Es ist Zeit – die Politik muss handeln!

Küken
Foto: Danganhfoto@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere/SAMT e.V. Seit 2002 ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Seit Dezember 2021 wird das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft von Cem Özdemir verantwortet.

Immer noch landen Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte von kranken Tieren auf unseren Tellern. Tiergerechte Haltungsbedingungen sind mehr als wichtig, aber kein Garant für Gesundheit. Gesundheitsdaten müssten erfasst, Betrieben zugeordnet und verglichen werden. Bei mangelhafter Tiergesundheit müsste der Betrieb zur Verbesserung verpflichtet werden und bei Wiederholung mit Konsequenzen wie z.B. der Streichung oder Kürzung von Agrarsubventionen rechnen. Müsste…

Damit wir uns nicht missverstehen: Wir sind für eine Beendigung der industriellen Tierhaltung. Uns ist aufgrund der Situation unserer „Nutz“tiere schon lange der Appetit vergangen. Solange aber der Großteil unserer Gesellschaft Tierprodukte konsumiert, haben wir zumindest die Pflicht, den Tieren ein schmerz- und leidfreies Leben zu ermöglichen.

Seit dem 01.01.2022 ist das industrielle Töten von männlichen Küken in Deutschland verboten. Scheinbar ein Erfolg für den Tierschutz. foodwatch hat nachgefragt und recherchiert: Wie ist es den geschlüpften männlichen Tieren ergangen? Keiner weiß es, oder besser, keiner will es wissen. Laut foodwatch wurden nachweislich mindestens 300.000 Tiere ins Ausland geschafft, zur Tötung, nicht zur Aufzucht. Solche Nachrichten zeigen, ohne staatliche Vorgaben und amtliche Kontrollen findet die Tierindustrie (von Tierhaltern kann man hier wohl nicht mehr sprechen) Schlupflöcher für ihr skrupelloses Verhalten.

Das Bundesministerium hatte bisher viel auf freiwillige Verpflichtungen gesetzt. Hoffentlich ändert es sich unter dem neuen Minister für Ernährung und Landwirtschaft. An den Tierschutz und seine Verantwortung für unsere „Nutz“tiere sollten wir ihn permanent, stetig und immer wieder neu erinnern.

Bitte unterstützt foodwatch und appelliert an Cem Özdemir für wirksame Maßnahmen: https://www.foodwatch.org/de/mitmachen/gesunde-tiere-statt-tierqual-label/

Aktuelles aus dem Tierschutz

Tierkrankenversicherungen – ohne geht es (fast) nicht mehr

Bastet mit Verband an der Pfote
Foto: B. Uhlig

Von Eva Volk/SAMT e.V. Viele haben es bereits mitbekommen, zum 22. November wurde die GOT (Gebührenordnung der Tierärzte) zum ersten Mal seit rund zwanzig Jahren umfassend angepasst. Nicht nur viele Neuerungen der letzten Jahre, die bisher nur sehr allgemein enthalten waren, wurden detailliert aufgenommen. Auch die Gebühren als solche wurden angepasst.

Dabei wurde vielen Entwicklungen Rechnung getragen, z.B. moderne Verfahren, gestiegene Lebenshaltungskosten, Anpassung an die allgemeine Lohnentwicklung, Aufnahme bisher vernachlässigter, aber wichtiger Leistungen usw. Unter dem Strich werden die tierärztlichen Leistungen deutlich kostspieliger. Unglücklicherweise hat der Gesetzgeber so lange gewartet, dass jetzt sozusagen der Rundumschlag fällig war. Dazu kann man stehen, wie man will, wir müssen damit umgehen.

Die neuen Gebühren sehen wir mit großer Sorge, denn für deutlich mehr Tierhalter werden notwendige Behandlungen unerschwinglich. Zu befürchten ist, dass diese deshalb unterlassen werden, was die Tiere dann ausbaden müssen. Ebenfalls befürchten wir, dass auf uns als Verein deutlich mehr Anfragen zwecks Unterstützung zukommen werden. Inwieweit wir dem noch Rechnung werden tragen können, wird sich zeigen, aber in Krisenzeiten bei sinkendem Spendenaufkommen sind auch unsere Ressourcen endlich.

