Weltmilchtag am 01.06.2021

Warum Milchkühe so leiden

Kalb
Foto: kadres@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere/SAMT e.V. Was sind Milchkühe? Kühe geben nur dann Milch, wenn sie Kälber zur Welt gebracht haben. Damit wir Menschen Milch trinken können, müssen die Kühe immer wieder zwangsbesamt werden. Eine Kuh ist 9 Monate trächtig. Danach werden Mutter und Kalb meist unmittelbar nach der Geburt getrennt. Sie leiden sehr darunter und rufen oft noch lange nacheinander.

Die Kälber werden nach der Trennung von der Mutter üblicherweise in sogenannten Kälberiglus einzeln untergebracht und bekommen in den meisten Fällen Milchersatz aus Eimern. Kurze Zeit nach der Geburt wird die Kuh erneut zwangsbesamt, damit der Milchfluss fast ununterbrochen fließt.

Kühe leben normalerweise im Familienverband und kümmern sich sehr um ihre Kälber. Obwohl Kühe eigentlich Weidetiere sind und eine Strecke von 10 km pro Tag zurücklegen, bleibt die durchschnittliche Milchkuh oftmals im computergesteuerten Stall mit Melkroboter, ohne jemals eine Weide zu sehen. Im Stall stehen sie meist auf Spaltböden, manche immer noch in Anbindehaltung. Selbst in der Biohaltung ist das nicht verboten.

Da die Tiere oftmals zu wenig Platz haben und sich gegenseitig verletzen könnten, werden den jungen Kälbern die Hornanlagen betäubungslos ausgebrannt. Dies ist für die Tiere sehr schmerzhaft.

Die Milchkühe sind auf Höchstleistung getrimmt, d.h. immer mehr Milch in einem immer kürzeren Leben. 1960 gab eine Kuh 2000 Liter – heute weit über 10000 Liter Milch im Jahr. Durch diese maximale Milchleistung sind die Euter unnatürlich groß und haben oftmals schmerzhafte Euterentzündungen zur Folge. Die Lebensdauer einer Kuh in der Milchviehhaltung beträgt im Durchschnitt 5 Jahre. Obwohl sie bis zu 20 Jahre leben könnte, endet sie nach dieser Zeit beim Schlachter.

Was passiert mit den Kälbern, die eine Kuh ja zwangsweise immer wieder bekommt, um Milch zu geben?

Die männlichen Kälber sind in der Milchviehhaltung ein Abfallprodukt, da sie als Masttiere eher ungeeignet sind und keine Milch geben können. Wohin dann mit den Kälbern? Kälber müssen erst 7 Tage nach ihrer Geburt gekennzeichnet werden. Ihr Verbleib ist oft unklar. Viele der Kälber werden mit 14 Tagen verkauft und ins Ausland transportiert, wo ihr Leben nach kurzer Zeit auf dem Schlachthof endet.

Das Schicksal der weiblichen Kälber ist es, dass sie meist Milchkühe werden.

Der Mensch kann auch ohne Kuhmilch gesund leben. Länder, in denen Milch kein Grundnahrungsmittel ist, zeigen das.

Kann es wirklich gesund sein, als Mensch ein ganzes Leben lang Muttermilch zu trinken?

Es gibt so viele schmackhafte Alternativen. Probiert doch einfach mal die Drinks aus Hafer, Reis, Mandel, Soja, Kokos usw. aus!

Rinder wollen sich bewegen. Anbindehaltung ist eine besondere Qual für die Tiere. Es bedeutet, die Rinder stehen angebunden nebeneinander. Sie können sich weder belecken, noch kratzen. Körperpflege ist so gut wie unmöglich.

Diese Tierqual soll Weltkulturerbe werden. Wenn Du so wie wir anderer Meinung bist, solltest Du nachfolgende Petition unterschreiben.

Tiere des Monats Mai/Juni 2021

Sissi und Mikesch

Foto: C. Dodt
Foto: E. Volk

Sissi, ca. 7 Jahre und Mikesch, ca. 10 Jahre haben völlig unerwartet ihr bisheriges Zuhause verloren, da ihr Herrchen leider überraschend verstorben ist. Den Umzug auf die Pflegestelle fanden die beiden mehr als furchtbar. Die erste Woche wurden sie mehr oder weniger nicht gesichtet, da sie in der hintersten Ecke unter den Küchenschränken verschwunden waren und dort förmlich vor Angst aufeinander lagen. Nur nachts sind sie vorsichtig durch die Wohnung zum Futter und zum Klöchen geschlichen.

