nicht entziehen. Das konnte natürlich nicht so bleiben. Daher neuer Versuch, diesmal getrennt.

Foto: C. Dodt

Für Bonnie fand sich ruckzuck ein Zuhause bei einer älteren Dame. Dort darf sie endlich der absolute und alleinige Mittelpunkt sein. Keine andere Katze macht ihr die Schmuseressourcen streitig. Mit niemandem muss sie Frauchens Bett teilen. Bonnie findet es einfach großartig und genießt die komplette Aufmerksamkeit ihres Personals.




Foto: W. Flatau-Scholz

Minka durfte auch sehr bald in ein neues Heim ziehen, ebenfalls zu einer älteren Dame und ihrer freundlichen Katze. Endlich eine Artgenossin, die nicht eifersüchtig ist, sondern auch gerne mit ihr kuschelt. Minka ist begeistert, nicht mehr dauernd vergrault zu werden, und verbringt gerne den Nachmittag schlafend mit ihrer neuen Freundin.

Tier des Monats Februar 2021

Caro

Foto: L. Schüler

Caro ist ein ca. 12 Jahre alter Kater, den wir vor rund 10 Jahren vermittelt haben. Leider ist sein Herrchen verstorben und nun ist Caro wieder bei uns.

Die erste Zeit fand der nette Kater es ausgesprochen gruselig, seinen Menschen und seine Heimat verloren zu haben, und war mehr als schüchtern. Mittlerweile ist er jedoch aufgetaut. Er liebt seine Kuschelhöhlen und schläft gerne sehr viel, abends wird er munter und kommt auf die Couch zum Kuscheln, das genießt er sehr.

Aufgrund seiner früheren Lebensumstände – sein Mensch war jahrelang krank und  bewegungseingeschränkt und konnte sich nicht richtig kümmern – hat Caro ein paar gesundheitliche Baustellen, die aber an sich gut zu handhaben sind. Wegen einer chronischen Ohrentzündung werden seine Öhrchen z.Zt. alle 4 Wochen vom Tierarzt gesäubert, da ist der junge Mann etwas unwillig. Mit viel Liebe und Geduld würde man das mittelfristig jedoch auch selber hinbekommen.

Caro hat außerdem Spondylose, gar nicht so selten bei älteren Katzen. Das ist eine schmerzhafte Erkrankung der Wirbelsäule, bei der die Bänder und Bandscheiben ihre Elastizität verlieren und so ihrer Puffer- und Schutzfunktion nicht mehr nachkommen können. Hierfür bekommt Caro täglich ein Medikament, das er auch ganz brav nimmt. Es hilft wirklich gut, denn er nutzt sogar noch seinen Kratzbaum.

Dummerweise gilt auch hier: kein Medikament ohne Nebenwirkung. In diesem Fall führt es zu sehr hartem Kot (Aua!), wodurch der Kleine beschlossen hat, dass das Klo schuld ist. Daher kann das Ganze dann auch schon mal daneben gehen, lässt sich aber problemlos und rückstandsfrei mit einem Papiertuch aufsammeln. Mit z.B. Lachsöl kann man etwas gegensteuern, sodass mit der Zeit alles wieder etwas weicher und weniger schmerzhaft wird. Für sein kleines Geschäft nutzt Caro sein Klöchen hingegen vorbildlich. Ein bisschen Urinaryfutter wegen etwas Harngries bekommt er auch noch zwischendurch.

Wir wünschen uns für Caro ruhige Menschen mit Katzenerfahrung, ohne Kinder und am besten ohne andere Haustiere. Evtl. könnte ein älterer, sozialer Kater als Partner in Frage kommen, Hauptsache keine Katzendame, das geht gar nicht.

Trotz seiner Handicaps ist Caro ein wirklich süßes Schnuckelchen und hat es wirklich mehr als verdient, seine ihm noch verbleibenden Jahre mit einem geliebten Menschen in einem neuen Heim zu verbringen und nochmal ganz viel Liebe zu genießen. Ein bisschen Freigang nach einer ausführlichen Eingewöhnungszeit fände der Süße ganz toll.

Caro wird kastriert und tätowiert abgegeben.

Mehr Tierschutz = mehr Menschenschutz

Vom Arbeitskreis Nutztiere/SAMT e.V.

Wollen wir gesund bleiben?

Die aktuelle Corona-Pandemie zeigt, Viren und Bakterien machen keinen Unterschied zwischen

Menschen und Tieren. In der sogenannten Massentierhaltung werden riesige Mengen von Antibiotika verwandt, auch Reserveantibiotika,  die eigentlich ausschließlich der Humanmedizin dienen sollten.

Als Reserveantibiotika werden spezielle Antibiotika bezeichnet, die nur zum Einsatz kommen bei Infektionen mit resistenten Erregern. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) warnt vor wachsenden Resistenzen und immer mehr Toten, weil wirksame Antibiotika fehlen.

Schauen wir uns die Massentierhaltung einmal genauer an, kommen wir zu der Erkenntnis, der Einsatz von Medikamenten wäre durch eine andere Art der Tierhaltung veränderbar. Zu große Bestände leben auf zu engem Raum und durch Zucht wurden diese Tiere auf Höchstleistung getrimmt, ihre Grundbedürfnisse aber weitestgehend ignoriert. Diese Tiere leben in krankmachenden Verhältnissen und nicht die Ursache wird beseitigt, sondern Medikamente werden verabreicht.

Bitte informiert Euch über diesen Link und unterschreibt die Petition. Sie fordert Frau Klöckner und Herrn Spahn zum Handeln auf.

https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/kein-antibiotika-missbrauch-im-stall

Sollte Euch das Thema Nutztiere interessieren, könnt Ihr Euch im Informationsheft für Schüler von PROVIEH informieren. Übrigens auch für Erwachsene sehr informativ!

Das Informationsheft Unsere „Nutz“tiere“ ist bei PROVIEH erhältlich und kostet 2,00 € pro Stück. Bei Interesse gibt es das Infoheft sowie das Buch „Alles lecker“ zur Abholung auch bei SAMT e.V. Jülich gegen eine Spende!

2020 – Ein Jahr wie kein anderes

Katze liegt auf Transportkorb
Foto: E. Volk

Für alle war 2020 ein schwieriges Jahr, auch für uns Tierschützer. Jegliche Tätigkeit im Tierschutz wurde naturgemäß unter den herrschenden Bedingungen zur Herausforderung. Nichtsdestotrotz haben wir alles für die Tiere gegeben. So konnten wir z.B. rund 120 Tiere in ein neues Zuhause vermitteln. 61 Fundkätzchen waren zu verzeichnen, fast so viele wie im bisherigen Spitzenjahr 2018. Dazu kamen etliche erwachsene Fund- und Abgabetiere. Die Zahl der betreuten Tiere von Bedürftigen ist ebenfalls deutlich gewachsen.

Die Aufwendungen für tierärztliche Leistungen sind im Jahr 2020 rasant angestiegen, was z.T. der pandemischen Krise geschuldet ist, da viele die Kosten für medizinische Behandlung einfach nicht mehr bezahlen konnten. Ferner wurde jedoch auch das Bewusstsein für tierische medizinische Probleme bei unserer Klientel gesteigert, sodass rechtzeitiges Handeln ermöglicht wurde. Dies alles resultierte in bisher nie dagewesenen Kosten von fast € 68.000 im Kalenderjahr 2020.

Zu unserer großen Freude wurden wir auf der anderen Seite von unzähligen Tierfreunden so toll unterstützt wie nie zuvor und konnten durch diese großartige Hilfe mehr Tieren denn je helfen!

Und auch wenn 2021 ebenfalls schwierig startet, wir werden weiter an der Seite der Tiere stehen und alles unternehmen, um ihnen zu helfen, wo immer nötig!

Aufgeben ist keine Option!

Bitte helft den Tieren auch in 2021!

Spenden an SAMT bequem online: www.betterplace.org

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Foto: Mylene2401@pixabay

Luna – Geboren um zu leiden

Von Eva Volk/SAMT e.V. Natürlich sehen wir viele Fälle, die uns sehr berühren. Aber manchmal ist es zum Verzweifeln. So wie bei Luna, einer freundlichen Rehpinscher-Hündin, gerade mal 4 Monate alt.

Das Telefon klingelt: „Unser Welpe hat sich das Bein gebrochen. Laut Tierarzt gestern sollte man die Kleine einschläfern!“ – „Was? Wieso?“ – „Es soll Missbildungen an den Beinen und der Schulter geben. Momentan bekommt sie Schmerzmittel.“ Ok, erstmal sofort Termin beim Tierarzt unseres Vertrauens gemacht. Da muss doch eine OP möglich sein?

Was war überhaupt passiert? Eigentlich nichts. Luna ist nur über den Teppich gestolpert und schon war das Beinchen gebrochen. Höchst ungewöhnlich. Offenbar ist die Kleine in ihrem zarten Alter schon beim dritten Besitzer. Beim vorherigen sollte sie wohl, soweit uns berichtet wurde, „in den Mülleimer“. Stattdessen hat ihre jetzige Besitzerin sie gerettet und mit zu sich und ihrem Kind genommen.

Das Röntgenbild zeigt deutlich den Bruch des linken Vorderbeins zwischen Elle und Speiche. Missbildungen sind nicht auszuschließen. Es könnte allerdings auch andere Ursachen für das geben, was die Bilder zeigen. Ein morphinbasiertes Schmerzmittel wird gegeben, um Luna ihren Zustand zu erleichtern. Aufgrund des komplexen Gesamtbildes sprinten wir kurz darauf zusammen mit der Besitzerin und dem Hündchen in die Tierklinik.

Das verängstigte Tierchen wird nochmals aus allen Richtungen geröntgt. Wir hatten uns innerlich auf eine komplizierte und teure OP und einen langen Heilungsprozess eingestellt. Aber egal, Hauptsache Luna wird wieder gesund. Doch die Diagnose zog uns den Boden unter den Füßen weg.

An drei Beinen hat Luna schwere Missbildungen der Knochen, dazu noch Glasknochen, ebenso eine Missbildung der linken Schulter. Möglicherweise hatte das arme Tier starke Schmerzen dadurch. Unzählige Operationen – Minimum vier – mit langwierigem Heilungsprozess, ohne Garantie für ein Gelingen, dafür mit der Aussicht auf noch weitere Operationen, wären theoretisch möglich gewesen. Die Klinik sagte uns offen, dass dies wirklich keine Option darstellt, sondern eine endlose Quälerei, womöglich für nichts und wieder nichts, für Luna darstellen würde.

Entsetzlicherweise kommt noch hinzu, dass laut Klinik mindestens eine Veränderung am Knochen verdächtig ist, nicht angeboren zu sein, sondern wahrscheinlich auf Gewalteinwirkung zurückzuführen ist.

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, da hat wieder mal ein Vermehrer seine Finger im Spiel gehabt. Irgendein Hinterhofzüchter, nur daran interessiert, mit den Welpen Geld zu machen. Das Krankheitsbild könnte ein Indiz für Inzucht sein. Leider ist nicht herauszubekommen, woher das Hündchen ursprünglich kam, wie fast immer in solchen Fällen.

Ihre Besitzerin wollte sie vor solchen Menschen retten. Sie hat es wirklich versucht, aber Luna hatte nie eine Chance. Geboren um zu leiden.

Wir haben Luna begleitet als sie ihren Weg über die Regenbogenbrücke antrat. Sie war nicht allein. Das war das Einzige, was wir noch für die Kleine tun konnten und es bricht mir das Herz. Aus Rücksicht auf die Besitzerin haben wir kein Foto von Luna hier eingestellt, aber ihr Bild ist in unseren Herzen.