Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Maura – Manchmal hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu

Maura

Von Eva Volk/SAMT e.V. Ende 2019 wurde uns Maura aus einem wirklich tragischen Krankheitsfall übergeben. Wie alt sie damals war? Keiner wusste es genau, 10-12 Jahre etwa, so Pi mal Daumen. Also zog Maura auf eine Pflegestelle, lebte sich mit der Zeit ein, wurde tierärztlich durchgecheckt, als altersgemäß fit befunden und wir suchten ein neues Zuhause für sie.

Nach kurzer Zeit fand sich ein älteres Ehepaar, das endlich wieder einen kleinen Schnurrmotor auf dem Sofa haben wollte. Ruckzuck zog Maura ein und besetzte die Couch. So weit, so unspektakulär.

Dann der Schock: Gerade einmal 6 Wochen später meldet sich eine Tierarztpraxis und teilt mit, dass Maura soeben dort zurückgelassen wurde. Was ????? Wie sich herausstellte, hatte Maura sehr schlecht gefressen und beim Tierarzt wurde dann beginnender Diabetes festgestellt. Damit fühlten sich wohl alle überfordert und Maura wurde einfach dagelassen. Ohne jegliche Kontaktaufnahme zu uns. Wir waren fassungslos, wir hätten doch gerne geholfen!

Leider konnte Maura nicht auf ihre alte Pflegestelle zurück, da dort schon wieder das nächste Notfellchen saß. Also wurde sie auf einer anderen Stelle untergebracht. Dummerweise fand Maura das überhaupt nicht in Ordnung und zeigte dies mit ausgesprochen schlechter Laune und sehr spitzen Krallen. Wer konnte es dem Tier verdenken? So viel Hin und Her in kurzer Zeit, kein Wunder, dass sie die Schnauze voll hatte. Allerdings war damit eine zuverlässige Insulingabe nicht möglich. Gar nicht gut. Also ging erstmal nur Futtermanagement, um die Werte im Zaum zu halten.

Maura

Zum Glück wurde nach einiger Zeit die ursprüngliche Pflegestelle wieder frei und Maura konnte dorthin zurück. Und siehe da, die kleine Maus blühte auf und war völlig auf ihren Pflegepapa fixiert. Von ihm – und nur von ihm – ließ sie sich jederzeit knuddeln, auf den Arm nehmen und wie selbstverständlich Insulin spritzen. Sie entwickelte sich unter der Medikation wirklich gut. Aus dem Nichts ging es ihr aber auf einmal plötzlich sehr schlecht und der tierärztliche Notdienst musste konsultiert werden. Wir befürchteten das Schlimmste. Glücklicherweise konnte alles wieder ins Lot gebracht werden und alle atmeten auf.

Als im Sommer ein Urlaub anstand waren mehrere Vereinsmitglieder bereit, Maura ihre Medikamente zu verabreichen, was sich für alle Beteiligten zu einer höchst unerfreulichen Angelegenheit entwickelte. Maura wollte partout ihren Pflegepapa und zeigte sämtliche Zähne und Krallen, sobald jemand anderes kam. Jede Spritze erforderte zum Teil stundenlange Geduld, da Maura, so klein sie auch war, wirklich respekteinflößend sein konnte. Für Maura war es ein unheimlicher Stress und für die Menschen auch. Sie machte unmissverständlich deutlich, wer ihr Herzensmensch war.

Zum Glück war der Urlaub irgendwann zu Ende und Maura konnte endlich wieder mit ihrem geliebten Pflegepapa zusammen sein. An dem Punkt war spätestens klar, dass wir es der Kleinen nicht antun konnten, sie noch mal zu vermitteln. Und weil unsere Pflegestellen ein Herz aus Gold besitzen, hieß es auch hier, „sie bleibt“. Wir freuten uns so für Maura, die ihre letzten Monate wirklich glücklich bei ihren Pflegeeltern war.

Juhu! Happy End! Leider nicht.

Im August verschlechterte sich Mauras Zustand. Mehrere Tierarztbesuche waren die Folge. Wieder ging es bergauf. Doch Mitte September ging es von einem Tag auf den anderen plötzlich rapide bergab, ausgerechnet als ihr Pflegepapa nicht da sein konnte. Trotz aller tierärztlicher Kunst wurde allen klar, Maura kann nicht mehr. Es wurde Zeit für sie zu gehen. Sie durfte in den Armen ihrer Pflegemama einschlafen.

Wir hätten so gerne noch mehr getan.

Gekämpft und doch verloren. Wir wünschen Dir eine gute Reise über die Regenbogenbrücke, kleine Maura. Wir werden Dich in unseren Herzen behalten. Du fehlst!

Maura

Fotos: Bettina Hilgers

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