Das Leiden der „Nutz“tiere

Foto: hans@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere/SAMT e.V. Es geht auch 2022 weiter, wenn wir nicht hinsehen und gemeinsam aktiv werden.
Wisst ihr, was eine Tierkörperbeseitigungsanlage ist? In diesen Anlagen werden verendete Zootiere, Haustiere, Schlachtabfälle usw. entsorgt, dann „verwertet“, z.B. zu organischem Dünger, Tiermehl, Fleischfuttermehl, oftmals auch nur verbrannt. Dort landen auch Tiere, die zu krank für den Schlachthof sind. 1/5 der Schweine aus deutschen Tierställen überleben die Mast nicht – das sind 13.6 Millionen Schweine im Jahr! Für uns eine unvorstellbare Zahl. Diese Tiere verenden, weil es katastrophale Haltungsbedingungen in der „Nutz“tierhaltung gibt. Derzeit finden kaum Kontrollen über tierschutzrelevante Befunde und Fehltötungen in den Tierkörperbeseitigungsanlagen statt.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover hat bereits 2017 eine Studie über die Missstände veröffentlicht. Report Mainz, der NDR berichteten und Veterinärmediziner beklagen die Zustände seit Jahren. Selbst der Bauernverband ruft zur Einhaltung von Gesetzen und ethischen Normen auf. Alle sind sich einig und dennoch passiert kaum etwas. In der Politik wird die Verantwortlichkeit zwischen Land und Bund hin und her geschoben.

Wir fordern die Verantwortlichen zum Handeln auf. Bitte unterstützt mit uns die Petition:

Bessere Kontrollen für Tierkörperbeseitigungsanlagen

Das Gesetz ist eindeutig:

Tierschutzgesetz
§ 17 

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

  1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder
  2. einem Wirbeltier

a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder

b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.

Glücklich vermittelt

Merle und Linnie

Foto: S. Knörchen

Merle, ca. 1 Jahr alt, kam zu uns als Abgabekatze. Im Überschwang angeschafft, wurde die Fellpflege wohl irgendwann zu lästig und das Scheren wurde als zu teuer empfunden. Naja, Merle ist ein Perser-Mix, da ist tägliches Bürsten natürlich Pflicht, das sollte eigentlich jedem klar sein. Wenn man dazu zu faul ist, verklumpt das Fell natürlich. Ein Selbstversuch der Vorbesitzer führte zu Verletzungen und einer Fellpracht, die eher an Mottenfraß erinnerte. Da gibt man die Katze dann eben ab, wenn sie Arbeit macht oder Geld kostet…

Da Merle, abgesehen von der höchst eigenwilligen Frisur, ein absolut hübsches Schnuckelchen ist, stapelten sich natürlich ruckzuck die Anfragen. Zum Teil auch höchst eigenwillig. Nun ja. Zum Glück fanden sich super liebe Menschen, die genau so eine freundliche Katzendame als Gesellschaft für ihre eigene Katze suchten. Und siehe da, ganz flott wurde aus den beiden Mädels ein Dreamteam, das das Personal fest im Griff hat. Inzwischen hat Merle übrigens auch wieder ihre volle Haarpracht zurückerlangt, die selbstverständlich liebevoll gepflegt wird.

Foto: C. Dodt

Die ca. 7 Jahre alt Linnie wurde auf einem Dachboden gefunden. Wie sie da hingelangte? Keiner weiß es. Sie war anfangs nicht die Bohne über ihre Rettung begeistert, sondern extrem schlecht gelaunt. Zum Glück legte sich das nach einiger Zeit und Linnie verwandelte sich in eine Schmusemaus. Wenn sie spielen will, schmeißt sie sich hin und starrt einen so lange an, bis man aufgibt und sie bespaßt. Geknuddelt werden ist ihre große Leidenschaft. Da die nette Katzendame entfernt an einen Rollmops erinnerte, musste sie erstmal eine laaaange Diät machen, was sie klaglos erduldete.

Da Linnie unschlagbar darin ist, ihren Charme zu versprühen, fand sich schließlich ein Zuhause für sie bei einem jungen Pärchen, wo sie – was auch sonst? – die ungekrönte Königin sein darf.

Tier des Monats

Tiffany

Foto: E. Volk

Von SAMT e.V. Tiffany ist eine ca. 2-3 Jahre alte Fundkatze, die mitsamt ihren drei kleinen Kätzchen in einer Hecke entdeckt wurde. Zum Glück, muss man sagen, denn eine stark befahrene Straße war nicht weit entfernt. Natürlich war Tiffany etwas irritiert davon, sich auf der Pflegestelle wiederzufinden. Aber die Vorteile eines warmen Plätzchens, um ihre Kleinen groß zu ziehen, erkannte sie schnell. Mittlerweile hat sie sich gut eingelebt und freut sich, wenn sie Lust hat, über Streicheleinheiten. Wenn sie mal keine Lust hat, kann sie auch ganz Katze sein. Spielen findet sie ebenfalls toll.

Andere Katzen findet sie etwas merkwürdig, da entscheidet die Sympathie. Sie kann durchaus auch ohne Artgenossen klarkommen. Wir suchen für Tiffany neue Dosenöffner mit ein bisschen Geduld und ohne kleine Kinder, die ihr Sofa mit der hübschen Katzendame teilen möchten.

Nach der üblichen Eingewöhnungszeit möchte die Samtpfote Freigang genießen dürfen.

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Fotos: SAMT e.V.

SAMT – Same procedure as last year

Von Eva Volk/SAMT e.V. Nun ist das zweite Coronajahr zu Ende gegangen. Wer hätte gedacht, dass unser aller Leben so lange völlig anders sein würde, als wir es bisher kannten?

Was bedeutet das denn überhaupt für die Tierschutzarbeit?

Nun, zunächst einmal: Im Prinzip hat sich nichts geändert. Tiere (und ihre Halter) geraten nach wie vor in Not und benötigen Unterstützung. Es gibt immer noch unzählige verwilderte Katzen, die kastriert werden müssen, um der Flut an Kätzchen Herr zu werden. Es gibt nach wie vor mehr als genug Tiere, die draußen gefunden werden, wo sie sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht ganz freiwillig alleine durchschlagen müssen. Es gibt immer noch zahlreiche Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen dringend Hilfe bei der allgemeinen, aber auch medizinischen Versorgung ihrer Tiere benötigen. Und natürlich ist SAMT für sie alle zur Stelle, wenn auch unter erschwerten Bedingungen.

Was hat sich geändert? Im ersten Halbjahr 2021 waren wir noch verwundert, dass erstaunlich wenige Fundkatzen und -kätzchen gemeldet wurden. Wir gehen davon aus, dass in diesem Zeitraum noch alles, was Beine hatte, direkt behalten oder selbst weiterverkauft wurde. Zudem war die Nachfrage nach Katzen sehr stark, wobei da schon einiges an höchst zweifelhaften Anfragen zusammenkam. Im zweiten Halbjahr, mit sinkenden Inzidenzen, wendete sich das Blatt. Die Anfragen gingen in den Keller und parallel stieg die Anzahl der Fundmeldungen rasant an. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Für uns macht das alles keinen Unterschied. Wir kümmern uns mit aller Kraft um alle Tiere in Not. Wir geben uns genauso viel Mühe wie schon immer, ein gutes Zuhause für jedes einzelne Tier zu finden. Wir vermitteln nicht mit der Brechstange und nicht an den Erstbesten. Es ist immer eine Freude zu sehen, dass doch so viele tolle Menschen unseren Schützlingen ein Forever-Home geben möchten. Und es ist uns wirklich eine Genugtuung, dass kein einziges Tier als „Coronarückläufer“ wieder abgegeben wurde. Genauso ist es unglaublich, wie toll wir nach wie vor von so vielen lieben Tierfreunden tatkräftig und finanziell unterstützt werden.

Wir sagen ganz herzlich DANKE!!!! an alle lieben Tierfreunde, Unterstützer, Pflegestellen, Mitglieder, Adoptanten und Tierärzte. Ihr macht den Unterschied!

Wir blicken hoffnungsvoll auf 2022, zusammen werden wir das weiterhin rocken!

Mollys Kolumne Januar 2022

Molly hat Spielzeug in ihrem Futternapf abgelegt

Liebe/r Leser/in,

Eichhörnchen sammeln Nüsse, Hamster hauen sich die Backen mit Getreide voll und angeblich tragen Elstern gern glänzende Gegenstände aller Art in ihre Nester. Es gibt zahlreiche Beispiele für einen Sammeltrieb im Tierreich. Haben auch wir Katzen solch einen Drang zum Horten? Gleich mal vorangestellt, in freier Natur kommt dieses Verhalten bei uns nicht vor. Doch wird der ein oder andere Katzenbesitzer sein Tier hier in meinen Schilderungen sicherlich wiedererkennen.

Selbst trage ich leidenschaftlich gern und mit viel Fleiß täglich meine Spielzeuge zusammen, am liebsten Spielangeln. Alles, was irgendwo im Haus zu finden ist, lege ich dann fein säuberlich nebeneinander auf dem Küchenfußboden in der Nähe meines Futternapfes ab, manchmal auch direkt hinein oder – als besonderes Highlight – mitten in die Wasserschale. Was für ein Spaß.

abgelegte Spielangeln
Fotos: B. Uhlig

Ein ähnliches Verhalten lässt sich in der Natur beobachten, wenn Katzenmütter ihrem Nachwuchs Beute von der Jagd mitbringen. Auf diese Weise werden ihre Kleinen in sicherer Umgebung mit dem Beutetier vertraut gemacht. Vermutlich werden wir Samtpfoten durch diesen mütterlichen Instinkt angetrieben, unsere Spielzeuge (Beutetiere) in der menschlichen Umgebung auf ganz ähnliche Weise zu behandeln. Denn unseren Wasser- und Futterplatz verbinden wir mit Schutz und Geborgenheit.

Mit meiner Sammelleidenschaft ist mir die Aufmerksamkeit meiner Menschen auf jeden Fall sicher, und ich glaube, sie haben da auch viel Freude dran und zeigen einen gewissen Stolz. Ist ja schließlich eine besondere Fähigkeit, die ich da habe. Und ganz unschuldig sind sie an meinem Spleen auch nicht. Als ich noch klein war, hat mir Frauchen das Apportieren beigebracht. Selbstverständlich mit einem Leckerchen als Belohnung, wenn ich es richtig gemacht habe. Auch heute noch „verdiene“ ich mir das ein oder andere Leckerchen durch das Einsammeln der Spielzeuge hinzu. Damit mir die Arbeit nicht ausgeht, verteilt mein Frauchen die Sachen netterweise jeden Tag wieder.

Was wohl jeder Katzenhalter kennt, dessen Tier Zugang nach draußen hat, ist das Mitbringen netter „Geschenke“ in Form mehr oder weniger toter Mäuse und ähnlicher Kleintiere. Diese werden dann natürlich nicht irgendwo abgelegt, sondern in der Regel dort, wo die Menschen es auf keinen Fall übersehen können. Ist es der Versuch, Zuneigung und Aufmerksamkeit zu bekommen, der uns dazu veranlasst? Manche Menschen sagen, wir Katzen zeigen dieses Verhalten, weil wir sie für schlechte Jäger halten und so sicherstellen wollen, dass sie nicht verhungern.

