Umgang mit Totfunden

Von Eva Volk/ SAMT e.V. Aus gegebenem Anlass möchten wir an dieser Stelle den besten Umgang mit tot aufgefundenen Katzen und Hunden erläutern.

Leider kommt es immer wieder vor, dass unsere geliebten Haustiere – meistens die Katzen – einen tödlichen Zusammenstoß mit einem Auto erleiden. Das ist schrecklich für die Besitzer, sofern sie denn überhaupt Gewissheit über das Schicksal ihres Tieres erlangen.

Was also tun, wenn man eine tote Katze findet?

Liegt das Tier auf der Straße, so legt man es gut sichtbar an den Rand oder noch besser auf den Grünstreifen, damit das arme Tier nicht noch öfter überrollt wird.

Nicht mitnehmen und erst recht nicht beerdigen! Ja, es ist schrecklich, aber wie soll der Besitzer sein Tier finden, wenn es ruckzuck entfernt wird. Vielleicht sucht er es verzweifelt und hat einfach keine Chance, weil es entfernt wurde.

Umgehend einen Tierschutzverein informieren. Am besten mit detaillierter Ortsangabe und, falls möglich, mit Foto für die Besitzersuche in sozialen Netzwerken. Der Verein schickt jemanden, der nach Chip und Tätowierung schaut und informiert Tasso sowie Findefix.

Für viele Gemeinden gilt leider: Nicht (!) selbst Ordnungsamt oder Bauhof informieren. Leider wird dann häufig das Tier erstaunlich schnell entsorgt ohne nach einer Kennzeichnung zu sehen. Teilweise haben die Ämter kein Chiplesegerät oder es kommt einfach nicht zum Einsatz. Selbst wenn sich dann auf anderem Wege der Besitzer noch findet, ist es längst zu spät. Bei Bedarf werden die Ämter vom zuvor gerufenen Tierschutzverein informiert.

Bitte immer daran denken, dass viele Besitzer unendlich leiden, wenn ihr Familienmitglied spurlos verschwindet. Die Nachricht zu erhalten, dass das geliebte Tier nie wieder nach Hause kommen wird, ist mit Sicherheit ein Albtraum. Dennoch ist es besser Gewissheit zu haben und sich verabschieden zu können, als sich mit Sorge und Ungewissheit zu quälen.

Bitte ermöglicht dem Besitzer ein letztes „Auf Wiedersehen, ich hab Dich lieb“.

Stillleben Katze
Foto: Lumania@pixabay

Neue Notdienstgebühren der Tierärzte

Von Eva Volk/ SAMT e.V. Die von der Bundesregierung beschlossene und vom Bundesrat zustimmend beschiedene Änderung der GOT (Gebührenordnung der Tierärzte) bezüglich der Notdienstgebühren ist Mitte Februar in Kraft getreten. Es gelten nun neue Gebühren.

Die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst:

  • Der Notdienst beginnt werktags um 18 Uhr und endet um 8 Uhr des Folgetags. Freitags beginnt er ebenfalls um 18 Uhr und endet um 8 Uhr Montagmorgen. An gesetzlichen Feiertagen gilt der Zeitraum von 0 bis 24 Uhr als Notdienst. In diesen Zeiten gelten die neuen Gebühren.
  • Bietet der Tierarzt reguläre Sprechzeiten in den Abendstunden z.B. bis 20 Uhr oder samstags z.B. von 9 bis 12 Uhr an, handelt es sich NICHT um Notdienst. Es werden nur die „normalen“ Gebühren herangezogen, die je nach Praxis den einfachen bis dreifachen Gebührensatz betragen, abhängig von Ausstattung mit Equipment, Personal und Kompetenzen.
  • Generell wird im Notdienst eine Pauschale von € 50 netto, also € 59,50 brutto fällig, quasi eine Art Eintrittsgeld. Werden mehrere Tiere eines Tierhalters gleichzeitig im Notdienst vorgestellt, fällt die Pauschale nur einmalig an.
  • Die einfachen Gebührensätze erhöhen sich im Notdienst zwingend auf mindestens das Zweifache bis auf maximal das Vierfache. Letzteres im Wesentlichen bedingt durch die Schwierigkeit und die zeitliche Dauer der Leistung. Bei Hausbesuchen im Notdienst wird zusätzlich noch ein Wegegeld berechnet (€ 3,50 je Doppelkilometer, mindestens € 13).
Katze beim Tierarzt
Foto: skeeze@pixabay

Zu befürchten ist, dass viele Tierhalter aus finanziellen Erwägungen das betroffene Tier in einem Notfall lieber erst am Montag einem Tierarzt vorstellen. Aus langjähriger Erfahrung zeigt sich, dass das häufig eine ganz schlechte Idee ist.

Es ist dringend zu empfehlen, im Falle des Falles wenigstens telefonisch Kontakt aufzunehmen und die Symptome zu schildern, damit zumindest anhand dessen beurteilt werden kann, wie hoch die Dringlichkeit einer Behandlung ist.

Ihr Tier zählt auf Sie!

Unterschätzte Gefahr aus dem Blumentopf

Von Beate Uhlig/SAMT e.V. Zierpflanzen üben eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf so manches Haustier, besonders Katzen aus, ob als Snack oder nur zum Spielen. Das ist oft fatal, denn nicht wenige Pflanzen sind hochgiftig. Besonders junge Kätzchen sind gefährdet, wenn Sie in ihrer Unerfahrenheit alles mit dem Geschmackssinn untersuchen wollen.

Tulpe
Tulpe (Foto: anelka@pixabay)

Solche Unfälle sind vermeidbar, die Liste der giftigen Pflanzen lang. Hier einige Beispiele:
• Agave, Alpenveilchen, Aloe-Arten, Azalee, Aralie, Avocado
• Baumfreund (Philodendron), Birkenfeige, Buchsbaum, Buntwurz
• Calla, Christrose, Chrysanthemen, Chili
• Dieffenbachia, Dipladenie, Drachenbaum
• Edelweiß, Efeu, Eisenhut, Einblatt, Engelstrompete, Efeutute
• Farn-Arten, Fensterblatt, Fingerhut, Flieder, Ficus (Gummibaum)
• Geranien, Ginster, Goldregen
• Heckenkirsche (rot), Hortensien, Hyazinthen
• Kakteen, Krokus, Kalanchoe, Knollenbegonie
• Liliengewächse, Liguster, Lorbeeren
• Magnolien, Maiglöckchen, Märzenbecher, Mistel
• Nachtschattengewächse, Narzissen
• Oleander, Osterglocke, Orchideen
• Passionsblume, Primel
• Ritterstern
• Stechpalme, Spindelbaum
• Tabakpflanze, Tollkirsche, Tulpe (bes. das Wasser bei Schnittblumen), Tomatenpflanze
• Wolfmilchsarten, Weihnachtsstern, Wunderstrauch, Wandelröschen
• Yucca
• Zierpaprika

Efeutute
Efeutute (Foto: sweetlouise@pixabay)

Aber als Tierhalter muss man nicht auf dekoratives Grün verzichten. Ungiftig sind z.B.:
• Bambus
• Dickblatt-Arten, z.B. Geldbaum
• Grünlilien
• Hibiskus
• Maranten
• Palmen
• Schamblume
• Tillandsie
• Usambaraveilchen
• Zimmertanne
• Zyperngras
Die Alternative zu ungiftigen Pflanzen sind unzugängliche Pflanzen, z.B. in Ampelkörben oder hinter Glas. Gerade bei reinen Stubentigern empfiehlt sich, Katzengras und Katzenminze aufzustellen. Dann verlieren sie oft von ganz allein das Interesse an anderen Pflanzen.

Grünlilie
Grünlilie (Foto: Beate Uhlig)

Symptome, die auf eine Vergiftung hinweisen können:
• Erbrechen
• Geweitete Pupillen
• Starkes Speicheln, Schaum vor dem Maul
• Durchfall oder Verstopfung
• Zittern, Taumeln, Krämpfe
• schwacher Puls
• langsamer, angestrengter Atmen
• Benommenheit
• zentrale Lähmungen
• Herz- und Kreislaufkollaps

Bei Verdacht auf eine Vergiftung immer sofort zum Tierarzt! Nicht abwarten!

Kampagne des Monats

Von SAMT e.V. Neben der eigenen wichtigen Tierschutzarbeit möchte SAMT e.V. auch andere Tierschutzprojekte unterstützen, deren Themen über die eigentliche Vereinsarbeit hinausgehen. Daher machen wir an dieser Stelle regelmäßig auf Kampagnen aufmerksam, an denen sich jeder Interessierte ganz einfach online beteiligen kann.

eine Maus alsVersuchstier
Foto: tiburi@pixabay

Barbarische Tierversuche in Hamburg

Die Bilder sind schockierend und kaum erträglich, welche die SOKO Tierschutz zusammen mit Cruelty Free International im Laboratory of Pharmacology (LPT) in Hamburg aufgedeckt haben. Man kann kaum hinschauen, aber vom Wegsehen werden die Zustände bestimmt nicht besser.

Die schrecklichen Bildern und Videoaufnahmen zeigen, wie wehrlose Tiere im Namen der Forschung gequält und misshandelt werden. Das LPT ist mit rund 12.000 Tieren (darunter Hunde, Affen, Katzen und Kaninchen) eines der größten Versuchslabore der EU.

Durch die Aufnahmen der SOKO Tierschutz wissen wir: Die Affen werden in kleinen Käfigen gehalten ohne Beschäftigungsmöglichkeiten, viele von Ihnen haben Zwangshandlungen entwickelt und drehen sich nur noch ununterbrochen im Kreis. Sie werden an ihren Köpfen für Versuche fixiert und mit äußerster Grobheit bestraft, sodass Sie blutige Verletzungen erleiden. Die Beagle bekommen Menschen nur zu Gesicht, wenn Fütterungszeiten sind oder sie für die Versuche abgeholt werden. Und selbst dann noch wedeln sie freudig mit ihrem Schwanz, so sehr sehnen sie sich nach der menschlichen Fürsorge. Die restliche Zeit vegetieren sie in ihren Zwingern, welche blutverschmiert sind durch die Vergiftungssymptome der Tiere, bis zu dem Moment an dem sie einsam und qualvoll sterben.

Über 7300 Menschen demonstrierten am 19.10. in Hamburg gegen das Tierversuchslabor. Doch der Protest darf nicht aufhören. Deshalb unterstützt bitte diese Petitionen:

https://www.change.org/p/stoppt-tierversuche-schließt-das-lpt-laboratory-of-pharmacology-and-toxicology-hamburg-juliakloeckner-bgv-hh

https://www.change.org/p/barbarische-tierversuche-in-hamburg-endlich-beenden

Über die Arbeit des SOKO Tierschutz:

https://www.soko-tierschutz.org/

 

 

Niederlande verbieten Zucht von brachycephalen Hunderassen

Von Eva Volk/SAMT e.V.  Beim Tierschutz sind uns unsere niederländischen Nachbarn mal wieder einen großen Schritt voraus. Ab Juni hat die Regierung die Zucht von brachycephalen Hunden verboten.

Brachycephalie ist der Fachbegriff für eine angeborene Schädeldeformation, die landläufig als Kurzköpfigkeit bezeichnet wird. Was früher nur ab und an zu beobachten war, trifft man heute an jeder Ecke. Warum? Weil man damit Geld verdienen kann. Denn Menschen lieben nun mal das Kindchenschema, also rundes Köpfchen, Kulleraugen und Stupsnase. Klassische Reaktion auf entsprechende Hunde: „Oooh, wie niiiiiiedlich!!!!!!“.

Mops
Foto: carinakrammer@pixabay

Was machen daher die Züchter seit Jahrzehnten? Sie züchten gezielt diese ursprüngliche Missbildung bis zum Exzess und auf Kosten der Gesundheit der Tiere. Mittlerweile kurzköpfige Rassen wie Mops, französische und englische Bulldogge, Pekinese, Shi-Tzu, um nur einige zu nennen, kommen bereits mit schwerwiegenden Atemproblemen auf die Welt. Das gilt im Übrigen genauso für Katzenrassen wie z.B. Perser. Die Besitzer dieser Tiere finden ihr Schnarchen zumeist herzallerliebst, es entsteht jedoch durch die verengten Atemwege. Auch das nach Luft japsen nach nur kurzen Anstrengungen ist der weggezüchteten Nase zu verdanken. Da das Hecheln nicht richtig funktioniert und kaum Luft über die Nase einströmt, kann die normalerweise hierdurch entstehende Abkühlung des Hundes nicht vollumfänglich stattfinden. Somit leiden diese Tiere besonders bei Hitze und bei Belastung und fallen manchmal sogar aus Atemnot in Ohnmacht. Das Tier bekommt sein Leben lang nicht genug Luft. Im Alter verschlimmert sich die Symptomatik weiter und irgendwann hilft – vielleicht – nur noch eine teure Operation.

Medizinisch betrachtet handelt es sich um Qualzuchten, aber egal, Hauptsache niedlich. Wirklich? Und solch ein armes Wesen soll unser Familienleben begleiten?

In Anbetracht des Krankheitsbildes der genannten Rassen kann man die Entscheidung der Niederländer nur ausdrücklich begrüßen. Direkt nach Bekanntgabe der Regelung entschied der niederländische Zuchtverband Commedia, die Zucht kurzköpfiger Möpse sofort einzustellen.

Wünschenswert wäre ein entsprechendes Engagement des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH). Dort sieht man sich diesbezüglich auf einem guten Weg, da es ja schließlich vorgeschriebene Belastungstests für die Zuchtzulassung gibt.

Hier ein kleiner Auszug:
Der Hund wird unmittelbar vor dem Belastungstest durch den Tierarzt untersucht (u.a. Herzfrequenz und Atemgeräusche in Ruhe). Danach muss der Hundeführer mit seinem angeleinten Hund in beliebiger Gangart eine fest vorgegebene Strecke von 1.000 m in maximal 11 Minuten absolvieren. Es folgen dann weitere Untersuchungen des Tierarztes direkt nach dem Belastungstest sowie nach 5- und 10-minütiger Erholung (Herzfrequenz und Atemgeräusche). Nach 10 Minuten bzw. spätestens nach 15 Minuten müssen sich die Herz- und Atemfrequenz normalisiert haben, um den Belastungstest zu bestehen.

Dazu mag sich jeder seine eigene Meinung bilden. Es wurden jedenfalls schon Großmütter am Rollator gesichtet, die schneller liefen und sich deutlich schneller erholten.

Wo ist eigentlich die deutsche Regierung bei diesem Thema? War da nicht was mit Tierschutz im Grundgesetz? Wir warten mit Spannung, ob die zuständige Ministerin irgendwann dazu eine Meinung haben wird.

Dringender Notfall

18 Katzen suchen kurzfristig ein Zuhause

Von SAMT e.V. Auf einen Schlag suchen 18 Katzen ein (zumindest vorübergehendes) Zuhause, und das bis Ende September. Sie verlieren leider aufgrund akuter gesundheitlicher Probleme der Besitzer ihr bisheriges Heim. Unglücklicherweise sind die SAMT-Pflegestellen zum jetzigen Zeitpunkt fast zu 100 % ausgelastet. Wir suchen daher dringend Helfer, die bereit wären, ein oder zwei Katzen bei sich aufzunehmen und zu beherbergen, bis sie vermittelt werden können oder Plätze auf Pflegestellen freiwerden.

Es handelt sich durchgehend um freundliche Katzen und Kater, teils Waldkatzen, teils EKH, die sich alle prächtig miteinander verstehen. Einige sind sehr verschmust, andere etwas schüchtern, aber alle sind einfach nur lieb. Es sind ausschließlich reine Wohnungskatzen im Alter von ca. 10 bis 16 Jahren. Sie leben derzeit noch mit 2 Schäferhunden zusammen, sind also hundeverträglich.

Wer helfen kann, meldet sich bitte bei SAMT e.V. Jülich
0157-76810046 oder 0173-9423672

Wir zählen auf Euch! Bitte helft den alten Menschen und den Katzen!

Meldung bitte gern auch weiterleiten!

Katzen aus Notfall-Abgabe

Fotos: Lisa Kasrow

 

Salzvergiftung bei Tieren – Die Dosis macht das Gift

Von Eva Volk/SAMT e.V. Erstmal vorweg: Tiere dürfen und müssen Salz in einer ausgewogenen Ernährung erhalten. Es ist unverzichtbar für den Stoffwechsel. Wildlebende Hunde und Katzen haben bei der richtigen Salzversorgung kein Problem, denn sie fressen andere Tiere und in deren Blut ist nun mal Salz.

Salzkörner
Foto: congerdesign@pixabay

Unsere tierischen Mitbewohner werden i.d.R. durch die gängigen Nass- und Trockenfuttersorten ausreichend mit Salz versorgt. Nichtsdestotrotz haben viele Katzen und Hunde ein Faible für besonders salzige „Leckerlis“. So lieben Katzen z.B. Chips, Hunde schnappen sich auch gern mal einen Brühwürfel. Salzlampen werden von manchen Tieren mit Begeisterung abgeschleckt. Auch salzhaltige Badezusätze wurden schon verschlungen.

Natürlich sind ein, zwei Chips nicht direkt lebensbedrohlich, allerdings sollte der Stubentiger nicht mit der ganzen Tüte allein gelassen werden. Irgendwann wird es dann doch des Guten zu viel. Insbesondere wenn parallel nicht genug Wasser zur Verfügung steht.

Der erhöhte Salzspiegel in Blut und Gewebe führt zu Ödemen und erhöhtem Blutdruck. Ebenfalls kann das Gehirn anschwellen. Insbesondere Tiere, die bereits an Herz, Leber oder Nieren erkrankt sind, werden hierdurch zusätzlich belastet. Im schlimmsten Fall kann Nierenversagen die Folge sein.

Katze beim Trinken
Foto: rihaij@pixabay

Woran erkennt man eine mögliche Salzvergiftung? Mögliche Symptome sind u.a. Erbrechen und Durchfall, starker Durst, Zittern und neurologische Ausfälle. Dies kann natürlich auch für ungefähr hundert andere gesundheitliche Probleme sprechen, aber wenn der Verdacht besteht, dass Hund oder Katze zuviel Salz konsumiert haben, sind es zumindest Hinweise.

In jedem Fall sollte das Tier bei den genannten Symptomen umgehend einem Tierarzt vorgestellt und dieser auf den Verdacht der übermäßigen Salzaufnahme hingewiesen werden. Der Tierarzt kann den Natrium- und Chloridspiegel des Blutes bestimmen und falls notwendig mit Infusionen wieder auf Normalwerte bringen. Parallel werden die Elektrolyte und der Blutdruck überwacht und die Dehydrierung behandelt.

Bei rechtzeitiger Behandlung kann die Salzvergiftung, sofern sie erkannt wird, mit etwas Glück ohne Folgen für den tierischen Patienten bleiben.

Sofern man salzige Lebensmittel und Gegenstände zuverlässig vor seinen Haustieren wegschließt ist man immer auf der sicheren Seite.

Kennzeichnung und Registrierung von Katzen

Von Eva Volk/SAMT e.V. Moritz sitzt in sich zusammengefallen vor einem Mehrfamilienhaus. Als ein Pärchen heimkommt, steht er mit letzter Kraft auf und maunzt kläglich. Erschrocken knien die Leute sich hin und streicheln den jammernden Kater. Er ist klapperdürr, jeder Knochen steht spitz hervor. Als Tierfreunde sehen die Leute nicht weg, sondern nehmen den geschwächten Kater erstmal mit.

So mancher hat es schon erlebt, dass er plötzlich beim Spaziergang oder im heimischen Garten eine Katze findet, die er noch nie gesehen hat. Vielleicht hat sie sich nur verlaufen oder ist aus der Wohnung entkommen und kennt sich nicht aus. Im schlimmsten Fall ist das Tier verletzt oder offensichtlich krank.

Streunerkatze
Foto: shotput@pixabay

Der Finder ist verpflichtet den Fund unverzüglich gem. §§ 965 ff. BGB bei der in der jeweiligen Gemeinde zuständigen Stelle zu melden. Das ist in den meisten Fällen das jeweilige Ordnungsamt. Weitere Informationen findet man hierzu im Internetauftritt der Gemeinden.

De facto haben die meisten Gemeinden – insbesondere bei Katzen – stillschweigend die weitere Handhabung an die jeweiligen Tierschutzvereine vor Ort übertragen. Bei diesen bzw. dem zuständigen Tierheim ist der Finder verpflichtet, das Fundtier abzugeben. Im Nordkreis Düren gehen entsprechende Notrufe häufig bei SAMT e.V. ein.

So auch im Fall von Moritz. Abgesehen von der Tatsache, dass das Tier ohne Frage krank war, stellte sich die Frage, wem es gehörte. Leider ergab die Überprüfung hinsichtlich Tätowierung oder Chip, wie so oft in solchen Fällen, dass beides nicht vorhanden war. Das erschwert es natürlich enorm, das Zuhause eines Fundtieres zu ermitteln. Solange dies nicht auf die Schnelle möglich ist, wird zunächst die Unterbringung und medizinische Versorgung des Tieres sichergestellt, bevor z.B. via Internet die Suche nach dem Besitzer ausgeweitet wird.

Die Mehrzahl der Gemeinden im Kreis Düren hat in den letzten Jahren nicht nur eine Kastrationspflicht für Katzen eingeführt, sondern auch eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht. Hinsichtlich der Wichtigkeit von Kastrationen mag ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung allmählich einzusetzen, nicht jedoch bei der Kennzeichnung. Da hört man schon mal Sätze wie: „Das tue ich diesem alten Tier nicht mehr an“.

Warum nicht? Ein kleiner Piecks und schon ist der Chip samt unverwechselbarer Identifikationsnummer im Schulterbereich der Katze gesetzt. Das gilt natürlich auch für Hunde. Registriert man sein Tier dann mit dieser Nummer bei Tasso oder Findefix, kann das Tier immer dem Besitzer zugeordnet werden. Selbiges gilt für eine Tätowierung, die allerdings nur – weil schmerzhaft – bei narkotisierten Tieren gemacht wird, z.B. im Rahmen der Kastration. So ist sichergestellt, dass man sein Tier, falls es entläuft oder verunfallt, wieder zurückbekommt und man erspart sich womöglich schlaflose Nächte, die man mit der Suche nach dem Tier verbringt.

Natürlich sind Tätowierung oder Chip mit Kosten verbunden, aber das geliebte Familienmitglied sollte jedem das eigentlich wert sein.

Im Fall von Moritz konnten aufmerksame Nachbarn dabei helfen, ihn wieder in sein Zuhause zu bringen.

SAMT möchte eindringlich an alle Katzen- und Hundehalter appellieren, ihre Tiere kennzeichnen zu lassen und zu registrieren unter www.tasso.net und/oder www.findefix.com. Dann ist mit Sicherheit deutlich häufiger ein Happy End für Tier und Besitzer möglich.

Arthrose bei Katzen

Von Beate Uhlig/SAMT e.V. Unsere Katzen werden immer älter. Ein Alter von 16-17 Jahren und darüber ist keine Seltenheit mehr. Damit tritt ein Problem auf, das bei unseren Samtpfoten früher kaum ein Thema war: altersbedingte, degenerative Gelenkerkrankungen. Sie führen zu chronischen Schmerzen. Doch leider werden diese Erkrankungen oft nicht erkannt oder ausreichend ernst genommen, denn leider ist es äußerst schwierig chronische Schmerzen bei der Katze zu erkennen. Sie Meister darin sind, ihre Leiden zu verbergen. Viel eher zeigen sie es indirekt über Wesensänderungen, z.B.
• schlechte Futteraufnahme und Verwertung sowie daraus folgend Gewichtsverlust
• Schwächung des Immunsystems durch schmerzbedingten Stress
• Übersensibilität
• Selbstverletzung
• Aggressivität
• Unsauberkeit
• Zurückgezogenheit, geringer werdender Bewegungsdran
• Vermehrtes Schlafbedürfnis
• Verminderte Fell- und Krallenpflege
Eine wirkliche Lahmheit zeigt der Stubentiger erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Zudem wird ein steifer Gang bei älteren Katze eher als normal angesehen und nicht als Zeichen von Schmerz. Springt die Katze nicht mehr auf die Fensterbank oder den Kratzbaum, so wird das eher dem Alter zugeschrieben als dem Versuch, Schmerz zu vermeiden. Neuere Untersuchungen zeigen, dass sehr viel mehr Katzen als bisher angenommen an schmerzhaften Gelenkveränderungen leiden, sogar jüngere Tiere.

ruhende Katze

Auch wenn sich Arthrose nicht heilen lässt, so können Beschwerden doch deutlich gemindert werden. Katzen, deren Gelenkbeschwerden behandelt wurden, werden wieder deutlich aktiver und zeigen ein deutlich gesteigertes Wohlbefinden. Dem Tierarzt stehen verschiedene Mittel zur Diagnose zur Verfügung. Neben der Befragung des Besitzers zu Verhaltensänderungen wird das Tier gründlich abgetastet und die Gelenke einzeln auf Beweglichkeit getestet. Verdachtsfälle lassen sich bei Bedarf mittels Röntgen erhärten. Zur Behandlung werden klassische Schmerzmittel und Chondroprotektiva, also Mittel, die knorpelabbauende Substanzen hemmen, eingesetzt. Die Gabe von Grünlippmuschelpulver fördert die Geschmeidigkeit des Bewegungsapparates. Auch Akupunktur hat sich als wirkungsvolle Behandlungsmethode erwiesen. Für schwergewichtige Stubentiger ist eine Gewichtsreduktion von großem Vorteil. Besonders aber Wärme fördert das Wohlbefinden. Durch das Zusammenspiel dieser Maßnahmen lässt sich eine hohe Lebensqualität unserer geliebten Samtpfoten bis ins hohe Alter hinein erzielen.

Alternativer Ansatz bei der Schlachtung

Eva Volk/SAMT e.V. Wir alle haben noch die grauenhaften Bilder aus dem Schlachthof Düren vor Augen, die vor über einem Jahr an die Öffentlichkeit gelangten. Die geschilderten Zustände haben sehr viele Manschen fassungslos zurückgelassen. Bundesweit wird leider immer wieder von ähnlichen Zuständen berichtet. Für viele ein Anlass, den eigenen Fleischkonsum gründlich zu überdenken. Wie kann eine Lösung aussehen, wenn jemand nach wie vor Fleisch essen möchte? Vielleicht ist dies hier ein Baustein:

In Hessen wurde von der Gruppe „Extrawurst“ ein mobiler Schlachthof entwickelt. Bei Extrawurst arbeiten Bauern, Metzger, Forschung, Verbände und Verwaltung zusammen. Gut, nicht alle Teilnehmer sind auf einmal zu radikalen Tierschützern mutiert, keine Frage. Oberstes Ziel ist die Verbesserung der Fleischqualität von Rindern, Schafen und Ziegen durch eine stressfreie Schlachtung ohne Transport. Somit soll die Schlachtung auf dem Hof stattfinden.

Tiertransport
Foto: mariopacheco@pixabay

Als erstes steht bei einem solchen Vorhaben natürlich – wie kann es anders sein – die aktuelle Gesetzeslage im Weg. Nur Rinder, die ganzjährig auf der Weide gehalten werden, dürfen im Haltungsbetrieb getötet werden. Alle andere sind nach EU-Hygieneverordnung lebend in den Schlachthof zu bringen. Die Frage war also, wie kommt man aus der Nummer rechtlich einwandfrei wieder raus? Die Lösung lautet: Der mobile Schlachtstand wird als Erweiterung des Betriebes, also des Schlachthofs, deklariert und somit ist das Verfahren rechtskonform, insofern das geschlachtete Tier danach innerhalb einer Stunde zur weiteren Verarbeitung in den Schlachthof verbracht wird.

Schlachthof
Foto: blackriv@pixabay

Die Funktionsweise des mobilen Schlachtstands ist relativ simpel. Er wird auf den Hof möglichst nah zum Tier gebracht, das Tier wird hineingeführt, fixiert und der Bolzenschuss gesetzt. Es folgt der tödliche Schnitt. Auf jeden Fall wird den Tieren auf diese Weise der Stress des stundenlangen Transports erspart, genauso wie der Auftrieb im Schlachthof, wo die verängstigten Tiere das Leid der Rinder vor ihnen hautnah mitbekommen. Ohne die sonst anscheinend übliche Hektik bei der Fließbandschlachtung sollte auch ein korrektes und schnelles Setzen des Bolzenschusses möglich sein.

In Zeiten der Massentierhaltung ist dieser Ansatz natürlich nicht die Lösung für alles. Er eignet sich nur für einzelne Tiere, allein schon wegen der einzuhaltenden kurzen Zeitspanne bis zur Anlieferung im Schlachthof. Direktvermarktende Biobetriebe finden hier aber eine Möglichkeit, der zunehmend sensibilisierten Kundschaft eine Alternative zu bieten.

Der Schlachtpreis wird sich nach ersten Berechnungen mit diesem Verfahren verdoppeln und somit der Verkaufspreis ebenfalls deutlich ansteigen. Aber das sollte der bewusste Konsument im Sinne der Tiere bereit sein in Kauf zu nehmen.

Ein Anfang.