Das ist nicht weiter verwunderlich, denn ihr Leben lang waren die beiden reine Wohnungskatzen und kannten nur ihr bisheriges Heim und nur ihr Herrchen als Bezugsperson.

Mittlerweile hat Sissi erkannt, dass sanfte Streicheleinheiten und Leckerli gar nicht mal so schlecht sind, da kann man glatt mal schnurren. Mikesch hingegen ist trotz seines stattlichen Umfangs ein vierpfotiges Mimöschen, der vor allem ganz furchtbar Angst hat. Er lässt sich problemlos streicheln, hat auch schon Köpfchen gegeben, ist aber mit den ganzen neuen Eindrücken hoffnungslos überfordert und benötigt noch ein wenig Zeit. Ein bisschen Gewichtsmanagement würde dem jungen Mann auch ganz gut tun.

Aneinander hängen die beiden sehr, sie geben sich gegenseitig Sicherheit und fühlen sich nur zusammen wohl. Wir suchen für die beiden lieben Samtpfoten ein ruhiges Zuhause ohne kleine Kinder und ohne andere Tiere, in dem man ihnen die Zeit lässt, die sie brauchen um anzukommen. Freigang haben die beiden nie kennengelernt, aber mit Sicherheit würden sie einen gesicherten Balkon zu schätzen wissen, damit sie die Näschen ein bisschen in die Sonne halten können.

Sissi und Mikesch werden kastriert und gechipt abgegeben.

Glücklich vermittelt

Von SAMT e. V. Jedes Jahr vermittelt SAMT viele Tiere in ein schönes, neues Zuhause. Jedes einzelne dieser Tiere liegt uns am Herzen und mit aller Sorgfalt wird das richtige neue Heim gesucht. Es ist immer eine Freude zu sehen, wie die Tiere nach dem Einzug aufblühen und beginnen, sich wohlzufühlen.

Manche Tierschicksale haben uns besonders berührt, wie zum Beispiel das von Tessa und Simba, die sich auf der Pflegestelle kennen und lieben gelernt haben, und nun gemeinsam in ein neues Zuhause einziehen konnten.

Foto: G. Engels

Der ca. 3 Jahre alte Simba war vom Pech verfolgt. Erst verstarb sein Herrchen, dann verlor er sein Zuhause, da er sich zu oft im Blumenbeet des Nachbarn verewigte. Eigentlich ein liebevoller Schmusekater, versteckte er sich auf der Pflegestelle jedesmal nach Kräften, sobald Besuch für ihn kam. Kontaktaufnahme gleich Null. Sehr schwierig.

Kurz nach Simbas Einzug auf der Pflegestelle stolperten wir an einer Futterstelle über Tessa, zu diesem Zeitpunkt ca. 7 Monate alt. Die Süsse war nur wenig mit dem Menschen sozialisiert und dementsprechend lange Zeit mehr oder weniger unsichtbar. Und fremde Menschen gingen ja wohl gar nicht, da wurden die Hinterpfoten in die Vorderpfoten genommen und weg war sie.

Foto: G. Engels

Aber dann: nach anfänglichem Misstrauen hat Tessa sich rettungslos in Simba verliebt. Wo er war, war auch sie. Mit ihm spielt sie wahnsinnig gerne. Simba hingegen liebt es, mit Tessa zu kuscheln und sie zu putzen. Schulter an Schulter fressen sie ihre Näpfchen leer.

Was soll man da machen? Wir konnten diese Pflegestellenliebe unmöglich trennen, daher machten wir uns auf die Suche nach einem gemeinsamen Zuhause für das ungleiche Pärchen. Uns war bewusst, dass das ganz schwierig wird.

Dementsprechend dauerte es eine ganze Weile bis eine nette Familie auftauchte, die sich zutraute, unserem Dreamteam mit gaaaanz viel Zeit Vertrauen einzuflössen. Simba hat sich zügig gut eingelebt und genießt schon wieder seinen geliebten Freigang. Tessa braucht noch ein bisschen, aber Leckerli aus der Hand nehmen klappt schon prima und sie macht täglich kleine Fortschritte.

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Pitti
Foto: E. Volk

Angst essen Seele auf

Von Eva Volk/SAMT e.V. Manchmal ist ein Haustier der einzig noch verbliebene Fixpunkt für ältere Menschen, das einzige noch übrig gebliebene Wesen, um das sich alles dreht. Der Gedanke, dieses geliebte Tier zu verlieren, ist dann unerträglich. Wobei dies manchmal bis zur Verleugnung unübersehbarer Probleme führen kann.

So hatten wir vor kurzem den Fall, dass sich eine ältere Dame spät abends sehr nervös meldete und sagte, bei ihrer nicht mehr ganz jungen Katze liefe das Auge aus. Natürlich standen uns da förmlich die Haare zu Berge. Direkt am nächsten Morgen ging es zum Tierarzt. Zwar bestätigte sich die Befürchtung nicht, dass das Auge auslief, allerdings wurde unglücklicherweise ein großer Tumor hinter dem Auge festgestellt. Aufgrund Lage und Größe war eine bösartige Form sicher. Eigentlich unmöglich, dass der schlimme Zustand des Auges jetzt erst aufgefallen war. Vermutlich wurde bis zu diesem Zeitpunkt irgendwie verdrängt, dass da etwas schwer im Argen lag, sozusagen Vogel-Strauß-Taktik.

Foto: I. Launer-Hill

Die einzige Lösung, wenn auch ohne Garantie auf Erfolg, war eine rasche Operation, bei der Auge und Tumor entfernt werden mussten. Ein baldiger Termin wurde gemacht und die Besitzerin, fix und fertig, erstmal samt Medikamenten und Katze wieder nach Haus entlassen. Soweit, so gut.

Zwei Tage später ergab sich aufgrund einer anderen ausgefallenen Operation die unverhoffte Gelegenheit, die geplante Augen-OP holterdipolter vorzuziehen. Und ab da wurde es schwierig. Der plötzliche Anruf: „Die Katze kann operiert werden, und zwar in einer Stunde“ überforderte die Besitzerin maßlos. Von jetzt auf gleich kamen alle Ängste schlagartig wieder hoch. Würde sich bei der Operation herausstellen, dass alles keinen Zweck hat? Würde das Tier die Operation von der Verfassung her überhaupt überleben? Würde es sich danach quälen müssen?

Bis zu diesem Zeitpunkt, nehmen wir an, konnte der Gedanke an die OP und mögliche Folgen noch beiseitegeschoben werden. Aber dann stand alles mitten im Raum und die Angst wurde übermächtig. Daher verweigerte die Dame den Termin und sagte zu allem Überfluss auch noch den ursprünglich vereinbarten Termin ab.

Im ersten Moment ist man da natürlich fassungslos und vielleicht auch ein bisschen angefressen. Da ergibt sich eine goldene Gelegenheit und sie wird nicht wahrgenommen.

Aber, erstmal sacken lassen, tief durchatmen und an das Tier, aber auch an den Menschen denken. Druck hätte an dieser Stelle ganz offensichtlich zu überhaupt nichts geführt. Zutiefst verängstigte Menschen kann man nicht mit Vorwürfen zum Umdenken bewegen. Natürlich hatten wir stapelweise rationale und völlig richtige Argumente, warum eine OP unumgänglich ist. Aber erstmal sind diese in einer solchen Situation nebensächlich.

Das Einzige, was wirklich hilft ist: Zuhören! Man muss sich erklären lassen – und wenn es noch so lange dauert – wieso jemand Angst hat, was das Tier diesem Menschen bedeutet, wie man helfen kann, die Sorgen zu verkleinern und und und. So sehr die Sorge um das Tier für uns natürlich im Mittelpunkt steht, es geht niemals ohne den Menschen. Nur wenn der Besitzer mitspielt, kann dem Tier geholfen werden. Mit Einfühlungsvermögen und Verständnis kann man irgendwann auch ganz sanft die eigenen Argumente anbringen, und dann fallen sie womöglich auf fruchtbaren Boden.

