Mollys Kolumne Mai/Juni 2021

Bastet
Foto: B. Uhlig

Liebe/r Leser/in,

in den letzten Jahrzehnten ist die Lebenserwartung von uns Katzen deutlich gestiegen, weil wir mittlerweile in der Regel als Familienmitglieder wahrgenommen und mehr umsorgt werden, insbesondere was die medizinische Versorgung betrifft. Es ist ganz interessant, dies mal in Menschenjahre umrechnen, finde ich. In den ersten zwei Jahren schalten wir Miezen den Turbo ein, sind mit 1 schon Teenies und erreichen mit 2 eine Entwicklung wie ein Menschen mit etwa 24. Danach entspricht jedes Katzenjahr etwa vier Menschenjahren. Wenn ich das mal zusammenrechne, ist unsere liebe Bastet 104 Jahre alt geworden.

Sie ist vor kurzem im Alter von 22 gestorben. Wir sind alle sehr traurig. Aber was für ein tolles, langes Leben für eine Katze! Und das kam nicht von ungefähr. Bastet war eine richtige Kämpfernatur und hat sich immer durchgebissen. Sie musste einiges mitmachen, wie mancher treue Leser des Newsletters sich vielleicht noch erinnert. (Wer ihre Geschichte nachlesen möchte, kann das hier tun oder im Archiv stöbern.) Die letzten Jahre machten ihr die Schilddrüse und die Leber zu schaffen, dank täglicher Medikamenteneinnahme jedoch händelbar. Dazu kam ein stetig steifer werdendes Beinchen, das der kleine Sturkopf aber einfach ignorierte und nicht davon abhielt, zu ihrem Lieblingsplatz auf dem Schreibtisch zu klettern. Woran sie jedoch schwer zu knabbern hatte, waren die wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen. Von einer OP in dem hohen Alter hatte unsere Tierärztin abgeraten, und so blieb nur die Einnahme von Antibiotika. Das hat auch immer wieder gut gewirkt, nur leider hat das liebe Mädchen in der Zeit jedes Mal einiges an Gewicht verloren, das sie nicht wieder zulegen konnten. Die letzte Entzündung hat ihr dann leider vollends die Kräfte geraubt. Sie hat es mit eisernem Willen versucht, sich wie ein braves Kätzchen auf Klöchen gekämpft und auch noch ein letztes Mal nach draußen zum Sonnenbaden. Sie wäre gern geblieben. Aber der Akku war einfach leer.

Nun liegt sie neben ihren Vorgängern begraben unter’m Walnussbaum. Von denen sind auch manche sehr alt geworden, aber Bastet hat die Latte noch mal einiges höher gehängt. Ich hoffe, uns verbliebenen Drei bleiben auch noch viele, viele Jahre. Wir nehmen uns Bastet zum Vorbild. Was für ein tolles, langes Leben!

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

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