Mollys Kolumne August 2020

Liebe/r Leser/in,

ich melde mich zurück aus der Sommerpause. – Das ganze Jahr über, aber besonders jetzt in der Ferienzeit, werden leider wieder viele Haustiere ausgesetzt, weil ihre Besitzer in den Urlaub möchten und sich keine Gedanken um Unterbringung und Versorgung gemacht haben. Oder ihnen sind die Tiere, einst heiß begehrt, mit der Zeit lästig geworden. Eventuell wurden sie auch während der Corona-Beschränkungen unüberlegt angeschafft und man hat dann erst gemerkt, welche Arbeit und Verantwortung ein Haustier bedeutet, und ist nun überfordert. Hauptsächlich sind dies Katzen und Kleintiere, darunter auch Exoten. Die meisten dieser armen Geschöpfe überleben das Aussetzen nicht, weil sie nicht an ein Leben in der Wildnis angepasst sind bzw. auch mit unserem Klima nicht klarkommen. Wer nicht verhungert, verdurstet oder erfriert, wird überfahren oder von anderen Tieren angefallen.

Kater Kasimir mit Bisswunden
Foto: Beate Uhlig

Erinnere Dich an unseren lieben Kater Kasimir, der mit Bisswunden übersät, halb verhungert und verdurstet gefunden wurde. Er hatte noch Glück im Unglück, dass er aufgegriffen wurde und zur Pflege zu uns kam. Wir konnten ihn wieder aufpäppeln und wenigstens noch zwei schöne Jahre schenken, aber die Zeit allein draußen hatte zu tiefe Spuren hinterlassen…

Von uns Samtpfoten kann sich ein ganz kleiner Teil dann doch mehr oder weniger erfolgreich eine Zeitlang draußen durchschlagen. Die Katzen verwildern mit den Jahren und, wenn sie nicht kastriert wurden, setzen neues Leben in eine wenig aussichtsreiche Zukunft. Für die wild geborenen Kätzchen, werden sie nicht in den ersten Lebenswochen gefunden und sozialisiert, gibt es definitiv kein Zurück mehr zu den Menschen. Sie bekommen wiederum Nachwuchs, dem ein (meist sehr kurzes) Leben in Elend gewiss ist. Ein Drama, das kein Ende findet und von gewissenlosen Menschen weiter befeuert wird.

Eine flauschige Seele mit genau diesem Schicksal lief vor ein paar Monaten meinem Frauchen über den Weg. Immer mal wieder tauchte ein kleines weiß-schwarzes Kätzchen in der Nähe ihrer Arbeitsstelle auf, weit entfernt von der nächsten Wohngegend. Es schien noch kein Jahr alt zu sein, war nicht ängstlich, kannte demnach Menschen, ließ sich aber nicht einfangen.

Es musste ein Plan her. Nach Beratung mit SAMT wurde erstmal im Wald eine Futterstelle eingerichtet, um das Kätzchen anzulocken. Ein erster Erfolg stellte sich schnell ein: Der Napf wurde regelmäßig über Nacht geleert. Um eine Lebendfalle aufzustellen, war es noch deutlich zu kalt, denn das Tier hätte die ganze Nacht darin verharren müssen. Also erstmal weiterfüttern. Nun stellte sich aber die berechtigte Frage, wer sich da denn eigentlich wirklich des Nächtens gütlich tat. Die Katze, oder doch Fuchs, Igel, Krähe? Also wurde im zweiten Schritt mit einer Wildtierkamera aufgerüstet. Schon in der ersten Nacht konnte so der „Täter“ ermittelt werden. Um wen es sich handelte, verrate ich Dir aber erst in meiner nächsten Kolumne.

Eines möchte ich jedoch noch loswerden: Das Aussetzen von uns Haustieren ist verboten und strafbar. Es gibt immer einen anderen Weg, wenn man sein Tier abgeben muss. Nicht zuletzt kann man sich an ein Tierheim oder Tierschutzverein werden. Diese Taten sind grausam, denn die allermeisten Tiere gehen jämmerlich ein, wenn sie nicht zufällig gefunden werden und sich jemand ihrer annimmt. Ich bin traurig und wütend, dass es so viele Menschen gibt, die uns wie Müll behandeln und einfach entsorgen. Der überwiegende Teil unserer Besitzer liebt uns aber zum Glück sehr und würde niemals so etwas Dämliches auch nur in Betracht ziehen. Wohl dem, der so ein Heim gefunden hat.