Im vorliegenden Fall war das tatsächlich so und ein neuer OP-Termin konnte zeitnah vereinbart werden. Bis dahin wurde die kranke Mieze liebevoll und gewissenhaft von ihrer Besitzerin umhegt und mit Medikamenten versorgt. Mit Sicherheit ist die Besitzerin tausend Tode gestorben, als ihre Samtpfote operiert wurde. Zum Glück verlief die OP sehr gut und die Katze erholte sich relativ schnell. Das fehlende Auge macht ihr gar nichts aus und sie ist regelrecht aufgeblüht und hat sozusagen ihren zweiten Frühling (vielleicht ist es auch schon der dritte). Wir glauben ja, sie ist ein bißchen stolz, jetzt eine kleine Piratin zu sein.

Die Besitzerin ist zutiefst erleichtert (und wir erst!), dass, trotzt aller Bedenken, alles so gut ausgegangen ist. Ihre geliebte Katze wird auch weiterhin ihr Leben bereichern. Wir wünschen den beiden noch eine ganz lange, gemeinsame, wundervolle Zeit! Genießt zusammen den Ruhestand!

Mollys Kolumne Mai/Juni 2021

Bastet
Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

in den letzten Jahrzehnten ist die Lebenserwartung von uns Katzen deutlich gestiegen, weil wir mittlerweile in der Regel als Familienmitglieder wahrgenommen und mehr umsorgt werden, insbesondere was die medizinische Versorgung betrifft. Es ist ganz interessant, dies mal in Menschenjahre umrechnen, finde ich. In den ersten zwei Jahren schalten wir Miezen den Turbo ein, sind mit 1 schon Teenies und erreichen mit 2 eine Entwicklung wie ein Menschen mit etwa 24. Danach entspricht jedes Katzenjahr etwa vier Menschenjahren. Wenn ich das mal zusammenrechne, ist unsere liebe Bastet 104 Jahre alt geworden.

Sie ist vor kurzem im Alter von 22 gestorben. Wir sind alle sehr traurig. Aber was für ein tolles, langes Leben für eine Katze! Und das kam nicht von ungefähr. Bastet war eine richtige Kämpfernatur und hat sich immer durchgebissen. Sie musste einiges mitmachen, wie mancher treue Leser des Newsletters sich vielleicht noch erinnert. (Wer ihre Geschichte nachlesen möchte, kann das hier tun oder im Archiv stöbern.) Die letzten Jahre machten ihr die Schilddrüse und die Leber zu schaffen, dank täglicher Medikamenteneinnahme jedoch händelbar. Dazu kam ein stetig steifer werdendes Beinchen, das der kleine Sturkopf aber einfach ignorierte und nicht davon abhielt, zu ihrem Lieblingsplatz auf dem Schreibtisch zu klettern. Woran sie jedoch schwer zu knabbern hatte, waren die wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen. Von einer OP in dem hohen Alter hatte unsere Tierärztin abgeraten, und so blieb nur die Einnahme von Antibiotika. Das hat auch immer wieder gut gewirkt, nur leider hat das liebe Mädchen in der Zeit jedes Mal einiges an Gewicht verloren, das sie nicht wieder zulegen konnten. Die letzte Entzündung hat ihr dann leider vollends die Kräfte geraubt. Sie hat es mit eisernem Willen versucht, sich wie ein braves Kätzchen auf Klöchen gekämpft und auch noch ein letztes Mal nach draußen zum Sonnenbaden. Sie wäre gern geblieben. Aber der Akku war einfach leer.

Nun liegt sie neben ihren Vorgängern begraben unter’m Walnussbaum. Von denen sind auch manche sehr alt geworden, aber Bastet hat die Latte noch mal einiges höher gehängt. Ich hoffe, uns verbliebenen Drei bleiben auch noch viele, viele Jahre. Wir nehmen uns Bastet zum Vorbild. Was für ein tolles, langes Leben!

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

Glücklich vermittelt – April 2021

Von SAMT e. V. Jedes Jahr vermittelt SAMT viele Tiere in ein schönes, neues Zuhause. Jedes einzelne dieser Tiere liegt uns am Herzen und mit aller Sorgfalt wird das richtige neue Heim gesucht. Es ist immer eine Freude zu sehen, wie die Tiere nach dem Einzug aufblühen und beginnen, sich wohlzufühlen.

Manche Tierschicksale haben uns besonders berührt, wie zum Beispiel von diesen zwei Jungs, die beide trotz schlechter Vermittlungsaussichten nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch gleich einen neuen Katzenkumpel gefunden haben.

Foto: S. Backes

Der ca. 12 Jahre alte Tommy – vor einigen Jahren von uns vermittelt – wurde abgegeben, da sein alleinstehendes Frauchen berufsbedingt leider nicht mehr genügend Zeit für ihn hatte. Schon wieder eine ältere Mieze dachten wir, das wird wieder schwierig. Denkste! Bevor wir den jungen Mann überhaupt inserieren konnten, meldete sich eine ältere Dame. Der beste Kumpel ihres Katers war leider verstorben und der Kater – der übrigens auch Tommy heißt – litt sehr darunter. So konnte Tommy noch in seinem bisherigen Zuhause kennengelernt werden und es war Liebe auf den ersten Blick bei der Dame. Auch Tommy zeigte sich ungewöhnlich aufgeschlossen.

So konnte er ohne Umweg in sein neues Zuhause ziehen. Schon nach kürzester Zeit kam er schmusen. Der andere Kater wurde mittlerweile auch akzeptiert und die neue Partnerschaft beiderseits für gut befunden. Die vorhandene Treppe war anfangs extrem gruselig, sowas kannte Tommy gar nicht. Aber mittlerweile hat er sie tapfer bezwungen, er will ja schließlich sein Sonnenplätzchen zusammen mit seinem neuen Freund im gesicherten Hof erreichen. Aus Unterscheidungsgründen und angelehnt an ihre Farbe heißen die beiden jetzt übrigens Tommy Tiger und Tommy Bear.

Foto: I. Fassbender

Der ca. 8 Jahre alte Kater Paulchen ist ein Fundkater. Er saß allein an einer Landstraße irgendwo im Nirgendwo. Zum Glück sah jemand nicht darüber hinweg und brachte ihn erstmal in Sicherheit. Wie so oft ließ sich kein Besitzer auftreiben, was eigentlich verwunderlich ist, denn Paulchen ist eine Seele von Tier. Schmusen und Kuscheln sind nämlich seine Lieblingsbeschäftigungen. Leider stellte sich schnell heraus, dass Paulchen zwar soweit topfit, aber FIV-positiv ist und unser Herz sank. Die Vermittlungschancen solcher Tiere sind immer ziemlich bescheiden, obwohl oft genug eine ganz normale Lebensspanne möglich ist.

Zum Glück hatte ein junges Paar damit überhaupt kein Problem und verliebte sich umgehend in den Traumkater. Paulchen gab auch sein OK und ruckzuck konnte er umziehen. Und derartige Umzüge sehen wir nicht oft, aber da geht einem das Herz auf. Paulchen kam aus seinem Transportkorb, guckte verwirrt, patrouillierte einmal durch die Wohnung und forderte dann ohne weitere Umstände Streicheleinheiten. Die erste Nacht verbrachte er prompt im Bett. Er verfolgt seine neuen Menschen wie ein Hund und stört Herrchen im Home Office, weil er unbedingt auf dem Schoß liegen muss. Mittlerweile hat er sogar einen netten Kumpel bekommen, mit dem er zusammen die ersten Sonnenstrahlen auf dem gesicherten Balkon genießt.

Tier des Monats April 2021

Lucky

Foto: B. Hilgers

Lucky ist ein ca. 10 Monate alter Kater, der abgegeben wurde, da evtl. etwas vorschnell angeschafft.

Es handelt sich definitv um ein Träumchen von einem Kater. Lieb, verspielt, schmusig, menschenbezogen, einfach nur toll. Andere Katzen sind für ihn auch völlig in Ordnung.

Wir suchen ein Zuhause für den netten Kerl, in dem er im Mittelpunkt steht, gerne mit freundlicher Katzengesellschaft. Lucky kennt Freigang und möchte diesen nach einer Eingewöhnungszeit natürlich genießen dürfen.

Lucky wird kastriert und gechipt abgegeben.

24.04.2021 – Der Internationale Tag des Versuchstiers

eine Maus alsVersuchstier
Foto: tiburi@pixabay

Vom Arbeitskreis „Nutz“tiere/SAMT e.V. Medizinischer Fortschritt – ja, aber… Wusstet Ihr: Auch in der heutigen digitalisierten Welt finden immer noch millionenfach Tierversuche in Deutschland statt. Es gibt rund 700 Labore, in denen ca. 1,8 bis 2,8 Millionen Tiere leiden und sogar sterben.

Die Tierversuche werden seit 2014 in Schweregraden erfasst: Schwer, mittel, gering und keine Wiederherstellung der Lebensfunktion. Die Einteilung der Schweregrade wird vom Forscher selbst vorgenommen!!! Tierexperimentelle Toxikologie und Tierversuche in der Grundlagenforschung sind unvorstellbar grausam und die Tiere leiden entsetzliche Qualen.

Fortschritt ohne Tierleid ist möglich. Sicherlich ist medizinischer Fortschritt wichtig, aber es gibt innovative Alternativen, z. B. humane Zellmodelle, Computermodelle, computertomografische Verfahren, Organchips usw.

Der deutsche Tierschutzbund fordert von der Bundesregierung eine Gesamtstrategie zum Ausstieg aus Tierversuchen.

Die Organisation Ärzte gegen Tierversuche e.V. ruft zur Zeit zu einer groß angelegten Aktion auf. Ihr könnt also von Zuhause aus etwas gegen diese grausamen Praktiken unternehmen.

Eine Unterschrift der nachfolgenden Petition hilft den Tieren sehr.

https://www.ausstieg-aus-dem-tierversuch.de/helfen

Wer darüber hinaus aktiv werden möchte, kann über einen weiteren Link Politiker zum Handeln auffordern:

https://www.ausstieg-aus-dem-tierversuch.de/component/jdbuilder/page/26

Für Kosmetik und Putzmittel leiden immer noch unzählige Tiere. Wer das nicht möchte, sollte auf die Siegel achten. Zwei der bekanntesten Siegel bei Kosmetik ohne Tierversuche sind Nachfolgende:

Auf der Seite Ärzte gegen Tierversuche e.V. findet Ihr eine Übersichtstabelle von tierversuchsfreien Kosmetik-Siegeln

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/stories/illustrationen/kosmetik/kosmetik_siegel.pdf

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.
(Mahatma Gandhi)

Igel im Fokus von Mähroboter, Fadenmäher, Tellersense & Co.

Poster Plakatkampagne

Bundesweite Plakatkampagne der Tierfreunde Rhein-Erft von Renate Könen

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,

seit Jahren geht der Igelbestand enorm zurück. Massive Verkleinerung der Lebensräume und fehlende artgerechte Nahrung ließen Igel zu Kulturfolgern werden. Seit Jahren sind sie u.a. in Parks und Gärten heimisch. Leider haben sie in ihrer neuen Heimat nicht das Paradies gefunden. Der Einsatz von Mähroboter, Fadenmäher, Tellersense, Freischneider und weiteren Gartengeräten gefährdet die Existenz von Igeln, tötet oder verletzt sie häufig schwer. Grund genug, in Kooperation mit der Igelhilfe Rostock die bundesweite Plakatkampagne „Igel im Fokus von Mähroboter, Fadenmäher, Tellersense & Co.“ zu starten.
Ohne tatkräftige Unterstützung interessierter Mitstreiter*innen geht es natürlich nicht. Notwendige Informationen bietet unsere Homepage
https://www.tierfreunde-rhein-erft.de/plakatkampagne.htm
https://www.tierfreunde-rhein-erft.de/neues_igel.htm

Poster Plakatkampagne

Vier Plakate stehen zur Auswahl, die ab Beginn der Mähsaison 2021 an möglichst vielen publikumsintensiven Stellen hängen sollen. Das sind -soweit bekannt-neben Igelstationen und -pflegestellen, Tierheimen, Tierschutzvereinen, Gnadenhöfen und regionalen Tierarztpraxen u.a. Natur- und Artenschutzvereine, Obst- und Gartenbauvereine, Schreber- und Kleingartenvereine, Umweltstationen, Umweltzentren und Naturparks, die bereits informiert sind.

Nicht vergessen werden dürfen Tierhandlungen,  Sparkassen, Blumenläden, Frisöre, Bäcker, Metzger, der Kiosk nebenan, und, und, und… – kurz überall dort, wo die Anbringung eines Plakates nicht verboten, besser noch erwünscht ist.

Im Sinne in Not geratener Igel ist tatkräftige Unterstützung dringend nötig. So einfach geht’s: Gewünschtes Plakat ausdrucken und für jede*n Besucher*in gut sichtbar aufhängen. Mitarbeiter*innen, Mitstreiter*innen, Verwandte, Freunde, Bekannte, Nachbarn usw. für das Thema sensibilisieren und diese Nachricht möglichst häufig teilen.

Sie betreiben eine eigene Homepage? Setzen Sie einen Link auf unsere Seite. Vernetzen wir uns bundesweit, denn nur gemeinsam lässt sich beim zuständigen Bundesministerium etwas erreichen.

Bitte machen Sie mit.

Unseren ausführlichen Pressebeitrag zum Thema finden Sie hier
https://meine.rheinische-anzeigenblaetter.de/elsdorf/c-lokales/igel-im-fokus-von-maehroboter-fadenmaeher-tellersense-und-co_a9605

Bereits im Voraus bedanken wir uns für Ihre Mühe, tatkräftige und freundliche Unterstützung.

Beste Grüße, passen Sie weiter gut auf sich auf und bleiben Sie gesund.

Für die Tierfreunde Rhein-Erft

Renate Könen

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Foto: B. Hilgers

Geiz ist geil? Nicht wirklich…

Von Eva Volk/SAMT e.V. Wissen Sie, manchmal kann man nur noch fassungslos sein. Nicht, dass uns das bedauerlicherweise nicht häufiger passiert, aber manche Vorkommnisse schlagen dem Fass wirklich den Boden aus.

Wieder mal klingelte das Telefon. Nachstehend ein (verkürztes) Gedächtnisprotokoll des Anrufs:

Anrufer:in (A): Guten Tag, ich benötige Hilfe wegen meiner Katze.

SAMT (S): Wie können wir helfen?

A: Sie ist schon älter und hat eine Schilddrüsenüberfunktion und der Tierarzt will nicht das deutlich billigere Humanmedikament verschreiben, sondern das teure Medikament für Tiere. Habe das Humanmedikament aber schon mal irgendwo bekommen.

S: Ähm, naja, die Umwidmung von Humanmedikamenten zwecks geringerer Kosten ist so nicht mal eben zulässig, sondern nur in begründeten Ausnahmefällen.

A: Unverschämtheit, die Besitzer so auszunehmen.

A: Und die Zähne sollen auch ganz schlimm aussehen. Es geht der Katze nicht gut, sie frisst nicht.

S: Okay, sie müssen sie unbedingt ans Futtern bekommen (es folgten diverse Tipps hierzu). Wenn es der Allgemeinzustand der Katze zulässt, sollten die Zähne schnellstens saniert werden.

A: Was kostet denn sowas?

S: Das ist abhängig von Zustand und Anzahl der zu ziehenden Zähne und dem Schwierigkeitsgrad der OP. Im schlimmsten Fall können ein paar Hundert Euro anfallen.

A: WAS???

S: Naja, keine Panik, wir können u.U. helfen. Sind die denn bedürftig und beziehen entsprechende Leistungen?

A: NEIN! Ich arbeite Vollzeit und beziehe ein gutes Gehalt.

S: Äh…

A: Und außerdem ist das ja gar nicht meine Katze.

S: Wie bitte?

A: Die ist mir zugelaufen vor ein paar Jahren, als der Nachbar gestorben ist. Seither kümmere ich mich um sie.

S: Also erstens ist das dann Ihre Katze und zweitens unterstützen wir i.d.R. nur Bedürftige. Alles andere wäre für uns auch gar nicht zu leisten. Und wenn Sie ein gutes Gehalt beziehen, sollte das doch eigentlich auch kein Problem sein?

A: Aber ich bezahle doch schon so viele Steuern, allein schon die Mehrwertsteuer.

S: Das tun wir alle, aber deswegen können wir doch nicht jedem die Tierarztkosten bezahlen. Als privater Verein, der sich überwiegend aus Spenden finanziert – und keine Zuwendung der öffentlichen Hand bekommt – haben wir uns dem Ziel verschrieben, Tieren in Not und Tierhaltern mit geringem Einkommen zu helfen. Wenn wir auch diejenigen unterstützen, die das eigentlich gar nicht nötig haben, bleibt nicht genug für die Fälle, wo wirklich Not am Mann ist. Daher können wir Ihnen leider diesbezüglich nicht helfen.

S: Wollen Sie die Katze denn vielleicht abgeben?

A: Nein.

S: Hmm…

A: Finde ich nicht gut, dass da nichts vom Staat kommt. Vor allem, da wir schließlich alle so hohe Steuern zahlen.

S: Wie dem auch sei, Sie müssen dringend einen Termin für die Zähne machen. Da die Katze schon älter ist und Probleme mit der Schilddrüse hat, empfehlen wir außerdem ein geriatrisches Blutbild machen zu lassen. Dann weiß man, wo man steht und kann der Mieze noch ein langes und zufriedenes Leben ermöglichen. Andernfalls quält sich das Tier.

A: Ja, okay, weiß ich Bescheid.

Dieses Gespräch wurde übrigens innerhalb von wenigen Stunden mehr oder weniger inhaltsgleich mit 2 (!) SAMT-Mitarbeitern geführt.

Einige Wochen später meldet sich die Tierarztpraxis (ja, die, die einfach keine Humanmedikamente ohne Grund verschreiben will), weil jemand – raten Sie mal wer – seine Katze einschläfern lassen will. Und zwar ohne weitere Checks. Nach kleiner Diskussion ist man bereit, die Katze abzugeben.

Die Pflegestelle düst direkt zur Praxis, wo zwischenzeitlich bereits eine Blutabnahme zwecks weiterer Erkenntnisse veranlasst wurde. Dann darf Mautzi erstmal mitkommen, bekommt ein eigenes Zimmer, ein kuscheliges Bettchen und leckeres Futter und natürlich ihr Schilddrüsenmedikament (das für Tiere). Sie freut sich sichtlich über die Aufmerksamkeit und gibt Köpfchen.

Insgesamt wirkt sie schon ziemlich mitgenommen. Leider erweisen sich auch ihre Blutwerte nach kurzer Zeit als katastrophal und die Süße ist sehr schlapp. Da sämtliche Werte bei ihr völlig aus dem Ruder gelaufen sind – Schilddrüse, Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren – und ihre Nieren mittlerweile hart wie Stein sind, gab es leider keine andere Möglichkeit, als der Kleinen weiteres Leiden zu ersparen. Nur drei Tage durfte sie bei uns rund um die Uhr betüddelt und mit Liebe umgeben werden.

Hätte man ihr vor einigen Wochen noch helfen können? Möglich, vielleicht ja, vielleicht nein, mehr Lebensqualität wäre jedenfalls machbar gewesen.

Hätte man ihr helfen können, wenn deutlich früher Checks Ups erfolgt und entsprechende Behandlungen durchgeführt worden wären? Auf jeden Fall. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen, medikamentöse Einstellung, geeignetes Futter und umfassende Zahnbehandlungen sind lebensverlängernd. Und zwar und vor allem hinsichtlich eines lebenswerten Lebens, egal wie lange es noch dauern mag. Nichts tun bewirkt das Gegenteil.

Machen wir uns Vorwürfe? Ja. Aber, Leute, es sind Eure Tiere, sie sind von Euch abhängig, Ihr habt die Verantwortung für sie. Ihr könnt nicht alles bei uns abladen, nur weil Euch danach ist. Für Autos, Handys und Urlaub ist doch auch genug Geld da. Es sind empfindungsfähige Lebewesen, Herrgott nochmal, also behandelt sie auch so.

Geiz ist nicht geil.

Wir sind unfassbar traurig. Leb wohl, Mautzi, Du bist jetzt eine Sternenkatze und musst nicht mehr leiden.