Mollys Kolumne

Foto: Miller_Eszter@pixabay

Liebe/r Leser/in,

Frage: Hast Du Deine Katze schon mal beim Beobachten beobachtet? Sollte die Antwort lauten: „Ich habe gar keine Katze.“ Dann, mein Beileid. Ansonsten möchte ich eindringlich dazu raten, das hin und wieder in Deinen Alltag einzubauen. Du kannst dabei so viel über den Charakter Deiner Katze lernen. Alle Katzen sind gleich? Mitnichten. Ich und meine beiden Mädels Mira und Frieda, wir händeln gewisse Dinge sehr, sehr unterschiedlich. Nehmen wir zum Beispiel fallendes Herbstlaub. Klingt öde? Denkst Du vielleicht. Jede von uns erlebt dabei ihr ganz persönliches Abenteuer. Weiterlesen…

Mira = Typ 1 = furchtloser Kämpfer

Eine Windböe, bunte Blätter lösen sich aus der Baumkrone und fallen zu Boden. Mira sieht die Blätter, kurz bevor sie auf dem Boden landen. Ohne auch nur eine Millisekunde zu zögern oder nach links und rechts zu schauen, stürzt sie sich todesmutig auf die farbigen Eindringlinge. Jedem einzelnen Blatt gibt sie es so richtig und zeigt ihm, wer hier im Garten der Boss ist. Eine bunte Wolke, in ihrer Mitte ein schwarzer Wirbelwind. Wenn sich noch ein Fünkchen Leben in dem trockenen Laub befunden haben sollte, dann nun mit Sicherheit nicht mehr. Abschätzig schaut Mira noch einmal über die Schulter, bevor sie zufrieden davonspaziert.

Frieda = Typ 2 = Naturforscher

Eine Windböe, bunte Blätter lösen sich aus der Baumkrone und fallen zu Boden. Frieda sieht sie schon von weit oben herunterkommen. Mehr noch, ein besonders interessantes Exemplar sticht ihr bereits ins Auge, bevor es den Boden berührt. Sie tritt heran und beäugt es von allen Seiten. Ausgiebig. Der Kopf dreht sich dabei hin und her, damit ihr bloß kein Aspekt dieser außergewöhnlichen Erscheinung entgeht. Dann folgt Phase Zwei, das Beschnuppern. Scheinbar zeigen sich hier keine Auffälligkeiten und sie kann direkt zu Phase Drei übergehen. Ganz vorsichtig und so behutsam, als könnte das Blatt bei der geringsten Unachtsamkeit Schaden nehmen, berührt sie es sanft mit dem Pfötchen. Dabei dreht sich das Blatt leicht und eröffnet der entzückten Frieda ganz neue Welten. Ein Hohlraum ist unter dem Objekt entstanden, und nun muss mit der optischen Untersuchung von vorn begonnen werden. Ja, in Dir kommt sicherlich auch schon eine Vermutung auf, unsere Frieda, nun, sie ist – nennen wir es – speziell. Kleine Dinge, denen niemand von uns Beachtung schenken würde, wie eine Ameise oder einfach nur ein Staubflusen, sind ihr Universum.

Ich = Molly = Typ 3 = Vorsicht-ist-die-Mutter-der-Porzellankiste

Eine Windböe, bunte Blätter lösen sich aus der Baumkrone und fallen zu Boden. Ich beobachte diesen Vorgang von drinnen, von der Fensterbank aus, den wärmenden Heizkörper unter mir. Wer mir dabei zusieht, der würde vielleicht denken, dass mir das Laubgeriesel womöglich entgangen ist. Äußerlich Pokerface. Natürlich entgeht mir nichts. Aber das muss ja nicht jeder wissen. Und diese losen, bunten Blätter da draußen, wen interessiert das eigentlich? Mich nicht. Sollen sie doch da liegen. Und jedes Mal kurz zucken, wenn wieder Wind aufkommt. Mir egal. Hab ich schon oft gesehen. Absolut unspannend. Ist ja jedes Jahr im Herbst doch wieder dasselbe. Damit verschwende ich nicht meine Zeit. Ach guck, da zucken sie wieder. Mir egal. Jetzt wird es aber doch langsam was warm hier auf der Heizung. Ich geh mal nach draußen und kühle mich etwas ab.

Jetzt zucken die nicht nur, nun rascheln sie auch noch. Wollen mich wohl anlocken. Pah, sollen sie es mal versuchen. Interessiert mich NULL. Ui, da trägt eine Windböe sie ein Stück weiter. Was soll das denn jetzt? Dieses Laub tut wohl alles für ein bisschen Aufmerksamkeit. Da ist es schief gewickelt. Das funktioniert bei mir nicht.

Eine Sekunde später versetze ich den bunten Blättern ein paar Hiebe, eine weitere Sekunde später sitze ich wieder ganz entspannt auf der Fensterbank über der Heizung und beobachte das Treiben draußen. Oder auch nicht, wen interessiert’s? Puh, mein Herz klopft ganz schön.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne

Mehlschwalben in der Luft
Foto: Ralphs_Fotos@pixabay

Liebe/r Leser/in,

eine Schwalbe macht ja bekanntlich noch keinen Sommer, aber ich kann Dir sagen, eine Schwalbe kann ganz schön viel Aufregung verursachen.

Wir haben an unserem Haus ein paar Schwalbennester, die jedes Jahr gut besucht sind. Ich liebe es, sie zu beobachten und mir das Gehirn zu zermartern, wie man da wohl hochkommt, um ihnen einen kleinen „Besuch“ abzustatten. Denn Schwalben sind so gut wie immer in der Luft. Unerreichbar.

Bis an einem besonders heißen Sommertag einer der Jungvögel aus dem Nest fiel, direkt zu uns ins Katzengehege.

Direkt waren ich und meine Mädels, Frieda und Mira, zur Stelle, um das unverhoffte „Spielzeug“ in Augenschein zu nehmen. Aufgeregt stürmten wir herbei und während die anderen beiden noch überlegten, von welcher Seite sie am geschicktesten angreifen sollen, war ich schon bereit, kurzen Prozess zu machen.

Doch die junge Schwalbe machte uns sogleich einen Strich durch die Rechnung und flüchtete sich unter ein Bänkchen, außerhalb unserer Reichweite. Mit langen Pfoten versuchten wir, unter die Bank zu hackeln und den Frechdachs herauszuziehen, aber es gelang uns nicht. Wie Geier umzingelten wir unsere Beute. Früher oder später musste er doch nachgeben und herauskommen. Auf der Lauer liegen hatte aber auch seinen besonderen Reiz.

Drei Katzen um ein kleines Bänkchen, dieses Spektakel brachte blöderweise unsere Menschen auf den Plan. Ich ahnte schon, dass damit der ganze Spaß gleich vorbei sein würde. Wir mussten das Spielfeld räumen. In Erwartung eines Mäuschens rückten unsere Leute das Bänkchen beiseite und waren dann selbst sehr erstaunt, eine Jungschwalbe vorzufinden.

Sie wurde vorsichtig aus dem Gehege getragen, auf Verletzungen untersucht und erstmal mit einem Schälchen Wasser an einen sicheren Ort verbracht. Wir konnten nur einen enttäuschten Blick durch den Zaun hinterherwerfen. Das Vögelchen sollte sich erholen und wieder losfliegen.

Als sich auch nach mehreren Stunden nichts tat, machte sich doch wieder Aufregung breit. Obwohl augenscheinlich unverletzt, schien der gefiederte Freund noch nicht flugfähig zu sein. Da Schwalbeneltern ihre Jungen niemals am Boden füttern, hätte dies das sichere Todesurteil für das Tier bedeutet. Hätten die Menschen es doch mal lieber bei uns gelassen…

Foto: B. Uhlig

Aber sie hatten wohl andere Pläne. Im Internet wurde eifrig recherchiert. Dort hieß es, an heißen Tagen, und dieser Tag war besonders heiß, können sich die Nester der Schwalben derart aufheizen, dass die Jungtiere in ihrer verzweifelten Suche nach Abkühlung nicht selten aus dem Nest fallen. Sind sie unverletzt, ist ihre beste Chance, wieder in das Nest gesetzt zu werden. Gesagt, getan. Unsere Leute holten eine lange Leiter, kleideten eine Umhängetasche mit Zeitung aus und legten den Vogel vorsichtig hinein. Damit ging es dann etliche Meter nach oben. Kaum war der Kleine mit dem Kopf am Eingang zur Behausung, wurde er plötzlich ganz aktiv und kletterte praktisch fast von selbst hinein. Das dort noch sitzende Geschwisterchen schaute ganz irritiert. Ein Mensch direkt vorm Nest, das war neu.

Nun galt es zu beobachten, wie die Eltern bei der Rückkehr reagierten. Die schienen nichts zu bemerken und fütterten ganz normal weiter. Ein erstes Aufatmen bei unseren Menschen.