Bis zum nächsten Mal,
Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Juni/Juli 2020

Liebe/r Leser/in,

was wir Katzen nicht tun, ist jammern. Dass liegt einfach nicht in unserer Natur. Schmerzen können wir aber trotzdem haben.

Weder ihrem Gang, noch ihrem Verhalten war etwas anzumerken. Verraten hat es letztlich ein kleiner blutiger Abdruck, den Bastet beim Laufen auf dem Boden hinterlassen hat. Bei genauerer Betrachtung stellten unsere Menschen fest, dass eine Kralle eingewachsen war, und zwar schon so schlimm, dass die Fahrt zum Tierarzt unvermeidlich war.

Das war für Bastet eine doppelte Bestrafung, denn genau bei einem solchen Besuch hatte das Übel seinen Anfang genommen. Während wir jungen Mädels immer ganz brav alles mitmachen, zeigt unsere 20-jährige Seniorin jedes Mal vollen Körpereinsatz, wenn es darum geht, unserer Tierärztin die jährliche „Inspektion“ so schwer wie möglich zu machen. In ihrer Kartei hat sie gleich 4 Ausrufezeichen, welche die Helferinnen vorwarnen, wen sie gleich vor sich haben werden. Mit Greifvogelhandschuhen geschützt geht es dann ans Werk. Und bei genau so einer Aktion hat sich Madame eine Kralle ausgerissen. Diese war nun scheinbar nicht ganz gerade wieder nachgewachsen und hat sich sehr unangenehm und leider auch unbemerkt ins Fleisch gebohrt. Da musste ein Profi ran.

Bastet mit Verband an der Pfote
Foto: Beate Uhlig

Mit ihrem Verband, den Bastet drei Tage lang tragen musste, war sie dann doch recht unglücklich. Das war ihr deutlich anzumerken. Gejammert hat sie selbstverständlich nicht, aber manchmal sagt ein Blick mehr als tausend Worte, wie Du selbst auf dem Foto sehen kannst.

Nun ja, es ist zum Glück alles schnell und gut verheilt. Die Krallen werden jetzt regelmäßig von unseren Menschen kontrolliert, damit nicht wieder eine einwachsen kann, und bei Bedarf geschnitten. Da fällt mir ein, ich müsste selber mal wieder meine Krallen wetzen. Nicht, dass ich auch noch ran muss. Denn ich HASSE Krallen schneiden.

Bis zum nächsten Mal,
Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Mai 2020

Liebe/r Leser/in,

besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. In den vergangenen Wochen war irgendwie alles auf den Kopf gestellt. Für mich war das nur von Vorteil, hatte ich mein Frauchen doch deutlich mehr um mich als üblich. Für andere Katzen aber ist die Situation noch dramatischer geworden, als sie sonst schon ist.

Ich rede von den vielen ausgesetzten, vernachlässigten und verwilderten Tieren, um die sich die ehrenamtlichen Helfer von SAMT das ganze Jahr bemühen. Da mit einem Schlag viele Einnahmequellen weggebrochen sind, fehlt nun das Geld, um die notwendigen Tierarztbehandlungen, insbesondere Kastrationen, durchführen zu lassen. Zugleich muss bei einigen Aktionen wie z.B. der Futterausgabe umgedacht und umgeplant werden, damit sie unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln noch umsetzbar bleiben. Irgendwie muss es ja weitergehen.

Molly im Liegestuhl
Foto: Beate Uhlig

Und auch wir hier zu Hause haben uns Gedanken gemacht, wie wir den Verein weiterhin unterstützen können. Statt Tombolapreise einzupacken, ziehen wir jetzt Kräuter und Gemüsejungpflanzen, die wir über’s Internet verkaufen und deren Erlös wir an SAMT spenden. D.h. Frauchen kümmert sich um die Pflanzen, ich schaue ihr auf die Finger, ob sie auch alles richtig macht – gemütlich vom Liegestuhl aus. Einer muss ja die Verantwortung tragen. Und so kommt wenigstens ein kleiner Beitrag in die Vereinskasse.

Weitere kreative Lösungen sind gefragt. Mehr dazu findest Du in meinem heutigen Newsletter. Ich hoffe, dass sich bald alles wieder etwas normalisiert, auch wenn das bedeutet, dass Frauchen wieder so viel weg ist. Aber ich habe ja noch meine Mädelsbande: Mira, Frieda und Bastet. Mehr von uns in einem Monat.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne April 2020

Liebe/r Leser/in,

da haben wir vor ein paar Wochen doch so fleißig mitgeholfen, alles für die Tombolastände im Frühjahr vorzubereiten, und nun war alles leider für die Katz, könnte man sagen. Ein Virus geht rum und die Menschen müssen zu Hause bleiben, um sich und andere vor Ansteckung zu schützen. Ich find’s persönlich ja nicht schlecht, dass meine Leute jetzt so viel zu Hause sind. Nun bekomme ich noch viel mehr Aufmerksamkeit, auch wenn Frauchen immer versucht, auf ihrem Computer herumzuklimpern. Home Office nennt sie das. Meinem süßen Charme kann sie am Ende aber doch nicht widerstehen und lässt sich gern durch mich von ihren Pflichten ablenken.

Molly
Foto: Beate Uhlig

Schade ist es natürlich, dass den Ehrenamtlichen bei SAMT durch die ausgefallenen Stände nun wichtige Einnahmen weggebrochen sind. Denn die Not von vielen armen Katzenseelen geht ja weiter, auch wenn das Leben der Menschen momentan stillzustehen scheint. Gerade jetzt im Frühjahr werden wieder jede Menge ungewollte Kätzchen geboren, die versorgt und vermittelt werden müssen, zusätzlich zu den ganz „normalen“ Notfällen, versteht sich. Da sind nun deutlich mehr Anstrengungen nötig als üblich, um das stemmen zu können.

Corona-Viren sorgen für diese ganze Misere, hab ich gehört. Für uns Katzen kein neuer Begriff, denn wir können uns auch mit sowas anstecken. Allerdings handelt es sich dabei um den Felinen Coronavirus, der die Krankheit “Feline Infektiöse Peritonitis” (FIP) auslösen kann. Zum Glück können wir uns nicht mit dem menschlichen und die Menschen nicht mit dem Katzen-Corona-Virus gegenseitig anstecken. Also wenigstens Entwarnung an dieser Stelle.

Mira und Frieda räumen Sockenschublade aus
Foto: Beate Uhlig

Meine Mädels und ich denken uns als Unterstützung in diesen Tagen ein bisschen mehr Blödsinn als üblich aus, damit es unseren Leuten zu Hause nicht zu langweilig wird. Sockenschubladen ausräumen, Rindenmulch von draußen reinschleppen und allerlei andere Aktivitäten. Damit halten wir sie immer gut beschäftigt, damit ihnen nicht die Decke auf den Kopf fällt. Besonders jetzt müssen wir ja alle fest zusammenhalten.

Bis zum nächsten Mal,
Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne März 2020

Liebe/r Leser/in,

es ist ein ganz besonderes Spiel, das wir nicht täglich spielen. Aber es ist immer ein unglaublich großer Spaß, zumindest für uns Fellnasen. Es geht so: Unser Frauchen schleppt erstmal jede Menge Kartons mit verschiedenstem Inhalt an und verteilt sie im Wohnzimmer. Dann legt sie verschiedene Dinge zurecht, wie Folie, eine Schere, Geschenkband und so weiter. Als nächstes angelt sie sich ein Teil aus den Kartons, wickelt es hübsch ein und versieht das Ganze mit einer reizenden Schleife. Dieses Teil kommt dann in einen leeren Karton, der bereit steht, bevor sie sich das nächste Teil angelt und immer so fortfährt. Jetzt kommen wir ins Spiel.

Molly
Foto: Beate Uhlig

Sie braucht uns selbstverständlich nicht rufen. Wir wissen genau, dass jetzt unsere Hilfe gefragt ist. Wir Katzenmädels lassen also auch nicht lange auf uns warten. Kaum hat Frauchen begonnen, das Spiel vorzubereiten, kommen Mira, Frieda und ich auch schon im Rudel um die Ecke gesaust und stürmen das Schlachtfeld. Wir fallen über sämtliche Kartons her, erobern einen nach dem anderen und helfen Frauchen, die besten Sachen rauszusuchen. Wichtig ist auch, anschließend den Sitz der Verpackung gründlich zu prüfen. Das liebe ich sehr, denn unter den Tatzen knistert die Folie so schön. Nicht zuletzt helfen wir ihr, das Geschenkband abzuwickeln. Das machen wir mit besonders großem Eifer. Heißt, in möglichst kurzer Zeit von möglichst vielen Rollen möglichst viel abrollen. Wenn Frauchen das sieht, will sie verständlicherweise am Spaß teilhaben, aber sie spielt es verkehrt herum und rollt das Band seltsamerweise immer wieder auf statt ab. Naja, zum Glück hat sie ja Fachkräfte wie uns, die wissen, wie das richtig gemacht wird. Ein paar Stunden später ist dank unserer Unterstützung alles erledigt. Frauchen sagt, trotz unserer Unterstützung. Was meint sie nur?

Kurze Zeit später sind alle Kartons mit dem so schön knisternden Inhalt verschwunden. Gewinne für die SAMT-Tombola, sagt sie. Ich habe nur eine vage Vorstellung, was das ist. Aber der Sinn ist wohl, damit Geld einzunehmen, das Tieren in Not zugutekommt. So wie ich mal eines war. Toll, oder? Mira, Frieda und ich werden deshalb Frauchen auf jeden Fall wieder tatkräftig unterstützen, wenn die nächste Fuhre zum Verpacken kommt.

Bis zum nächsten Mal,
Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Februar 2020

Liebe/r Leser/in,

meine Fensterbank gehört mir. Da sitze ich, gerade jetzt im Winter, direkt über der Heizung und verfolge bequem vom Warmen aus, was sich draußen in der Nachbarschaft so tut. Gelegentlich lassen ich mir dabei von einer der anderen Katzen Gesellschaft leisten. Aber wenn ich allein sein will, dann verteidige ich meinen privilegierten Platz am Fenster.

Molly
Foto: Beate Uhlig

Meine Mädels respektieren das ohne lange Diskussionen, aber da gibt es Geschöpfe, die mich immer wieder provozieren. Ich weiß nicht, was das soll und warum sie es tun. Wahrscheinlich eine Machtprobe, wer hier das Sagen hat. Vor kurzem ist es erneut passiert und auf einmal stand wieder so ein grünes Ding mit Blättern direkt vor meiner Nase und blockierte mir die gute Aussicht.

Ich habe es zuerst mit dem bösen Blick versucht, doch das ließ dieses Ding völlig unbeeindruckt. Nun, wenn es unbedingt Ärger machen will, dann gehen wir zu Stufe Zwei über. Also bin ich ihm ganz nah auf die Pelle gerückt. Glaubst Du es? Dieses Grünzeug hat nicht mal mit dem Laub gezuckt. Frechheit. Wie soll man da die Contenance bewahren?

Inzwischen habe ich drei sichere Wege gefunden, mit diesen Situationen umzugehen und meine alleinige Vorherrschaft auf der Fensterbank durchzusetzen. In der Regel bleibe ich gelassen und löse die Sache schnell und unkompliziert durch Herunterschubsen. Dann hat sich das Problem direkt erledigt. Gern werfe ich dem leichten Opfer noch einen verächtlichen Blick hinterher und widme mich anschließend wieder der Überwachung des angrenzenden Gartens.

Wenn ich mich allerdings doch mal ein bisschen darüber aufgeregt habe, dass mir wieder der Platz auf der Fensterbank beschnitten wurde, fahre ich im wahrsten Sinne die Krallen aus. Die schönsten Muster ritze ich dann mit ihnen in die Blätter. Man könnte es fast schon Kunst nennen. Und wenn der grüne Störenfried dann noch nicht genug hat, knabbere ich mit meinen scharfen Zähnen diverse Stängel an, um ihm vollends den Garaus zu machen. Das ist allerdings nicht ganz ungefährlich und hier ist Vorsicht geboten, denn einige dieser Biester setzen sich mit giftigen Pflanzenteilen zur Wehr, die einem übel mitspielen können.

Zuletzt habe ich eine neue Methode entwickelt, bei der ich meinen ganzen Körper als Waffe einsetzte. Mit einem todesmutigen Salto sprang ich meinem Widersacher von oben direkt ins Blätterwerk und verpasste ihm, begleitet von einem furchteinflößenden Kampfschrei, den finalen Nackenbiss. Gut, eventuell bin ich auch nur aus einem Missgeschick heraus etwas unglücklich vom Kratzbaum gefallen und zufällig auf dem armen Ding gelandet, aber das weiß ja keiner. Das Ergebnis war auf jeden Fall sehr überzeugend. Der Stängel stand zwar noch wie eine Eins, aber sämtliche Zweige lagen abgebrochen sternförmig darum verteilt. Ich war sehr stolz auf diesen verdienten Sieg unter Einsatz meines Lebens. Mein Frauchen teilte diese Meinung jedoch nicht. Sie kam ganz aufgeregt um die Ecke und rief irgendwas von „vielleicht durch ein paar Stecklinge noch zu retten“. Gut, wir werden sehen. Sollen diese Stecklinge nur kommen, ich bin bereit. Bis dahin relaxe ich jetzt erstmal wieder auf meiner wohltemperierten Fensterbank und warte auf den Frühling.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Januar 2020

Liebe/r Leser/in,

jedes Jahr an Silvester das gleiche. Unsere Menschen fassen gute Vorsätze für die nächsten zwölf Monate. Und, hat das schon jemals funktioniert? Nein, natürlich nicht. Warum? Na, was passiert, wenn sich niemand daran hält? Genau, nämlich gar nichts.

Nichts desto trotz haben sie es wieder getan. Ganz oben auf der Hitliste, und auch dieses Mal gewählt… Na, wer errät es? Ganz recht, abspecken. Nun, soll’n sie mal machen. Kann uns Katzenmädels ja eigentlich egal sein, aber dummerweise haben sie sich in diesem Jahr unter uns ein Opfer ausgesucht, was diesen Irrsinn mitmachen soll. Gemeinsam gelingt das Abnehmen besser, sagen sie. Mmh, ist klar.

Erwischt hat es die arme Mira. Puh, zum Glück ist dieser Kelch an mir vorübergegangen, aber wer weiß, was denen in Zukunft noch so in den Sinn kommt. Zugegeben, die Diät hat sich Mira selbst eingebrockt. Noch vor ein paar Monaten konnte sie sich durchaus mit meinem Astralkörper messen, doch inzwischen ging die Entwicklung bei ihr immer mehr Richtung Birne.

Molly, Frieda und Mira beim Fressen
Foto: Beate Uhlig

Das Problem ist, dass Mira es mittlerweile schafft, unsere ach so schlauen Futterautomaten zu überlisten. Die Idee dahinter war eigentlich, dass jede ihre feste Portion bekommt und der Automat sich über den Chip in unserem Nacken nur bei der „richtigen“ Katze öffnet. Ging auch lange gut. Mira versuchte zwar immer wieder die Dinger zu knacken, allerdings erfolglos. Inzwischen hat sie aber eine sehr zielführende Strategie entwickelt. Sie leert ihren eigenen Napf in Rekordzeit, und während wir anderen dann noch am Genießen sind, rammt sie ihren Kopf einfach an uns vorbei in den fremden Napf. Wenn Frieda und ich dann erschrocken zur Seite weichen, versucht der Napf, weil sich ja der Chip entfernt hat, zu schließen, dies jedoch vergeblich, weil Miras Dickkopf am Ende stärker ist.

War natürlich ärgerlich für Frieda und mich, aber irgendwann haben es unsere Leute dann doch mal mitbekommen. Nun dürfen wir nur noch unter Aufsicht speisen und Mira bekommt dabei eher übersichtliche Portionen. Gefällt ihr selbstverständlich gar nicht. Mir einerseits schon. Ich kann endlich wieder ganz in Ruhe dinieren. Aber Mira tut mir auch irgendwie leid.

Wie lange das noch gehen soll? Ich habe irgendwas von Bikinifigur aufgeschnappt. Nun mal ehrlich, erstens gehen wir Katzen nicht schwimmen. Weiß doch jeder. Zweitens tragen wir niemals Bikini, weil wir drittens ein wunderbares Fell haben, das erfreulicherweise jede Gewichtsveränderung unsererseits problemlos mitmacht.

Aber letztlich lehrt die Erfahrung, dass es mit der Disziplin bei unseren Menschen schon nach wenigen Wochen nicht mehr weit her ist. Dann lümmeln sie wieder faul auf dem Sofa rum und stopfen sich allerhand unnötiges rein. Spätestens dann werden sie hoffentlich auch mit der armen Mira ein Einsehen haben und wir bleiben wenigstens für den Rest des Jahres von weiteren guten Vorsätzen verschont.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Dezember 2019

Liebe/r Leser/in,

unsere Besitzer lieben uns über alles. Und mit „uns“ meine ich nicht nur mich und meine Mädels, sondern uns Katzen ganz im Allgemeinen. Vieles, was sie sich von einem anderen Menschen niemals gefallen lassen würden, wird bei uns Katzen einfach hingenommen, ohne dass wir irgendwelche Konsequenzen fürchten müssen. Auch sonst lassen sie es möglichst an nichts fehlen, sei es eine ansehnliche Sammlung an Spielzeug, das pünktliche Bereitstellen von leckerem Futter oder die ein oder andere notwendige medizinische Maßnahme. Die Menschen lieben es so sehr uns zu verwöhnen, dass sie sich diese Dinge zur Not vom Munde absparen würden. Immer noch besser, als strafende Katzenblicke zu ertragen.

Molly
Foto: Beate Uhlig

Bei uns zu Hause alles kein Problem. Katze sein ist eindeutig Trumpf. Es könnte aber auch schnell mal anders kommen. Stell Dir vor: Aus einer Notlage heraus wird das Geld plötzlich knapp, und das bei aktuell vier Katzen. Nicht jede von uns ist topfit, was regelmäßige Gänge zum Tierarzt notwendig macht. Meinen Menschen würde das Herz brechen, wenn sie uns weggeben müssten, weil die finanziellen Mittel fehlten. Und ich möchte auch auf gar keinen Fall aus meiner gewohnten Umgebung gerissen werden, womöglich noch von meinen Kameradinnen getrennt werden. Was wäre das für ein Alptraum.

Leider geschieht so etwas immer wieder. Nur allzu oft sind ältere Menschen davon betroffen, für die ihr Haustier ein ganz wichtiger Begleiter ist. Es ist so traurig. Wie froh war ich zu erfahren, dass es bei SAMT den Tierisch Sozialen Tisch gibt, der genau solchen Menschen mit Futterspenden und oft auch ganz praktischer Hilfe unter die Arme greift. Und jetzt zu Weihnachten gibt es sogar noch eine ganz besondere Aktion, zusammen mit einem weiteren Verein. Mehr dazu findest Du in meinem heutigen Newsletter.

Ich hoffe, dass die Weihnachtsaktion kräftig unterstützt wird, und diese Unterstützung auch die Zeit darüber hinaus anhält. Jeder kann mal in die Situation kommen, dass er genau diese Hilfe benötigt. Und dann möchten die Menschen nicht von ihren geliebten Tieren getrennt werden – und wir natürlich auch äußerst ungern von unserem treuen, fürsorglichen Personal.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

P.S.: Leider gibt es Menschen, die die Gutmütigkeit anderer ausnutzen. Um Missbrauch vorzubeugen, unterstützt diese Aktion nur bedürftige Menschen, deren Tier schon im Haushalt lebte, als der Bedürftigkeitsfall eintrat. Ausgenommen sind bedürftige Senioren, die ein älteres Tier bei sich aufgenommen haben. Unsere Tiertafel ist nicht dafür gedacht, Tierhalter mit Welpen oder Jungtieren, welche man sich trotz des geringen Einkommens angeschafft hat, zu unterstützen.

Mollys Kolumne November 2019

Liebe/r Leser/in,

unsere alte Bastet ist mit ihren 20 Jahren dafür nicht mehr zu begeistern, aber ich und meine beiden Mädels Mira und Frieda jagen uns leidenschaftlich gerne durch das ganze Haus und das Gehege. Über Tische und Bänke, jeder mal hinter jedem her. Dabei wird sich natürlich gern auch ordentlich gerauft. Man könnte denken, wir wären Jungs, sagt unser Frauchen. Ist doch alles nur Spaß, sag ich. Ich gebe zu, beim wilden Spiel kann natürlich auch mal was ins Auge gehen. Im wahrsten Sinne. So hab ich vor ein paar Tagen im Gerangel wohl aus Versehen eine Kralle ins Auge bekommen. War ja keine Absicht. Ich hab mir selbstverständlich nichts anmerken lassen. Immer schön das Pokerface bewahren, sonst gilt man womöglich noch als Schwächling und sinkt in der Hackordnung. Früher war selbstverständlich ich am stärksten, aber Mira und Frieda haben inzwischen ganz schön aufgeholt.

Frieda, Mira und Molly
Frieda, Mira und ich (v. r., Foto: Beate Uhlig)

Naja, aber dennoch zeigte sich kurz darauf ein eitriger Tropfen an meinem rechten Auge. Das blieb auch meinem Frauchen nicht verborgen. Wir hatten beschlossen, noch zwei Tage abzuwarten, aber es wurde einfach nicht besser. Also musste ich leider mal wieder zum Tierarzt. Ich hasse es, aber was nützt es. Mit den Augen sollte man nicht zu lange warten, sagt unsere Tierärztin. Das ist ein sehr empfindliches Organ. Nun bekomme ich zweimal an Tag eine Salbe ins Auge. Nur mit Widerwillen lasse ich das über mich ergehen. Ich leiste erbitterten Widerstand so gut ich kann, aber mein Frauchen ist leider stärker und fest entschlossen. Sobald sie mich aus der Fixierung loslässt und ich schon zur Flucht ansetze, holt sie knisternd die Leckerchentüte hervor. Da überlege ich natürlich nicht lange und lasse mir diese besondere Medizin gut schmecken. Ich glaub, es ist schon viel besser.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Oktober 2019

Liebe/r Leser/in,

es ist so schön, wenn man sich auf seine Leute verlassen kann. Das funktioniert im Kleinen, z.B. wenn ich mal Stress am Zaun mit dem Nachbarskater habe. Dann kommen meine Katzenschwestern Mira und Frieda ganz schnell und helfen mir, den frechen Kerl in die Flucht zu schlagen. Oder mit unseren Menschen, wenn es einer von uns gesundheitlich mal nicht so gut geht und sie sich liebevoll um uns kümmern. Aber es funktioniert auch im Großen, wie die Ehrenamtler von SAMT und ihre Unterstützer jetzt wieder eindrucksvoll gezeigt haben.

stellvertretend eine der 18 Katzen
Foto: Lisa Kasrow

Gleich 18 Katzen sollten auf einen Schlag aufgrund gesundheitlicher Probleme ihrer Besitzer beinahe von jetzt auf gleich ihr zu Hause verlieren. Und das auch noch zu einem undenkbar ungünstigen Zeitpunkt, zu dem fast alle Pflegestellen bis zum Anschlag ausgelastet waren.

Sogleich ging ein Aufruf um Unterstützung auf allen Kanälen rund, um für die Tiere eine Unterbringung zu finden. Und es war wie immer Verlass auf die vielen engagierten Freunde von SAMT, die den Aufruf weiter verbreitet haben oder sich selber gemeldet. Ihr seid so toll! Das muss ich unbedingt loswerden. Zumal es sich auch ausschließlich um ältere Tiere handelt, um die sich Interessenten in der Regel nicht gerade reißen. Innerhalb weniger Wochen konnten so 16 dieser freundlichen Miezen vermittelt werden, zwei weitere erstmal auf einer Pflegestelle untergebracht. Alle Sorgenkinder innerhalb kürzester Zeit versorgt, es ist kaum zu glauben, aber wirklich wahr. Und für die verbliebenen zwei gibt es bestimmt auch bald ein Happy End. Ich drücke ihnen ganz fest die Pfötchen.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote