Glücklich vermittelt

Die beiden 4 Jahre alten Katzen Angelito und Negrita wurden als Nachwuchs einer wilden Mutter bei uns geboren. Als sie alt genug waren, zogen sie zu einem jungen Paar. Leider stellte sich dort nach 3,5 Jahren urplötzlich eine Allergie heraus und die beiden kamen wieder zurück.

An sich sehr liebe Tiere, waren sie jedoch unheimlich scheu gegenüber allem Neuen. Da wurde sich bei jeder Gelegenheit auf der Pflegestelle hoch oben auf dem Schrank oder unter dem Sofa versteckt. Fremde Menschen? Oh, Gott! Das kann ja heiter werden, dachten wir uns. Wie soll denn so jemand sehen, was für liebe, verschmuste Katzen das sind, die miteinander einfach ein Dreamteam sind?

Aber es muss halt immer passen, auch von Seiten der Tiere aus. Denn als die richtigen Menschen zu Besuch kamen, tauchten die schüchternen Tiere zu unserer Überraschung nicht ab, sondern kamen freiwillig zur ersten vorsichtigen Kontaktaufnahme. Da wurde sogar gaaanz langsam Köpfchen gegeben.

Die Katzen hatten entschieden und genau so sollte es sein.

Mittlerweile haben die Süßen sich hervorragend eingelebt, machen den Garten unsicher und haben ihre Dosenöffner fest im Griff. Und diesmal ist es: für immer!

Tier des Monats

Baylee

Foto: P. Vand

Baylee ist eine 5 Jahre alte Selkirk Rex, die umständehalber ein neues Zuhause sucht. Sie schmust und kuschelt sehr gerne. Sie ist unheimlich menschenbezogen und sucht die Aufmerksamkeit. Am liebsten ist Baylee immer dabei. Regelmäßiges Bürsten ist aufgrund ihrer Rasse Pflicht, das mag sie auch. Mit größeren Kindern kommt die nette Katzendame klar, das kennt sie bereits. Hunde sind ihr bisher nicht bekannt. Andere Katzen findet sie in der Regel ziemlich furchteinflößend.

Wir suchen für Baylee ein Für-Immer-Zuhause ohne kleine Kinder und ohne Artgenossen, wo sie der geliebte Mittelpunkt sein darf und man viel Zeit für ihre Bedürfnisse hat. Gerne würde Baylee Freigang kennenlernen.

Sie wird kastriert, geimpft und gechippt abgegeben.

Flutopferhilfe für Tiere

Foto: H. Launer

Von Irene Launer-Hill/SAMT e.V. Auch uns hat diese Unwetterkatastrophe fassungslos und betroffen gemacht. Einfach entsetzlich, was all´ den Menschen, Haus-, Wild- und Weidetieren passiert ist. So viele sind umgekommen oder brauchen Hilfe, wenn Ihre Menschen selber wieder zu sich gekommen sind. Wenigstens diese Last kann man den Menschen nehmen, die alles, bis auf ihre geliebten Haustiere verloren haben.

Die drei Vereine  
„SAMT e.V. Jülich“ 
„Tiere als therapeutische Begleiter“  
„Einsatzstaffel Vermisste Hunde Kreis Düren e.V.“
haben das Projekt
„Flutopferhilfe für Tiere“
ins Leben gerufen, an der sich auch die Fressnapffilialen des Kreises Düren beteiligen.

Diese „Flutopferhilfe für Tiere“ gilt für die Bereiche Kreis Düren, Eschweiler und Stolberg und erfolgt in Form einer Gutscheinabgabe.
Die Willy – Fährmann – Schule in Eschweiler, die mit tiergestützter Therapie arbeitet und nur die Tiere des Projekts retten konnte, werden ebenfalls einen Beitrag zum Wiederaufbau erhalten.
Die Gutscheine können dann für Tierzubehör und Tierfutter in den diversen Fressnapffilialen eingelöst werden. Hier die Ansprechpartner, bei denen die von der Flut betroffenen Tierhalter unter Angabe von Name und Adresse die Gutscheine erhalten können:
Jasmin Caspers : 017623245006  – Einsatzstaffel Vermisste Hunde Kreis Düren e.V.
Ralf Meurer : 015159207010  – Einsatzstaffel Vermisste Hunde Kreis Düren e.V.
Irene Launer-Hill : 015776810046  – SAMT e.V. Jülich

Darüber hinaus werden für medizinische Notfälle noch tierärztliche Behandlungsgutscheine in Höhe von 35.- bei drei Tierärzten der Region zur Verfügung gestellt:
Praxis Dr. Reinartz (Jülich)
Praxis Dr. Hannes/Nachtwey (Düren)
Praxis Dr. Magerfleisch (Eschweiler)
Auch für die Verteilung der Behandlungsgutscheine gelten die Ansprechpartner wie oben.

Wer den Tieren der Betroffenen noch etwas Gutes tun will, kann gerne einen Geldbetrag überweisen mit dem Stichwort :
„Flutopferhilfe für Tiere“  
DE 39 3955 0110 1200 1023 23
Bei der SPK Düren   SDUEDE33XXX
SAMT e.V. Jülich

Das Projekt läuft seit dem 4. August und soll so lange weiterlaufen, wie Bedarf bei den von der Flut betroffenen Tierhaltern besteht.

Jahreshauptversammlung von SAMT e.V.

Foto: H. Launer

Von Eva Volk/SAMT e.V. Am 14. August trafen sich die Vereinsmitglieder von SAMT in den Räumlichkeiten der AWO Jülich zur Jahreshauptversammlung. Aufgrund der Pandemie fand dies deutlich später als gewohnt statt und selbstverständlich unter Beachtung der gültigen Versammlungsregeln. Die Vereinsvorsitzende Irene Launer-Hill präsentierte den Tätigkeitsbericht für den Zeitraum 04.10.2019 bis 31.12.2020.

Dieser gab wieder einmal einen Überblick über die vielfältigen Tätigkeitsbereiche des Vereins.

SAMT freut sich über mittlerweile 188 Mitglieder. Seit der letzten Jahreshauptversammlung konnten 150 Tiere – vornehmlich Katzen – in ein neues, schönes Zuhause vermittelt werden. Unter diesen waren wieder etliche Tiere in jedem Alter, derer sich verantwortungslose Menschen einfach entledigt hatten. Insgesamt wurden 96 Fundtiere gemeldet und 40 Abgabetiere. 536 Behandlungen beim Tierarzt – darunter 147 Kastrationen – wurden von SAMT initiiert und begleitet. Darunter waren auch Kastrationen von zahlreichen wild lebenden Katzen, denen so weitere Nachkommen und noch mehr Elend erspart werden konnten.

All dies wäre dem Verein nicht möglich ohne den beispiellosen Einsatz der (Stand: Ende 2020) aktiven 16 Pflegestellen, die im letzten Jahr die ganzen Tiere liebevoll betreuten, und zwar rund um die Uhr.

Zahlreiche Beratungen von Tierhaltern wurden durchgeführt, z.B. zum Thema artgerechte Haltung, und zum Teil die Tierhaltung überprüft, im Bedarfsfall auch mit Unterstützung der Behörden. In diesem Zusammenhang hat sich die Zusammenarbeit mit anderen lokalen karitativen Einrichtungen bewährt. Auch zum Thema Wildtiere fanden vermehrt Beratungen statt, nicht zuletzt aufgrund der neuen Projektgruppe „Igel- und Wildtiere“.

Neben der klassischen Tierschutzarbeit engagiert SAMT sich zusätzlich mit einem Seniorenprojekt und einer Projektgruppe Nutztierhaltung mit angeschlossener Veggiegruppe.

Die Kostenspirale dreht sich auch bei SAMT immer weiter nach oben. Wie nicht anders zu erwarten, fanden nur zu Beginn des Berichtszeitraums Infostände mit Tombola statt, sodass etliche Einnahmen wegbrachen. Aber Dank der phantastischen Unterstützung zahlreicher Spender, die in der Pandemie die Tiere nicht vergessen haben, konnten zum Glück alle notwendigen Maßnahmen veranlasst und finanziert werden.

Ohne den unermüdlichen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer sowie der großzügigen Spender wäre die erfolgreiche Vereinsarbeit undenkbar. All jenen möchte SAMT auf diesem Wege ganz herzlich danken!

Weiterhin wird sich SAMT mit aller Kraft für alle Tiere einsetzen. 2021 wurde bereits kräftig durchgestartet mit neuen Projekten.

Der Abend klang mit einem gemütlichen Beisammensein – natürlich mit angemessenen Abständen – aus, wobei sich die Teilnehmer weiter austauschen konnten und noch viele Geschichten zum Besten gegeben wurden.

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Foto: Eva Volk

Silberschnäuzchen – eine wahre Bereicherung

Von Eva Volk/SAMT e.V. An dieser Stelle möchte ich mal eine Lanze brechen für Seniorkatzen, die ein schönes Plätzchen für ihren Lebensabend suchen. Wir nennen sie liebevoll Silberschnäuzchen.

Immer wieder kommt es vor, dass ältere Katzen plötzlich ihr Zuhause verlieren, sei es wegen eines Todes- oder Pflegefalls oder aus anderen Gründen. Gerade im fortgeschrittenen Alter ist das zunehmend schwierig. Oft genug ist viel Geduld notwendig, um den Senioren wieder Sicherheit zu geben.

Warum soll man nun ausgerechnet eine ältere bzw. alte Katze aufnehmen? Sehr häufig hört man da, dass so ein Tier ja vielleicht nur noch wenige Jahre lebt und einem dann ja schon so bald wieder das Herz bricht. Ach, ja? Woher weiß man, dass ein junges Tier nicht ruckzuck Opfer eines Unfalls wird oder womöglich urplötzlich an einer tödlichen Krankheit verstirbt?

Ja, die ältere Katze hat wahrscheinlich schon mehr Leben hinter als vor sich. Aber was heißt das schon? Wichtig ist nicht die Dauer des Zusammenseins, sondern die Qualität. Und gerade ältere Katzen sind sowas von dankbar, wenn sie endlich wieder die Sicherheit eines dauerhaften Zuhauses genießen dürfen. Es gibt nichts Schöneres, als zu sehen, wie sie aufblühen und auf ihre alten Tage auf einmal wieder ein bisschen spielen oder sanft Köpfchen geben. Und ja, auch alte Katzen können eine Party mit einem Baldriankissen feiern.

Wie bei eigentlich jedem Tier, sollte man auch von einem Senior grundsätzlich nichts erwarten. Das Tier ist nicht da, um unsere Erwartungen zu erfüllen. Die alte Katze ist einfach nur da und lebt vor sich hin. Es ist Belohnung genug zu sehen, dass sie sich wohlfühlt.

Als lebendes Beispiel kann ich hier meine Kara anführen. Mittlerweile stolze 21 Jahre alt, seit fünf Jahren hier, ursprünglich wegen Unsauberkeit entsorgt. Und was macht Kara so den ganzen Tag? Nichts. Absolut nichts. Sie schläft und schläft, nur unterbrochen von kleinen Ausflügen zum Futternäpfchen. Hin und wieder gibt es mal einen kleinen Unfall in Sachen Klogang, aber naja, was soll’s.

Aber nachts! Da mutiert die alte Dame zum Kuschelmonster, dass es fast schon lästig ist. Sie drückt sich auf oder unter der Bettdecke an einen, legt das Köpfchen und ein Pfötchen auf den Arm und schnurrt wie eine Verrückte. Und zwar die ganze Nacht.

Natürlich hat Kara mit etlichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und bekommt dafür Medikamente. Das ist bei vielen älteren Tieren so, aber ist es denn bei unsereinem anders? Solange die Miezen Lebensqualität haben, ist alles in Ordnung.

Ja, den Abschied hat man immer im Hinterkopf. Und wenn es soweit ist, dann bricht das Herz. Aber was zählt ist doch, dass man einem kleinen pelzigen Wesen eine schöne Zeit ermöglicht hat, in der es spürte, es wird geliebt.

Also gebt Euch einen Ruck und lasst ein Silberschnäuzchen in Euer Herz und Euer Heim!

Mollys Kolumne September 2021

Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

es gibt nicht viel, was enge Katzenfreunde trennen kann. Aber das, was vor allem anderen an erster Stelle steht, sind Gerüche. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass etwas das Band zwischen Mira, Frieda und mir zerschneiden könnte, aber es ist so gekommen und nun hängt der Haussegen gehörig schief.

Wie konnte das passieren? Ich versuche mich zu erinnern.

In unseren Freilauf war ein kleines Gartenhaus eingefriedet, herrlich ausgestattet mit Krätzbäumen und Wandliegen für uns Fellnasen. Seine besten Jahre hatte das Häuschen hinter sich und unsere Menschen wollten es ersetzen. Da während Abbau des alten und Aufbau des neuen Hauses eine Lücke im Gehege entstand, durften wir zwei Tage nicht raus. Fluchtgefahr. Fanden wir zwar blöd, aber war auch nichts Ungewöhnliches. Bei Sturm hatten wir in der Vergangenheit auch schon das ein oder andere Mal keinen Freigang.

Nach getaner Arbeit hatten uns unsere Menschen direkt herausgerufen, damit wir alles inspizieren konnten. Haben wir natürlich auch gemacht und alles für gut befunden. Später am Abend, unseren Menschen waren schon wieder drinnen, ist es dann passiert. Ich weiß nicht mehr, was es war, aber wir drei Mädels waren plötzlich so verstört, dass wir uns vor lauter Verwirrung gegenseitig an die Gurgel gegangen sind. Und frag nicht, wie. Das Geschrei war so laut, dass unsere Leute direkt angerannt kamen, um nach uns zu schauen.

Dieses Phänomen gab es bereits schon mal. Ein fremder Kater kam an unseren Katzenzaun und versetzte uns in hellen Aufruhr. Da wir ihn durch das Gitter nicht erreichen konnten, um ihn zu verjagen, war die aufgestaute Aggression auf das nächstbeste Objekt übergesprungen – und das waren wir selbst. Unsere Menschen haben dann den Kater vertrieben und uns wieder erfolgreich beruhigen können. So auch dieses Mal. Ein fremdes Tier konnten sie zwar nicht mehr ausmachen, aber nachdem wir alle drin waren, herrschte direkt wieder Frieden.

Der währte jedoch nicht lange. Am nächsten Morgen sind wir drei – wie immer – direkt raus ins Freie. Es dauerte keine fünf Minuten und es ging wieder los. Jede gegen jede. Heftige Attacken wie von Sinnen. Als ginge es um Leben und Tod. Unsere Leute haben uns umgehend wieder reingeholt, nur leider konnten wir uns dieses Mal nicht mehr beruhigen und es ging im Haus weiter. Ihnen blieb nichts weiter übrig, als uns drei räumlich zu trennen, was in dem Zustand gar nicht so einfach war. Sie konnten erneut kein fremdes Tier ausmachen, so dass sie diese These fallen ließen und sich den Kopf zerbrachen, was dieses Desaster ausgelöst haben könnte.

Eine neue Theorie kam auf. In der Zeit des Umbaus vom Gartenhaus war unser Gehege über Nacht offen. Durchaus möglich, dass dies eine Nachbarskatze genutzt hat, unseren über Jahre hinweg mühsam markierten Auslauf mit dem eigenen Geruch zu überduften. Das wäre für uns eine bisher nie dagewesene, unerhörte Situation. Und durchaus plausibel. Du musst wissen, wir Katzen sehen die Welt um uns herum trotz der scharfen Augen in erster Linie mit der Nase. Fremde Gerüche werden häufig als bedrohlich wahrgenommen. Weit oben auf der Liste steht z.B. Narkosegeruch, wenn eine von uns von einer OP zurückkommt. Da wird der „Patient“ auch schon mal angefaucht.

Während Mira, Frieda und ich jeweils für sich in der Isolation verweilten, um wieder runterzukommen, haben sich unsere Menschen daran gemacht, den eventuell vorhandenen Fremdgeruch so gut es geht zu beseitigen. Markante Stellen wurden mit einem speziellen Enzymreiniger behandelt, der Rest mit einem Wasserschlauch gründlich abgespritzt und der viele Regen der vergangenen Wochen sollte auch noch dazu beigetragen, einen potentiellen fremden Geruch zumindest immer weiter zu verdünnen.

Und wir drei Mädels? Egal ob nach einer Stunde, nach drei, sobald zwei von uns probehalber aus dem Zimmer gelassen wurde, sind wir sofort wieder blindlinks aufeinander los. Unsere Menschen konnten gar nicht so schnell gucken.

Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Wie kann eine so enge Freundschaft wie bei uns Dreien in nur einem einzigen Augenblick so nachhaltig zerstört werden? Wir waren immer wie Pech und Schwefel und haben alles gemeinsam gemacht. Es herrschte ein absolutes, tiefes Vertrauen zueinander. Nun, da wir wissen, wozu die jeweils anderen fähig sind, wird es wohl nie mehr, wie es war. Ich bin so traurig.

Wie soll es nur mit uns weitergehen? Das erfährst Du im Oktober.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Plagegeister

Foto: JerzyGorecki@pixabay

Von Beate Uhlig/SAMT e.V. Gefühlt ist ja mittlerweile jedes Jahr ein Zeckenjahr, oder? Ich persönlich habe in den vergangenen Monaten einige von mir runtergesammelt, die meisten hatten sich zum Glück noch nicht festgebissen. Das bleibt leider nicht aus, wenn man wie ich viel draußen unterwegs ist. Genau wie viele unserer Haustiere, die sicherlich noch deutlich häufiger von Zecken befallen werden.

Diese Plagegeister können nicht nur für Menschen gefährlich werden, sondern auch für Hund, Katze & Co. Wie entfernt man die Blutsauger eigentlich richtig? Und vor allem, wie verhindert man, dass sie unsere Tiere erneut befallen?

Zecken können gefährliche Infektionskrankheiten auf Haustiere übertragen, z.B. Anaplasmose, Babesiose („Hundemalaria“), Borreliose und Ehrlichiose. Eine Übertragung von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), wie beim Menschen, ist dagegen bei Tieren sehr selten. Unbehandelt verlaufen diese Krankheiten oft akut oder manchmal sogar tödlich. Daher ist Vorbeugung außerordentlich wichtig.

Nach Spaziergängen, Ausflügen oder Weidegang sollten die Tiere immer gründlich nach Zecken abgesucht werden. Je eher die Zecke entfernt wird, umso besser. Besonders die gefäßreichen, dünnhäutigen Partien an Kopf, Hals, Schultern und Achseln sind bei den Parasiten beliebt. Hochsaison haben sie von März bis Oktober. Aber bei unseren mittlerweile vermehrt milden Wintern sind sie inzwischen bald rund ums Jahr aktiv.

Hat sich die Zecke bereits festgebissen, entfernt man sie am besten mit einer speziellen Zeckenzange unter sanftem Zug aus der Haut, ohne das Tier zu quetschen. Keinesfalls sollte man sie mit Öl oder anderen Flüssigkeiten versuchen abzutöten, wie es mir meine Eltern noch beigebracht haben, denn gerade im Todeskampf bringen Zecken ihren möglicherweise infektiösen Speichel vermehrt in die Wunde ein.

Sollte der Kopf einmal stecken bleiben, ist das kein Drama. Der richtet keinen Schaden mehr an und wächst heraus wie ein Splitter. Wird er herausgepult, ist der Schaden oft größer.

Ein Absuchen des Tieres bietet nicht immer Sicherheit. Im dichten Fell werden besonders die kleineren Zecken, die kleiner als ein Stecknadelkopf sein können, gern übersehen. Schutz über einen längeren Zeitraum bieten verschiedene Präparate wie Sprays, Halsbänder und Spot-on, die zum einen eine abschreckende Wirkung auf Zecken haben, zum anderen eine abtötende. Sprays haben den Nachteil, dass giftige Bestandteile eingeatmet werden können. Sie werden am ehesten bei schon massiv befallenen Tieren eingesetzt. Halsbänder sollten nicht für Katzen verwendet werden, weil sie sich damit strangulieren können. Spot-on-Präparate, die im Nacken aufgetragen werden, sollten unbedingt nur für die jeweils zugelassene Tierart verwendet werden. Präparate für Hunde auf Katzen oder Kaninchen angewendet, können diese schwer bis tödlich vergiften!!! Für Hunde stehen zudem Impfungen zur Verfügung, die jedoch nicht vor allen Erregern schützen und z.T. auch nur vor einem schweren Verlauf. Wie fast immer gilt, Finger weg von fragwürdigen Hausmittelchen, wie beispielsweise Knoblauch. Wer sich nicht an dem Geruch stört, darf das gern bei sich selber ausprobieren, für Tiere ist er jedoch – wie alle Zwiebelgewächse – giftig.

Abschließend bleibt noch ein Aspekt zu betrachten: Wir alle verteufeln die fiesen Blutsauger, da nehme ich mich nicht heraus. Aber wie alles in der Natur haben auch Zecken ihren Platz und ihre Aufgabe. Sie dienen heimischen Vögeln als Nahrung und wiederum anderen Parasiten wie Pilzen, Fadenwürmern oder Erzwespen als Wirt. Sie helfen dabei, die Population anderer Lebewesen zu regulieren und wirken auf sie als Immunstärker und Evolutionsbeschleuniger, was langfristig einen positiven Einfluss auf eine Tierart haben kann.

Da ich an dieser „Regulierung“ nur sehr ungern teilnehmen möchte, besorge ich mir jetzt lieber doch mal flott ein Mittel zur Zeckenabwehr…

Glücklich vermittelt

Sissi und Mikesch

Von SAMT e. V. Jedes Jahr vermittelt SAMT viele Tiere in ein schönes, neues Zuhause. Jedes einzelne dieser Tiere liegt uns am Herzen und mit aller Sorgfalt wird das richtige neue Heim gesucht. Es ist immer eine Freude zu sehen, wie die Tiere nach dem Einzug aufblühen und beginnen, sich wohlzufühlen.

Manche Tierschicksale haben uns besonders berührt, wie zum Beispiel das von Sissi und Mikesch, die in der Wohnung eines Verstorbenen gefunden wurden und völlig verschüchtert waren.

Wir erhielten einen Anruf, dass ein Mitbürger bedauerlicherweise tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde und auch zwei Katzen dort wären. Also haben wir die beiden umgehend abgeholt, was einfacher klingt, als es war. Sissi, 7J. und Mikesch 10J. waren zu Tode verängstigt und versteckten sich auf der Pflegestelle erstmal unter der Küche mehrere Tage in der hintersten Ecke und lagen vor Angst förmlich aufeinander. Uns schwante nichts Gutes hinsichtlich eines neuen Zuhauses. Auch nach geraumer Zeit schlichen die beiden nur nachts durch die Wohnung, schnell futtern und auf’s Klöchen und wieder zurück unter die Schränke.

Irgendwann erkannte Sissi, dass sanfte Streicheleinheiten und Leckerli gar nicht mal so schlecht sind, da konnte man glatt mal schnurren. Mikesch hingegen war trotz seines stattlichen Umfangs ein vierpfotiges Mimöschen, das vor allem ganz furchtbar Angst hatte. Er ließ sich problemlos streicheln, war aber mit den ganzen neuen Eindrücken hoffnungslos überfordert.

Zu unserer Überraschung ließ sich ein freundliches Ehepaar überhaupt nicht abschrecken, sondern beschloss die schüchternen Schnuffels aufzunehmen. Und das war für die beiden die beste Entscheidung überhaupt!

Sissi holt sich regelmäßig ihre Schmuseeinheiten ab, spielt gerne und schläft schon im Bett. Mikesch hat etwas länger gebraucht, aber mittlerweile galoppiert er die Treppe rauf und runter und streicht um die Beine. Und natürlich will er jetzt auch mit ins Bett. Übrigens hilft er auch fleißig im Home Office. Wenn die Fütterung der Raubtiere ansteht, kommen die beiden auf Rufen direkt angeflitzt. Von Schüchternheit keine Spur mehr.

Sie sind endlich wieder: Zu Hause!

Tier des Monats

Piti

FeLV-Kater sucht Zuhause für den Lebensabend

„Hallo, ich bin Piti – ich bin ca. 13 Jahre alt, ehemaliger Bauernhofkater und alter, zahnloser Haudegen mit einem großen Herz. Mein Frauchen ist verstorben und der Doc sagt, dass ich FeLV habe, was immer das ist, aber deswegen darf ich nicht zu den anderen Katzen. Ich bekomme Medikamente, damit geht‘s mir ganz gut. Ich spiele immer noch ganz gerne und lass mich kraulen – wann und wie lange bestimme ich, aber da ich ein netter Kater bin, sage ich Dir, wann ich genug habe. Ich gehe auf Menschen zu, höre auf meinen Namen und gebe gerne Antwort oder einen Kommentar ab. Hast Du vielleicht einen schönen Platz für mich mit gesichertem Balkon, auf dem ich den Rest meines Lebens verbringen kann?“

Piti lebt zurzeit auf einer Pflegestelle, auf der noch 2 Hunde und 4 weitere Katzen leben. Grundsätzlich hat er keine Probleme mit anderen Tieren, soll aber aufgrund der Ansteckungsgefahr als Einzelkater oder zu einem anderen freundliche Leuki vermittelt werden. Auf der Pflegestelle hat er ein eigenes Zimmer, leider ohne Balkon. Daher sitzt er oft auf dem Fensterbrett und schaut in die Welt hinaus, die er früher im Sturm erobert hat. Piti ist ein gestandener Charakter – eigentlich ein Traumkater. Er ist lieb, offen, neugierig, für sein Alter sehr verspielt und unterhält sich gerne. Piti bestimmt beim Kraulen das Wann und Wie lange, gibt aber für katzenerfahrene Menschen sehr klare Signale, wann es reicht.

Fotos: P. Bartels

Piti ist FeLV positiv. Das Leukose-Virus ist für andere Katzen ansteckend und greift sein Immunsystem an. Dies ebnet den Weg für andere Erkrankungen (bakteriell oder viral). Er hat plasmazelluläre Stomatitis – eine Entzündung der Mundschleimhaut sowie einen Herpes-Virus im Maul. Bei der Behandlung des Herpes ist Erfahrung im Umgang mit Katzen ein Plus. Das Mittel muss ins Maul appliziert werden und das mögen die wenigstens Katzen. Er ist in keinster Weise aggressiv, man muss ihn halt ein bisschen überzeugen. Hilfreich ist es, ihn danach mit seiner abendlichen Futterration zu belohnen. Das Schmerzmittel bekommt Piti ins Futter, also unproblematisch. Aufgrund der Entzündung im Maul sabbert er leicht. Piti braucht Menschen, die ein ebenso großes Herz haben wie er und das restliche Stück seines Weges mit ihm gehen. Wie lange dieses Stück des Weges sein wird, kann man nicht sagen. Menschen, die über sein Gesabber hinwegsehen und stattdessen jeden Moment mit ihm genießen. Menschen, die „Katze“ lesen können oder bereit sind, dies zu lernen. Menschen, die keine anderen Tiere außer Leukis und keine Kinder haben, diese kennt Piti nicht. Ein gesicherter Balkon oder Katzenauslauf, um sich die Sonne auf den Bauch scheinen und den Wind um die Nase wehen zu lassen, wäre sehr schön – die Umstellung von „grenzenloser“ Freiheit zu „Einzelhaft“ hinterlässt auf seiner Seele erste Zeichen.

Piti wird kastriert und gechippt abgegeben.

Endlich wieder SAMT-Stammtisch

Von Eva Volk/SAMT e.V. Wir alle haben das Beisammensein mit Freunden und Bekannten schon sehr lange missen müssen. So hat auch der SAMT-Stammtisch notgedrungen eine Pause von rund anderthalb Jahren eingelegt. Der Austausch unter Tierfreunden konnte, wie so vieles andere auch, nur per Telefon, soziale Medien oder im allerkleinsten Kreis erfolgen.

Umso größer war natürlich die Freude, dass die derzeitigen Inzidenzwerte ein Treffen zuließen. Und so traf sich ein – wenn auch überschaubarer – Kreis von Gleichgesinnten, natürlich unter Einhaltung aller Bestimmungen der Corona-Schutzverordnung. 

Mann, war das herrlich! Endlich mal wieder Menschen von Angesicht zu Angesicht treffen und nicht per Zoom. Miteinander reden, lachen, Geschichten mit und ohne Bezug zum Tierschutz austauschen. Einfach zusammen sein!

Da merkt man erst so richtig, was die ganze Zeit gefehlt hat.

Und so wurde es ein langer Abend, da jeder soviel zu erzählen hatte. Das leibliche Wohl kam auch nicht zu kurz, aber am wichtigsten war das Miteinander.

Wir hoffen, dass die Lage stabil bleibt und zukünftige Stammtische möglich sein werden. Wir freuen uns jetzt schon noch viele mehr von Euch bald in lockerer Runden begrüßen zu dürfen!