Plagegeister

Foto: JerzyGorecki@pixabay

Von Beate Uhlig/SAMT e.V. Gefühlt ist ja mittlerweile jedes Jahr ein Zeckenjahr, oder? Ich persönlich habe in den vergangenen Monaten einige von mir runtergesammelt, die meisten hatten sich zum Glück noch nicht festgebissen. Das bleibt leider nicht aus, wenn man wie ich viel draußen unterwegs ist. Genau wie viele unserer Haustiere, die sicherlich noch deutlich häufiger von Zecken befallen werden.

Diese Plagegeister können nicht nur für Menschen gefährlich werden, sondern auch für Hund, Katze & Co. Wie entfernt man die Blutsauger eigentlich richtig? Und vor allem, wie verhindert man, dass sie unsere Tiere erneut befallen?

Zecken können gefährliche Infektionskrankheiten auf Haustiere übertragen, z.B. Anaplasmose, Babesiose („Hundemalaria“), Borreliose und Ehrlichiose. Eine Übertragung von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), wie beim Menschen, ist dagegen bei Tieren sehr selten. Unbehandelt verlaufen diese Krankheiten oft akut oder manchmal sogar tödlich. Daher ist Vorbeugung außerordentlich wichtig.

Nach Spaziergängen, Ausflügen oder Weidegang sollten die Tiere immer gründlich nach Zecken abgesucht werden. Je eher die Zecke entfernt wird, umso besser. Besonders die gefäßreichen, dünnhäutigen Partien an Kopf, Hals, Schultern und Achseln sind bei den Parasiten beliebt. Hochsaison haben sie von März bis Oktober. Aber bei unseren mittlerweile vermehrt milden Wintern sind sie inzwischen bald rund ums Jahr aktiv.

Hat sich die Zecke bereits festgebissen, entfernt man sie am besten mit einer speziellen Zeckenzange unter sanftem Zug aus der Haut, ohne das Tier zu quetschen. Keinesfalls sollte man sie mit Öl oder anderen Flüssigkeiten versuchen abzutöten, wie es mir meine Eltern noch beigebracht haben, denn gerade im Todeskampf bringen Zecken ihren möglicherweise infektiösen Speichel vermehrt in die Wunde ein.

Sollte der Kopf einmal stecken bleiben, ist das kein Drama. Der richtet keinen Schaden mehr an und wächst heraus wie ein Splitter. Wird er herausgepult, ist der Schaden oft größer.

Ein Absuchen des Tieres bietet nicht immer Sicherheit. Im dichten Fell werden besonders die kleineren Zecken, die kleiner als ein Stecknadelkopf sein können, gern übersehen. Schutz über einen längeren Zeitraum bieten verschiedene Präparate wie Sprays, Halsbänder und Spot-on, die zum einen eine abschreckende Wirkung auf Zecken haben, zum anderen eine abtötende. Sprays haben den Nachteil, dass giftige Bestandteile eingeatmet werden können. Sie werden am ehesten bei schon massiv befallenen Tieren eingesetzt. Halsbänder sollten nicht für Katzen verwendet werden, weil sie sich damit strangulieren können. Spot-on-Präparate, die im Nacken aufgetragen werden, sollten unbedingt nur für die jeweils zugelassene Tierart verwendet werden. Präparate für Hunde auf Katzen oder Kaninchen angewendet, können diese schwer bis tödlich vergiften!!! Für Hunde stehen zudem Impfungen zur Verfügung, die jedoch nicht vor allen Erregern schützen und z.T. auch nur vor einem schweren Verlauf. Wie fast immer gilt, Finger weg von fragwürdigen Hausmittelchen, wie beispielsweise Knoblauch. Wer sich nicht an dem Geruch stört, darf das gern bei sich selber ausprobieren, für Tiere ist er jedoch – wie alle Zwiebelgewächse – giftig.

Abschließend bleibt noch ein Aspekt zu betrachten: Wir alle verteufeln die fiesen Blutsauger, da nehme ich mich nicht heraus. Aber wie alles in der Natur haben auch Zecken ihren Platz und ihre Aufgabe. Sie dienen heimischen Vögeln als Nahrung und wiederum anderen Parasiten wie Pilzen, Fadenwürmern oder Erzwespen als Wirt. Sie helfen dabei, die Population anderer Lebewesen zu regulieren und wirken auf sie als Immunstärker und Evolutionsbeschleuniger, was langfristig einen positiven Einfluss auf eine Tierart haben kann.

Da ich an dieser „Regulierung“ nur sehr ungern teilnehmen möchte, besorge ich mir jetzt lieber doch mal flott ein Mittel zur Zeckenabwehr…

Der Igel verliert qualvoll den Kampf gegen Mähroboter und Co.

Foto: Irene Launer-Hill

Von Kerstin Martensen/ SAMT e.V. Man kann Igel und andere Kleintiere vor diesem Ende schützen, indem man vor dem Einsatz des Mähroboters immer die Büsche und Sträucher im Garten kontrolliert. Auch Motorsensen, Freischneider und Fadenmäher werden den Tieren gefährlich.

Das Versprechen der Anbieter, dass die selbständigen Mähhilfen Hindernissen ausweichen, wird in vielen Fällen nicht gehalten.

Igel sind nachtaktive Tiere und man erhofft ausreichenden Schutz, indem man den Mähroboter nur tagsüber einsetzt. Allerdings hat sich die Situation der Igel verändert. Vielerorts wird der Lebensraum der Igel eingeschränkt und auch durch die längeren Trockenphasen finden sie nicht mehr genügend Insekten. Dies nötigt die Igel auch tagsüber nach Futter zu suchen.

In den vergangenen Wochen, seit Ende April, wurden allein dem Jülicher Verein SAMT 13 Igel mit schweren Verletzungen gebracht. Ihre kleinen Gesichter zerschnitten und zum Teil waren auch die Füße bis zum Knochen abgetrennt. Fast alle Igel mussten von ihren Qualen von einem Tierarzt erlöst werden, nur einer hat überlebt.

Neben dem Straßenverkehr, der jährlich eine halbe Millionen Igel das Leben kostet, kommt seit einiger Zeit auch noch diese neue Bedrohung durch den Mähroboter hinzu.

Wir bitten alle Mitbürger nicht wegzusehen, wenn ein Igel in Not ist. Viele Tierärzte behandeln Igel kostenfrei, nur die Medikamente müssen bezahlt werden. Bitte lassen Sie auch schwerverletzte Igel nicht liegen; der Tierarzt kann dem Tier stundenlange Schmerzen und Qualen ersparen, wenn er es gleich erlöst.

Wir gönnen jedem seinen Mähroboter – und jedem Igel sein Recht auf Leben!

Weltmilchtag am 01.06.2021

Warum Milchkühe so leiden

Kalb
Foto: kadres@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere/SAMT e.V. Was sind Milchkühe? Kühe geben nur dann Milch, wenn sie Kälber zur Welt gebracht haben. Damit wir Menschen Milch trinken können, müssen die Kühe immer wieder zwangsbesamt werden. Eine Kuh ist 9 Monate trächtig. Danach werden Mutter und Kalb meist unmittelbar nach der Geburt getrennt. Sie leiden sehr darunter und rufen oft noch lange nacheinander.

Die Kälber werden nach der Trennung von der Mutter üblicherweise in sogenannten Kälberiglus einzeln untergebracht und bekommen in den meisten Fällen Milchersatz aus Eimern. Kurze Zeit nach der Geburt wird die Kuh erneut zwangsbesamt, damit der Milchfluss fast ununterbrochen fließt.

Kühe leben normalerweise im Familienverband und kümmern sich sehr um ihre Kälber. Obwohl Kühe eigentlich Weidetiere sind und eine Strecke von 10 km pro Tag zurücklegen, bleibt die durchschnittliche Milchkuh oftmals im computergesteuerten Stall mit Melkroboter, ohne jemals eine Weide zu sehen. Im Stall stehen sie meist auf Spaltböden, manche immer noch in Anbindehaltung. Selbst in der Biohaltung ist das nicht verboten.

Da die Tiere oftmals zu wenig Platz haben und sich gegenseitig verletzen könnten, werden den jungen Kälbern die Hornanlagen betäubungslos ausgebrannt. Dies ist für die Tiere sehr schmerzhaft.

Die Milchkühe sind auf Höchstleistung getrimmt, d.h. immer mehr Milch in einem immer kürzeren Leben. 1960 gab eine Kuh 2000 Liter – heute weit über 10000 Liter Milch im Jahr. Durch diese maximale Milchleistung sind die Euter unnatürlich groß und haben oftmals schmerzhafte Euterentzündungen zur Folge. Die Lebensdauer einer Kuh in der Milchviehhaltung beträgt im Durchschnitt 5 Jahre. Obwohl sie bis zu 20 Jahre leben könnte, endet sie nach dieser Zeit beim Schlachter.

Was passiert mit den Kälbern, die eine Kuh ja zwangsweise immer wieder bekommt, um Milch zu geben?

Die männlichen Kälber sind in der Milchviehhaltung ein Abfallprodukt, da sie als Masttiere eher ungeeignet sind und keine Milch geben können. Wohin dann mit den Kälbern? Kälber müssen erst 7 Tage nach ihrer Geburt gekennzeichnet werden. Ihr Verbleib ist oft unklar. Viele der Kälber werden mit 14 Tagen verkauft und ins Ausland transportiert, wo ihr Leben nach kurzer Zeit auf dem Schlachthof endet.

Das Schicksal der weiblichen Kälber ist es, dass sie meist Milchkühe werden.

Der Mensch kann auch ohne Kuhmilch gesund leben. Länder, in denen Milch kein Grundnahrungsmittel ist, zeigen das.

Kann es wirklich gesund sein, als Mensch ein ganzes Leben lang Muttermilch zu trinken?

Es gibt so viele schmackhafte Alternativen. Probiert doch einfach mal die Drinks aus Hafer, Reis, Mandel, Soja, Kokos usw. aus!

Rinder wollen sich bewegen. Anbindehaltung ist eine besondere Qual für die Tiere. Es bedeutet, die Rinder stehen angebunden nebeneinander. Sie können sich weder belecken, noch kratzen. Körperpflege ist so gut wie unmöglich.

Diese Tierqual soll Weltkulturerbe werden. Wenn Du so wie wir anderer Meinung bist, solltest Du nachfolgende Petition unterschreiben.

24.04.2021 – Der Internationale Tag des Versuchstiers

eine Maus alsVersuchstier
Foto: tiburi@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere/SAMT e.V. Medizinischer Fortschritt – ja, aber… Wusstet Ihr: Auch in der heutigen digitalisierten Welt finden immer noch millionenfach Tierversuche in Deutschland statt. Es gibt rund 700 Labore, in denen ca. 1,8 bis 2,8 Millionen Tiere leiden und sogar sterben.

Die Tierversuche werden seit 2014 in Schweregraden erfasst: Schwer, mittel, gering und keine Wiederherstellung der Lebensfunktion. Die Einteilung der Schweregrade wird vom Forscher selbst vorgenommen!!! Tierexperimentelle Toxikologie und Tierversuche in der Grundlagenforschung sind unvorstellbar grausam und die Tiere leiden entsetzliche Qualen.

Fortschritt ohne Tierleid ist möglich. Sicherlich ist medizinischer Fortschritt wichtig, aber es gibt innovative Alternativen, z. B. humane Zellmodelle, Computermodelle, computertomografische Verfahren, Organchips usw.

Der deutsche Tierschutzbund fordert von der Bundesregierung eine Gesamtstrategie zum Ausstieg aus Tierversuchen.

Die Organisation Ärzte gegen Tierversuche e.V. ruft zur Zeit zu einer groß angelegten Aktion auf. Ihr könnt also von Zuhause aus etwas gegen diese grausamen Praktiken unternehmen.

Eine Unterschrift der nachfolgenden Petition hilft den Tieren sehr.

https://www.ausstieg-aus-dem-tierversuch.de/helfen

Wer darüber hinaus aktiv werden möchte, kann über einen weiteren Link Politiker zum Handeln auffordern:

https://www.ausstieg-aus-dem-tierversuch.de/component/jdbuilder/page/26

Für Kosmetik und Putzmittel leiden immer noch unzählige Tiere. Wer das nicht möchte, sollte auf die Siegel achten. Zwei der bekanntesten Siegel bei Kosmetik ohne Tierversuche sind Nachfolgende:

Auf der Seite Ärzte gegen Tierversuche e.V. findet Ihr eine Übersichtstabelle von tierversuchsfreien Kosmetik-Siegeln

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/stories/illustrationen/kosmetik/kosmetik_siegel.pdf

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.
(Mahatma Gandhi)

Igel im Fokus von Mähroboter, Fadenmäher, Tellersense & Co.

Poster Plakatkampagne

Bundesweite Plakatkampagne der Tierfreunde Rhein-Erft von Renate Könen

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,

seit Jahren geht der Igelbestand enorm zurück. Massive Verkleinerung der Lebensräume und fehlende artgerechte Nahrung ließen Igel zu Kulturfolgern werden. Seit Jahren sind sie u.a. in Parks und Gärten heimisch. Leider haben sie in ihrer neuen Heimat nicht das Paradies gefunden. Der Einsatz von Mähroboter, Fadenmäher, Tellersense, Freischneider und weiteren Gartengeräten gefährdet die Existenz von Igeln, tötet oder verletzt sie häufig schwer. Grund genug, in Kooperation mit der Igelhilfe Rostock die bundesweite Plakatkampagne „Igel im Fokus von Mähroboter, Fadenmäher, Tellersense & Co.“ zu starten.
Ohne tatkräftige Unterstützung interessierter Mitstreiter*innen geht es natürlich nicht. Notwendige Informationen bietet unsere Homepage
https://www.tierfreunde-rhein-erft.de/plakatkampagne.htm
https://www.tierfreunde-rhein-erft.de/neues_igel.htm

Poster Plakatkampagne

Vier Plakate stehen zur Auswahl, die ab Beginn der Mähsaison 2021 an möglichst vielen publikumsintensiven Stellen hängen sollen. Das sind -soweit bekannt-neben Igelstationen und -pflegestellen, Tierheimen, Tierschutzvereinen, Gnadenhöfen und regionalen Tierarztpraxen u.a. Natur- und Artenschutzvereine, Obst- und Gartenbauvereine, Schreber- und Kleingartenvereine, Umweltstationen, Umweltzentren und Naturparks, die bereits informiert sind.

Nicht vergessen werden dürfen Tierhandlungen,  Sparkassen, Blumenläden, Frisöre, Bäcker, Metzger, der Kiosk nebenan, und, und, und… – kurz überall dort, wo die Anbringung eines Plakates nicht verboten, besser noch erwünscht ist.

Im Sinne in Not geratener Igel ist tatkräftige Unterstützung dringend nötig. So einfach geht’s: Gewünschtes Plakat ausdrucken und für jede*n Besucher*in gut sichtbar aufhängen. Mitarbeiter*innen, Mitstreiter*innen, Verwandte, Freunde, Bekannte, Nachbarn usw. für das Thema sensibilisieren und diese Nachricht möglichst häufig teilen.

Sie betreiben eine eigene Homepage? Setzen Sie einen Link auf unsere Seite. Vernetzen wir uns bundesweit, denn nur gemeinsam lässt sich beim zuständigen Bundesministerium etwas erreichen.

Bitte machen Sie mit.

Unseren ausführlichen Pressebeitrag zum Thema finden Sie hier
https://meine.rheinische-anzeigenblaetter.de/elsdorf/c-lokales/igel-im-fokus-von-maehroboter-fadenmaeher-tellersense-und-co_a9605

Bereits im Voraus bedanken wir uns für Ihre Mühe, tatkräftige und freundliche Unterstützung.

Beste Grüße, passen Sie weiter gut auf sich auf und bleiben Sie gesund.

Für die Tierfreunde Rhein-Erft

Renate Könen

Mehr Tierschutz = mehr Menschenschutz

Vom Arbeitskreis Nutztiere/SAMT e.V.

Wollen wir gesund bleiben?

Die aktuelle Corona-Pandemie zeigt, Viren und Bakterien machen keinen Unterschied zwischen

Menschen und Tieren. In der sogenannten Massentierhaltung werden riesige Mengen von Antibiotika verwandt, auch Reserveantibiotika,  die eigentlich ausschließlich der Humanmedizin dienen sollten.

Als Reserveantibiotika werden spezielle Antibiotika bezeichnet, die nur zum Einsatz kommen bei Infektionen mit resistenten Erregern. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) warnt vor wachsenden Resistenzen und immer mehr Toten, weil wirksame Antibiotika fehlen.

Schauen wir uns die Massentierhaltung einmal genauer an, kommen wir zu der Erkenntnis, der Einsatz von Medikamenten wäre durch eine andere Art der Tierhaltung veränderbar. Zu große Bestände leben auf zu engem Raum und durch Zucht wurden diese Tiere auf Höchstleistung getrimmt, ihre Grundbedürfnisse aber weitestgehend ignoriert. Diese Tiere leben in krankmachenden Verhältnissen und nicht die Ursache wird beseitigt, sondern Medikamente werden verabreicht.

Bitte informiert Euch über diesen Link und unterschreibt die Petition. Sie fordert Frau Klöckner und Herrn Spahn zum Handeln auf.

https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/kein-antibiotika-missbrauch-im-stall

Sollte Euch das Thema Nutztiere interessieren, könnt Ihr Euch im Informationsheft für Schüler von PROVIEH informieren. Übrigens auch für Erwachsene sehr informativ!

Das Informationsheft Unsere „Nutz“tiere“ ist bei PROVIEH erhältlich und kostet 2,00 € pro Stück. Bei Interesse gibt es das Infoheft sowie das Buch „Alles lecker“ zur Abholung auch bei SAMT e.V. Jülich gegen eine Spende!

(K)Ein Leben für den Luxus

Nerz
Foto: toadienaulls@pixabay

Wusstet Ihr schon: Amerikanische Nerze leben an Flüssen und Seen. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und geschickte Jäger. Außerdem haben Nerze ein schönes Fell. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden sie deshalb in sogenannten Pelzfarmen gezüchtet. In freier Natur sind sie Einzelgänger mit großen Revieren.

In den Pelztierfarmen werden sie aber mit anderen Artgenossen in kleinen aneinandergereihten Volldrahtkäfigen gehalten. Es gibt für die Tiere keine
Rückzugsmöglichkeiten, und sie haben keine Chance, sich vor Kälte und Hitze zu schützen. Der grobe Drahtboden schneidet sich in ihre empfindlichen Pfoten. Diese Haltung ist für die Nerze sehr anstrengend. Sie können sich nicht so verhalten, wie sie es gerne möchten, und haben oft Schmerzen. Die Tiere leiden sehr. Die Nerze bekommen einen Brei aus Fleisch- und Fischabfällen zu essen. Dieses Futter ist schlecht für ihren Magen und ihnen fehlt außerdem das Kauen als Beschäftigung. Oft sind die Tiere in den Käfigen von Parasiten befallen und leiden unter ansteckenden Krankheiten. Durch diese furchtbaren
Haltungsbedingungen sterben viele Nerze vorzeitig.

Genau wie die Nerze werden auch Füchse, Marderhunde, Sumpfbiber, Chinchillas und andere Tiere vom Menschen ausschließlich für die Mode gezüchtet und getötet. Das Fleisch der Tiere gilt als Abfallprodukt. Es gibt keine „schonende Pelztierhaltung“. Leider müssen wir davon ausgehen, dass jedes Pelztier unter schlechten Bedingungen gelebt hat und qualvoll gestorben ist.

Für einen einzigen Pelzmantel werden ungefähr 40 bis 60 Nerze, 30 bis 50 Waschbären, 14 Luchse, 12 Wölfe oder Hunde, 110 Eichhörnchen oder 130 bis 200 Chinchillas getötet- nur damit sich Menschen mit ihrem Pelz schmücken können.

Textauszüge freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Verein PROVIEH, aus dem Informationsheft für Schüler: Unsere „Nutz“tiere

Nachfolgende Petition zum Unterschreiben richtet sich gegen diese Tierqual:
MADELEINE – STOPPT DEN PELZVERKAUF

Meine Katze hat `nen Hängebauch – Ihre auch?

Von Eva Volk/ SAMT e.V. Als meine Mieze im Alter von etwa einem Jahr einzog, war sie rank und schlank. Ein Jahr später war ein dezentes Hängebäuchlein zu sehen. Naja, dachte ich, bisschen zu viel Futter, bisschen zu wenig Bewegung. Also besonders hochwertiges Futter kredenzt, ohne Zucker und ohne allzu viele Kohlenhydrate. Noch mehr Spielzeug gekauft, als sowieso schon vorhanden, und damit die Mieze intensiv täglich bespaßt.

Kater mit Hängebauch
Foto: Eva Volk

Mieze war begeistert, indes, der Hängebauch wuchs weiter und erreichte eine durchaus stattliche Größe. Hmm – Bindegewebsschwäche? Hang zu Fettleibigkeit? Irgendwas Krankhaftes? Denkste!

Es handelt sich um die sogenannte „Urwampe“. Haben Sie noch nie gehört? Hatte ich auch nicht. Das hat mit Übergewicht nichts zu tun, auch wenn es sich tatsächlich um ein Fettpölsterchen handelt. Die Natur hat sich schon was dabei gedacht.

Im hinteren Bauchbereich, dem Bauchlappen, bilden sich mit der Geschlechtsreife zwei Hautfalten, die sich nach und nach mit Fettgewebe füllen. Dies dient dem Schutz der Organe bei Kämpfen, welche häufig im Liegen stattfinden. Mit den Hinterbeinchen treten die Samtpfoten heftig nach dem Gegner. Da ist es gut, wenn das etwas abgemildert wird und so wenig Schaden wie möglich entstehen kann. Ganz nebenbei kann sich die Mieze beim Springen und Rennen natürlich auch besser strecken, wenn etwas mehr, nun ja, Spielraum zur Verfügung steht. Ganz nebenbei kann das Fettpölsterchen auch als Reserve für schlechte Zeiten herhalten. Das Schwabbelbäuchlein ist je nach Rasse unterschiedlich stark ausgeprägt. Man findet es übrigens sogar bei Tigern.

Wem das Ganze trotzdem nicht ganz geheuer ist, dem kann selbstverständlich wie immer nur nahegelegt werden, mit der Mieze sicherheitshalber zur Abklärung beim Tierarzt vorstellig zu werden. Lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig.

Kater mit Hängebauch
Foto: Eva Volk

Meine kleine Kampfmieze wird jetzt jedenfalls nicht mehr vorwurfsvoll angeguckt und Diät muss sie auch nicht halten. Mit ihrer Urwampe ist sie für alles gerüstet.

Weltkatzentag – Der Tag der Samtpfoten

Von Eva Volk/ SAMT e.V. Das beliebteste Haustier in Deutschland ist und bleibt die Katze. Am 08. August wird daher jedes Jahr der Weltkatzentag begangen.

Wer jemals Zweifel an der Beliebtheit der Samtpfoten hatte, braucht nur einen kurzen Blick ins Internet zu werfen. Jedem wird sofort klar, dass das World Wide Web nur zu einem Zweck erschaffen wurde: Zum Hochladen von Millionen von Katzenfotos und -videos.

Katze steckt Kopf in Trinkglas
Foto: Beate Uhlig

Eindrucksvoll wird hier dokumentiert, dass Katzen die wahren Herrscher der Welt sind: Sie sind niedlich, pelzig, elegant, tapsig, manchmal dusselig, verspielt, verfressen, aufdringlich, faul, flauschig, mörderisch, eitel, eingebildet, schnurrig, verrückt nach Kartons, besitzergreifend, wasserscheu, tröstend, zickig, fordernd, weich, warm, schüchtern, verwegen, neugierig, verschmust, einzigartig, schreckhaft, größenwahnsinnig, unkompliziert, kompliziert, gesellig, einzelgängerisch, draufgängerisch, stimmungsaufhellend, unerziehbar, unabhängig, nervtötend, zum kaputtlachen, treu, sensibel, clever, tollpatschig, eigenwillig, einfach unwiderstehlich und die einzig wahre Glücksdroge.

Und weil das so ist – und sich ihre Halter demütig ergeben haben – haben bereits rund 15 Millionen Katzen in Deutschland geeignete Dosenöffner gefunden.

Mutterkatze mit ihren Kleinen
Foto: Sylvia Dudda

Aber ganz, ganz viele Katzen – geschätzt ca. 2 Millionen – sind immer noch auf der Suche nach dem einen Menschen, der sein Sofa mit ihnen teilt, jederzeit zum Spielen bereit ist, bei Bedarf Streicheleinheiten verabreicht und immer – also wirklich immer – das leckerste Futter bereithält.

Für all diese ist SAMT e.V. im Einsatz. Wer jetzt erkennt, dass ihm schon immer etwas im Leben gefehlt hat, nämlich ein einzigartiges Schmusetier, der findet auf der Internetseite www.s-a-m-t.de vielleicht endlich den passenden Begleiter für alle Lebenslagen.

Natürlich wird Unterstützung immer benötigt, gerne direkt mit einer Online-Spende unter https://tierisch-engagiert.fressnapf.de/projects/62742

Bei Trockenheit Vögel, Insekten und Co. nicht vergessen!

Von Beate Uhlig/SAMT e.V. In den vergangenen Jahren begleiteten uns immer wieder Perioden langanhaltender Trockenheit. Schon im Frühjahr war der besorgte Gartenbesitzer mit Gießkanne und Schlauch unterwegs, um sein geliebtes Grün vor dem Vertrocknen zu retten. Neben den Pflanzen sollten wir aber auch die Tiere nicht vergessen. Mit ein paar einfachen Tipps und Ideen lassen sich im Handumdrehen Wasserstellen für Vögel, Igel und Insekten aufstellen, die zudem noch sehr dekorativ sein können.

selbstgebaute Vogeltränke
Foto: Beate Uhlig

Täglich die verwendete Schale reinigen und mit frischem, kalten Wasser befüllen. Das ist besonders wichtig, sonst wird das, was eigentlich gut gemeint war, zu einer tödlichen Infektionsquelle. Zum Reinigen keine chemischen Putz- oder Desinfektionsmittel verwenden. Mit kochendem Wasser lassen sich Krankheitserreger ganz leicht abtöten.

Eine flache Schale eignet sich am besten, dennoch sollten Steine oder Korkscheiben kleine Inseln bilden, damit Insekten nicht ertrinken und dort landen und starten können.

Neben einer Schale für Igel am Boden, sollten Tränken für Vögel zum Schutz vor Räubern erhöht und nicht in der Nähe von Büschen aufgestellt werden.

Im Handel gibt es sehr schöne Tränken zu kaufen. Es reicht aber schon ein Blumenuntersetzer oder ein Suppenteller, um seinen Zweck zu erfüllen. Besonderen Scharm haben jedoch eigene, kreative Lösungen. Auf dem Foto seht Ihr einen alten Kerzenständer, der ein neues Leben bekommen hat.