Wir empfehlen dringend, eine Tierkrankenversicherung für jedes Tier abzuschließen. Bei Jungtieren ist dies in der Regel kein Problem, aber mittlerweile werden auch Tarife für deutlich ältere Tiere angeboten, die erschwinglich sind. Ein Vergleich der einzelnen Anbieter und ihrer unterschiedlichen Versicherungspakete (Vollschutz, OP-Versicherung etc.) ist für jeden Tierhalter geboten. Ein bisschen für die Tiere auf die hohe Kante legen, wird nicht mehr reichen, schon gar nicht, wenn eine OP ins Haus steht oder eine andere behandlungsintensive Maßnahme. Und der Notfall tritt manchmal schneller ein als erwartet.

Das Argument „wenn nie was ist, habe ich ja die ganzen Jahre umsonst gezahlt“ gilt nicht. Sind wir ehrlich, wir freuen uns alle, wenn wir nie einen Hausbrand haben und die Gebäudeschutzversicherung wirklich mal benötigen würden. Und wie schnell man die doch benötigt, haben wir alle letztes Jahr bei der Flut lernen können.

Daher nochmals die Bitte: Kümmert Euch schnellstmöglich um eine Tierkrankenversicherung, Eure Tiere zählen auf Euch.

Aktuelles aus dem Tierschutz

Katze Hope

Der Wert eines Lebens

Von Eva Volk/SAMT e.V. Wie beziffert man den Wert eines (Tier-)Lebens? Kann man nicht, werden die meisten sagen. Richtig. Anders gefragt: Wieviel Wert misst man diesem Leben bei?

Nun, wie der tagtägliche Einsatz im Tierschutz zeigt, sind Menschen diesbezüglich höchst unterschiedlich gestrickt. Und das unabhängig von der persönlichen Einkommenssituation. Ein paar Beispiele:

Wer kennt es nicht, überfahrene Katze auf der Straße, alle fahren vorbei oder drum herum, bloß nicht bei der Erledigung wahnsinnig wichtiger Dinge aufhalten lassen.

Ein abgemagerter Igel stolpert durch den Garten. Die Finder schnappen sich voller Sorge das Tierchen, düsen direkt zum Tierarzt und informieren die zuständigen Stellen bzw. Auffangstationen.

Manche glauben, sie sind aktive Tierschützer, weil sie ja in Facebook kommentieren. Am liebsten, indem sie Menschen beschimpfen, die dort posten, dass sie ein krank wirkendes Tier sichern konnten. Beliebtester Kommentar (sinngemäß): „Sie können die doch nicht ins Tierheim bringen, das arme Tier, das ist bestimmt nur ein Freigänger“.

Andere setzen Himmel und Hölle in Bewegung, um einen verletzten Reiher zu sichern. Nur um dann händeringend eine Unterbringungsmöglichkeit zu suchen, da die offiziellen Stellen einen schlanken Fuß machen und auf private – völlig überlastete und rein spendenfinanzierte Stellen – verweisen.

Viele verfluchen Tauben als Ratten der Lüfte und Krankheitsüberträger, ohne irgendeine Ahnung von der Materie zu haben und ohne eine Spur von Mitgefühl für Lebewesen, die genau wie alle anderen Schmerz und Hunger fühlen können.

Diese Liste könnte man endlos fortsetzen, aber hier mal ein wirklich schönes Beispiel, wie Zusammenarbeit einem Tier das Leben retten kann:

Beim Wegbringen des Grünschnitts fiel netten Menschen auf dem Gelände des Abfallentsorgers eine offensichtlich verletzte Katze auf. Ohne zu zögern informierten sie uns sofort. Nein, sie haben nicht weggesehen!

Keine zwanzig Minuten später vor Ort fanden wir eine offenbar schwer verletzte Katze vor, die beim Versuch zu flüchten nur noch auf den Vorderbeinen robbte, während die Hinterbeine hin und her schlugen. Der Anblick war wirklich entsetzlich.

Mit Müh und Not gelang es, das wehrhafte Tier in eine Transportbox zu bekommen. Zehn Minuten später waren wir beim Tierarzt. Der Verdacht auf Wirbelsäulenbruch bestätigte sich zum Glück nicht, dafür stand – auch nicht besser – eine Vergiftung mit Alpha-Chloralose im Raum. Auch dieser erhärtete sich während der stationären Unterbringung nicht. Trotz des schlechten Zustandes war auch noch eine OP nötig, da der Ultraschall offenbar ein abgestorbenes Kätzchen zeigte.

Schlussendlich stellte sich heraus, dass die zehn Monate alte Streunerin an neurologischer FIP leidet. Mittlerweile war sie vollständig gelähmt und erblindet.

Und jetzt? FIP ist mittlerweile behandelbar, aber eine Streunerin? Das ist ein nicht ganz günstiges Unterfangen.

Was für eine Frage. Wer sind wir, uns hier verweigern zu wollen? Jedes Leben hat einen Wert, egal ob teurer Rassehund oder ungewollter Streuner, egal ob Sofatiger oder hilfloser Igel. Der Wert ist nicht messbar, ein Leben, jedes Leben, ist unbezahlbar! Finden wir jedenfalls.

Die Therapie läuft vielversprechend! Also darf die kranke Mieze jetzt hoffen zu leben!

Ihr Name ist Hope.

Vielen Dank an alle Unterstützer, die bisher so kräftig für Hopes Behandlung gespendet haben. Wer sich noch anschließen möchte, kann das hier tun:

https://www.gofundme.com/f/hope-kmpft-gegen-neurofip-und-mchte-leben?qid=661f82faf054fffc6490d90d68268958

Friedenssymbole mit schlechtem Image

Taubenpärchen auf einem Zaun
Foto: GLady@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere /Samt e.V. Heute möchten wir Euch ein Haustier vorstellen, was als solches nicht wahrgenommen wird und welches dringend unsere Hilfe benötigt. Ein Tier was jeder kennt, dass den Frieden symbolisiert und eines der ältesten Haustiere des Menschen ist: die Taube.

Einst wurden aus den Felsentauben Haustauben gezüchtet. Unsere Stadttauben sind ihre Nachkommen, verirrte, ausgesetzte oder einfach entflogene Haustauben, also keine Wildvögel. Sie wurden mit Absicht so gezüchtet, dass sie sich stark vermehren. Heute ist diese starke Vermehrung ein Problem. Die Menschen fühlen sich genervt, haben Angst vor Krankheitsübertragungen und bezeichnen sie sogar als Ratten der Lüfte. Die Tauben haben zu Unrecht einen schlechten Ruf. Ihr Kot soll Gebäude beschädigen, was aber gar nicht stimmt. Taubenkot greift steinartige Untergründe gar nicht an (Prüfbericht Universität Darmstadt 2004). Von Tauben gehen keine größeren gesundheitlichen Gefahren aus als von anderen Vögeln und Tieren auch.

Tauben sind intelligente Vögel, sie haben früher Nachrichten für Menschen übermittelt. Sie sind gesellige Vögel, die gemeinsam brüten, fressen, schlafen und baden. Sie leben in fester Paarbindung und sie sind standorttreu. Ihre Standorttreue macht sich der „Taubensport“ zu Nutze. Weil die Taube nach Hause möchte, versucht sie zurückzufliegen, auch wenn sie das ihr Leben kostet.

Der Hauptbestandteil der Nahrung von Tauben ist fast ausschließlich pflanzlich, wie Samen und Körner. Sie haben es schwer, in Städten Futter zu finden. Die Taube frisst hungrig alles, was sie findet, um zu überleben. Tauben bewegen sich nur in einem begrenzten Radius, wo sie Futter suchen.

Fütterungsverbote führen dazu, dass die Tiere qualvoll verhungern. Eine tierfreundliche Lösung, die Vermehrung der Tauben zu kontrollieren, sind betreute Taubenschläge, in denen die Tiere versorgt und an den Ort gebunden werden. Tauben können dort Paare bilden und brüten. Die Eier werden gegen Attrappen ausgetauscht. Der Deutsche Tierschutzbund hat schon seit 02/2017 ein Konzept für Gemeinden mit einem sinnvollen Taubenschutz erstellt.

Tauben sind empfindsame, friedliche Lebewesen, die Schmerz und Leid empfinden. Es sollte ihnen mit Respekt begegnet werden.

Leider ist dies oft nicht der Fall. Das jüngste Beispiel: Am 14. Mai kämpfte am Münchner Hauptbahnhof eine Taube tagelang in einem defekten Taubenabwehrnetz verzweifelt um ihr Leben und verstarb qualvoll, weil die Deutsche Bahn München keine Hilfe leistete und angebotene Hilfe nicht zuließ bzw. verhinderte.

Wenn Ihr auch Aufklärung dieses Vorfalls und ein Umdenken im Taubenschutz möchtet, dann unterschreibt nachfolgende Petition:

https://chng.it/cfzfgkfKnt

Rinder, Schweine, Hühner… helfen, aber wie?

Kalb schaut in die Kamera
Foto: kadres@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere /SAMT e.V. Oftmals stellt sich im Tierschutz die Frage, wie man sich engagieren kann, wenn man etwas bewegen möchte. Aus diesem Grunde möchten wir heute die Albert-Schweitzer-Stiftung vorstellen. Sie ist eine deutschlandweit tätige Tierschutz- und Tierrechtsorganisation, die sich für die sogenannten Nutztiere in der Landwirtschaft einsetzt. Sie vertritt die Auffassung, dass die Nahrungsmittelproduktion mit Tieren der Bereich ist, in dem Menschen weltweit am meisten Leid und Tod verursachen.

Die Stiftung versucht, die Haltungsbedingungen dieser Tiere zu verbessern und setzt sich für einen verringerten Konsum von Tierprodukten ein. Das langfristige Ziel der Stiftung ist die Abschaffung der Massentierhaltung und eine möglichst große Verbreitung der veganen Lebensweise. Durch Gespräche u. a. mit Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel versucht die Stiftung höhere Tierschutzstandards zu erzielen, Tierprodukte zu reduzieren oder das vegane Angebot zu stärken. Sie führt aber auch Kampagnen gegen Unternehmen, die nicht dialogbereit sind.

Die Albert-Schweitzer-Stiftung arbeitet mit anderen Tierschutzorganisationen zusammen, um Missstände (z.B. in der Hühnermast) zu beenden. In vielen Städten gibt es regionale Aktionsgruppen. Unter dem Namen Vegan Taste Week bietet die Albert-Schweitzer-Stiftung Tipps und Rezepte für eine pflanzliche Ernährung.


Wer regelmäßig aktuelle Informationen zu Tierschutzthemen erhalten möchte und z.B. Kampagnen unterstützen möchte, die den Tieren helfen, der sollte sich beim kostenlosen Newsletter anmelden. Dieser ist sehr informativ und wir können ihn nur empfehlen.

https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuelles/newsletter

Ohne Ehrfurcht vor dem Leben hat die Menschheit keine Zukunft
Albert Schweitzer

Tierversuche durch die Hintertür

Foto: tiburi@pixabay

Tierversuche in der EU für Kosmetik verboten – oder etwa doch nicht?

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere/SAMT e.V. Im April 2021 haben wir im Newsletter, aufgrund des immer am 24.04. stattfindenden Tag des Versuchstiers, darüber informiert, wie viele Tierversuche in Deutschland stattfinden, dass es verschiedene Schweregrade der Tierversuche gibt, die Tiere entsetzliche Qualen leiden und auch sterben. Fortschritt ohne Tierleid ist möglich und wichtig ist (nachzulesen im NL Ausgabe 43 April 2021).

Der deutsche Tierschutzbund macht eindringlich darauf aufmerksam, dass immer noch Tierversuche für Kosmetika durchgeführt werden, obwohl diese eigentlich nicht mehr durchgeführt werden dürfen. Beim Tierversuchsverbot für Kosmetika gibt es riesige Schlupflöcher, die dazu führen, dass Tiere dafür immer noch unglaublich leiden und sterben. Hersteller können chemische Substanzen in Kosmetikprodukten verwenden, für die Tierversuche vorgeschrieben sind. Das EU-Parlament hatte die EU-Kommission im September 2021 aufgrund einer Mehrheit von 97 % aufgefordert, einen Ausstiegsplan aus Tierversuchen zu erarbeiten. Nun können sich EU-Bürger ebenfalls an die EU-Kommission wenden für eine schrittweise Abschaffung aller Tierversuche in Europa und auch dafür, dass das Verbot von Tierversuchen für Kosmetik eingehalten wird, und um es zu stärken. Dafür müssen Rechtsvorschriften geändert werden. Das furchtbare Leiden der Tiere in Versuchslaboren – auch für Kosmetikprodukte – die genau wie wir Menschen Schmerzen und Angst, Todesangst empfinden, sollte endlich aufhören. Es gibt genug Alternativen, die gefördert und genutzt werden sollten.

Damit eine Änderung des EU-Rechts in Erwägung gezogen wird, muss mindestens eine Million EU-Bürger die nachfolgende Petition unterschreiben.

https://www.tierschutzbund.de/news-storage/tierversuche/090322-eu-buergerinitiative-will-bedrohtes-eu-tierversuchsverbot-fuer-kosmetika-retten/

Seid Ihr auch dabei?

Der Krake

Foto: edmondlafoto@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere/SAMT e.V. Heute möchten wir Euch ein geheimnisvolles Tier vorstellen, welches am Meeresgrund lebt und fester Bestandteil der Mythologie ist: Der Krake.

Auch heute noch gibt der Krake den Menschen Rätsel auf. Kraken sind weitaus intelligenter, als Forscher lange Zeit angenommen haben. Kraken sind in der Regel ungefährlich und nicht aggressiv.

Kraken haben drei Herzen und ein hochentwickeltes Nervensystem, welches besonders komplex ist. Sie besitzen Linsenaugen, die im Gegensatz zu denen der Wirbeltiere dem Licht zugekehrt sind und auf diese Weise mit den Sinneszellen der Netzhaut direkt zum Licht weisen. Die Arme und besonders die Saugnäpfe sind stark mit Nerven durchzogen. Kraken denken nicht nur mit dem Kopf, sondern mit ihrem gesamten Körper. Das Gehirn der Kranken ist sehr leistungsfähig und sie sind sehr intelligente Tiere. Es hat sich gezeigt, dass sie sehr komplexe Aufgaben lösen können, wie z. B. Gläser mit Schraubverschluss öffnen. Sie sind fähig, absichtsvoll zu handeln und Probleme zu lösen. Sie sind in der Lage zu lernen. Ihre Verteidigungs- und Jagdstrategien lassen auf ein beträchtliches Denkvermögen schließen. Bei Gefahr stoßen sie eine Farbwolke aus, um sich unbemerkt in Sicherheit zu bringen. Sie können sich tarnen und verschiedene Farben und Muster annehmen, und zwar blitzschnell. Sie sind neugierig und spielen gerne. Vor allem aber können Kraken, wie man mittlerweile festgestellt hat, Schmerz erleben, und zwar körperlich wie auch emotional. Ein Krake ist sich dessen bewusst, was er erlebt hat und erlebt; er kann sich erinnern.

Und nun sollen diese hochsensiblen Tiere zu Hunderttausenden in beengten Becken gezüchtet und wegen ihres Fleisches getötet werden. Es soll auf Gran Canaria die erste Intensivtierhaltung für Kraken entstehen. Eine solche Haltung würde für die Tiere extremes und anhaltendes Leid bedeuten. Wie sie dort sterben müssten, möchte man sich gar nicht vorstellen. Um die Kraken richtig zu ernähren, müssten wohl wild lebende Meerestiere gefangen werden, was die Überfischung der Meere vorantreiben würde.

Wenn auch Ihr dies nicht möchtet, dann unterschreibt doch bitte die folgende Petition, um den Kraken zu helfen, damit sie dort artgerecht leben, wo sie hingehören, nämlich auf den Meeresgrund in Freiheit.

Helfen Sie uns, die erste Kraken-Farm der Welt zu stoppen | PETA

Das Leiden der „Nutz“tiere

Foto: hans@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere/SAMT e.V. Es geht auch 2022 weiter, wenn wir nicht hinsehen und gemeinsam aktiv werden.
Wisst ihr, was eine Tierkörperbeseitigungsanlage ist? In diesen Anlagen werden verendete Zootiere, Haustiere, Schlachtabfälle usw. entsorgt, dann „verwertet“, z.B. zu organischem Dünger, Tiermehl, Fleischfuttermehl, oftmals auch nur verbrannt. Dort landen auch Tiere, die zu krank für den Schlachthof sind. 1/5 der Schweine aus deutschen Tierställen überleben die Mast nicht – das sind 13.6 Millionen Schweine im Jahr! Für uns eine unvorstellbare Zahl. Diese Tiere verenden, weil es katastrophale Haltungsbedingungen in der „Nutz“tierhaltung gibt. Derzeit finden kaum Kontrollen über tierschutzrelevante Befunde und Fehltötungen in den Tierkörperbeseitigungsanlagen statt.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover hat bereits 2017 eine Studie über die Missstände veröffentlicht. Report Mainz, der NDR berichteten und Veterinärmediziner beklagen die Zustände seit Jahren. Selbst der Bauernverband ruft zur Einhaltung von Gesetzen und ethischen Normen auf. Alle sind sich einig und dennoch passiert kaum etwas. In der Politik wird die Verantwortlichkeit zwischen Land und Bund hin und her geschoben.

Wir fordern die Verantwortlichen zum Handeln auf. Bitte unterstützt mit uns die Petition:

Bessere Kontrollen für Tierkörperbeseitigungsanlagen

Das Gesetz ist eindeutig:

Tierschutzgesetz
§ 17 

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

  1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder
  2. einem Wirbeltier

a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder

b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.

Plagegeister

Foto: JerzyGorecki@pixabay

Von Beate Uhlig/SAMT e.V. Gefühlt ist ja mittlerweile jedes Jahr ein Zeckenjahr, oder? Ich persönlich habe in den vergangenen Monaten einige von mir runtergesammelt, die meisten hatten sich zum Glück noch nicht festgebissen. Das bleibt leider nicht aus, wenn man wie ich viel draußen unterwegs ist. Genau wie viele unserer Haustiere, die sicherlich noch deutlich häufiger von Zecken befallen werden.

Diese Plagegeister können nicht nur für Menschen gefährlich werden, sondern auch für Hund, Katze & Co. Wie entfernt man die Blutsauger eigentlich richtig? Und vor allem, wie verhindert man, dass sie unsere Tiere erneut befallen?

Zecken können gefährliche Infektionskrankheiten auf Haustiere übertragen, z.B. Anaplasmose, Babesiose („Hundemalaria“), Borreliose und Ehrlichiose. Eine Übertragung von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), wie beim Menschen, ist dagegen bei Tieren sehr selten. Unbehandelt verlaufen diese Krankheiten oft akut oder manchmal sogar tödlich. Daher ist Vorbeugung außerordentlich wichtig.

Nach Spaziergängen, Ausflügen oder Weidegang sollten die Tiere immer gründlich nach Zecken abgesucht werden. Je eher die Zecke entfernt wird, umso besser. Besonders die gefäßreichen, dünnhäutigen Partien an Kopf, Hals, Schultern und Achseln sind bei den Parasiten beliebt. Hochsaison haben sie von März bis Oktober. Aber bei unseren mittlerweile vermehrt milden Wintern sind sie inzwischen bald rund ums Jahr aktiv.

Hat sich die Zecke bereits festgebissen, entfernt man sie am besten mit einer speziellen Zeckenzange unter sanftem Zug aus der Haut, ohne das Tier zu quetschen. Keinesfalls sollte man sie mit Öl oder anderen Flüssigkeiten versuchen abzutöten, wie es mir meine Eltern noch beigebracht haben, denn gerade im Todeskampf bringen Zecken ihren möglicherweise infektiösen Speichel vermehrt in die Wunde ein.

Sollte der Kopf einmal stecken bleiben, ist das kein Drama. Der richtet keinen Schaden mehr an und wächst heraus wie ein Splitter. Wird er herausgepult, ist der Schaden oft größer.

Ein Absuchen des Tieres bietet nicht immer Sicherheit. Im dichten Fell werden besonders die kleineren Zecken, die kleiner als ein Stecknadelkopf sein können, gern übersehen. Schutz über einen längeren Zeitraum bieten verschiedene Präparate wie Sprays, Halsbänder und Spot-on, die zum einen eine abschreckende Wirkung auf Zecken haben, zum anderen eine abtötende. Sprays haben den Nachteil, dass giftige Bestandteile eingeatmet werden können. Sie werden am ehesten bei schon massiv befallenen Tieren eingesetzt. Halsbänder sollten nicht für Katzen verwendet werden, weil sie sich damit strangulieren können. Spot-on-Präparate, die im Nacken aufgetragen werden, sollten unbedingt nur für die jeweils zugelassene Tierart verwendet werden. Präparate für Hunde auf Katzen oder Kaninchen angewendet, können diese schwer bis tödlich vergiften!!! Für Hunde stehen zudem Impfungen zur Verfügung, die jedoch nicht vor allen Erregern schützen und z.T. auch nur vor einem schweren Verlauf. Wie fast immer gilt, Finger weg von fragwürdigen Hausmittelchen, wie beispielsweise Knoblauch. Wer sich nicht an dem Geruch stört, darf das gern bei sich selber ausprobieren, für Tiere ist er jedoch – wie alle Zwiebelgewächse – giftig.

Abschließend bleibt noch ein Aspekt zu betrachten: Wir alle verteufeln die fiesen Blutsauger, da nehme ich mich nicht heraus. Aber wie alles in der Natur haben auch Zecken ihren Platz und ihre Aufgabe. Sie dienen heimischen Vögeln als Nahrung und wiederum anderen Parasiten wie Pilzen, Fadenwürmern oder Erzwespen als Wirt. Sie helfen dabei, die Population anderer Lebewesen zu regulieren und wirken auf sie als Immunstärker und Evolutionsbeschleuniger, was langfristig einen positiven Einfluss auf eine Tierart haben kann.

Da ich an dieser „Regulierung“ nur sehr ungern teilnehmen möchte, besorge ich mir jetzt lieber doch mal flott ein Mittel zur Zeckenabwehr…

Der Igel verliert qualvoll den Kampf gegen Mähroboter und Co.

Foto: Irene Launer-Hill

Von Kerstin Martensen/ SAMT e.V. Man kann Igel und andere Kleintiere vor diesem Ende schützen, indem man vor dem Einsatz des Mähroboters immer die Büsche und Sträucher im Garten kontrolliert. Auch Motorsensen, Freischneider und Fadenmäher werden den Tieren gefährlich.

Das Versprechen der Anbieter, dass die selbständigen Mähhilfen Hindernissen ausweichen, wird in vielen Fällen nicht gehalten.

Igel sind nachtaktive Tiere und man erhofft ausreichenden Schutz, indem man den Mähroboter nur tagsüber einsetzt. Allerdings hat sich die Situation der Igel verändert. Vielerorts wird der Lebensraum der Igel eingeschränkt und auch durch die längeren Trockenphasen finden sie nicht mehr genügend Insekten. Dies nötigt die Igel auch tagsüber nach Futter zu suchen.

In den vergangenen Wochen, seit Ende April, wurden allein dem Jülicher Verein SAMT 13 Igel mit schweren Verletzungen gebracht. Ihre kleinen Gesichter zerschnitten und zum Teil waren auch die Füße bis zum Knochen abgetrennt. Fast alle Igel mussten von ihren Qualen von einem Tierarzt erlöst werden, nur einer hat überlebt.

Neben dem Straßenverkehr, der jährlich eine halbe Millionen Igel das Leben kostet, kommt seit einiger Zeit auch noch diese neue Bedrohung durch den Mähroboter hinzu.

Wir bitten alle Mitbürger nicht wegzusehen, wenn ein Igel in Not ist. Viele Tierärzte behandeln Igel kostenfrei, nur die Medikamente müssen bezahlt werden. Bitte lassen Sie auch schwerverletzte Igel nicht liegen; der Tierarzt kann dem Tier stundenlange Schmerzen und Qualen ersparen, wenn er es gleich erlöst.

Wir gönnen jedem seinen Mähroboter – und jedem Igel sein Recht auf Leben!