Mollys Kolumne August 2021

Foto: Beate Uhlig

Liebe/r Leser/in,

im Moment haben wir scheinbar wieder einen Lauf, was Krankheiten angeht. Kaum war meine Bindehautentzündung, von der ich beim letzten Mal berichtet hatte, ausgeheilt, hat es nun die arme Frieda erwischt.

Ein guter Esser war sie ja noch nie, aber sie hatte kürzlich zunehmend an Appetit verloren – immer ein schlechtes Zeichen bei uns Katzen. Und obwohl wir auf Teufel-komm-raus in der Regel jedes Unwohlsein tapfer verbergen, war Frieda deutlich anzusehen, dass sie Schmerzen hatte. Dann muss es echt schon schlimm gewesen sein.

Also, natürlich, wieder mal ab zur Tierärztin. Die entdeckte bei eingehender Untersuchung tief in Friedas Rachen eine verdächtige Stelle mit einem Geschwür und ließ sie daraufhin unverzüglich direkt zur OP vorbereiten. Ein ziemlicher Schock für unser Frauchen. Mit sowas hatte sie nicht gerechnet.

Nach bangen Stunden des Wartens konnte sie Frieda am Nachmittag abholen. Zum Glück war es kein Krebs, wie die Tierärztin ihr im Nachhinein ihre erste Vermutung offenbarte, sondern „nur“ ein Abszess. Ein winziges Loch, das allerdings ein paar Zentimeter tief war und mit Eiter gefüllt. Eine extrem schmerzhafte Geschichte. Da kann man Friedas Fressunlust auf jeden Fall nachvollziehen.

Wie sie sich das eingehandelt hat, weiß keiner. Häufig entstehen Abszesse bzw. Eitergeschwüre durch Verletzungen z.B. bei Revierkämpfen, durch Bisse von Beutetieren oder Einstiche durch Fremdkörper. Da sich in der Maulhöhle bei uns besonders viele Bakterien tummeln, ist es nicht verwunderlich, dass sich die Verletzung schnell entzünden kann.

Dabei ist der Abszess ein Mittel des Körpers zum Schutz. Also eigentlich, wenn ich es recht bedenke, eine gute Sache. Eine Notfallmaßnahme. Dabei passiert folgendes: Zellen zur Immunabwehr nehmen die schädlichen Bakterien auf. Anschließend wird die Entzündung eingeschlossen und abgekapselt, um umliegendes Gewebe zu schützen.

Dieser Prozess ist sehr schmerzhaft und geht mit Rötungen, Schwellungen sowie Eiterbildung einher. Das ist von außen nicht immer so einfach zu erkennen, wie bei Frieda tief im Rachen, aber Abszesse können auch in Organen auftreten. Hier ist eher auf Symptome wie Humpeln, schlechtem Fressen und Umfangvermehrung zu achten. In jedem Fall sollten uns unsere Menschen unverzüglich zum Tierarzt bringen, denn es drohen schwerwiegende Folgen. Beispielsweise kann ein Aufplatzen des Eitergeschwürs zur Blutvergiftung führen.

Dem Tierarzt stehen zur Diagnose verschiedene Mittel zur Verfügung. Zum einen die äußere Untersuchung, zum anderen lassen sich Entzündungswerte im Blut nachweisen. Zudem können Abszesse per Ultraschall und Röntgen sichtbar gemacht werden.

Sofern zugänglich, lassen sich einfache Maßnahmen zur Vorbeugung ergreifen, damit es gar nicht erst so weit kommt. Die Wunde sollte mit Kochsalzlösung oder abgekochtem Wasser gereinigt werden, inklusive der umliegenden Hautareale, ggf. muss dafür etwas Fell weichen. Unsere Menschen sollten sich vorher selber gut die Hände waschen oder Einweghandschuhe tragen, um nicht weitere Keime einzutragen. Auch kann ein Antiseptikum vorsichtig aufgetragen werden. Die Wunde auf keinen Fall abdecken, damit sie trocknen kann. Außerdem sollte die Wunde in den folgenden Tagen beobachtet werden und bei den beschriebenen Symptomen nicht gezögert werden, zum Tierarzt zu gehen.

Bei Frieda wurde das Geschwür im Rachen unter Narkose geöffnet, vom Eiter geleert und anschließend gereinigt. Danach bekam sie für ein paar Tage ein Antibiotikum sowie Schmerzmittel. Direkt nach der OP war sie bereits wie ausgewechselt und düste durch die Gegend wie ein junges Kätzchen. Die Wunde ist problemlos verheilt und sie frisst so gut wie lange nicht mehr. Unsere Menschen waren sehr erleichtert, denn sie sind glücklich, wenn wir glücklich sind.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Molly SAMTpfote

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