Ich bringe unseren Leuten als vegane Alternative zur toten Maus gern auch mal ein Spielzeug vorbei und freue mich dann wahnsinnig über das Lob und die Streicheleinheiten, die dann folgen. Nicht selten gibt es für mich im Austausch noch das ein oder andere Leckerchen dazu. Die werden selbstverständlich nicht gesammelt, sondern – ist doch klar – direkt verputzt.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Glücklich vermittelt

Mary und Tommy

Foto: S. Wieland

Von SAMT e.V. Mary und Tommy sind eine Pflegestellenliebe und mussten daher unbedingt zusammen ausziehen.

Doch von vorne: Mary wurde mit nur 5 Wochen irgendwo in einem Gebüsch gefunden, alleine, halb tot, mit einem völlig kaputten Auge. Lange haben wir um sie gekämpft. Ein Auge musste leider entfernt werden, auf dem anderen konnte sie nur sehr wenig sehen. Doch Mary erholte sich sehr gut von den Strapazen. Und dann kam Tommy dazu, ebenfalls ein Fundtier.

Ruckzuck wurden die beiden zum Dreamteam. Doch leider gab es so gut wie keine Anfragen. Tiere mit Beeinträchtigungen werden häufig nicht gewollt. Nach monatelanger Suche hatten wir die Hoffnung schon fast aufgegeben. Dann kam ein junges Pärchen, dass sich nicht die Bohne an sowas störte. Sie verliebten sich direkt in die kleinen Racker.

Und so gab es für das dynamische Katzenduo doch noch ein Happy End. Sie nennen jetzt endlich eine schöne Wohnung ihr Reich und haben selbstverständlich ihre Dosenöffner bestens im Griff.

Tier der Monats

Tigger

Foto: J. Stadel

Von SAMT e.V. Tigger ist ein 6 Jahre alter Abgabekater, der wegen veränderter Umstände in seiner Familie nicht mehr klarkommt und zum großen Bedauern, aber auch zu seinem Besten, ein neues Zuhause benötigt. Er ist unglücklicherweise von einem Kleinkind extrem gestresst, ja, er hat regelrecht Angst davor. Größere Kinder, ab etwa 10 Jahren sind hingegen kein Problem. Tigger ist ein verkuschelter und anhänglicher Kater. Seine Vorlieben sind Kartons, vor allem viel zu kleine Modelle, in die er sich sehr gerne hineinkuschelt – dafür wurden sie schließlich vom Universum erfunden. Schmusen und Essen stehen auch ganz vorne auf seiner Prioritätenliste.

Eigentlich ist er ein ganz anspruchsloser kleiner Kerl. Nur beim Futter ist es wichtig, dass er ausschließlich Nassfutter mit einem hohen Fleischanteil bekommt, da er zu Blasenkristallen neigt. Mit dem richtigen Futter treten diese aber gar nicht erst auf. Der freundliche Kater hätte gerne nette Dosenöffner ohne kleine Kinder, die ihm wieder einen Ruhepol geben und ihn einfach nur lieb haben. Gerne mit freundlichen Artgenossen. Auch Hunde sind in Ordnung. Nach der Eingewöhnungszeit möchte Tigger gerne wieder draußen seine Runden drehen dürfen.

Tigger wird kastriert, gechippt, tätowiert und geimpft abgegeben.

MARY oder Frohe Weihnachten

Bericht von einer Pflegestelle

Von P. Loebt/SAMT e.V. Was macht ein kleines Babykätzchen Mitte Dezember bei klirrender Kälte allein im Gebüsch unter einer Brücke? Das dachte sich garantiert auch der hilfreiche Finder, dessen Hund angeschlagen hatte, als er das Kätzchen witterte auf dem Spaziergang am Nachmittag.

Eiskalt, frierend und krank wurde es zum Glück gerade noch rechtzeitig gefunden und zu Samt gebracht. Von dort aus wurde das kleine Mädchen gleich zum Tierarzt gebracht. Ihr linkes Auge war völlig eingetrocknet, stand ballonartig aus dem Kopf heraus, das rechte Auge war voller Eiter. Sie hatte Katzenschnupfen der besonders ausgeprägten Art und es ging ihr gar nicht gut. Medikamente für die Augen wurden mir mitgegeben, und sie sollten alle zwei Stunden verabreicht werden.

Zuhause habe ich die Kleine gewärmt, bis sie durch und durch aufgetaut war. Haut an Haut geht das am besten. Sie gab keinen Mucks von sich. Als die Kleine warm war, konnte ich versuchen, ihr Aufzuchtmilch anzubieten. Wenn Kitten unterkühlt sind, darf man sie nicht füttern, weil der Schluckreflex aussetzt, sie sich dann verschlucken und so eine Lungenentzündung entstehen kann.

Die Kleine wollte nur ganz wenig Milch und sie schlief viel. Ich versuchte mehrfach pro Stunde, ihr etwas zu trinken zu geben – mit mäßigem Erfolg. Wir nannten sie Mary. Meine Tochter meinte: Sie ist vor Weihnachten gekommen, also Merry Christmas.

Am frühen Abend habe ich ihre Temperatur überprüft. Sie hatte 39.6 Fieber! Ich konnte zum Glück in der Tierarztpraxis noch einmal vorstellig werden mit Mary, wo sie mit Antibiotikum versorgt wurde.

Das Ballonauge sah gar nicht gut aus. Das Auge bekam eine trockene und verhornte Oberfläche, trotz Augengel zur Befeuchtung und trotz antibiotischer Augensalbe. Ich hoffte für Mary, dass es besser wird, aber so eine starke Infektion am Auge führt in der Regel zum Verlust des Auges.

Sie trank etwas besser und fast schon dachte ich, dass es aufwärts geht, da bekam sie erneut Fieber. Der Tierarzt spritzte Mary erneut ein Antibiotikum, damit die Infektion und damit das Fieber bekämpft werden konnte.

Nach dem Milch trinken putzte sich Mary ausgiebig. Dabei putze sie auch ihr Gesicht und es löste sich die Kruste vom Ballonauge, es blutete. Marys linkes Auge war ausgelaufen. Es war für immer zerstört.

Mary nahm es erstaunlich gelassen! Sie war auf dem Weg der Besserung und trank ihre Milch zügig und gierig. Wir konzentrierten uns darauf, das verbliebene rechte Auge zu erhalten, damit sie wenigstens hier Sehkraft hatte. Das rechte Auge wurde schon seit Beginn mitbehandelt, da es eitriges Sekret absonderte.

Marys und mein Tag bestand aus alle 2 Stunden Augen säubern, Augen versorgen, Milch trinken, schmusen, spielen, schlafen. Das kaputte linke Auge wurde gesäubert und versorgt, das sehende rechte Auge ebenfalls.

So gingen die Tage und Wochen ins Land. Sehr oft war Mary beim Tierarzt, weil das rechte Auge überprüft werden musste und sich trotz aller Fürsorge öfter entzündete. Mary nahm es wiederum gelassen. Autofahren mit Mary und Tierarztbesuch waren nie ein Problem. Ein Traumkätzchen. Selbst als das kaputte Auge rausoperiert werden musste und das sehende Auge eine heftige Herpesinfektion bekam, war Mary ein gelassenes Kätzchen, was alle Maßnahmen ohne Mucks erduldete. Sie hat stets ihren Charme (und ihren Appetit) behalten.

Lange war Mary ohne gleichaltrigen Spielgefährten.  Ein Kumpel ist das allerbeste für jedes Kätzchen und jede Katze. Allein plagt einen oft die Langeweile, man kann nicht so spielen, wie es gut wäre in dem Alter, weil einfach das passende Gegenüber fehlt. Und auch wenn Frauchen tolle Spielzeuge anschleppt, so fühlt man sich doch irgendwie nicht ausgelastet. Die Hand von Frauchen kann man schließlich auch nicht jeden Tag zerkratzen.

So hat Mary versucht ihre Langeweile zu bekämpfen: Viel geschlafen und viel gefressen. Dann hatte Irene, unsere Vorsitzende, eine Idee. Ein hübscher roter Jungkater auf einer anderen Pflegestelle könnte ein passender Spielkamerad sein: Tommy. Da Tommy kerngesund war und das auch bleiben sollte, war klar: Er muss gegen Katzenschnupfen geimpft werden. Nach der Erstimpfung muss die Zweitimpfung vier Wochen später erfolgen.  Das hieß für Mary: Warten auf den Traumprinzen.

Endlich war der große Tag des Kennenlernens gekommen. Tommy kam, sah und….versteckte sich. Mary legte sich beruhigend vor das Versteck, aber Tommy mochte nicht rauskommen. Der kleine Mann kannte bis dato nur seine Pflegemama, eine ältere Katze und sonst niemanden, schon gar keine Hunde.

So isolierte ich ihn zunächst für eine Nacht im Büro und verbrachte viel Zeit mit ihm, damit er mich kennenlernen und ankommen konnte. Mary besuchte Tommy am nächsten Morgen, und unter meiner Aufsicht begannen sie zu spielen, dass mir das Herz aufging. Ein wenig forsch und dominant war Tommy zu Anfang, er war ein recht agiler kleiner Mann. Marys Naturell war eher beobachtend und ruhig. Aber wir wollten den beiden eine Chance geben.

Ich konnte sehen, dass die zwei sich sehr mochten. Tommy suchte ihre Nähe, wenn er vor etwas Angst hatte und Mary genoss es, wenn sie mit Tommy toben und spielen konnte. War Mary in einem anderen Zimmer, jammerte Tommy rum, bis er sie gefunden hatte.

Lange, sehr lange haben die beiden gewartet, aber dann fand sich endlich, nach über einem halben Jahr, ein neues Zuhause. Die beiden wurden mit offenen Armen empfangen und es geht ihnen so gut wie noch nie. Es ist ein wirklich schöner Platz, an dem sie geliebt und umsorgt werden, so wie sie es verdient haben.

Ein richtiges Happy End.

Fotos: P. Loebt, Susi W.

Mollys Kolumne Dezember 2021

Liebe/r Leser/in,

heute habe ich ein kleines Jubiläum mit Dir zu feiern. Man mag es kaum glauben, aber die heutige Ausgabe meines Newsletters ist bereits die 50. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Gefühlt habe ich das Zepter gerade erst von meiner Vorgängerin Rosina übernommen. Das war im Juni 2017 und ich noch ein junger Hüpfer, der vom Schreiben keine Ahnung hatte. Ich wurde einfach ins kalte Wasser geworfen, wie es so heißt. Und was wir Katzen von Wasser halten, ist, denke ich, jedem bekannt.

Rosina

Ende 2015 startete SAMT mit „Rosinas Welt“ seinen monatlichen Newsletter. Treue Leser der ersten Stunde erinnern sich vielleicht noch an Rosina, die Katze mit den besonderen Augen. Der Katzenschnupfen hatte ihre Augenlider zerstört und sie könnte nur eingeschränkt sehen. Dennoch war sie eine normale, glückliche Katze. Sie hat eine Lanze für Tiere mit Handicap gebrochen und gezeigt, dass es keinen Grund gibt, sich zu scheuen, eine solche Katze bei sich aufzunehmen.

Irgendwann wollte ihr Herz nicht mehr und sie hat uns alle traurig zurückgelassen. Und so kam ich zu meinem neuen Job.

Kasimir

Seither ist einiges passiert. Für Rosina kam Kater Kasimir als Notfall mit einem kaputten Beinchen zu uns. Auch er hat sich niemals als behindert empfunden und ein glückliches Leben mit uns geführt, inklusive einer kleinen Liaison mit unserer Mira. Kastriert heißt ja noch lange nicht enthaltsam. Leider hat ihn der Krebs schon zwei Jahre später von uns genommen.

Dann gab es noch die freundliche, zarte Mia und die kuschelige Seniorin Lisa, die schon lange vor mir im Haushalt lebten. Für Lisa kam nach deren Tod Rebecca, ebenfalls schon hoch betagt. Sie alle haben noch einen schönen Lebensabend bei uns gehabt, wo man sich gut um die typischen Altersgebrechen gekümmert hat.

Nur wenige Monate vor Kasimir sind Mia und Rebecca gestorben. Es war ein furchtbares Jahr mit vielen Sorgen. Aber für jede Katze, die gegangen ist, bekam eine neue ein schönes Zuhause. Mira und Frieda, meine jetzigen Mitbewohnerinnen, sind als junge Kätzchen zu uns gekommen. Wie schon erwähnt, entbrannte kurze Zeit später eine innige Liebe zwischen Kasimir und Mira. Eine weitere Seniorin, Bastet, durfte ebenfalls ihre restliche Lebenszeit bei uns verbringen.

Wie Du siehst, ein ständiges Kommen und Gehen in den vergangenen Jahren. Deshalb gab es immer viel zu berichten aus dem Leben in einem Mehrkatzenhaushalt, dem mittlerweile über 100 Leser folgen. Viele schöne, aber auch traurige Geschichten. Wir haben mitgelitten, wenn eine von uns erkrankt ist. Wir haben unsere Schicksale geteilt, wie wir auf ganz unterschiedlichen Wegen als Notfälle in unser gemeinsames Zuhause gefunden haben, nicht zuletzt durch die wertvolle Arbeit von SAMT. Es gab jede Menge praktischer Tipps, z.B. worauf man bei älteren Katzen besonders achten sollte oder wie man seinen Balkon katzensicher machen kann. Ich habe Einblicke gegeben in das Verhalten von uns Katzen, und welche besonderen Fähigkeiten die ein oder andere von uns hat, oder einfach in den ganzen Schabernack, den wir den lieben langen Tag so anstellen und damit unsere Menschen erheitern.

Ich hoffe noch lange fit zu bleiben, damit ich auch in den nächsten 50 Ausgaben mein Leben mit Dir teilen kann, und würde mich freuen, wenn Du mir weiterhin treu bleibst. In diesem Sinne,

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Fotos: B. Uhlig

Glücklich vermittelt

Foto: B. Hilgers

Von SAMT e.V. Krümel, ein ca. 5 Jahre alter Fundkater, lief alleine, unkastriert und ohne Kennzeichnung durch die Gärten und fiel zum Glück freundlichen Menschen auf. Der Einzug auf die Pflegestelle war ein kleiner Schock und der Kater verkrümelte sich erstmal für längere Zeit in Kuschelhöhlen und andere Verstecke. Daher hat er auch seinen Namen. Nach einiger Zeit mutierte der junge Mann zum Schmusemonster. Allerdings war Besuch von Fremden ganz schön gruselig.

Zum Glück erkannte ein Paar, dass Krümel ein Traumkater ist und nahm ihn auf. Mittlerweile hat er sich mit dem vorhandenen Kater nach anfänglichen Schwierigkeiten zusammengerauft und die beiden teilen sich die Schmusestunden einträchtig. Krümel genießt es, im Mittelpunkt zu stehen.

Foto: M. Schwalb

Garfield ist ein ca. 8 Jahre alter Abgabekater, der leider im Rahmen einer Trennung und eines Umzugs sein Zuhause verlor. Vom ersten Tag schmuste er wie wild auf der Pflegestelle und war begeistert über die viele Aufmerksamkeit. So dauerte es nicht lange, bis eine nette Dame den Schmusebären adoptierte.

Mit der Tatsache, dass im neuen Zuhause auch ein Hund lebte, musste er sich erstmal anfreunden. So ganz traute er dem Braten nicht. Aber da der Hund wirklich sehr freundlich ist, entspannte sich die Lage rasch. Und es kam, wie es kommen musste, inzwischen hat Garfield das Regiment übernommen und ist der Herrscher über sein neues Reich.