Mollys Kolumne Januar 2020

Liebe/r Leser/in,

jedes Jahr an Silvester das gleiche. Unsere Menschen fassen gute Vorsätze für die nächsten zwölf Monate. Und, hat das schon jemals funktioniert? Nein, natürlich nicht. Warum? Na, was passiert, wenn sich niemand daran hält? Genau, nämlich gar nichts.

Nichts desto trotz haben sie es wieder getan. Ganz oben auf der Hitliste, und auch dieses Mal gewählt… Na, wer errät es? Ganz recht, abspecken. Nun, soll’n sie mal machen. Kann uns Katzenmädels ja eigentlich egal sein, aber dummerweise haben sie sich in diesem Jahr unter uns ein Opfer ausgesucht, was diesen Irrsinn mitmachen soll. Gemeinsam gelingt das Abnehmen besser, sagen sie. Mmh, ist klar.

Erwischt hat es die arme Mira. Puh, zum Glück ist dieser Kelch an mir vorübergegangen, aber wer weiß, was denen in Zukunft noch so in den Sinn kommt. Zugegeben, die Diät hat sich Mira selbst eingebrockt. Noch vor ein paar Monaten konnte sie sich durchaus mit meinem Astralkörper messen, doch inzwischen ging die Entwicklung bei ihr immer mehr Richtung Birne.

Molly, Frieda und Mira beim Fressen
Foto: Beate Uhlig

Das Problem ist, dass Mira es mittlerweile schafft, unsere ach so schlauen Futterautomaten zu überlisten. Die Idee dahinter war eigentlich, dass jede ihre feste Portion bekommt und der Automat sich über den Chip in unserem Nacken nur bei der „richtigen“ Katze öffnet. Ging auch lange gut. Mira versuchte zwar immer wieder die Dinger zu knacken, allerdings erfolglos. Inzwischen hat sie aber eine sehr zielführende Strategie entwickelt. Sie leert ihren eigenen Napf in Rekordzeit, und während wir anderen dann noch am Genießen sind, rammt sie ihren Kopf einfach an uns vorbei in den fremden Napf. Wenn Frieda und ich dann erschrocken zur Seite weichen, versucht der Napf, weil sich ja der Chip entfernt hat, zu schließen, dies jedoch vergeblich, weil Miras Dickkopf am Ende stärker ist.

War natürlich ärgerlich für Frieda und mich, aber irgendwann haben es unsere Leute dann doch mal mitbekommen. Nun dürfen wir nur noch unter Aufsicht speisen und Mira bekommt dabei eher übersichtliche Portionen. Gefällt ihr selbstverständlich gar nicht. Mir einerseits schon. Ich kann endlich wieder ganz in Ruhe dinieren. Aber Mira tut mir auch irgendwie leid.

Wie lange das noch gehen soll? Ich habe irgendwas von Bikinifigur aufgeschnappt. Nun mal ehrlich, erstens gehen wir Katzen nicht schwimmen. Weiß doch jeder. Zweitens tragen wir niemals Bikini, weil wir drittens ein wunderbares Fell haben, das erfreulicherweise jede Gewichtsveränderung unsererseits problemlos mitmacht.

Aber letztlich lehrt die Erfahrung, dass es mit der Disziplin bei unseren Menschen schon nach wenigen Wochen nicht mehr weit her ist. Dann lümmeln sie wieder faul auf dem Sofa rum und stopfen sich allerhand unnötiges rein. Spätestens dann werden sie hoffentlich auch mit der armen Mira ein Einsehen haben und wir bleiben wenigstens für den Rest des Jahres von weiteren guten Vorsätzen verschont.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

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