An den folgenden Tagen wurde ein Jungtier nach dem anderen flügge und testete seine Flügel auf den ersten Runden. Nur einer nicht, vermutlich unser Unglücksrabe. Die Erleichterung war riesig, als mit einiger Verspätung auch der Nachzügler ausflog.

Nun ziehen die Eltern gemeinsam mit den Schwalbenkindern täglich ihre Kreise. Bis zum Vogelzug im Herbst kann ich nun wieder beobachten und überlegen, wie ich wohl am besten dort hochkomme. Ich brauche wohl nicht hoffen, dass mir so schnell wieder ein Schwalbenkind vor die Nase fällt. Ärgerlich.

Na, ich mach dann mal die Schwalbe.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne

Molly, Frieda und Mira beim Sonnenbaden
Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

wir Katzen LIEBEN die Wärme und den Sommer und lassen uns gerne draußen in der Sonne oder auf der Fensterbank brutzeln. Mit meinem schwarzen Fellchen heize ich mich besonders schnell auf. Bei milden Temperaturen ist das durchaus von Vorteil. Wo es aber jetzt schon an einzelnen Tagen so heiß war, dass sich unsere Menschen in die Kühle des Hauses geflüchtet haben, hatten sie Sorgen, dass uns drei Katzenmädels zu viel Hitze nicht guttut. Und der Sommer geht ja gerade erst los.

Sicherlich könnten wir ihnen nach drinnen folgen, aber es ist einfach zu schön, den ganzen Tag träge in der Sonne zu faulenzen und sich ab und zu mal von einer Seite auf die andere herumzuwälzen. Mir reicht das vollkommen, um den Tag sinnvoll zu füllen.

Da wir Katzen diesbezüglich zur Unvernunft neigen, müssen die Menschen eben auf uns Acht geben. Welche Gefahren für uns Tiere im Sommer drohen und wie man vorbeugen kann, erfährst Du hier:

Hitzebedingten Gefahren im Sommer:

Überhitzung und Hitzschlag: Bei zu hoher und langer Sonneneinstrahlung kann Überhitzung drohen, besondere Gefahr im Inneren von Fahrzeugen. Ein Hitzschlag kann tödlich enden. Bei ersten Anzeichen einen Tierarzt aufsuchen. Symptome sind ein erhöhter Herzschlag, Unruhe, dunkelrotes Zahnfleisch, gestiegene Körpertemperatur, Atemnot.

Sonnenbrand: Besonders gefährdet sind weiße Katzen und dünn behaarte Regionen im Gesicht und an den Ohren.

Austrocknung: An heißen Tagen noch mehr Wasser als üblich zum Trinken bereitstellen.

Erkältung oder Bindehautentzündungen durch Ventilatoren: Den Luftzug von Ventilatoren nicht an für die Katze beliebte Stellen wie beispielsweise den Ruheplatz oder die Fensterbank ausrichten.

Maßnahmen zur Vorbeugung:

  • Fell anfeuchten und für Abkühlung sorgen, beispielsweise mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch oder einfach mit feuchten Händen über das Fell streichen.
  • Für einen schattigen, kühlen Platz sorgen. In einer aufgeheizten Wohnung können das die kühlen Badezimmerfliesen sein. Vorhänge und Rollladen schließen.
  • Insbesondere bei hellen und kurzhaarigen Katzen Sonnencreme ohne schädliche Zusatzstoffe (mindestens LSF 30) für Nase und Ohren benutzen.
  • Besser Nass- als Trockenfutter geben, um den Flüssigkeitsbedarf zusätzlich über das Futter zu decken.
  • Zum Trinken animieren, z.B. mit einem Trinkbrunnen oder Eiswürfel in den Trinknapf, um ihn interessanter zu machen; mehrere Trinknäpfe an verschiedenen Plätzen aufstellen.
  • Freigang limitieren und ggf. die Katze während der Mittagshitze ins Haus holen.

Diese Maßnahmen lassen sich natürlich fast 1:1 auch auf Hunde und andere Haustiere übertragen. In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deinem Vierbeiner einen schönen Sommer.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne

Molly, Frieda und Mira lümmeln in der Sonne
Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

kürzlich sagte Frauchen zu uns, „Kommt alle mit raus bei dem schönen Wetter und Vitamin D tanken!“. „Vitamin D?“, hab ich mich gewundert. „Ist das lecker? Und wie soll ich das tanken? Bin doch kein Auto.“ „Nein, Vitamin D ist ein Stoff, den wir Menschen bei Sonne in der Haut bilden und der wichtig ist für Knochen, Stoffwechsel und den Schutz vor Krankheiten“. Na, das klingt doch gut, dachte ich mir. Das will ich auch, also nichts wie raus!

Aber halt mal… In der Haut? Wie soll das denn gehen bei meinem dichten Fell? Und bei langhaarigen Katzen dringen doch bestimmt noch weniger Sonnenstrahlen durch. Haben reine Wohnungskatzen dann einen chronischen Mangel? Fragen über Fragen. Da musste ich doch mal intensiver nachforschen.

Tatsächlich funktioniert das bei uns Katzen auf diese Weise nicht, obwohl wir uns ausgesprochen gerne die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Ebenso bei Hunden. Wir müssen unsere Portion Vitamin D komplett über die Nahrung aufnehmen. Wilde Tiere tun das in ausreichender Weise über ihre Beute und deren Organe, insbesondere der Leber. Wir verwöhnten Stubentiger sind darauf angewiesen, dass uns hochwertiges Futter gegeben wird, welches dieses Vitamin in ausreichender Menge enthält, sonst kann es tatsächlich zum Mangel kommen. Es gibt auch die Möglichkeit, Vitamin D künstlich zuzusetzen als Nahrungsergänzung, aber dies sollte nur in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen. Da viele Wissenschaftler diesen Stoff von der Wirkung her als Hormon einstufen, ist eine Überdosierung nicht unproblematisch und kann mehr schaden als nützen.

Dass Katzen Vitamin D im Fell produzieren und es dann durch das Putzen in den Körper aufnehmen, ist übrigens ein Mythos, der sich hartnäckig hält. Tatsächlich besitzen wir Katzen dort nicht einmal die nötigen Rezeptoren für dessen Produktion.

Nun, das Vitamin-D-Tanken in der Sonne ist dann wohl eher die Angelegenheit von Frauchen, aber wir Katzen leisten ihr gerne Gesellschaft dabei. Denn auch so gibt es fast nichts Schöneres, als bei dem herrlichen Wetter in der Sonne zu lümmeln. Also, nichts wie raus! Und nachher hole ich mir eine Portion Vitamin D in Form meines leckeren Futters ab.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne April 2022

Molly mit ukrainischer Friedensflagge
Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

wie eine Gesellschaft mit Tieren umgeht, sagt viel über ihren moralischen Zustand und ihre Einstellung zum Leben aus.

Mit Entsetzen habe ich zusammen mit meinen Leuten die Geschehnisse der vergangenen Wochen in der Ukraine im Fernsehen verfolgt. Millionen von Menschen sind gezwungen, sich auf die Flucht zu begeben. Sie können oft nur das Allernötigste bei sich tragen, das was ihnen am wichtigsten ist. Und das sind nicht selten ihre Haustiere. Das geht ans Herz.

Nicht immer gelingt die Flucht mit dem Haustier. Manche mussten ihre geliebten Vierbeiner im letzten Moment zurücklassen, z.B. an Bahnhöfen, weil sie nicht mit in den Zug konnten. Tierschützer vor Ort versuchen, so vielen wie möglich zu helfen. Aber alle kann man wohl nicht retten. Die Tierheime in der Ukraine sind am Limit. Futterreserven sind schnell aufgebraucht und Nachschub schwer zu bekommen. Die Situation wird von Tag zu Tag dramatischer.

Selbst wenn die Flucht mit dem Haustier erfolgreich war, darf dieses oft nicht mit in die Unterkunft. Für Mensch und Tier ist die Trennung sehr traumatisch, da viele eine enge Bindung zueinander haben. Gerade in einer Krisensituation möchten Besitzer nicht auch noch ihre Tiere verlieren. Eine Trennung vom eigenen Haustier stellt für die Geflüchteten nach Verlust der Heimat und des gewohnten Alltags eine weitere, psychische Belastung dar.

Vor dem Krieg fliehen nicht nur Millionen Menschen, mit dabei sind auch Tiere in einem noch nie da gewesenen Ausmaß. Daher ist es wichtig, dass alle mit anpacken und ihrerseits die Helfer unterstützen. So kann jeder Futter und Geld spenden. Der WDR hat eine Liste mit Organisationen veröffentlicht, die direkt vor Ort unterstützen:

Hilfe für Geflüchtete und Tiere in der Ukraine – Tiere suchen ein Zuhause – Fernsehen – WDR

Wer die Möglichkeit hat, kann aber beispielsweise auch ein Tier vorübergehend bei sich aufnehmen, bis es dem Besitzer möglich ist, es zurückzunehmen. Dafür wendet man sich am besten an örtliche Tierheime bzw. Tierschutzvereine, die Tiere bei sich unterbringen. Dafür kann dann ein weiteres Tier aus Polen oder der Ukraine nachrücken.

Das große Leid der Menschen bedeutet gleichzeitig großes Leid für die Tiere, die von ihnen abhängig sind. Wenn jeder von uns nur ein bisschen was tut, lässt sich wahnsinnig viel bewegen. Ich werde gleich mein Frauchen bitten, einen Teil von meinem Futter zu spenden.

Bis zum nächsten Mal,

Dein Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne März 2022

Molly
Foto: Beate Uhlig

Liebe/r Leser/in,

Allergien sind so unfair. Schließlich hat man sie oft gegen gute Sachen wie Nahrungsmittel, Blumen und Tiere. Selbst gegen solch ausgesprochen süße wie uns Katzen. Und das scheint gar nicht mal selten zu sein. Im Familien- und Freundeskreis unserer Menschen gibt es gleich mehrere Personen mit einer Katzenallergie. Sehr tragisch, denn manche von denen sind sogar ausgesprochene Katzenliebhaber.

Da in unserem Haushalt mehrere von uns Fellnasen leben und unsere Menschen auch nicht vorhaben, das jemals zu ändern, kommen die meisten nur noch selten oder gar nicht zu Besuch. Und wenn doch, wird vorher gründlich bis in jede Ritze feucht durchgewischt, damit es die von diesem schweren Schicksal Betroffenen wenigstens 2-3 Stunden aushalten. Man will sich ja nicht komplett isolieren.

Eine Katzenallergie kann durch unterschiedliche Allergene hervorgerufen werden: Fell, Hautschuppen oder Speichel. Haarlose Katzen, die oft als allergenfrei angepriesen werden, sind daher nicht unbedingt die Rettung. Mal abgesehen davon, dass solche Tiere sehr oft Qualzuchten sind und schon daher abzulehnen sind.

Zur Desensibilisierung kann man sich Spritzen geben lassen. Aber nicht jeder verträgt diese Methode und nicht bei jedem führt sie zum Erfolg.

Ganz neu haben unsere Menschen einen Luftreiniger angeschafft. Dieser kam nun schon häufiger zum Einsatz und brachte dem allergischen Besuch sehr deutliche Erleichterung. Der ein oder andere hat nur sogar selbst solch ein Gerät zu Hause stehen, weil das so gut ankam. Für die nicht ganz so heftigen Allergiefälle also durchaus empfehlenswert.

Bei einer Bekannten ist nach jahrelangem Training durch den Kontakt mit uns die Allergie inzwischen fast komplett verschwunden und wir werden nun von ihr zur gegenseitigen Freunde fleißig gestreichelt, wenn sie zu Besuch ist. Ich finde das super.

Übrigens, für manchen vielleicht überraschend, aber auch wir Katzen können anders herum tatsächlich an einer „Menschenallergie“ leiden und reagieren mit typischen Allergiesymptomen wie Niesen, Juckreiz oder Asthma, sobald ein Mensch in unsere Nähe kommt. Höchst unerfreulich, aber zum Glück auch äußerst selten.

Wieso gibt es eigentlich keine Allergie gegen schlechte Menschen? Jemand kommt auf Dich zu, Du bekommst einen Niesanfall und weißt gleich, von dem hältst Du Dich besser fern. Das wär‘ doch was.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Februar 2022

Liebe/r Leser/in,

meine Menschen, die liebe ich schon sehr. Das steht außer Frage. Aber müsste ich mich im Falle eines Umzugs entscheiden, ob ich bei ihnen bleibe oder lieber in meiner vertrauten Umgebung – nun, sie wären möglicherweise von der Antwort enttäuscht. Wir Katzen sind in der Regel eben sehr territorial eingestellt. Bei mir sieht es da nicht anders aus.

Das Kerngebiet meines Reviers ist unser Haus, welches ich als mein Eigentum und meine Wohlfühlzone betrachte. Hier habe ich meinen Futternapf, kann mich tief entspannen und mich in Ruhe der Körperpflege widmen. Zu meinem Rudel gehören Mira und Frieda, mit denen ich besagtes Kerngebiet teile.

An dieses schließt sich das erweiterte Kerngebiet an. Dies beinhaltet die nähere Umgebung oder, in unserem Falle, unser Gehege, welches Terrasse, eine Wiese und mehrere Sträucher einfasst. Wir kennen hier praktisch jeden Stein und bemerken jede kleine Veränderung sofort. In diesem Bereich schauen wir, ob sich mal wieder die Nachbarskatze anschleicht oder uns eine lebensmüde Maus vor die Nase läuft. Am liebsten dösen wir aber auf unseren angestammten Lieblingsplätzen in der Sonne vor uns hin. Denn durch den Gehegezaun müssen wir nur selten unsere Interessen gegen Eindringlinge verteidigen. Eine Duftspur entlang der Einfriedung, die wir in jahrelanger Arbeit gelegt haben und die ständig aufgefrischt wird, gibt jeder fremden Katze außerdem Bescheid, dass sie am Zaun nichts zu suchen hat und der Bereich schon besetzt ist.

Für Katzen mit Freigang würde ab hier das sogenannte Streif- und Jagdgebiet anfangen. Je nach Charakter, Alter und Geschlecht sind das nur etwa 50 m bis hin zu 500 m. Kater neigen eher zu größeren Revieren, ältere Katzen ziehen sich mehr und mehr auf ihr erweitertes Kerngebiet zurück. Je nach Katzendichte überschneiden sich die Reviere, z.T. auch mehrfach. Um hier möglichem Ärger vorzubeugen, bedienen wir Samtpfoten uns einer simplen Methode. Die Pfade, auf denen wir wandeln, werden einfach zeitversetzt genutzt. Dabei sind die anderen dennoch immer präsent, denn sie zeigen durch Markierung mit Harn, Kot oder Kratzen, dass sie da waren und auch wann zuletzt. Reviergrenzen können sich auch schon mal verschieben, z.B. wenn ein Inhaber stirbt bzw. mit seinen Menschen wegzieht oder eine neue Katze in der Nachbarschaft hinzukommt.

Auch im Kerngebiet müssen Botschaften regelmäßig durch Markieren aktualisiert werden. Dies geschieht dann aber auf für die Menschen etwas angenehmere Weise wie dem Reiben an Beinen und Gegenständen oder Kratzen am Kratzbaum. Damit drücke ich aus: MEINS.

Wenn ich so darüber nachdenke, vielleicht würde ich mich doch für meine Menschen entscheiden. Schließlich hat es einige Mühe gemacht, sie so gut zu erziehen, dass sie brav machen, was ich von ihnen möchte. Das hat durchaus seine Vorteile. Außerdem ist es ja doch auch eine ganz nette Beschäftigung, neue Dinge mit dem eigenen Wohlgeruch zu beduften.

Dass ein Verlust des gewohnten Territoriums besonders bei Freigänger-Katzen zu einem großen Problem werden kann, zeigt unser heutiger Bericht aus der Tierschutzarbeit.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Fotos: B. Uhlig

Mollys Kolumne Januar 2022

Molly hat Spielzeug in ihrem Futternapf abgelegt

Liebe/r Leser/in,

Eichhörnchen sammeln Nüsse, Hamster hauen sich die Backen mit Getreide voll und angeblich tragen Elstern gern glänzende Gegenstände aller Art in ihre Nester. Es gibt zahlreiche Beispiele für einen Sammeltrieb im Tierreich. Haben auch wir Katzen solch einen Drang zum Horten? Gleich mal vorangestellt, in freier Natur kommt dieses Verhalten bei uns nicht vor. Doch wird der ein oder andere Katzenbesitzer sein Tier hier in meinen Schilderungen sicherlich wiedererkennen.

Selbst trage ich leidenschaftlich gern und mit viel Fleiß täglich meine Spielzeuge zusammen, am liebsten Spielangeln. Alles, was irgendwo im Haus zu finden ist, lege ich dann fein säuberlich nebeneinander auf dem Küchenfußboden in der Nähe meines Futternapfes ab, manchmal auch direkt hinein oder – als besonderes Highlight – mitten in die Wasserschale. Was für ein Spaß.

abgelegte Spielangeln
Fotos: B. Uhlig

Ein ähnliches Verhalten lässt sich in der Natur beobachten, wenn Katzenmütter ihrem Nachwuchs Beute von der Jagd mitbringen. Auf diese Weise werden ihre Kleinen in sicherer Umgebung mit dem Beutetier vertraut gemacht. Vermutlich werden wir Samtpfoten durch diesen mütterlichen Instinkt angetrieben, unsere Spielzeuge (Beutetiere) in der menschlichen Umgebung auf ganz ähnliche Weise zu behandeln. Denn unseren Wasser- und Futterplatz verbinden wir mit Schutz und Geborgenheit.

Mit meiner Sammelleidenschaft ist mir die Aufmerksamkeit meiner Menschen auf jeden Fall sicher, und ich glaube, sie haben da auch viel Freude dran und zeigen einen gewissen Stolz. Ist ja schließlich eine besondere Fähigkeit, die ich da habe. Und ganz unschuldig sind sie an meinem Spleen auch nicht. Als ich noch klein war, hat mir Frauchen das Apportieren beigebracht. Selbstverständlich mit einem Leckerchen als Belohnung, wenn ich es richtig gemacht habe. Auch heute noch „verdiene“ ich mir das ein oder andere Leckerchen durch das Einsammeln der Spielzeuge hinzu. Damit mir die Arbeit nicht ausgeht, verteilt mein Frauchen die Sachen netterweise jeden Tag wieder.

Was wohl jeder Katzenhalter kennt, dessen Tier Zugang nach draußen hat, ist das Mitbringen netter „Geschenke“ in Form mehr oder weniger toter Mäuse und ähnlicher Kleintiere. Diese werden dann natürlich nicht irgendwo abgelegt, sondern in der Regel dort, wo die Menschen es auf keinen Fall übersehen können. Ist es der Versuch, Zuneigung und Aufmerksamkeit zu bekommen, der uns dazu veranlasst? Manche Menschen sagen, wir Katzen zeigen dieses Verhalten, weil wir sie für schlechte Jäger halten und so sicherstellen wollen, dass sie nicht verhungern.

Ich bringe unseren Leuten als vegane Alternative zur toten Maus gern auch mal ein Spielzeug vorbei und freue mich dann wahnsinnig über das Lob und die Streicheleinheiten, die dann folgen. Nicht selten gibt es für mich im Austausch noch das ein oder andere Leckerchen dazu. Die werden selbstverständlich nicht gesammelt, sondern – ist doch klar – direkt verputzt.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Mollys Kolumne Dezember 2021

Liebe/r Leser/in,

heute habe ich ein kleines Jubiläum mit Dir zu feiern. Man mag es kaum glauben, aber die heutige Ausgabe meines Newsletters ist bereits die 50. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Gefühlt habe ich das Zepter gerade erst von meiner Vorgängerin Rosina übernommen. Das war im Juni 2017 und ich noch ein junger Hüpfer, der vom Schreiben keine Ahnung hatte. Ich wurde einfach ins kalte Wasser geworfen, wie es so heißt. Und was wir Katzen von Wasser halten, ist, denke ich, jedem bekannt.

Rosina

Ende 2015 startete SAMT mit „Rosinas Welt“ seinen monatlichen Newsletter. Treue Leser der ersten Stunde erinnern sich vielleicht noch an Rosina, die Katze mit den besonderen Augen. Der Katzenschnupfen hatte ihre Augenlider zerstört und sie könnte nur eingeschränkt sehen. Dennoch war sie eine normale, glückliche Katze. Sie hat eine Lanze für Tiere mit Handicap gebrochen und gezeigt, dass es keinen Grund gibt, sich zu scheuen, eine solche Katze bei sich aufzunehmen.

Irgendwann wollte ihr Herz nicht mehr und sie hat uns alle traurig zurückgelassen. Und so kam ich zu meinem neuen Job.

Kasimir

Seither ist einiges passiert. Für Rosina kam Kater Kasimir als Notfall mit einem kaputten Beinchen zu uns. Auch er hat sich niemals als behindert empfunden und ein glückliches Leben mit uns geführt, inklusive einer kleinen Liaison mit unserer Mira. Kastriert heißt ja noch lange nicht enthaltsam. Leider hat ihn der Krebs schon zwei Jahre später von uns genommen.

Dann gab es noch die freundliche, zarte Mia und die kuschelige Seniorin Lisa, die schon lange vor mir im Haushalt lebten. Für Lisa kam nach deren Tod Rebecca, ebenfalls schon hoch betagt. Sie alle haben noch einen schönen Lebensabend bei uns gehabt, wo man sich gut um die typischen Altersgebrechen gekümmert hat.

Nur wenige Monate vor Kasimir sind Mia und Rebecca gestorben. Es war ein furchtbares Jahr mit vielen Sorgen. Aber für jede Katze, die gegangen ist, bekam eine neue ein schönes Zuhause. Mira und Frieda, meine jetzigen Mitbewohnerinnen, sind als junge Kätzchen zu uns gekommen. Wie schon erwähnt, entbrannte kurze Zeit später eine innige Liebe zwischen Kasimir und Mira. Eine weitere Seniorin, Bastet, durfte ebenfalls ihre restliche Lebenszeit bei uns verbringen.

Wie Du siehst, ein ständiges Kommen und Gehen in den vergangenen Jahren. Deshalb gab es immer viel zu berichten aus dem Leben in einem Mehrkatzenhaushalt, dem mittlerweile über 100 Leser folgen. Viele schöne, aber auch traurige Geschichten. Wir haben mitgelitten, wenn eine von uns erkrankt ist. Wir haben unsere Schicksale geteilt, wie wir auf ganz unterschiedlichen Wegen als Notfälle in unser gemeinsames Zuhause gefunden haben, nicht zuletzt durch die wertvolle Arbeit von SAMT. Es gab jede Menge praktischer Tipps, z.B. worauf man bei älteren Katzen besonders achten sollte oder wie man seinen Balkon katzensicher machen kann. Ich habe Einblicke gegeben in das Verhalten von uns Katzen, und welche besonderen Fähigkeiten die ein oder andere von uns hat, oder einfach in den ganzen Schabernack, den wir den lieben langen Tag so anstellen und damit unsere Menschen erheitern.

Ich hoffe noch lange fit zu bleiben, damit ich auch in den nächsten 50 Ausgaben mein Leben mit Dir teilen kann, und würde mich freuen, wenn Du mir weiterhin treu bleibst. In diesem Sinne,

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Fotos: B. Uhlig

Mollys Kolumne November 2021

Liebe/r Leser/in,

gibt es etwas, das eine innige Katzenfreundschaft von jetzt auf gleich beenden kann? Das muss ich leider ganz klar mit ja beantworten. Die wichtigere Frage aber ist, lässt sich dieser Bruch wieder kitten?

Ich hatte bereits beim letzten Mal berichtet: Nach einem Vorfall in unserem Gehege, bei dem vermutlich ein fremder Geruch der Auslöser war, konnten wir drei Katzenmädchen nicht mehr rausgehen, ohne dass es heftigen Ärger untereinander gab. Zurück im Haus waren wir friedlich wie immer, als wäre nichts gewesen. Unsere Menschen haben wochenlang das Rausgehen mit uns geübt, bis alles wieder in Ordnung schien. Dann gab es erneut einen Vorfall mit einem fremden Geruch. Wieder ein scheinbar kleines Ereignis, aber mit umso größerer Wirkung auf uns Fellnasen. Ab da haben wir uns auch nicht mehr im Haus vertragen und unsere Menschen mussten uns räumlich voneinander trennen. Eine unheimlich belastende Situation für alle. Vorher war es schon nervig, dass wir einfach nur nicht raus konnten, wann wir wollten. Keiner hat geahnt, dass es noch viel schlimmer kommen wird.

Nun mussten wir erstmal wochenlang üben, uns im Haus wieder zu vertragen. Das ging mal besser mal schlechter. Über Tag waren wir die ganze Zeit getrennt. Frauchen kam in jeder Mittagspause von der Arbeit nach Hause, um einen „Umschluss“ zu machen, so dass jede von uns mal nach draußen kam, um auch das nicht zu verlernen. Ganz allmählich wurde es besser. Am Anfang konnten Frieda und Mira schon wieder zusammenbleiben, bei mir hat es etwas länger gedauert. Manche behaupten, ich wäre unheimlich nachtragend. Ich sage, ich kann mir Sachen eben gut und lange merken.

Inzwischen dürfen wir im Haus schon wieder alle zusammenbleiben, und auch draußen läuft es ganz gut. Da sind unsere Menschen aber noch vorsichtig und wollen nichts vorschnell riskieren. Aktuell dürfen wir nur in Begleitung raus. Ist aber nicht so schlimm wie im Sommer. Wenn’s draußen kalt ist, bleiben wir sowieso lieber in Heizungsnähe.

Wie man auf den aktuellen Bildern sieht, haben wir Drei uns zum Glück erinnert, dass wir beste Freundinnen sind. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie froh wir sind.

Fotos: B. Uhlig

Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass sowas noch mal passiert. Aber dann sind unsere Menschen bestimmt von Anfang an viel gelassener, weil sie nun wissen, wie sie das wieder für uns lösen können. Niemals verzagen und eine Engelsgeduld sind die Werkzeuge, mit denen sie unsere Freundschaft wieder hergestellt haben. Seit Beginn bis heute sind insgesamt bereits 5 Monate vergangen und wir sind noch nicht ganz am Ende des Weges. Aber ich bin sicher, den Rest schaffen wir auch noch.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote