Glücklich vermittelt

Louis, mit 8 Jahren im besten Alter, wurde ausgesprochen schweren Herzens abgegeben, da er es total doof fand, dass sein Frauchen so viel arbeiten musste. Aus Frust beschloss er daher, seinen Kumpel Charly zu mobben. Menschenbezogen ohne Ende wollte er lieber Aufmerksamkeit von beflissenem Personal und nicht von einem Artgenossen. Da mussten geeignete Dosenöffner her, mit viel Zeit für den jungen Mann. Da der hübsche Kater ein absoluter Herzensbrecher ist, fand sich ganz flott eine ältere Dame, die ihn in den Mittelpunkt stellt. Und entgegen vorheriger unumstößlicher No-Gos hat Louis es inzwischen, was auch sonst, ins Bett geschafft.

Charly, 6,5 Jahre alt, war das Mobbingopfer von Louis. Er verstand die Welt nicht mehr, als sein Kumpel irgendwann so gemein zu ihm wurde. Natürlich vermisste auch er tagsüber sein Frauchen, aber er hätte so gerne mit seinem Freund gekuschelt. Da er immer mehr untergebuttert wurde, war es an der Zeit, ein anderes Zuhause für ihn zu finden. Denn ihn allein zu lassen, wäre auch nicht fair gewesen. Schnell fand sich für ihn eine nette Dame, die dank Home Office den ganzen Tag für ihn da sein konnte. So hat Charly nach anfänglicher Verwirrung mittlerweile die Wohnung in Beschlag genommen und genießt es, die volle Aufmerksamkeit zu bekommen.

Fotos: K. Weide

Tiere des Monats

Rico, Lilly und Luca

Von SAMT e.V. Drei kleine Herzensbrecher, ca. 5 Monate alt, suchen ein gutes Zuhause, wo man sich liebevoll um sie kümmert. Am liebsten würden wir die drei Miezen zusammen vermitteln. Rico und Luca sind Brüder und wurden bei einer Fangaktion eingefangen. Lilli wurde in einem Auto-Motorblock gefunden und befreit. Sie hatte sehr viel Angst und hat sich an den beiden Katern orientiert.

Die drei Miezen sind gute Freunde geworden und kommen prima miteinander klar. Alle Drei sind altersgemäß sehr verspielt, erkunden alles neugierig, nichts ist vor ihnen sicher. Auch Schmusen zählt zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Lilli ist da noch etwas schüchtern. Wenn sie sich traut, genießt sie die Streicheleinheiten allerdings sehr und schnurrt dann auch. Ihr sollte man anfangs Zeit geben und sie nicht bedrängen, damit sie Vertrauen gewinnen kann. Sie hat unglaubliche Fortschritte gemacht, an die man jetzt behutsam anknüpfen sollte. Zu kleinen Kindern möchten wir sie nicht vermitteln.

Nach einer Eingewöhnungsphase sollen alle Drei draußen die Welt erkunden dürfen. Deshalb suchen wir ein Zuhause in ländlicher, verkehrsberuhigter Umgebung oder mit gesichertem Auslauf für sie.

Erinnert ihr euch?

24.04. – Der internationale Tag des Versuchstiers

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere/SAMT e.V. Wir haben euch bereits 2021 auf diesen besonderen Tag aufmerksam gemacht. 2022 baten wir euch, die europaweite Petition für ein tierversuchfreies Europa zu unterstützen.

Jetzt die gute Nachricht: Wir haben es geschafft!

1,4 Millionen Unterschriften – Abschluss am 31.08.22

Innerhalb eines Jahres mussten 1 Millionen gültige Unterschriften zusammengetragen werden. Dank der Zusammenarbeit vieler verschiedener Tierschutzorganisationen und eurer Unterschriften ist der erste Schritt gemacht – für ein Europa ohne Tierversuche.

Wie geht es weiter? Jetzt findet der Verifizierungsprozess statt, d.h. die Unterschriften werden geprüft und mehrfache Unterschriften werden aussortiert.

Dieses Mal möchten wir uns nur mit euch freuen und verzichten bewusst auf verstörende Informationen aus unserem Arbeitskreis.

Noch eine gute Nachricht:

Die BMW Group gab bekannt, dass sie ab 2023 Autos mit komplett veganer Innenausstattung herstellen werden. Grund dafür ist sicherlich auch das immer größer werdende Interesse der Autokäufer an tierfreien Alternativen im Autoinnenraum, denn für ein einziges Fahrzeug werden durchschnittlich die Häute von 3 Rindern benötigt.

Ihr seht, es passiert etwas. Bitte unterschreibt auch weiterhin Petitionen im Sinne der Tiere, denn viele Stimmen können auch viel bewegen, für eine bessere Welt für alle, für die Natur, für die Tiere und letztendlich für uns selbst.

Helden des Alltags

Bericht von einer Pflegestelle

Von P. Loebt/SAMT e.V. Es kommt nicht oft vor, dass ich als Pflegestelle bei einer Fangaktion live dabei bin. Meistens werden mir die Tiere nach Hause gebracht, die von aufmerksamen Personen gefunden wurden oder die mithilfe der nach Sichtungen aufgestellten Falle gefangen werden.

An diesem Tag im Oktober klingelte es an meiner Tür und ein Mädchen aus der Nachbarschaft berichtete mir aufgeregt, dass am Feldrand, wo die Kinder spielten, sich ein Wurf Kätzchen mit Mama im Gebüsch versteckt aufhielt.

Ich nahm die Transportbox und schwang mich aufs Fahrrad. Meine Nachbarin war auch unterwegs, um zu helfen.

Im Gebüsch, nahe der Schnellstraße, konnten wir zunächst nicht viel erkennen, aber die Kinder führten uns zielsicher zum Fundort. Und da waren sie: Zwei kleine Babykatzen, eng aneinander gekuschelt, schwarz wie die Nacht. Die Mutterkatze war zunächst nirgends zu sehen.

Die beiden konnten wir mit der Hand greifen und sichern, die Kinder bestätigten uns aber, dass sie mindestens ein weiteres sowie die Mutterkatze gesehen hatten.

Eine Falle war schnell organisiert und am nächsten Morgen saß ein weiteres Kitten darin, am Nachmittag die Mama. Die Falle blieb vor Ort, um mögliche weitere Kitten anzulocken. Wir hatten die Umgebung komplett abgesucht, jedoch nichts entdecken können. Aber man weiß ja nie…

Die kleine Familie war vorübergehend in meinem Bad zu Gast und froh, regelmäßig etwas zu fressen. Die Kleinen waren circa sechs Wochen alt, freuten sich über Nassfutter, wurden aber auch noch gesäugt. Sie waren sehr scheu und ängstlich, das hieß, dass sie Menschen nicht kannten. Die Mutterkatze schon. Sie genoss Streicheleinheiten, schnurrte und suchte Kontakt.

Nach dieser zweitägigen Fangaktion klingelte es erneut an der Haustür und diesmal war es eine Mutter, die gemeinsam mit ihrer Tochter bestätigte, dass sich am alten Fundort noch ein Kätzchen befinden musste.

Gemeinsam mit zwei Vereinskolleginnnen eilte ich zu der Fundstelle. Die Transportbox hatten wir wieder dabei.

Das Kleine saß in einem Rohr fest! Es maunzte jämmerlich, es hatte ja schon mindestens eine Nacht allein in der Kälte verbracht.

Das circa 3 Meter lange Rohr lag schräg am Hang der Schnellstraße, war mit teilweise sehr großen Steinbrocken gesichert und diente eigentlich zur Abführung von Regenwasser. Die Kleine hatte sich im Rohr versteckt, war wahrscheinlich unterkühlt, hungrig und panisch. So sehr wir es auch versuchten, es gab keine Möglichkeit, das Kleine zum Verlassen des Regenrohres zu bewegen. Je mehr wir es am unteren Ende lockten, desto höher kletterte es nach oben. Es war uns auch nicht möglich, die großen Steine irgendwie zu bewegen, um das Rohr freizulegen.

Inzwischen hatten sich mehrere Eltern zur Abholung ihrer Kinder am Fundort versammelt, der ja gleichzeitig der Spielplatz der Kinder war. Es gab keine Möglichkeit für uns, das Kätzchen zu bergen. Zum Glück hatte meine Nachbarin eine Idee: „Ich kenn doch den XY bei der Feuerwehr!“

XY hat dann seine Kollegen bei der Freiwilligen Feuerwehr mobilisiert und nur circa eine Stunde später waren vielzählige Feuerwehrleute inklusive Einsatzwagen vor Ort. Der Plan war, das Rohr freizulegen, um es am oberen Ende zu öffnen und so das Kätzchen zu befreien. Das Kitten war inzwischen noch verängstigter und jammerte nur noch leise.

Mit vereinten Kräften wurden die schweren Steine über eine Menschenkette vom Rohr weg nach unten transportiert. Da es mittlerweile dämmerte, mussten die Einsatzkräfte die mitgeführte Beleuchtung aufbauen. Nach einer gefühlten Ewigkeit war endlich das Regenrohr freigelegt! Beim Hineinleuchten konnte man sehen, dass das Kätzchen weit nach oben geklettert war. Es ließ sich aber von oben nicht greifen. Zu viel Panik.

Das Rohr war in der Mitte zweigeteilt, so war der obere Teil mit dem Kätzchen drin jetzt unser Einsatzort. Von unten wurde das Rohrstück mit der Hand gesichert, von oben griff ein Feuerwehrmann hinein – Arm zu kurz. Die rettende Idee war dann: eine Colaflasche!

Die Flasche wurde vorsichtig von oben ins Rohr eingeführt, und Zack plumpste unten das Kätzchen raus. Gott sei Dank lebend! Nass, unterkühlt und panisch, aber frei. Was für eine Freude!

Das kleine Mädchen erhielt den Namen Happy. Im Kreise der Familie erholte sich Happy sehr schnell und verkraftete die einsame Zeit im Regenrohr ohne bleibende Schäden.

Die Rettungsaktion wurde vom Verein entsprechend gewürdigt und ein persönlicher Dank ging an alle, die so viel Zeit investiert und Mitgefühl für ein Tierleben gezeigt hatten. Ein herzliches Dankeschön ging auch an die Kinder. Sie haben sich sehr achtsam und verantwortungsbewusst verhalten und haben entscheidend zu Happys Rettung beigetragen.

Alle Beteiligten, ob Feuerwehr oder Kinder, sind für mich die „Helden des Alltags“.

Fotos: P. Loebt

Aktuelles aus dem Tierschutz

Foto: SAMT e.V.

Das Schicksal ist erbarmungslos

oder: Was gewissenlose Schweine anrichten

Von Eva Volk/SAMT e.V. Letztes Jahr im Sommer wollten zwei junge Menschen ihre kleine Familie vervollständigen. Ihre kleine Tochter, die unter Epilepsie leidet, wünschte sich von ganzem Herzen ein paar pelzige Freunde. Also zogen die Kätzchen Lilo und Stitch ein. Die beiden mit ihrem Töchterchen spielen und schmusen zu sehen, war für die Eltern die reinste Freude.

Doch dann passierte das Entsetzliche: Stitch erkrankte nach kurzer Zeit an trockener FIP. Glücklicherweise führte ein Hinweis zum sofortigen Start der Therapie. Das junge Paar, sie zu diesem Zeitpunkt hochschwanger, kämpfte um seinen kleinen Freund. Während der Therapie stellte sich unglücklicherweise auch noch heraus, dass Lilo FeLV positiv war, und nach einiger Zeit war leider auch Stitch infiziert. Nichtsdestotrotz stand der tapfere kleine Samtpföterich die FIP-Behandlung mit Bravour durch und war Ende März endlich GEHEILT!

Jetzt konnte nichts mehr das Familienglück aufhalten. Das glückliche Pärchen, die beiden Kinder, Lilo und Stitch.

Doch.

Stitch musste, zwei Monate nachdem er geheilt war, die Zähne gemacht bekommen, da sein Mäulchen wirklich schlimm aussah. Die komplette OP lief gut. Bis zur Extubierung. Schlagartig verkrampften bei Stitch die Atemwege. Trotz massiven Medikamenteneinsatzes, erneuter Intubation und Reanimation konnte Stitch keinen Sauerstoff mehr aufnehmen und starb. Ein Alptraum.

Als ob das nicht schon furchtbar genug wäre, wurde es noch schlimmer. Lilo litt seit dem Tod ihres Bruders unsäglich. Sie fraß fast nichts mehr, hatte fast ein Viertel ihres Gewichts verloren, hatte Fieber und war apathisch.

Hatte der Stress des Verlustes FIP ausgelöst oder einen FeLV-Schub verursacht? Die Blutwerte gaben Hinweise in beide Richtungen. Das Pärchen wollte den Kampf erneut aufnehmen, denn Familienmitglieder – und das waren ihre Tiere natürlich – lässt man nicht im Stich, und so geschah es. Ein monatelanges Ringen um Lilos Leben begann, wirklich alles wurde unternommen, Unsummen von Geld ausgegeben und alles wurde unsagbar großartig von der behandelnden Tierärztin begleitet.

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass sowohl Lilo als auch Stitch so furchtbar krank waren? Sie kamen doch von einem freundlichen Züchter?

Nein, kamen sie nicht. Ein bisschen Recherche brachte schnell Klarheit. In Wirklichkeit handelte es sich um einen gewissenlosen Vermehrer, der mehrere Katzen unterschiedlicher Rassen in einem einzigen Zimmer hielt und fleißig Kätzchen produzierte. Und ganz offensichtlich ging es ausschließlich um Geld, Geld, Geld, denn dass er Leukose im Bestand hatte, war ihm 1) scheiß- und 2) –egal. Dem zuständigen Amt ist dieser Abschaum übrigens bekannt, aber aus rechtlichen Gründen und da aktuell angeblich nicht „gezüchtet“ wird, ist ein gerichtsfestes Vorgehen momentan nicht möglich. Trotz detaillierter ausführlicher Dokumentation des Kaufs und des Krankheitsverlaufs beider Tiere ist derzeit nichts zu machen.

Da draußen sind hunderte und tausende gewissenlose Schweine, die auf Kosten der Tiere und ihrer Familien unsägliches Leid verursachen. Hauptsache sie können die eigenen Brieftaschen schön füllen. Arglosen und naiven Menschen, die überhaupt nicht auf die Idee kommen, dass es solche „Menschen“ gibt (die Bezeichnung Mensch ist an dieser Stelle in Frage zu stellen), gaukeln sie etwas vor, haben auch für jede Unstimmigkeit eine wortreiche Erklärung. Ihnen ist absolut alles egal. Tiere, die unter furchtbaren Krankheiten leiden. Familien, die unter der Last der Sorge und der Kosten fast zusammenbrechen. Was soll’s? Wieder fette Kohle gemacht, yippieh.

Und wenn es noch so lange dauert, wir vergessen nicht und bleiben dran! Der Tag wird kommen, an dem diesem kläglichen Häuflein Mensch das Handwerk gelegt wird.

Am 25. Oktober 2022 war der Kampf um Lilo verloren und sie machte sich auf den Weg über die Regenbogenbrücke. Jetzt kann sie endlich wieder mit ihrem Bruder Stitch spielen und kuscheln.

Macht es gut, liebe Samtpfötchen, dieses Ende habt Ihr nicht verdient.

Mollys Kolumne

Foto: Miller_Eszter@pixabay

Liebe/r Leser/in,

Frage: Hast Du Deine Katze schon mal beim Beobachten beobachtet? Sollte die Antwort lauten: „Ich habe gar keine Katze.“ Dann, mein Beileid. Ansonsten möchte ich eindringlich dazu raten, das hin und wieder in Deinen Alltag einzubauen. Du kannst dabei so viel über den Charakter Deiner Katze lernen. Alle Katzen sind gleich? Mitnichten. Ich und meine beiden Mädels Mira und Frieda, wir händeln gewisse Dinge sehr, sehr unterschiedlich. Nehmen wir zum Beispiel fallendes Herbstlaub. Klingt öde? Denkst Du vielleicht. Jede von uns erlebt dabei ihr ganz persönliches Abenteuer. Weiterlesen…

Mira = Typ 1 = furchtloser Kämpfer

Eine Windböe, bunte Blätter lösen sich aus der Baumkrone und fallen zu Boden. Mira sieht die Blätter, kurz bevor sie auf dem Boden landen. Ohne auch nur eine Millisekunde zu zögern oder nach links und rechts zu schauen, stürzt sie sich todesmutig auf die farbigen Eindringlinge. Jedem einzelnen Blatt gibt sie es so richtig und zeigt ihm, wer hier im Garten der Boss ist. Eine bunte Wolke, in ihrer Mitte ein schwarzer Wirbelwind. Wenn sich noch ein Fünkchen Leben in dem trockenen Laub befunden haben sollte, dann nun mit Sicherheit nicht mehr. Abschätzig schaut Mira noch einmal über die Schulter, bevor sie zufrieden davonspaziert.

Frieda = Typ 2 = Naturforscher

Eine Windböe, bunte Blätter lösen sich aus der Baumkrone und fallen zu Boden. Frieda sieht sie schon von weit oben herunterkommen. Mehr noch, ein besonders interessantes Exemplar sticht ihr bereits ins Auge, bevor es den Boden berührt. Sie tritt heran und beäugt es von allen Seiten. Ausgiebig. Der Kopf dreht sich dabei hin und her, damit ihr bloß kein Aspekt dieser außergewöhnlichen Erscheinung entgeht. Dann folgt Phase Zwei, das Beschnuppern. Scheinbar zeigen sich hier keine Auffälligkeiten und sie kann direkt zu Phase Drei übergehen. Ganz vorsichtig und so behutsam, als könnte das Blatt bei der geringsten Unachtsamkeit Schaden nehmen, berührt sie es sanft mit dem Pfötchen. Dabei dreht sich das Blatt leicht und eröffnet der entzückten Frieda ganz neue Welten. Ein Hohlraum ist unter dem Objekt entstanden, und nun muss mit der optischen Untersuchung von vorn begonnen werden. Ja, in Dir kommt sicherlich auch schon eine Vermutung auf, unsere Frieda, nun, sie ist – nennen wir es – speziell. Kleine Dinge, denen niemand von uns Beachtung schenken würde, wie eine Ameise oder einfach nur ein Staubflusen, sind ihr Universum.

Ich = Molly = Typ 3 = Vorsicht-ist-die-Mutter-der-Porzellankiste

Eine Windböe, bunte Blätter lösen sich aus der Baumkrone und fallen zu Boden. Ich beobachte diesen Vorgang von drinnen, von der Fensterbank aus, den wärmenden Heizkörper unter mir. Wer mir dabei zusieht, der würde vielleicht denken, dass mir das Laubgeriesel womöglich entgangen ist. Äußerlich Pokerface. Natürlich entgeht mir nichts. Aber das muss ja nicht jeder wissen. Und diese losen, bunten Blätter da draußen, wen interessiert das eigentlich? Mich nicht. Sollen sie doch da liegen. Und jedes Mal kurz zucken, wenn wieder Wind aufkommt. Mir egal. Hab ich schon oft gesehen. Absolut unspannend. Ist ja jedes Jahr im Herbst doch wieder dasselbe. Damit verschwende ich nicht meine Zeit. Ach guck, da zucken sie wieder. Mir egal. Jetzt wird es aber doch langsam was warm hier auf der Heizung. Ich geh mal nach draußen und kühle mich etwas ab.

Jetzt zucken die nicht nur, nun rascheln sie auch noch. Wollen mich wohl anlocken. Pah, sollen sie es mal versuchen. Interessiert mich NULL. Ui, da trägt eine Windböe sie ein Stück weiter. Was soll das denn jetzt? Dieses Laub tut wohl alles für ein bisschen Aufmerksamkeit. Da ist es schief gewickelt. Das funktioniert bei mir nicht.

Eine Sekunde später versetze ich den bunten Blättern ein paar Hiebe, eine weitere Sekunde später sitze ich wieder ganz entspannt auf der Fensterbank über der Heizung und beobachte das Treiben draußen. Oder auch nicht, wen interessiert’s? Puh, mein Herz klopft ganz schön.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Glücklich vermittelt

Tom
Foto: I. Mache

Der ca. 8 Jahre alte Tom fiel netten Menschen auf, als er vorbei humpelte. Schnell stellte sich heraus, dass er einen alten Bruch des Ellbogens hatte. Ein Rätsel, was der liebe Kerl so ganz allein auf der Welt machte. Owei, dachten wir, da braucht es wieder mal ganz besondere Menschen, die so ein Kerlchen aufnehmen.

Nun ist Tom der absolute Herzensbrecher, der nichts lieber tut, als im Mittelpunkt zu stehen. Schmusen? Ja, bitte! Im Bett kuscheln? Ja, bitte! Und natürlich konnte ein nettes Ehepaar dem kleinen Charmeur nicht widerstehen. Er wickelte sie einfach ruckzuck um’s Pfötchen und genießt es jetzt, Wohnung und Terrasse mit seinen Menschen zu teilen.

Emilio und Tally
Foto: J. Stadge

Emilio und Tally wurden mit etwa acht Wochen auf einem Firmengelände gefunden. Sie fanden es überhaupt nicht lustig, auf die Pflegestelle zu kommen. Fauchen, Spucken, Kratzen, gab es reichlich, über Wochen. In einer warmen Wohnung sein? Wollen wir nicht. Von Parasiten befreit werden? Wollen wir erst recht nicht. Angefasst werden? Wollen wir ja wohl überhaupt gar nicht. Lecker Futter, und zwar jede Menge? Na, ok, ausnahmsweise.

Das kann ja heiter werden, dachten wir uns, und tatsächlich waren drei Monate nötig, bis das Eis gebrochen war. Tally beschloss als erstes, den Schalter umzulegen und diente Emilio dann als Vorbild. Streicheln war doch nicht sooo schlecht. Nur bei Besuch von Fremden war dann natürlich wieder alles zu spät. Aber es gibt sie, diese Menschen, die sehen, welches Potential zum Schmusemonster in solch schüchternen Tierchen steckt. Und so fand sich eine nette Dame, die alle Geduld der Welt hatte und die beiden aufnahm. Und nach einer kleinen Geduldsprobe tauten die beiden auf, unterstütz von netter Katzen- und Hundegesellschaft. Mittlerweile sind die beiden so richtig angekommen und machen mit Begeisterung den Garten unsicher.

Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung
Foto: B. Uhlig

Von Eva Volk/SAMT e.V. Am 09. September trafen sich die Vereinsmitglieder von SAMT in den Räumlichkeiten der AWO Jülich zur Jahreshauptversammlung. Die Vereinsvorsitzende Irene Launer-Hill präsentierte den Tätigkeitsbericht für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.12.2021.

Dieser gab einen Überblick über die Tätigkeitsbereiche des Vereins.

Auch im Jahr 2021 waren die Einsatzbereiche vielfältig. 404 Tierarztbesuche schlugen zu Buche, dazu kamen 27 Operationen und 98 Kastrationen. Letztere häufig bei verwilderten Katzen, die durch etliche Falleneinsätze gesichert wurden. So konnte erneut weiteres Elend bei der wild lebenden Population eingedämmt werden. Ein Großteil der tierärztlichen Konsultationen betraf Haustierbesitzer mit kleinem Einkommen, entsprechend dem Vereinsziel, in Not geratene Tierhalter zu unterstützen, die die Tierarztrechnung oder Spezialfutter nicht mehr bezahlen können und vielleicht selbst Hilfe benötigen.

Ein besonderes Highlight war die Begleitung einer Katze mit neurologischer FIP, die erfolgreich geheilt wurde und sich wieder ihres Lebens erfreut.

Insgesamt waren 84 Fundtiere zu verzeichnen und leider 23 Totfunde. 33 Tiere wurden aus unterschiedlichen Gründen an SAMT abgegeben. Diese, sowie die Fundtiere, wurden auf insgesamt 18 Pflegestellen bis zur Vermittlung liebevoll betreut. Für 87 Tiere konnte ein neues Zuhause gefunden werden.

Zu den Themen artgerechte Tierhaltung und medizinische Versorgung fanden zahlreiche Beratungen und zum Teil auch Überprüfungen statt. Auch mit den Behörden und anderen lokalen Vereinen wurde in entsprechenden Fällen gut und zielführend im Sinne der betroffenen Tiere zusammengearbeitet.

Unterstützen konnte SAMT zudem bei vielen Flutopfern und ihren Haustieren. Traditionell wurden ebenfalls wieder zahlreiche Menschen mit ihren Tieren durch Futterverteilung unterstützt.

SAMT durfte sich über den von der Stadt Jülich verliehenen Heimatpreis freuen und über den zweiten Platz des Tierschutzpreises NRW. Die jeweils ausgelobten Preisgelder waren eine große Hilfe für die tägliche Arbeit. Auch der Wunschbaum des Fressnapf Alsdorf wurde wieder rege genutzt und das darüber gespendete Futter, Spielzeug und Zubehör kam umgehend den Tieren zugute.

Die Kosten erreichten nie gekannte Ausmaße und näherten sich erstmals dem sechsstelligen Bereich. Eine Finanzierung erweist sich mittlerweile als zunehmend schwierig. In Anbetracht der aktuellen Lage erwartet SAMT auch für die Folgejahre weiter steigenden Bedarf.

Daher geht der größte Dank an die vielen lieben Spender, die auch in schwierigen Zeiten die Tiere nicht vergessen und SAMT großzügig unterstützt haben.

Ohne sie und den unermüdlichen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer wäre die erfolgreiche Vereinsarbeit undenkbar. All diesen möchte SAMT auf diesem Wege ganz herzlich danken!

Auch weiterhin wird der Verein sich mit aller Kraft für alle Tiere einsetzen. 2022 ist der Tierschutz nicht einfacher geworden, aber SAMT betrachtet dies als Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Der Abend klang in gemütlicher Runde bei einem vegetarisch-veganen Buffet im Restaurant Liebevoll aus.

SAMT Mitglieder beim vegan-vegetarischen Buffet
Foto: Irene Launer-Hill

Aktuelles aus dem Tierschutz

Katze Hope

Der Wert eines Lebens

Von Eva Volk/SAMT e.V. Wie beziffert man den Wert eines (Tier-)Lebens? Kann man nicht, werden die meisten sagen. Richtig. Anders gefragt: Wieviel Wert misst man diesem Leben bei?

Nun, wie der tagtägliche Einsatz im Tierschutz zeigt, sind Menschen diesbezüglich höchst unterschiedlich gestrickt. Und das unabhängig von der persönlichen Einkommenssituation. Ein paar Beispiele:

Wer kennt es nicht, überfahrene Katze auf der Straße, alle fahren vorbei oder drum herum, bloß nicht bei der Erledigung wahnsinnig wichtiger Dinge aufhalten lassen.

Ein abgemagerter Igel stolpert durch den Garten. Die Finder schnappen sich voller Sorge das Tierchen, düsen direkt zum Tierarzt und informieren die zuständigen Stellen bzw. Auffangstationen.

Manche glauben, sie sind aktive Tierschützer, weil sie ja in Facebook kommentieren. Am liebsten, indem sie Menschen beschimpfen, die dort posten, dass sie ein krank wirkendes Tier sichern konnten. Beliebtester Kommentar (sinngemäß): „Sie können die doch nicht ins Tierheim bringen, das arme Tier, das ist bestimmt nur ein Freigänger“.

Andere setzen Himmel und Hölle in Bewegung, um einen verletzten Reiher zu sichern. Nur um dann händeringend eine Unterbringungsmöglichkeit zu suchen, da die offiziellen Stellen einen schlanken Fuß machen und auf private – völlig überlastete und rein spendenfinanzierte Stellen – verweisen.

Viele verfluchen Tauben als Ratten der Lüfte und Krankheitsüberträger, ohne irgendeine Ahnung von der Materie zu haben und ohne eine Spur von Mitgefühl für Lebewesen, die genau wie alle anderen Schmerz und Hunger fühlen können.

Diese Liste könnte man endlos fortsetzen, aber hier mal ein wirklich schönes Beispiel, wie Zusammenarbeit einem Tier das Leben retten kann:

Beim Wegbringen des Grünschnitts fiel netten Menschen auf dem Gelände des Abfallentsorgers eine offensichtlich verletzte Katze auf. Ohne zu zögern informierten sie uns sofort. Nein, sie haben nicht weggesehen!

Keine zwanzig Minuten später vor Ort fanden wir eine offenbar schwer verletzte Katze vor, die beim Versuch zu flüchten nur noch auf den Vorderbeinen robbte, während die Hinterbeine hin und her schlugen. Der Anblick war wirklich entsetzlich.

Mit Müh und Not gelang es, das wehrhafte Tier in eine Transportbox zu bekommen. Zehn Minuten später waren wir beim Tierarzt. Der Verdacht auf Wirbelsäulenbruch bestätigte sich zum Glück nicht, dafür stand – auch nicht besser – eine Vergiftung mit Alpha-Chloralose im Raum. Auch dieser erhärtete sich während der stationären Unterbringung nicht. Trotz des schlechten Zustandes war auch noch eine OP nötig, da der Ultraschall offenbar ein abgestorbenes Kätzchen zeigte.

Schlussendlich stellte sich heraus, dass die zehn Monate alte Streunerin an neurologischer FIP leidet. Mittlerweile war sie vollständig gelähmt und erblindet.

Und jetzt? FIP ist mittlerweile behandelbar, aber eine Streunerin? Das ist ein nicht ganz günstiges Unterfangen.

Was für eine Frage. Wer sind wir, uns hier verweigern zu wollen? Jedes Leben hat einen Wert, egal ob teurer Rassehund oder ungewollter Streuner, egal ob Sofatiger oder hilfloser Igel. Der Wert ist nicht messbar, ein Leben, jedes Leben, ist unbezahlbar! Finden wir jedenfalls.

Die Therapie läuft vielversprechend! Also darf die kranke Mieze jetzt hoffen zu leben!

Ihr Name ist Hope.

Vielen Dank an alle Unterstützer, die bisher so kräftig für Hopes Behandlung gespendet haben. Wer sich noch anschließen möchte, kann das hier tun:

https://www.gofundme.com/f/hope-kmpft-gegen-neurofip-und-mchte-leben?qid=661f82faf054fffc6490d90d68268958

Mollys Kolumne

Mehlschwalben in der Luft
Foto: Ralphs_Fotos@pixabay

Liebe/r Leser/in,

eine Schwalbe macht ja bekanntlich noch keinen Sommer, aber ich kann Dir sagen, eine Schwalbe kann ganz schön viel Aufregung verursachen.

Wir haben an unserem Haus ein paar Schwalbennester, die jedes Jahr gut besucht sind. Ich liebe es, sie zu beobachten und mir das Gehirn zu zermartern, wie man da wohl hochkommt, um ihnen einen kleinen „Besuch“ abzustatten. Denn Schwalben sind so gut wie immer in der Luft. Unerreichbar.

Bis an einem besonders heißen Sommertag einer der Jungvögel aus dem Nest fiel, direkt zu uns ins Katzengehege.

Direkt waren ich und meine Mädels, Frieda und Mira, zur Stelle, um das unverhoffte „Spielzeug“ in Augenschein zu nehmen. Aufgeregt stürmten wir herbei und während die anderen beiden noch überlegten, von welcher Seite sie am geschicktesten angreifen sollen, war ich schon bereit, kurzen Prozess zu machen.

Doch die junge Schwalbe machte uns sogleich einen Strich durch die Rechnung und flüchtete sich unter ein Bänkchen, außerhalb unserer Reichweite. Mit langen Pfoten versuchten wir, unter die Bank zu hackeln und den Frechdachs herauszuziehen, aber es gelang uns nicht. Wie Geier umzingelten wir unsere Beute. Früher oder später musste er doch nachgeben und herauskommen. Auf der Lauer liegen hatte aber auch seinen besonderen Reiz.

Drei Katzen um ein kleines Bänkchen, dieses Spektakel brachte blöderweise unsere Menschen auf den Plan. Ich ahnte schon, dass damit der ganze Spaß gleich vorbei sein würde. Wir mussten das Spielfeld räumen. In Erwartung eines Mäuschens rückten unsere Leute das Bänkchen beiseite und waren dann selbst sehr erstaunt, eine Jungschwalbe vorzufinden.

Sie wurde vorsichtig aus dem Gehege getragen, auf Verletzungen untersucht und erstmal mit einem Schälchen Wasser an einen sicheren Ort verbracht. Wir konnten nur einen enttäuschten Blick durch den Zaun hinterherwerfen. Das Vögelchen sollte sich erholen und wieder losfliegen.

Als sich auch nach mehreren Stunden nichts tat, machte sich doch wieder Aufregung breit. Obwohl augenscheinlich unverletzt, schien der gefiederte Freund noch nicht flugfähig zu sein. Da Schwalbeneltern ihre Jungen niemals am Boden füttern, hätte dies das sichere Todesurteil für das Tier bedeutet. Hätten die Menschen es doch mal lieber bei uns gelassen…

Foto: B. Uhlig

Aber sie hatten wohl andere Pläne. Im Internet wurde eifrig recherchiert. Dort hieß es, an heißen Tagen, und dieser Tag war besonders heiß, können sich die Nester der Schwalben derart aufheizen, dass die Jungtiere in ihrer verzweifelten Suche nach Abkühlung nicht selten aus dem Nest fallen. Sind sie unverletzt, ist ihre beste Chance, wieder in das Nest gesetzt zu werden. Gesagt, getan. Unsere Leute holten eine lange Leiter, kleideten eine Umhängetasche mit Zeitung aus und legten den Vogel vorsichtig hinein. Damit ging es dann etliche Meter nach oben. Kaum war der Kleine mit dem Kopf am Eingang zur Behausung, wurde er plötzlich ganz aktiv und kletterte praktisch fast von selbst hinein. Das dort noch sitzende Geschwisterchen schaute ganz irritiert. Ein Mensch direkt vorm Nest, das war neu.

Nun galt es zu beobachten, wie die Eltern bei der Rückkehr reagierten. Die schienen nichts zu bemerken und fütterten ganz normal weiter. Ein erstes Aufatmen bei unseren Menschen.

An den folgenden Tagen wurde ein Jungtier nach dem anderen flügge und testete seine Flügel auf den ersten Runden. Nur einer nicht, vermutlich unser Unglücksrabe. Die Erleichterung war riesig, als mit einiger Verspätung auch der Nachzügler ausflog.

Nun ziehen die Eltern gemeinsam mit den Schwalbenkindern täglich ihre Kreise. Bis zum Vogelzug im Herbst kann ich nun wieder beobachten und überlegen, wie ich wohl am besten dort hochkomme. Ich brauche wohl nicht hoffen, dass mir so schnell wieder ein Schwalbenkind vor die Nase fällt. Ärgerlich.

Na, ich mach dann mal die Schwalbe.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote