Kennzeichnung und Registrierung von Katzen

Von Eva Volk/SAMT e.V. Moritz sitzt in sich zusammengefallen vor einem Mehrfamilienhaus. Als ein Pärchen heimkommt, steht er mit letzter Kraft auf und maunzt kläglich. Erschrocken knien die Leute sich hin und streicheln den jammernden Kater. Er ist klapperdürr, jeder Knochen steht spitz hervor. Als Tierfreunde sehen die Leute nicht weg, sondern nehmen den geschwächten Kater erstmal mit.

So mancher hat es schon erlebt, dass er plötzlich beim Spaziergang oder im heimischen Garten eine Katze findet, die er noch nie gesehen hat. Vielleicht hat sie sich nur verlaufen oder ist aus der Wohnung entkommen und kennt sich nicht aus. Im schlimmsten Fall ist das Tier verletzt oder offensichtlich krank.

Streunerkatze
Foto: shotput@pixabay

Der Finder ist verpflichtet den Fund unverzüglich gem. §§ 965 ff. BGB bei der in der jeweiligen Gemeinde zuständigen Stelle zu melden. Das ist in den meisten Fällen das jeweilige Ordnungsamt. Weitere Informationen findet man hierzu im Internetauftritt der Gemeinden.

De facto haben die meisten Gemeinden – insbesondere bei Katzen – stillschweigend die weitere Handhabung an die jeweiligen Tierschutzvereine vor Ort übertragen. Bei diesen bzw. dem zuständigen Tierheim ist der Finder verpflichtet, das Fundtier abzugeben. Im Nordkreis Düren gehen entsprechende Notrufe häufig bei SAMT e.V. ein.

So auch im Fall von Moritz. Abgesehen von der Tatsache, dass das Tier ohne Frage krank war, stellte sich die Frage, wem es gehörte. Leider ergab die Überprüfung hinsichtlich Tätowierung oder Chip, wie so oft in solchen Fällen, dass beides nicht vorhanden war. Das erschwert es natürlich enorm, das Zuhause eines Fundtieres zu ermitteln. Solange dies nicht auf die Schnelle möglich ist, wird zunächst die Unterbringung und medizinische Versorgung des Tieres sichergestellt, bevor z.B. via Internet die Suche nach dem Besitzer ausgeweitet wird.

Die Mehrzahl der Gemeinden im Kreis Düren hat in den letzten Jahren nicht nur eine Kastrationspflicht für Katzen eingeführt, sondern auch eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht. Hinsichtlich der Wichtigkeit von Kastrationen mag ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung allmählich einzusetzen, nicht jedoch bei der Kennzeichnung. Da hört man schon mal Sätze wie: „Das tue ich diesem alten Tier nicht mehr an“.

Warum nicht? Ein kleiner Piecks und schon ist der Chip samt unverwechselbarer Identifikationsnummer im Schulterbereich der Katze gesetzt. Das gilt natürlich auch für Hunde. Registriert man sein Tier dann mit dieser Nummer bei Tasso oder Findefix, kann das Tier immer dem Besitzer zugeordnet werden. Selbiges gilt für eine Tätowierung, die allerdings nur – weil schmerzhaft – bei narkotisierten Tieren gemacht wird, z.B. im Rahmen der Kastration. So ist sichergestellt, dass man sein Tier, falls es entläuft oder verunfallt, wieder zurückbekommt und man erspart sich womöglich schlaflose Nächte, die man mit der Suche nach dem Tier verbringt.

Natürlich sind Tätowierung oder Chip mit Kosten verbunden, aber das geliebte Familienmitglied sollte jedem das eigentlich wert sein.

Im Fall von Moritz konnten aufmerksame Nachbarn dabei helfen, ihn wieder in sein Zuhause zu bringen.

SAMT möchte eindringlich an alle Katzen- und Hundehalter appellieren, ihre Tiere kennzeichnen zu lassen und zu registrieren unter www.tasso.net und/oder www.findefix.com. Dann ist mit Sicherheit deutlich häufiger ein Happy End für Tier und Besitzer möglich.

Arthrose bei Katzen

Von Beate Uhlig/SAMT e.V. Unsere Katzen werden immer älter. Ein Alter von 16-17 Jahren und darüber ist keine Seltenheit mehr. Damit tritt ein Problem auf, das bei unseren Samtpfoten früher kaum ein Thema war: altersbedingte, degenerative Gelenkerkrankungen. Sie führen zu chronischen Schmerzen. Doch leider werden diese Erkrankungen oft nicht erkannt oder ausreichend ernst genommen, denn leider ist es äußerst schwierig chronische Schmerzen bei der Katze zu erkennen. Sie Meister darin sind, ihre Leiden zu verbergen. Viel eher zeigen sie es indirekt über Wesensänderungen, z.B.
• schlechte Futteraufnahme und Verwertung sowie daraus folgend Gewichtsverlust
• Schwächung des Immunsystems durch schmerzbedingten Stress
• Übersensibilität
• Selbstverletzung
• Aggressivität
• Unsauberkeit
• Zurückgezogenheit, geringer werdender Bewegungsdran
• Vermehrtes Schlafbedürfnis
• Verminderte Fell- und Krallenpflege
Eine wirkliche Lahmheit zeigt der Stubentiger erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Zudem wird ein steifer Gang bei älteren Katze eher als normal angesehen und nicht als Zeichen von Schmerz. Springt die Katze nicht mehr auf die Fensterbank oder den Kratzbaum, so wird das eher dem Alter zugeschrieben als dem Versuch, Schmerz zu vermeiden. Neuere Untersuchungen zeigen, dass sehr viel mehr Katzen als bisher angenommen an schmerzhaften Gelenkveränderungen leiden, sogar jüngere Tiere.

ruhende Katze

Auch wenn sich Arthrose nicht heilen lässt, so können Beschwerden doch deutlich gemindert werden. Katzen, deren Gelenkbeschwerden behandelt wurden, werden wieder deutlich aktiver und zeigen ein deutlich gesteigertes Wohlbefinden. Dem Tierarzt stehen verschiedene Mittel zur Diagnose zur Verfügung. Neben der Befragung des Besitzers zu Verhaltensänderungen wird das Tier gründlich abgetastet und die Gelenke einzeln auf Beweglichkeit getestet. Verdachtsfälle lassen sich bei Bedarf mittels Röntgen erhärten. Zur Behandlung werden klassische Schmerzmittel und Chondroprotektiva, also Mittel, die knorpelabbauende Substanzen hemmen, eingesetzt. Die Gabe von Grünlippmuschelpulver fördert die Geschmeidigkeit des Bewegungsapparates. Auch Akupunktur hat sich als wirkungsvolle Behandlungsmethode erwiesen. Für schwergewichtige Stubentiger ist eine Gewichtsreduktion von großem Vorteil. Besonders aber Wärme fördert das Wohlbefinden. Durch das Zusammenspiel dieser Maßnahmen lässt sich eine hohe Lebensqualität unserer geliebten Samtpfoten bis ins hohe Alter hinein erzielen.

Alternativer Ansatz bei der Schlachtung

Eva Volk/SAMT e.V. Wir alle haben noch die grauenhaften Bilder aus dem Schlachthof Düren vor Augen, die vor über einem Jahr an die Öffentlichkeit gelangten. Die geschilderten Zustände haben sehr viele Manschen fassungslos zurückgelassen. Bundesweit wird leider immer wieder von ähnlichen Zuständen berichtet. Für viele ein Anlass, den eigenen Fleischkonsum gründlich zu überdenken. Wie kann eine Lösung aussehen, wenn jemand nach wie vor Fleisch essen möchte? Vielleicht ist dies hier ein Baustein:

In Hessen wurde von der Gruppe „Extrawurst“ ein mobiler Schlachthof entwickelt. Bei Extrawurst arbeiten Bauern, Metzger, Forschung, Verbände und Verwaltung zusammen. Gut, nicht alle Teilnehmer sind auf einmal zu radikalen Tierschützern mutiert, keine Frage. Oberstes Ziel ist die Verbesserung der Fleischqualität von Rindern, Schafen und Ziegen durch eine stressfreie Schlachtung ohne Transport. Somit soll die Schlachtung auf dem Hof stattfinden.

Tiertransport
Foto: mariopacheco@pixabay

Als erstes steht bei einem solchen Vorhaben natürlich – wie kann es anders sein – die aktuelle Gesetzeslage im Weg. Nur Rinder, die ganzjährig auf der Weide gehalten werden, dürfen im Haltungsbetrieb getötet werden. Alle andere sind nach EU-Hygieneverordnung lebend in den Schlachthof zu bringen. Die Frage war also, wie kommt man aus der Nummer rechtlich einwandfrei wieder raus? Die Lösung lautet: Der mobile Schlachtstand wird als Erweiterung des Betriebes, also des Schlachthofs, deklariert und somit ist das Verfahren rechtskonform, insofern das geschlachtete Tier danach innerhalb einer Stunde zur weiteren Verarbeitung in den Schlachthof verbracht wird.

Schlachthof
Foto: blackriv@pixabay

Die Funktionsweise des mobilen Schlachtstands ist relativ simpel. Er wird auf den Hof möglichst nah zum Tier gebracht, das Tier wird hineingeführt, fixiert und der Bolzenschuss gesetzt. Es folgt der tödliche Schnitt. Auf jeden Fall wird den Tieren auf diese Weise der Stress des stundenlangen Transports erspart, genauso wie der Auftrieb im Schlachthof, wo die verängstigten Tiere das Leid der Rinder vor ihnen hautnah mitbekommen. Ohne die sonst anscheinend übliche Hektik bei der Fließbandschlachtung sollte auch ein korrektes und schnelles Setzen des Bolzenschusses möglich sein.

In Zeiten der Massentierhaltung ist dieser Ansatz natürlich nicht die Lösung für alles. Er eignet sich nur für einzelne Tiere, allein schon wegen der einzuhaltenden kurzen Zeitspanne bis zur Anlieferung im Schlachthof. Direktvermarktende Biobetriebe finden hier aber eine Möglichkeit, der zunehmend sensibilisierten Kundschaft eine Alternative zu bieten.

Der Schlachtpreis wird sich nach ersten Berechnungen mit diesem Verfahren verdoppeln und somit der Verkaufspreis ebenfalls deutlich ansteigen. Aber das sollte der bewusste Konsument im Sinne der Tiere bereit sein in Kauf zu nehmen.

Ein Anfang.

Ein Denkanstoß

Tim Werner von der Tierrechtsgruppe Münster for Liberation veranstaltet regelmäßig Demonstrationen, bei denen Passanten auf der Straße Videomaterial aus Mast- und Schlachtbetrieben gezeigt wird mit dem Ziel, die Menschen für das Schicksal der Tiere in dieser Industrie zu sensibilisieren.
Während einer solchen Demonstration in Iserlohn im Oktober 2018 konnte er ein sehr ergreifendes Gespräch mit einem ehemaligen Schlachthaus-Mitarbeiter führen.

Rinder auf einer Wiese
Foto: marys_fotos@pixabay

„Nachdem ich einen Mann ansprach, welcher stehen geblieben war, um unser Videomaterial zu betrachten, erzählte dieser mir folgendes: „Ich habe bis vor einem Jahr im Schlachthaus gearbeitet. Ich konnte das dann nicht mehr. Wenn ich morgens schon das Blut gerochen habe, ist mir schlecht geworden. Überall Blut – es spritzt einem ins Gesicht und es läuft einem in großen Bächen zwischen den Füßen durch zum Abfluss. Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen, diese wunderschönen sanften Geschöpfe (Rinder) zu ermorden. Sie standen vor mir und haben gezittert und sie haben sogar geweint, weil sie genau wussten, was sie erwartet.
Ich habe sie mit der einen Hand gestreichelt und mit der anderen Hand habe ich ihnen den Bolzenschuss verpasst. Aber die sind dadurch nicht tot und meist auch nicht richtig betäubt. Die haben ganz oft danach noch genau mitbekommen, wie ihnen der Hals aufgeschlitzt wurde. Das war doppelte Quälerei für die Tiere. Ich wollte das nicht mehr erleben müssen, 125 Rinder am Tag zu ermorden. 125 Lebewesen! Jeden Tag! Deshalb habe ich da gekündigt.“

Sein hautnaher Bericht ist mir äußerst nahe gegangen und er beschäftigt mich noch jetzt.
Ich hatte Tränen in den Augen – genau wie er, während wir uns im Gespräch in diese Situation versetzten. Doch leider reichte diese traumatische Vergangenheit nicht aus, ihn dazu zu bringen, keine Tiere mehr zu essen.

Heute lässt er andere Menschen das Morden für ihn übernehmen. Er beruhigt sein Gewissen damit, nur noch einmal die Woche Fleisch zu essen und dann auch nur, wenn es „human getötet“ wurde.
Im Gespräch konnten wir gemeinsam herausarbeiten und uns darauf einigen, dass
– wir kein Fleisch brauchen um zu überleben,
– Fleisch zu essen nicht gesund ist,
– Tiere Lebewesen sind, die nicht sterben wollen,
– es keine humane Art gibt, jemanden zu töten, der nicht sterben will.

Er konnte oder wollte nicht die logische Schlussfolgerung aussprechen, dass wir es dann einfach nicht tun sollten – dieses Blutvergießen. Doch es begann sichtlich in ihm zu arbeiten und seine feuchten Augen schauten tief in meine feuchten Augen. Wir gaben uns die Hände und berührten uns mit der anderen Hand an der Schulter. Ich drückte die Hand, die bis vor einem Jahr noch 125 Rinder am Tag tötete. Es war in dem Moment eine wortlose aber sehr enge Verbindung, die tausend Worte sprach. Wir berührten uns gegenseitig im Herzen.

Er bekam zum Abschied eine Infokarte von mir und ich wünschte ihm von Herzen alles Gute, denn ich konnte spüren, wie sehr ihn diese unzähligen Morde auf der Seele lagen. Ich konnte ihm das Versprechen abverlangen, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen und das ist wundervoll. Das war heute eine äußerst emotionale Erfahrung für mich. Das ist es, was wir tun, wenn wir auf der Straße stehen. Wir berühren Menschen. Im Herzen. Auch uns selbst.“

Weiterführender Link:

http://tierrechtstreff-muenster.de/

Mollys Kolumne März 2019

Liebe/r Leser/in,

bei uns war mal wieder was los. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Wir drei Katzenmädchen sind ja eigentlich ein Herz und eine Seele, aber urplötzlich fing unsere kleine Mira an, sich ganz seltsam zu benehmen. Es begann damit, dass sie keinen richtigen Appetit mehr hatte. Das war schon seltsam genug, denn eigentlich macht sie mit ihren Futterportionen immer kurzen Prozess. Später tänzelte sie lieber um Kater Kasimir herum und umschmeichelte ihn mit dem Köpfchen und ihrem Hinterteil, anstatt mit uns zu spielen. Ich dachte immer, Jungs interessieren uns nicht, aber mit einem Mal suchte sie ständig seine Nähe. Und Kasimir gefiel die Aufmerksamkeit sichtlich gut. Beiden schienen regelrecht verliebt. Und als wären Frieda und ich dadurch nicht eh schon genervt genug, kam es ein paar Tage später noch dicker. Wie eine Verrückte rollte Mira über den Boden und jammerte, als hätte sie Schmerzen. Keiner hatte eine Ahnung, was los war, nur mir dämmerte es so langsam. Dunkel konnte ich mich zurückerinnern, dass ich in ihrem Alter auch mal so eine Phase hatte. Und es war sehr stressig, nicht nur für alle anderen, die nachts kein Auge mehr zutaten, auch für mich selber. Körperlich und psychisch. Zum Glück musste sich die kleine Mira nicht lange quälen. Nach wenigen Tagen war der Spuk vorbei. Aufatmen und Erleichterung bei allen. Aber die Ruhe währte nur kurz. Bereits zwei Tage später fing Frieda mit demselben Theater an. Muss wohl an den frühen Frühlingstemperaturen in diesem Jahr gelegen haben. Der Unterschied war nur, dass Kasimir ihre Flirtversuche nicht erwiderte. Sein Herz war ja auch bereits vergeben. Was für eine treue Seele.

Frieda und Mira
Foto: Beate Uhlig

Rolligkeit heißt dieser Zustand, sagte mein Frauchen. Witzig, aber der Namen ist meiner Meinung nach sehr treffend. Kaum waren beide kleinen Katzenmädchen damit durch, ging’s ab zur Tierärztin. Zum Kastrieren. Ich weiß noch, es tut ein bisschen weh hinterher, aber dafür kehrt diese Rolligkeit nie mehr zurück. Zum Glück. Aber nicht nur deswegen sollte die Kastration für jedes junge Kätzchen Pflicht sein. Unser Kasimir ist selber kastriert, da kann ja nichts passieren, aber nicht auszudenken, wenn man da an einen unkastrierten, liebestollen Herzensbrecher trifft. Ruckzuck hat man dann als Weibchen die Babies am Hals. Und dann? Wer soll sich um die kümmern? Und wenn diese dann wiederum trächtig werden? Wo soll das hinführen? Nein, nein, dann lieber so eine kleine Routineoperation und gut ist’s.

Frieda und Mira
Foto: Beate Uhlig

Inzwischen haben sich Mira und Frieda von dem Eingriff erholt. Bereits am nächsten Tag sind sie wieder durch’s Haus geflitzt, als wäre nichts gewesen. Ich freue mich, dass Mira jetzt wieder mit mir spielt, auch wenn sie und Kasimir noch immer viel zusammen kuscheln. Dieser Ausnahmezustand hat uns alle näher zusammengeschweißt.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Zoogeschäfte: Andere Länder sind schon weiter

Von Eva Volk/ SAMT e.V. In Deutschland ist es nach wie vor zulässig, dass extra hierfür gezüchtete Tiere aller Art in Zoogeschäften verkauft werden dürfen. Es gibt die kleinen Läden, in denen einige Kaninchen und Hamster traurig im Käfig sitzen, plus Vögel und Fische. Und es gibt die XXL-Anbieter, wie z.B. in Duisburg, in denen ganze Wagenladungen von Hunden, Katzen und Exoten sowie Kleintieren den Besitzer wechseln. Für jeden Tierschützer ist dies ein Albtraum, denn Tiere „shoppt“ man nicht, aber es ist hierzulande leider erlaubt.

Kalifornien ist da schon einen großen Schritt weiter. Um die gezielte Zucht in „Kätzchenfabriken“ und „Welpenfarmen“ zu unterbinden, dürfen Zoogeschäfte seit dem 01. Januar 2019 nur noch gerettete oder aus Tierheimen stammende Haustiere verkaufen. Die Geschäfte müssen ab sofort detailliert die Herkunft nachweisen und bei Verstößen werden sie mit einer Strafe von bis zu $ 500/Tag und Tier belegt.

Foto: huoadg5888@pixabay

Im Gegensatz zu Deutschland werden in den USA Tierheimtiere nach wie vor sehr oft eingeschläfert, wenn niemand sie haben will. Auch das soll in Zukunft möglichst vielen Tieren erspart bleiben. Hintergrund der Maßnahme ist neben dem Tierschutzgedanken natürlich auch die Hoffnung, zukünftig geringere Kosten in den Tierheimen zu haben. Private Züchter mit Herkunftsnachweis ihrer Tiere sind bisher ausgenommen von dieser Regelung.

Großbritannien will nun ebenfalls hart gegen das lukrative Geschäft mit Tierbabys vorgehen. Geplant ist ein vollständiges Verkaufsverbot für Zoogeschäfte und Tierhändler. Welpen gibt es also dann nur noch im Tierheim oder bei kontrollierten, zugelassenen Züchtern. Das geplante Gesetz wurde nicht zuletzt durch die „Lucy’s Law“-Kampagne angestoßen. Lucy kam aus einer Welpenfarm und hatte schwere gesundheitliche Schäden, wie z.B. eine verkrümmte Wirbelsäule und Epilepsie. Sie lebte bei ihren neuen Besitzern nur noch zwei Jahre trotz ausgedehnter tierärztlicher Behandlung. Ihr Schicksal war ein Weckruf für die Briten und der Startschuss für Verbesserungen in der Tierzucht.

Man sieht also, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und jetzt kommt mir bloß nicht mit freier Berufswahl und Schutz von Arbeitsplätzen.

Und, Deutschland? Welche Ausreden hast Du?

Mollys Kolumne Februar 2019

Liebe/r Leser/in,

puppy mills, Welpenmühlen, so heißen sie im Englischen. Und der Name ist Programm. In quälerischen Massenzuchten werden Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht und die kleinen Welpen – natürlich von den gefragtesten und begehrtesten Rassen – nur so ausgeworfen und zu Schleuderpreisen an gedankenlose Menschen verhökert, die ausblenden, dass für einen niedrigen Preis ja immer an irgendeinem Ende gespart werden muss. Und das sind wenig überraschend die bedauernswerten Hunde.

Nicht nur in den USA, wo der Begriff puppy mills geprägt wurde, ist dies ein Problem, sondern auch bei uns in Europa. Hier werden in einigen osteuropäischen Ländern kleine Hündchen in Massen auf zahllosen Farmen produziert und jährlich zu Hunderttausenden nach Mittel- und Westeuropa gekarrt, wo die besten Preise zu erzielen sind. Wühltischwelpen.

Welpe
Foto: dgdom@pixabay

Käfige, Hitze und Kälte, Hunger, Stress, Angst, Platzmangel, mangelnde Hygiene und fehlende Zuneigung – so beginnt das Leben für die Kleinen. Kann man erwarten, dass aus einem solchen Tier ein gesunder und freundlicher Familienhund wird? Viel zu jung von der Mutter getrennt, krank und ohne Impfschutz und Entwurmung werden sie illegal mittels gefälschter Papiere ins Ausland geschleust. Viele von ihnen überleben bereits die Fahrt nicht. Spätestens aber beim künftigen Besitzer zeigt sich sehr häufig, dass das vermeintliche Schnäppchen gar keins ist, sondern sich dafür horrende Tierarztkosten anhäufen. Gerne werden kranke Welpen dann auch noch in die Tierheime abgeschoben, um sich vor Kosten und Verantwortung zu drücken. Wegen der fehlenden Prägephase leiden die überlebenden Hunde zudem an nicht wiedergutzumachenden Verhaltensauffälligkeiten.

Seitens der Politik wird nur wenig unternommen, um diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Gelegentliche Zufallsfunde durch Zoll und Polizei sind nur die Spitze des Eisberges. Wer nun denkt, man müsse nur die Armut in den Herkunftsländern bekämpfen, damit die Menschen dort auf vernünftigem Wege ihr Geld verdienen können, der verkennt dass hinter dem illegalen Welpenhandel organisierte kriminelle Strukturen stecken, denen skrupellose, brutale Menschen angehören, die sich nicht in ihr lukratives Geschäft pfuschen lassen. Eine regelrechte Mafia.

Oft werden die jungen Hunde sehr günstig über Kleinanzeigen und über’s Internet angeboten, aber mittlerweile versuchen sich illegale Hundehändler auch als seriöse Züchter auszugeben und verlangen höhere Preise. Egal wie liebevoll der Text verfasst wurde, man weiß nie, wer wirklich hinter solchen Anzeigen steckt. Würde niemand mehr auf diesem Weg ein Tier erwerben, könnten diese Farmen nicht auch mehr existieren. Doch traurigerweise nimmt, trotz zahlreicher Kampagnen und viel Aufklärungsarbeit, der illegale Welpenhandel jedes Jahr immer weiter zu.

Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e. V. hat eine Checkliste für den Welpenkauf herausgegeben. Hier kann sich jeder Informieren: https://www.wuehltischwelpen.de/checkliste-welpenkauf.php Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kauft in jedem Fall sein Tier bei einem eingetragenen Züchter oder schaut ins Tierheim. Auch dort sind viele Rassehunde zu finden, wenn es denn unbedingt einer sein muss.

Wir Tiere sind alle fühlende Lebewesen, viele Leute vergessen das leider!

Bis zum nächsten Mal,
Deine Molly SAMTpfote

P.S.: Unterstützt die Petition von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ gegen den Internethandel mit Hunden: https://www.dankeebay.de/

Infektion durch das Calicivirus bei Katzen

Von Beate Uhlig/ SAMT e.V. Feline Caliciviren (kurz: FCV) sind neben Herpesviren und Clamydien Auslöser des sog. Katzenschnupfens und verursachen bei diesen Tieren Erkrankungen der unteren Atemwege und der Zunge. Infektionen treten vermehrt dort auf, wo mehrere Katzen auf engem Raum gehalten werden, z.B. in Tierpensionen, Tierheimen, Katzenzuchten und in Mehrkatzenhaushalten. Eine Infektion mit FCV kommt recht häufig vor, auch bei „gesunden“ Katzen. Die Virusübertragung erfolgt in aller Regel durch den direkten Kontakt von Tier zu Tier, kann aber beispielweise auch über Straßenschuhe in die Wohnung getragen werden. Bei Raumtemperatur überlebt der Virus mehrere Tage. Für den Menschen ist er ungefährlich.

Symbolbild Virus
Foto: Wikilmages@pixabay

Über die Schleimhaut der Nasenhöhle gelangt das Virus schnell in die oberen Atemwege und die Mandeln. Infizierte Katzen scheiden das Virus über Körperflüssigkeiten, z.B. den Speichel und über den Kot aus. Vom FCV gibt es mehrere Stämme, die unterschiedlich starke Symptome auslösen können. Die Impfung bietet nicht gegen alle Virusstämme einen vollständigen Schutz. Symptome sind meist Mattigkeit, Fressunlust und Fieber sowie klarer oder eitriger Augen- und Nasenausfluss. Es können auch schmerzhafte Bläschen und Verletzungen an Gaumen und Zungenrand auftreten, da das Virus die Zellen zerstört. Des Weiteren kann es zu Durchfall, Erbrechen und Lungenentzündungen kommen, die mit schwerer Atemnot einhergehen. Auch Muskel- und Gelenkschmerzen können auftreten. Die Schwere der Symptome kann je nach krankmachender Eigenschaft des Virus kaum wahrnehmbar oder ausgesprochen heftig sein und in manchen Fällen, insbesondere wenn keine Behandlung erfolgt, tödlich verlaufen.

Zumeist klingen nach einer akuten Krankheitsphase die Symptome recht schnell wieder ab. Etwa 25% der Tiere bleiben jedoch dauerhaft infiziert, auch wenn sie geheilt erscheinen. Das Virus persistiert dabei in den Mandeln. Bei einigen Katzen kommt es dann zu chronischen Entzündungsherden in der Maulhöhle, vor allem des Zahnfleischs. Viele Katzen werden außerdem im Anschluss an eine Infektion zu symptomlosen Trägern, die Monate oder auch lebenslang Virus ausscheiden können und somit eine bedeutende Infektionsquelle für andere Katzen darstellen.

Die Diagnose wird meistens aufgrund der klinischen Symptome gestellt. Um die Diagnose abzusichern, kann ein PCR-Test durchgeführt werden. Die Therapie ist auf die Bekämpfung von bakteriellen Sekundärinfektionen durch Antibiotika beschränkt. Bei Futterverweigerung muss die Katze zwangsernährt werden. Bei Dehydrierung sind Infusionen nötig. Gegen Infektionen mit FCV stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, die auch Antigene anderer Erreger des Katzenschnupfens enthalten. Neben der Impfung gegen Katzenseuche wird für alle Katzen, auch in Wohnungshaltung, eine Impfung gegen Katzenschnupfen aufgrund der weiten Verbreitung dringend empfohlen. Eine Grundimmunisierung sollte in der 8. und 12. Lebenswoche erfolgt, danach geht es im jährlichen Rhythmus weiter, bei Wohnungshaltung reichen alle 2 Jahre.

Mollys Kolumne Januar 2019

Liebe/r Leser/in,

manchmal verläuft der Start ins neue Jahr nicht so positiv. In meinem Fall kamen die schlechten Nachrichten bereits kurz vor Weihnachten. Eigentlich sollte ich nur mal eben zur Tierärztin gebracht werden, um meine Impfungen aufzufrischen. Und nun bin ich armer Tropf in Dauerbehandlung. So schnell kann es gehen. Aber am besten erzähl ich mal von ganz vorn.

Schon eine Weile vorher bin ich meinen Menschen aufgefallen, weil meine Nase beim Atmen hin und wieder leise, pfeifende Geräusche machte. Da ich aber ansonsten quietschfidel war und das Geräusch zwischendrin auch wieder verschwunden, hat sich niemand ernsthaft Gedanken darum gemacht. Als unsere beiden Neuen, Frieda und Mira, für die Erstuntersuchung zur Ärztin gebracht wurden, hat man mich dann aber doch flott eingetütet und mitgenommen, um das mal abklären zu lassen.

Molly
Foto: Beate Uhlig

Dicke Lymphknoten, ein leichter Infekt, hieß es da noch. Nichts, was so ein taffes Mädel wie ich nicht locker wegstecken könnte. Mir wurde Medizin verschrieben, die ich natürlich auch ganz brav genommen habe. Ich bin ja trotz meiner jungen Jahre mittlerweile die Dienstälteste bei uns Katzen. Da darf man sich selbstverständlich nicht anstellen wie ein Angsthase. Aber das Pfeifen ging nicht weg. Deshalb musste ich noch mal in die Praxis und eine gründlichere Untersuchung über mich ergehen lassen. Neben den dicken Lymphknoten wurden bei mir noch Entzündungen am Gaumen entdeckt. Am Ende hieß es: Verdacht auf Calicivirus.

Hm. Sagte mir erstmal rein gar nichts. Aber inzwischen konnte ich herausfinden, dass dieses Virus neben anderen ein Verursacher des gefährlichen Katzenschnupfens ist. Dagegen bin ich von klein auf eigentlich regelmäßig geimpft worden, aber das Tückische ist wohl, dass sich dieser Virus in kürzester Zeit verändern kann und es eine Vielzahl verschiedener Stämme gibt. Die Impfung schützt zwar vor vielen davon, besonders vor denen, die schwere Symptome und schlimme Beschwerden auslösen, aber nicht vor allen.

Eine leichte Form scheine ich nun zu haben. Woher? Keine Ahnung. Von draußen. Von meinen früheren oder jetzigen Katzenkumpels. Schon von Geburt an. Wir werden es nicht mehr herausfinden. Durchaus kann ich jedoch die anderen anstecken, wenn sie es nicht eh schon längst haben. Das macht mir Sorgen. Meine Impfung ist nun erstmal verschoben worden. Das könnte mich in diesem Fall wohl erst noch so richtig krank machen, sagt unsere Tierärztin. Stattdessen bekomme ich Medizin, die meine Abwehrkräfte stärkt. Auch diese nehme ich selbstredend brav ein. Gut, ich geb’s ja zu, mein Frauchen mischt die immer mit köstlicher Leberwurstpaste, aber tapfer ist tapfer.

Drück die Daumen, dass ich bald wieder fit bin!

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Dezember 2018

Liebe/r Leser/in,

nur ganz kurz. Hab eigentlich gar keine Zeit. Muss gleich wieder los. Aber das muss ich dann doch mal ganz schnell erzählen. Wir hatten ja so großes Pech, dass zwei unserer Katzenkumpel kurz hintereinander verstorben waren. Du erinnerst Dich bestimmt. Alle waren so traurig. Nun, unsere Menschen haben erwartungsgemäß nicht lange gezögert und diese Lücke schnell wieder geschlossen. Und dieses Mal haben sie meine Wünsche voll und ganz in ihre Überlegungen eingeschlossen. Seit meine Rosina fort ist, war’s mir oft sehr langweilig. Die anderen Katzen wollten lieber ihre Ruhe und die Menschen haben sich zwar immer sehr bemüht, mich zu bespaßen, aber es war eben doch nicht dasselbe.

Jetzt ist endlich wieder ordentlich Leben in die Bude gekommen, und zwar in Form von Mira und Frieda – zwei jungen Katzenmädchen, dieses Frühjahr gerade erst geboren. Ich kann mein Glück noch kaum fassen. Gleich von Anfang an waren wir drei ganz dicke, sind seitdem fast nur noch zusammen unterwegs und haben den ganzen Tag gemeinsam Spaß mit Spielen und Toben. Wenn wir müde sind, kuscheln wir uns ganz fest aneinander oder widmen uns intensiv gegenseitiger Fellpflege.

 

Mira ist wie eine kleinere Ausgabe von mir. Nicht nur optisch sehen wir uns zum Verwechseln ähnlich, auch unsere Charaktere gleichen sich. Wir sind beide in neuen Situationen immer erstmal ängstlich. Wenn dann aber klar ist, dass keine Gefahr droht, sind wir plötzlich ganz vorn mit dabei. Jeder will der erste sein, sei es beim Spielen, Fressen oder Raufen. Kleine Rabauken eben. Frieda ist da ganz anders. Unglaublich aufmerksam, neugierig und mutig. Ihr entgeht nichts. Auch wenn sie sich alles mit vorsichtiger Zurückhaltung ansieht, ist sie immer diejenige, die für uns die Lage checkt. Von wilden Verfolgungsjagden hält sie gar nichts, lieber überlegt sie sich allerlei Schabernack, um unsere Menschen zum Lachen zu bringen und ihnen zu helfen, über die schmerzlichen Verluste der letzten Monate hinwegzukommen.

Mira, Frieda und Molly
Foto: Beate Uhlig

Mira und Frieda waren übrigens beide Findlinge, jeweils allein ohne Mutter und Geschwister aufgelesen. Sie kamen auf einer Pflegestelle zusammen und haben sich dort innig angefreundet.

Mira und Frieda
Foto: Beate Uhlig

In diesem Jahr sah sich SAMT mit einer wahren Flut kleiner Kätzchen gegenüber. Die meisten sind zum Glück inzwischen in ein schönes, neues Zuhause vermittelt worden. Und zwei besonders bezaubernde davon zu uns. Ich find’s so toll.

Nun muss ich aber los. Mira und Frieda warten schon ungeduldig auf mich.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote