Mollys Kolumne Oktober 2021

Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

es ist wohl einfacher, zwei völlig fremde Katzen zu vergesellschaften, als zerstrittene Katzenkumpels wieder zu befrieden. Dies mussten wir am eigenen Leib erfahren.

Im letzten Newsletter musste ich leider davon erzählen, dass wir drei Katzenmädchen, Mira, Frieda und ich, durch ein plötzliches Ereignis so aus der Bahn geworfen wurden, dass wir uns so mir nichts, dir nichts auf einmal nicht mehr grün waren. In einem einzigen Augenblick wurden aus den besten Freundinnen Todfeinde. Man muss es wirklich so ausdrücken. Unsere Menschen konnten uns keine Sekunde mehr zusammenlassen, ohne dass wir uns angefaucht, angegriffen und heftig ineinander verbissen haben.

Durch einen Umbau an unserem Gehege kam es – so die Vermutung – dazu, dass eine fremde Katze unser Revier markieren konnte. Was wir vorher überhaupt nicht kannten. Aus einer Art Übersprungshandlung heraus ging die hochkochende Aggression auf die jeweils anderen Mädchen über. Unglücklicherweise waren wir nicht zu beruhigen und mussten voneinander isoliert werden.

Unsere Menschen waren mit der Situation ebenfalls erstmal völlig überfordert und fragten bei verschiedenen Leuten um Rat. Da war alles dabei an Vorschlägen, was man sich so denken kann: Uns Katzen das auskämpfen lassen, oder welche von uns zur Vermittlung weggeben, oder erstmal einen ganzen Tag trennen und dann langsam wieder zusammenführen. Letzteres schien doch am sinnvollsten. Hätten sie uns endlos weiterkämpfen lassen, wäre wahrscheinlich gar nichts mehr zu retten gewesen. Weggeben war ebenso keine Option. Einen ganzen Tag trennen, war nicht angenehm, denn uns Dreien hat das gar nicht gefallen und wir haben richtig Terror gemacht – auch in der Nacht. Aber so hatten die Gemüter genügend Zeit, erstmal runterzukochen.

Unsere Menschen haben das Gehege gründlich von möglichen Fremdgerüchen befreit, aber an Rausgehen war erstmal nicht zu denken. Wichtig war zu Beginn, uns erstmal wieder im Haus zu befrieden. Der Ablauf war eigentlich ähnlich, wie bei der Einführung einer neuen Katze in unsere Gruppe. Kurze Besuche mit gutem Zureden, Streicheln und jeder Menge Leckerchen. Nichts ist so friedenstiftend wie leckere Naschereien. Natürlich waren auch unsere Leute nicht weit und jederzeit bereit, bei Eskalation einzugreifen. So konnten wir uns sicher fühlen und wieder Vertrauen fassen.

Es funktionierte. Schon nach kurzer Zeit hatten wir uns alle wieder lieb und konnten auch ohne Aufsicht zusammenbleiben. Nun sollte es wieder nach draußen gehen. Endlich! Es war so schönes Wetter. Ich konnte es kaum erwarten.

Das klappte… überhaupt nicht. Keine fünf Sekunden draußen, und schon kamen die Erinnerungen und die Ängste zurück. Jede fauchte jede an und wir waren kurz davor, wieder auszuflippen. Also, erneut alle Mann rein. Eine Weile beruhigt, und eine Stunde später das gleiche von vorn. Immer wieder. Unsere Menschen mussten seeehr viel Geduld aufbringen.

Mal lief es besser, mal schlechter. Mal konnten wir Stunden friedlich draußen sein, mal dauerte es keine Minute bis es wieder Ärger gab. Da halfen auch keine Leckerchen oder Ablenkung mit Spielzeug. Ein zäher Prozess. Anfangs hatten unsere Leute noch Urlaub und konnten viel mit uns üben. Als sie wieder arbeiten mussten, ging das leider nur noch abends und an den Wochenenden. Die restliche Zeit hockten wir im Haus. Zwar in Eintracht, aber wir haben uns so leider den ganzen Sommer versaut.

Über die Wochen wurde es immer besser mit uns und dem Freigang. Unsere Menschen vertrauten uns schon wieder so weit, dass sie nur noch in der Nähe blieben und wir nicht die ganze Zeit beobachtet werden mussten. Sie waren kurz davor, uns wieder die volle Kontrolle zu überlassen. Dann ist es wieder passiert. Ein fremder Geruch der uns völlig aus der Bahn geworfen hat. Frauchen kam mit ihren Gartenschuhen in unser Gehege, wie sie es schon unzählige Male zuvor getan hat. Doch diesmal war daran ein Geruch, der uns Angst machte und uns die Schuhe anfauchen lies. Noch ehe Frauchen sie ausziehen konnten, sind wir wieder ausgerastet und haben uns gegenseitig heftig angegriffen. Auch im Haus konnten wir uns einfach nicht mehr beruhigen. Es war schlimmer als beim ersten Mal. Die bisher erfolgreiche Strategie zur Zusammenführung brachte rein gar nichts, trotz der endlosen Geduld unserer Menschen. Die waren verständlicherweise mächtig frustriert. Und wir Katzenmädchen?

Ich muss auch Dich um Geduld bitten, denn wie letztlich alles mit uns ausgegangen ist, verrate ich erst im November-Newsletter.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne September 2021

Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

es gibt nicht viel, was enge Katzenfreunde trennen kann. Aber das, was vor allem anderen an erster Stelle steht, sind Gerüche. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass etwas das Band zwischen Mira, Frieda und mir zerschneiden könnte, aber es ist so gekommen und nun hängt der Haussegen gehörig schief.

Wie konnte das passieren? Ich versuche mich zu erinnern.

In unseren Freilauf war ein kleines Gartenhaus eingefriedet, herrlich ausgestattet mit Krätzbäumen und Wandliegen für uns Fellnasen. Seine besten Jahre hatte das Häuschen hinter sich und unsere Menschen wollten es ersetzen. Da während Abbau des alten und Aufbau des neuen Hauses eine Lücke im Gehege entstand, durften wir zwei Tage nicht raus. Fluchtgefahr. Fanden wir zwar blöd, aber war auch nichts Ungewöhnliches. Bei Sturm hatten wir in der Vergangenheit auch schon das ein oder andere Mal keinen Freigang.

Nach getaner Arbeit hatten uns unsere Menschen direkt herausgerufen, damit wir alles inspizieren konnten. Haben wir natürlich auch gemacht und alles für gut befunden. Später am Abend, unseren Menschen waren schon wieder drinnen, ist es dann passiert. Ich weiß nicht mehr, was es war, aber wir drei Mädels waren plötzlich so verstört, dass wir uns vor lauter Verwirrung gegenseitig an die Gurgel gegangen sind. Und frag nicht, wie. Das Geschrei war so laut, dass unsere Leute direkt angerannt kamen, um nach uns zu schauen.

Dieses Phänomen gab es bereits schon mal. Ein fremder Kater kam an unseren Katzenzaun und versetzte uns in hellen Aufruhr. Da wir ihn durch das Gitter nicht erreichen konnten, um ihn zu verjagen, war die aufgestaute Aggression auf das nächstbeste Objekt übergesprungen – und das waren wir selbst. Unsere Menschen haben dann den Kater vertrieben und uns wieder erfolgreich beruhigen können. So auch dieses Mal. Ein fremdes Tier konnten sie zwar nicht mehr ausmachen, aber nachdem wir alle drin waren, herrschte direkt wieder Frieden.

Der währte jedoch nicht lange. Am nächsten Morgen sind wir drei – wie immer – direkt raus ins Freie. Es dauerte keine fünf Minuten und es ging wieder los. Jede gegen jede. Heftige Attacken wie von Sinnen. Als ginge es um Leben und Tod. Unsere Leute haben uns umgehend wieder reingeholt, nur leider konnten wir uns dieses Mal nicht mehr beruhigen und es ging im Haus weiter. Ihnen blieb nichts weiter übrig, als uns drei räumlich zu trennen, was in dem Zustand gar nicht so einfach war. Sie konnten erneut kein fremdes Tier ausmachen, so dass sie diese These fallen ließen und sich den Kopf zerbrachen, was dieses Desaster ausgelöst haben könnte.

Eine neue Theorie kam auf. In der Zeit des Umbaus vom Gartenhaus war unser Gehege über Nacht offen. Durchaus möglich, dass dies eine Nachbarskatze genutzt hat, unseren über Jahre hinweg mühsam markierten Auslauf mit dem eigenen Geruch zu überduften. Das wäre für uns eine bisher nie dagewesene, unerhörte Situation. Und durchaus plausibel. Du musst wissen, wir Katzen sehen die Welt um uns herum trotz der scharfen Augen in erster Linie mit der Nase. Fremde Gerüche werden häufig als bedrohlich wahrgenommen. Weit oben auf der Liste steht z.B. Narkosegeruch, wenn eine von uns von einer OP zurückkommt. Da wird der „Patient“ auch schon mal angefaucht.

Während Mira, Frieda und ich jeweils für sich in der Isolation verweilten, um wieder runterzukommen, haben sich unsere Menschen daran gemacht, den eventuell vorhandenen Fremdgeruch so gut es geht zu beseitigen. Markante Stellen wurden mit einem speziellen Enzymreiniger behandelt, der Rest mit einem Wasserschlauch gründlich abgespritzt und der viele Regen der vergangenen Wochen sollte auch noch dazu beigetragen, einen potentiellen fremden Geruch zumindest immer weiter zu verdünnen.

Und wir drei Mädels? Egal ob nach einer Stunde, nach drei, sobald zwei von uns probehalber aus dem Zimmer gelassen wurde, sind wir sofort wieder blindlinks aufeinander los. Unsere Menschen konnten gar nicht so schnell gucken.

Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Wie kann eine so enge Freundschaft wie bei uns Dreien in nur einem einzigen Augenblick so nachhaltig zerstört werden? Wir waren immer wie Pech und Schwefel und haben alles gemeinsam gemacht. Es herrschte ein absolutes, tiefes Vertrauen zueinander. Nun, da wir wissen, wozu die jeweils anderen fähig sind, wird es wohl nie mehr, wie es war. Ich bin so traurig.

Wie soll es nur mit uns weitergehen? Das erfährst Du im Oktober.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne August 2021

Foto: Beate Uhlig

Liebe/r Leser/in,

im Moment haben wir scheinbar wieder einen Lauf, was Krankheiten angeht. Kaum war meine Bindehautentzündung, von der ich beim letzten Mal berichtet hatte, ausgeheilt, hat es nun die arme Frieda erwischt.

Ein guter Esser war sie ja noch nie, aber sie hatte kürzlich zunehmend an Appetit verloren – immer ein schlechtes Zeichen bei uns Katzen. Und obwohl wir auf Teufel-komm-raus in der Regel jedes Unwohlsein tapfer verbergen, war Frieda deutlich anzusehen, dass sie Schmerzen hatte. Dann muss es echt schon schlimm gewesen sein.

Also, natürlich, wieder mal ab zur Tierärztin. Die entdeckte bei eingehender Untersuchung tief in Friedas Rachen eine verdächtige Stelle mit einem Geschwür und ließ sie daraufhin unverzüglich direkt zur OP vorbereiten. Ein ziemlicher Schock für unser Frauchen. Mit sowas hatte sie nicht gerechnet.

Nach bangen Stunden des Wartens konnte sie Frieda am Nachmittag abholen. Zum Glück war es kein Krebs, wie die Tierärztin ihr im Nachhinein ihre erste Vermutung offenbarte, sondern „nur“ ein Abszess. Ein winziges Loch, das allerdings ein paar Zentimeter tief war und mit Eiter gefüllt. Eine extrem schmerzhafte Geschichte. Da kann man Friedas Fressunlust auf jeden Fall nachvollziehen.

Wie sie sich das eingehandelt hat, weiß keiner. Häufig entstehen Abszesse bzw. Eitergeschwüre durch Verletzungen z.B. bei Revierkämpfen, durch Bisse von Beutetieren oder Einstiche durch Fremdkörper. Da sich in der Maulhöhle bei uns besonders viele Bakterien tummeln, ist es nicht verwunderlich, dass sich die Verletzung schnell entzünden kann.

Dabei ist der Abszess ein Mittel des Körpers zum Schutz. Also eigentlich, wenn ich es recht bedenke, eine gute Sache. Eine Notfallmaßnahme. Dabei passiert folgendes: Zellen zur Immunabwehr nehmen die schädlichen Bakterien auf. Anschließend wird die Entzündung eingeschlossen und abgekapselt, um umliegendes Gewebe zu schützen.

Dieser Prozess ist sehr schmerzhaft und geht mit Rötungen, Schwellungen sowie Eiterbildung einher. Das ist von außen nicht immer so einfach zu erkennen, wie bei Frieda tief im Rachen, aber Abszesse können auch in Organen auftreten. Hier ist eher auf Symptome wie Humpeln, schlechtem Fressen und Umfangvermehrung zu achten. In jedem Fall sollten uns unsere Menschen unverzüglich zum Tierarzt bringen, denn es drohen schwerwiegende Folgen. Beispielsweise kann ein Aufplatzen des Eitergeschwürs zur Blutvergiftung führen.

Dem Tierarzt stehen zur Diagnose verschiedene Mittel zur Verfügung. Zum einen die äußere Untersuchung, zum anderen lassen sich Entzündungswerte im Blut nachweisen. Zudem können Abszesse per Ultraschall und Röntgen sichtbar gemacht werden.

Sofern zugänglich, lassen sich einfache Maßnahmen zur Vorbeugung ergreifen, damit es gar nicht erst so weit kommt. Die Wunde sollte mit Kochsalzlösung oder abgekochtem Wasser gereinigt werden, inklusive der umliegenden Hautareale, ggf. muss dafür etwas Fell weichen. Unsere Menschen sollten sich vorher selber gut die Hände waschen oder Einweghandschuhe tragen, um nicht weitere Keime einzutragen. Auch kann ein Antiseptikum vorsichtig aufgetragen werden. Die Wunde auf keinen Fall abdecken, damit sie trocknen kann. Außerdem sollte die Wunde in den folgenden Tagen beobachtet werden und bei den beschriebenen Symptomen nicht gezögert werden, zum Tierarzt zu gehen.

Bei Frieda wurde das Geschwür im Rachen unter Narkose geöffnet, vom Eiter geleert und anschließend gereinigt. Danach bekam sie für ein paar Tage ein Antibiotikum sowie Schmerzmittel. Direkt nach der OP war sie bereits wie ausgewechselt und düste durch die Gegend wie ein junges Kätzchen. Die Wunde ist problemlos verheilt und sie frisst so gut wie lange nicht mehr. Unsere Menschen waren sehr erleichtert, denn sie sind glücklich, wenn wir glücklich sind.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Juli 2021

Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

nein, auch wenn es auf dem Foto so aussieht, als hätte ich geweint, steckt doch etwas anderes dahinter. Eine ganz profane Bindehautentzündung. Leider nicht zum ersten Mal, ich habe immer mal wieder damit zu kämpfen. Das Auge brennt und tränt, das Lid schwillt an und alles juckt wie verrückt. Frauchen hat es zum Glück sehr früh bemerkt und mich sofort zum Tierarzt geschleppt. Ich geh da ja nicht so gern hin, aber in diesem Fall war schnelle Hilfe nicht verkehrt, das muss ich doch zugeben.

Eine Bindehautentzündung kommt bei uns Katzen gar nicht mal so selten vor. Eigentlich nichts weltbewegendes, aber da die Entzündung schnell voranschreitet und schwerwiegende Folgen haben kann, ist dennoch schnelles Handeln geboten.

Es können beide, aber auch nur ein einzelnes Auge betroffen sind. Sind die Tränen anfangs noch sehr wässrig, verändern sie sich nach einigen Stunden bis wenigen Tagen zu einem eitrigen Schleim. Es kommt zu Schwellungen im Augenbereich, juckt furchtbar und man kneift als Katze das Auge zusammen.

Spätestens jetzt ist Tierarzt angesagt, sonst kann es zu Verklebungen des Auges und zu Verwachsungen des dritten Augenlids mit der Hornhaut kommen. Schwere Folgeschäden bis hin zur Erblindung und zum Verlust des betroffenen Auges können auftreten. Bindehautentzündungen heilen ohne das richtige Medikament nicht ab!!! Von Hausmittelchen wie Kamillentee ist dringend abzuraten. Dieser enthält auch aufgebrüht noch winzige Härchen, die das Auge zusätzlich reizen können.

Die Ursachen für eine Bindehautentzündung sind vielfältig. In Fragen kommen sowohl infektiöse (verschiedene Bakterien, Viren und Pilze), als auch nicht infektiöse Gründe, wie z.B. Zugluft,  Allergien, Fremdkörper, Schmutz und Verletzungen. In meinem Fall ist sehr wahrscheinlich das Calici-Virus schuld, dass ich in mir trage, weil die Entzündung immer mal wieder auftritt.

Infektiöse Bindehautentzündungen sind häufig ansteckend, ein Problem im Mehrkatzenhaushalt, aber auch für den Menschen. Daher ist Abstand halten angesagt, sowie regelmäßiges Hände waschen. (Darin habt ihr Menschen ja mittlerweile viel Übung…) Umgekehrt kann auch der Mensch sein geliebtes Haustier infizieren.

Mir wurde zur Behandlung zweimal täglich für mehrere Tage eine Augensalbe aufgetragen. Obwohl ich eigentlich ein großes Eigeninteresse an der Genesung hätte haben sollen, habe ich es meinen Menschen nicht leichtgemacht und sofort das Weite gesucht, wenn sie mit der Tube aufgetaucht sind. Letztlich konnte ich aber den Leckerchen nicht widerstehen und habe mich immer wieder anlocken lassen. War natürlich alles Strategie, um ein paar Extras abzustauben.

Inzwischen ist alles verheilt und ich habe wieder den vollen Durchblick.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Mai/Juni 2021

Bastet
Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

in den letzten Jahrzehnten ist die Lebenserwartung von uns Katzen deutlich gestiegen, weil wir mittlerweile in der Regel als Familienmitglieder wahrgenommen und mehr umsorgt werden, insbesondere was die medizinische Versorgung betrifft. Es ist ganz interessant, dies mal in Menschenjahre umrechnen, finde ich. In den ersten zwei Jahren schalten wir Miezen den Turbo ein, sind mit 1 schon Teenies und erreichen mit 2 eine Entwicklung wie ein Menschen mit etwa 24. Danach entspricht jedes Katzenjahr etwa vier Menschenjahren. Wenn ich das mal zusammenrechne, ist unsere liebe Bastet 104 Jahre alt geworden.

Sie ist vor kurzem im Alter von 22 gestorben. Wir sind alle sehr traurig. Aber was für ein tolles, langes Leben für eine Katze! Und das kam nicht von ungefähr. Bastet war eine richtige Kämpfernatur und hat sich immer durchgebissen. Sie musste einiges mitmachen, wie mancher treue Leser des Newsletters sich vielleicht noch erinnert. (Wer ihre Geschichte nachlesen möchte, kann das hier tun oder im Archiv stöbern.) Die letzten Jahre machten ihr die Schilddrüse und die Leber zu schaffen, dank täglicher Medikamenteneinnahme jedoch händelbar. Dazu kam ein stetig steifer werdendes Beinchen, das der kleine Sturkopf aber einfach ignorierte und nicht davon abhielt, zu ihrem Lieblingsplatz auf dem Schreibtisch zu klettern. Woran sie jedoch schwer zu knabbern hatte, waren die wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen. Von einer OP in dem hohen Alter hatte unsere Tierärztin abgeraten, und so blieb nur die Einnahme von Antibiotika. Das hat auch immer wieder gut gewirkt, nur leider hat das liebe Mädchen in der Zeit jedes Mal einiges an Gewicht verloren, das sie nicht wieder zulegen konnten. Die letzte Entzündung hat ihr dann leider vollends die Kräfte geraubt. Sie hat es mit eisernem Willen versucht, sich wie ein braves Kätzchen auf Klöchen gekämpft und auch noch ein letztes Mal nach draußen zum Sonnenbaden. Sie wäre gern geblieben. Aber der Akku war einfach leer.

Nun liegt sie neben ihren Vorgängern begraben unter’m Walnussbaum. Von denen sind auch manche sehr alt geworden, aber Bastet hat die Latte noch mal einiges höher gehängt. Ich hoffe, uns verbliebenen Drei bleiben auch noch viele, viele Jahre. Wir nehmen uns Bastet zum Vorbild. Was für ein tolles, langes Leben!

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne April 2021

Liebe/r Leser/in,

nanu, wie ist das denn passiert? Da will man sich nur ein bisschen die Krallen schärfen und schwupps steht er zerfetzt da, der olle Kratzbaum. Hält aber auch nichts aus, das blöde Ding. Was mache ich denn jetzt? Unsere Leute müssen das nicht unbedingt erfahren. Ist nämlich nicht der erste Kratzbaum, den wir „geschafft“ haben. Vielleicht kann man ihn ja noch mal reparieren? Das kann ich aber nicht alleine, dafür brauche ich unbedingt Hilfe. Friedaaaa? Miraaaa? Eins kann ich Dir sagen, wir hatten einen riesen Spaß dabei. Aber schau selbst…

Ups, wie ist das denn passiert? Ich hab ihn kaum berührt. Ehrlich.
Frieda, ich könnte Deine Hilfe brauchen.
Am besten packt Mira auch noch mit an.
Wir müssen das alte Seil erstmal lösen.
Jetzt das neue Seil gut festziehen.
Frieda, zieh du mal von oben!
Gleich haben wir’s.
Perfekt. Wie neu.

Ich glaube, unsere Menschen haben’s gar nicht bemerkt. Das haben wir toll hinbekommen und sollte eine Weile halten. Es muss nicht immer gleich neu sein. Eine Reparatur spart Geld und schont vor allem die Umwelt. So ein Kratzbaum lässt sich nämlich im Pfötchenumdrehen ausbessern – vorausgesetzt man hat so ein geschicktes Handwerksteam wie Frieda, Mira und mich, nicht wahr?

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne März 2021

ENDLICH FRÜHLING!!! Heute möchte ich gar nicht viel erzählen und mit Dir zur Abwechslung einfach ein paar Impressionen teilen. Manchmal sagen Bilder einfach mehr als tausend Worte. Viel Spaß damit,

Deine Molly SAMTpfote

Mira, Frieda und ich beim Klettern...
Mira, Frieda und ich beim Klettern…
... und beim Chillen. Wir machen eben gern alles gemeinsam.
… und beim Chillen. Wir machen eben gern alles gemeinsam.
Mira liebt frisches Katzengras.
Mira liebt frisches Katzengras.
Frieda streift aufmerksam durch den Garten.
Frieda streift aufmerksam durch den Garten.
Ich entdecke das erste Gänseblümchen des Jahres.
Ich entdecke das erste Gänseblümchen des Jahres.
Das jugendliche Treiben wird von der "ewigen" Bastet kritisch beäugt. Mit ihren stolzen 22 Lenzen hat sie dafür wenig übrig.
Das jugendliche Treiben wird von der „ewigen“ Bastet kritisch beäugt. Mit ihren stolzen 22 Lenzen hat sie dafür wenig übrig.
Im Nistkasten vorm Küchenfenster sind Blaumeisen eingezogen. Wir sind gefesselt.
Im Nistkasten vorm Küchenfenster sind Blaumeisen eingezogen. Wir sind gefesselt.

Mollys Kolumne Februar 2021

Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

woran denken die Leute, wenn sie die Kommandos „Sitz“, „Platz“ und „Pfötchen“ hören? Klar, an einen braven, gut erzogenen Hund. Was sie nicht auf dem Schirm haben ist, dass wir Katzen das mindestens genauso gut können. Glaubst Du nicht? Ich bin höchstpersönlich das beste Beispiel dafür.

Von uns Katzen wird normalerweise nicht mehr erwartet, wenn überhaupt, als dass wir auf unseren Namen reagieren und vielleicht noch auf ein bestimmtes Geräusch hin zur Fütterung erscheinen. Dabei steckt so viel mehr Potential in uns, dass nur gefördert werden muss.

Als ich als junges Kätzchen in mein jetziges Zuhause kam, war ich stark schwerhörig. Zum Glück hatte sich das nach einiger Zeit wieder gegeben. Mein Frauchen kam aber daher auf die Idee, mir Kommandos per Handzeichen beizubringen, damit wir uns besser verständigen können. Das klappte erstaunlich gut. Scheinbar bin ich ein Naturtalent. Jedenfalls brauchte ich keine Minute, um eines der „Kunststückchen“ zu erlernen und auch Tage später wieder abrufen zu können. Mittlerweile gehört so einiges zu meinem Repertoire. Sitz, Pfötchen geben, High Five, per Fingerzeig auf eine bestimmte Stelle springen, gern noch über ein Hindernis, apportieren oder mit meiner Nasenspitze an die Fingerspitze tippen. Alles ein Kinderspiel für mich. Besonders stolz sind wird aber auf folgenden Trick: Frauchen formt mit den Fingern eine Pistole und schießt imaginär auf mich, woraufhin ich mich theatralisch auf die Seite werfe, als wäre ich schwer getroffen. Ein riesen Spaß. Ich bin dabei immer ganz wild am Schnurren.

Also, traut Eurer Katze ruhig mehr zu. Was die Hunde können, können wir locker, vielleicht sogar besser. Denn im Gegensatz zu ihnen mache ich die ganze Aktion nur mit, wenn es Leckerchen dafür gibt. Voll schlau von mir, oder? Außerdem warte ich nicht immer erst, bis Frauchen auf mich zukommt. Ich weiß durchaus, was ich machen muss, damit sie alles stehen und liegen lässt und mit mir trainiert. Und genau das mache ich jetzt auch…

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Januar 2021

Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

Mira, Frieda und ich teilen das gleiche Schicksal. Wir alle wurden als kleine Kätzchen mutterseelenallein irgendwo draußen gefunden. Keine Mama, keine Geschwisterchen. Weit und breit niemand. Dass wir nun so ein schönes Leben führen können mit einem warmen Plätzchen, immer ausreichend Futter und liebevoller menschlicher Zuwendung, verdanken wir schlicht der Tatsache, dass wir rechtzeitig gefunden wurden. Und mit rechtzeitig meine ich nicht nur, bevor wir verhungert, verdurstet oder erfroren waren, oder getötet wurden, oder an schlimmen Krankheiten starben. Mit rechtzeitig meine ich auch, bevor wir zu alt wurden, um uns überhaupt noch an menschliche Gesellschaft zu gewöhnen. Leider hat nicht jedes junge Kätzchen so viel Glück wie wir drei Mädels. Zwischen einem Leben ohne Sorgen und einem Leben voller Nöte liegen manchmal nur wenige Wochen.

Unser Frauchen konnte im vergangenen Jahr bereits erfolgreich zwei Streunerkatzen in der Nähe ihrer Arbeitsstelle einfangen und kastrieren lassen. Zwei ausgewachsene Tiere, die nun an einer extra für sie eingerichteten Futterstelle weiter versorgt werden. Vor wenigen Wochen tauchte dort eine neue Samtpfote auf. Die Sichtung glückte nur deshalb, weil am Futterplatz eine Wildtierkamera eingerichtet wurde. Das sichtlich noch eher junge Tier schien recht hungrig zu sein. Während die beiden älteren Miezen ausschließlich nachts zu den Futternäpfen kamen, kontrollierte die neue die Stelle mehrmals täglich nach Essbarem.

Mit dem Wissen über die Gewohnheiten des Neuzugangs wurde eines Morgens eine Lebendfalle aktiviert und mit Futter bestückt. Direkt beim zweiten Versuch am Folgetag saß der kleine Fratz nach weniger als 30 min drin, wurde flugs ins Auto verfrachtet und zum Tierarzt gebracht. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein junges Katerchen handelt. Aber leider auch, dass er absolut wild war und mit seinen ca. 6 Monaten schon zu alt, um noch ein Haustier aus ihm zu machen. Wirklich schade, wenn man ihm in sein süßes, kleines Gesichtchen schaut. Wäre er doch bloß ein paar Wochen früher aufgetaucht. Wer weiß, vielleicht würden Mira, Frieda und ich ihm sonst jetzt beibringen, wie man die Menschen um die kleine Kralle wickelt und wie schön es ist, gestreichelt zu werden. Leider wird er dieses Leben nie kennenlernen. Frauchen hat ihn nach einer Erholungsphase nach der OP an der Fundstelle schweren Herzens wieder in die Freiheit entlassen.

Jedes Jahr fangen die ehrenamtlichen Helfer von SAMT eine Vielzahl von Streunerkatzen ein. Immer wieder sind sehr junge Kätzchen dabei, die sich noch an den Menschen gewöhnen können, oder ausgesetzte Tiere, die dieses Leben schon kannten und heilfroh sind, wieder in Obhut genommen zu werden. Einigen ergeht es wie dem kleinen Mini-Tiger. Sie müssen ihr wildes Leben mit allen Gefahren und Nöten fortsetzen. Aber es gibt auch einen Hoffnungsschimmer, nämlich dass ihren Nachkommen, die nun nicht mehr geboren werden, dieses Schicksal erspart bleibt.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Dezember 2020

Foto: Beate Uhlig

Liebe/r Leser/in,

da ist es wieder. Dieses Weihnachten. Die Menschen hasten los, um allerlei mehr oder weniger nützliche Dinge zu erwerben, die sie sich dann gegenseitig schenken können. Weißt Du, was meiner Meinung nach aber das schönste Geschenk von allen wäre? Zeit. Zeit, die man seinen Liebsten schenkt. Die könnte man beispielsweise nutzen, um den anderen hinter einer Spielangel hinterherjagen zu lassen, ihn ausgiebig unterm Köpfchen zu kraulen oder das ein oder andere Leckerchen zukommen zu lassen. Meine Meinung. Aber mich fragt ja leider keiner.

In diesem Jahr sieht es nun doch ganz gut aus. Es finden wohl keine Weihnachtsfeiern statt, zu denen unsere Menschen gehen können und uns dann den ganzen Abend allein lassen. Dieses Jahr habe ich sie ganz für mich. Herrlich. Na gut, Mira, Frieda und Bastet sollen auch ihre Aufmerksamkeit bekommen. Da will ich mal nicht so sein.

Beim Fernsehen mit Frauchen habe ich gehört, dass an Silvester nicht so viel geböllert werden darf, wie in den anderen Jahren. Für mich eine sehr gute Nachricht. Der Lärm macht mir und meinen Mädels immer große Angst. Den Wildtieren draußen geht es bestimmt auch nicht gut damit. Wie wäre es, auf den ganzen Schall und Rauch zu verzichten und den Jahreswechsel mal ganz in Ruhe zu begehen? Mit uns Fellnasen selbstverständlich.

Und das Geld wäre doch in ein paar Leckerchen auf jeden Fall besser angelegt, oder meinst Du nicht?

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote