Glücklich vermittelt – Oktober 2020

Von SAMT e. V. Jedes Jahr vermittelt SAMT viele Tiere in ein schönes, neues Zuhause. Jedes einzelne dieser Tiere liegt uns am Herzen und mit aller Sorgfalt wird das richtige neue Heim gesucht. Es ist immer eine Freude zu sehen, wie die Tiere nach dem Einzug aufblühen und beginnen, sich wohlzufühlen.
Manche Tierschicksale haben uns besonders berührt, wie diese beiden: Katerchen und Chewy.

Katerchen
Foto: Eva Volk

Der 11 Jahre alte Kater „Katerchen“ kam aufgrund eines tragischen Todesfalls zu uns. Eigentlich der liebste Kerl überhaupt, hatten wir doch etwas Sorge hinsichtlich einer möglichen Vermittlung. Denn der junge Mann hatte eher das Format eines mit Fell bezogenen Fußballs auf vier Pfötchen und wog über 8 kg. Aber unsere Sorgen waren völlig unbegründet, denn die kleine Knutschkugel eroberte eine Familie im Sturm. Als sie zu Besuch kamen, gab Katerchen wirklich alles. Er schmuste, schnurrte und war wirklich unfassbar niedlich. Die netten Leute hatten keine andere Wahl als sich kampflos zu ergeben. Katerchen ist jetzt die Nummer Eins im Haus. Und etwas abgenommen hat er auch schon.

Chewy
Foto: Regina Machhein

Die 15 Jahre alte Chewy kam ebenfalls aus einem Sterbefall zu uns. Ein unheimlich liebes Tier, das Schmusestunden und ein sonniges Plätzchen jederzeit zu schätzen weiß. Das Alter plus Schilddrüsenüberfunktion sind jedoch nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für eine Vermittlung. Dachten wir jedenfalls. Aber auch hier fand sich schneller neues Personal als vermutet. Ein freundliches Ehepaar war auf der Suche nach neuer Gesellschaft für den vorhandenen älteren Kater, und da passte Chewy einfach perfekt. So hat die Süße jetzt das Zepter übernommen und ihre neue Familie fest im Griff.

Tiere des Monats Oktober 2020

Carlo und Loui

Carlo und Loui
Foto: Gaby Schmidt

Von SAMT e.V. Zwei junge wunderschöne Kater namens Carlo und Loui, die am 01.05.2020 geboren sind, suchen gemeinsam wieder ein schönes Zuhause. Leider hat es im ersten Anlauf nicht geklappt, da ihr Frauchen dienstlich versetzt wurde und Sie nicht mitnehmen konnte. Carlo und Loui wurden gemeinsam von Ihrer Mutter und einer anderen trächtigen Katze nebst weiteren 5 Geschwistern liebevoll aufgezogen. Sie sind lieb, neugierig und sehr verspielt. Sie toben gemeinsam herum und es macht einfach nur Spaß dabei zuzusehen.

Auch schmusen tun die beiden Kleinen gerne. Während Carlo Köpfchen gibt und um die Beine herumstreicht um gestreichelt zu werden hat Loui den Schoß seiner Menschen für sich entdeckt. Dort genießt er die Streicheleinheiten und schnurrt hingebungsvoll. Wir suchen ein gutes Zuhause für die kleinen Miezen, wo man sich liebevoll um sie kümmert mit späterem Freigang in einer möglichst verkehrsberuhigten Umgebung oder mit einem gut gesicherten Balkon. Die Kleinen sind gechipt und werden mit Impf- und anteiligen Kastrationsgutschein vermittelt.

Kontakt: 01577 681 00 46

Wir freuen uns, wenn Sie unsere Kitten kennenlernen möchten.

SAMT besucht Autarkia in Köln

Autarkia in Köln

Von Irene Launer-Hill/SAMT e.V. Bei strahlendem Sonnenschein besuchten die beiden Veggie-Gruppen von SAMT e.V. Jülich und Tierheim Düren die Autarkia in Köln. Auf dieser Nachhaltigkeitsmesse waren so viele Innovation und Ideen zu bestaunen, dass wir zweimal die zahlreichen Stände besuchten, um umgesetzte Phantasie auf uns wirken zu lassen.

Autarkia in Köln

Vom Leichtelektromobil TWIKE, über das E-Mobil „Tesla“, einem mobilen Tiny–House, nur aus ökologischem Material erbaut, Taschen, Portemonnaies und vielem mehr aus Blättern, bis hin zu einer Umweltdruckerei, die klimaneutral arbeitet, sowie einem bunten Stand mit Bienenwachstüchern – statt Plastik – für die Lebensmittelaufbewahrung, war vieles vertreten, was auf dem ökologischen Sektor so möglich ist.

Autarkia in Köln

Autarkia in Köln

Es gab weitere Stände von Greenpeace, Architects for future, die klimaneutrales Bauen auf der Agenda haben, die Firma Steereon, die E-mobile Roller herstellen sowie der Ölmanufaktur VIDA verde mit zahlreichen Produkten aus nachhaltigem und biologischem Anbau. Auch viele Fairtrade Produkte konnten auf dieser Messe erworben werden.

Autarkia in Köln

Der Knaller aber war meines Erachtens die „Ein-Dollar-Brille“ des Vereins EinDollarBrille e.V.  aus Erlangen. Hier wird mit einer einfachen Biegemaschine ein Brillengestell hergestellt und bereits fertig geschliffene Kunststoffgläser eingesetzt. Gesamtkosten: Ein US-Dollar! 150 Mio. Menschen brauchen eine Brille und können sich diese nicht leisten. Kinder können nicht lernen, Erwachsene können nicht arbeiten und für ihre Familien sorgen. Dieser Erlanger Verein ist dabei, das zu ändern. Die von Vereinsmitgliedern ausgebildeten Menschen und ihre Familien in z.B. Afrika und Südamerika können von der Produktion und dem Verkauf der Brillen leben. Einfach Spitze!

Autarkia in Köln

Der nächste gemeinsame Ausflug wird die Veggionale & fairgoods in Köln am 10./11. Oktober sein:

https://www.facebook.com/events/454757735443093/

Wer mitkommen möchte, melde sich bitte unter: 015776810046. Hier können auch Fahrgemeinschaften abgeklärt werden.

Autarkia in Köln
Alle Fotos: Irene Launer-Hill

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Maura – Manchmal hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu

Maura

Von Eva Volk/SAMT e.V. Ende 2019 wurde uns Maura aus einem wirklich tragischen Krankheitsfall übergeben. Wie alt sie damals war? Keiner wusste es genau, 10-12 Jahre etwa, so Pi mal Daumen. Also zog Maura auf eine Pflegestelle, lebte sich mit der Zeit ein, wurde tierärztlich durchgecheckt, als altersgemäß fit befunden und wir suchten ein neues Zuhause für sie.

Nach kurzer Zeit fand sich ein älteres Ehepaar, das endlich wieder einen kleinen Schnurrmotor auf dem Sofa haben wollte. Ruckzuck zog Maura ein und besetzte die Couch. So weit, so unspektakulär.

Dann der Schock: Gerade einmal 6 Wochen später meldet sich eine Tierarztpraxis und teilt mit, dass Maura soeben dort zurückgelassen wurde. Was ????? Wie sich herausstellte, hatte Maura sehr schlecht gefressen und beim Tierarzt wurde dann beginnender Diabetes festgestellt. Damit fühlten sich wohl alle überfordert und Maura wurde einfach dagelassen. Ohne jegliche Kontaktaufnahme zu uns. Wir waren fassungslos, wir hätten doch gerne geholfen!

Leider konnte Maura nicht auf ihre alte Pflegestelle zurück, da dort schon wieder das nächste Notfellchen saß. Also wurde sie auf einer anderen Stelle untergebracht. Dummerweise fand Maura das überhaupt nicht in Ordnung und zeigte dies mit ausgesprochen schlechter Laune und sehr spitzen Krallen. Wer konnte es dem Tier verdenken? So viel Hin und Her in kurzer Zeit, kein Wunder, dass sie die Schnauze voll hatte. Allerdings war damit eine zuverlässige Insulingabe nicht möglich. Gar nicht gut. Also ging erstmal nur Futtermanagement, um die Werte im Zaum zu halten.

Maura

Zum Glück wurde nach einiger Zeit die ursprüngliche Pflegestelle wieder frei und Maura konnte dorthin zurück. Und siehe da, die kleine Maus blühte auf und war völlig auf ihren Pflegepapa fixiert. Von ihm – und nur von ihm – ließ sie sich jederzeit knuddeln, auf den Arm nehmen und wie selbstverständlich Insulin spritzen. Sie entwickelte sich unter der Medikation wirklich gut. Aus dem Nichts ging es ihr aber auf einmal plötzlich sehr schlecht und der tierärztliche Notdienst musste konsultiert werden. Wir befürchteten das Schlimmste. Glücklicherweise konnte alles wieder ins Lot gebracht werden und alle atmeten auf.

Als im Sommer ein Urlaub anstand waren mehrere Vereinsmitglieder bereit, Maura ihre Medikamente zu verabreichen, was sich für alle Beteiligten zu einer höchst unerfreulichen Angelegenheit entwickelte. Maura wollte partout ihren Pflegepapa und zeigte sämtliche Zähne und Krallen, sobald jemand anderes kam. Jede Spritze erforderte zum Teil stundenlange Geduld, da Maura, so klein sie auch war, wirklich respekteinflößend sein konnte. Für Maura war es ein unheimlicher Stress und für die Menschen auch. Sie machte unmissverständlich deutlich, wer ihr Herzensmensch war.

Zum Glück war der Urlaub irgendwann zu Ende und Maura konnte endlich wieder mit ihrem geliebten Pflegepapa zusammen sein. An dem Punkt war spätestens klar, dass wir es der Kleinen nicht antun konnten, sie noch mal zu vermitteln. Und weil unsere Pflegestellen ein Herz aus Gold besitzen, hieß es auch hier, „sie bleibt“. Wir freuten uns so für Maura, die ihre letzten Monate wirklich glücklich bei ihren Pflegeeltern war.

Juhu! Happy End! Leider nicht.

Im August verschlechterte sich Mauras Zustand. Mehrere Tierarztbesuche waren die Folge. Wieder ging es bergauf. Doch Mitte September ging es von einem Tag auf den anderen plötzlich rapide bergab, ausgerechnet als ihr Pflegepapa nicht da sein konnte. Trotz aller tierärztlicher Kunst wurde allen klar, Maura kann nicht mehr. Es wurde Zeit für sie zu gehen. Sie durfte in den Armen ihrer Pflegemama einschlafen.

Wir hätten so gerne noch mehr getan.

Gekämpft und doch verloren. Wir wünschen Dir eine gute Reise über die Regenbogenbrücke, kleine Maura. Wir werden Dich in unseren Herzen behalten. Du fehlst!

Maura

Fotos: Bettina Hilgers

Mollys Kolumne Oktober 2020

Liebe/r Leser/in,

eine große Leidenschaft von – ich möchte mal sagen – ALLEN Katzen, sind Kartons. Sobald irgendwo einer rumsteht, werden wir magisch angezogen, hüpfen hinein und nehmen ihn besetzt. Dabei gilt die Regel, je kleiner, desto besser. Es scheint physikalisch unmöglich, aber jede Katze passt locker in einen Karton, der nur halb so viel Volumen aufweist, wie sie selber.

Molly im Karton

Eine andere Sache, an der sich wirklich jede von uns endlos erfreuen kann, sind verschlossene Türen. Wir sitzen so lange davor und jammern, bis unsere treuen Besitzer kommen und uns öffnen. Selbst wenn in der Tür eine Katzenklappe eingebaut ist, versteht sich. Je nach Lust und Laune gibt es nun zwei Möglichkeiten. Entweder drehen wir um, nur um 5 min später zurückzukehren und das gleiche Programm noch einmal durchzuziehen. Oder wir gehen nach laaaangem Zögern und einem genervten „Was ist jetzt? Rein oder raus?“ gemächlich hinaus, nur um augenblicklich zur Tür zurückzukehren und das gleiche Spiel noch mal von der anderen Seite zu starten. So oder so, beides verspricht großes Entertainment. Ziel der Übung ist zu testen, wie oft sie das mitmachen. Mein Rekord liegt bei 7. Recht einfach zu dressieren diese Menschen.

Fritzi auf Vorleger

Zum ganz normalen Wahnsinn kommen dann noch die speziellen Spleens hinzu, die so individuell sind, wie die Charaktere von uns Katzen. Nehmen wir Frieda. Sie ist eine Samtpfote, die nicht so wirklich gern gestreichelt wird – es sei denn, sie befindet sich auf dem Vorleger im Badezimmer. Dort, und nur dort, lässt sie sich so richtig durchwuscheln und kennt kein Ende. Auch beim Fressen ist sie recht speziell. Sie frisst immer, und mit immer meine ich auch wirklich immer, ihren Napf von links nach rechts leer. Immer. Von links nach rechts. Und das sind nur zwei ihrer zahlreichen Verrücktheiten.

Mira und Frieda räumen die Sockenschublade aus

Mira ist da deutlich entspannter. Ihr einziger Fimmel ist es, die Sockenschubladen unserer Menschen zu öffnen und Knäuel für Knäuel genüsslich herauszuangeln. Dieses Hobby betreibt sie dafür zur „Freude“ unserer Menschen mit ausdauerndem Eifer und großer Leidenschaft.

Auch ehemalige Katzen aus unserer Gruppe hatten lustige Eigenheiten auf Lager, z.B. das Trinken aus dem Wasserhahn, problemloses Öffnen von Türen inklusive Backofentür oder das morgendliche Augenlider-Auflecken (Denn offene Augen bedeuten ja, es gibt gleich Futter.)

Molly versteckt Spielzeug im Automaten

Und ich? Ich tausche Dinge gegen Leckerchen ein. Und das nicht nur, wenn Frauchen mit mir spielen möchte. Ich bringe ständig Spielzeug und ähnliches an, lege es ihr vor die Füße und bekomme dafür eine köstliche Belohnung. Das klappt wirklich immer und locker ein Dutzend Mal hintereinander. Wenn ich nichts mehr zum Sammeln finde, lege ich Frauchen auch schon mal rein und hebe einfach kurz an, was eh schon hinter ihr liegt, werfe es lautstark wieder auf den Boden und tue so, als hätte ich es gerade mühsam herangetragen. Ganz schön clever von mir, was? Als Variation verstecke ich Spielzeug auch schon mal gern in meinem Futternapf. Da kommt außer mir nämlich keiner dran. Oder ich trage es zusammen und horte es in – na, wo? – klar, in einem Karton.

Spielzeug im Karton

Bis zum nächsten Mal,
Deine Molly SAMTpfote

 

Fotos: Beate Uhlig

Glücklich vermittelt – September 2020

Von SAMT e. V. Jedes Jahr vermittelt SAMT viele Tiere in ein schönes, neues Zuhause. Jedes einzelne dieser Tiere liegt uns am Herzen und mit aller Sorgfalt wird das richtige neue Heim gesucht. Es ist immer eine Freude zu sehen, wie die Tiere nach dem Einzug aufblühen und beginnen, sich wohlzufühlen.
Manche Tierschicksale haben uns besonders berührt, wie diese drei: Mucki, Mami und Tipsy.

Mucki
Foto: Juli Rei

Der 6 Jahre alte Kater Mucki musste aufgrund eines Todesfalls abgegeben werden. In der Familie konnte er nicht bleiben, da er andere Katzen, die dort ebenfalls waren, überhaupt nicht mag. Zu allem Überfluss hat er auch noch FIV. Uns wurde das Herz schwer, denn es ist immer wahnsinnig schwer, Menschen davon zu überzeugen, einen FIVI zu nehmen. Nicht jedoch in diesem Fall. Innerhalb kürzester Zeit meldete sich eine ältere Dame, die großes Interesse an Mucki bekundete. Damit das Ganze nicht zu einfach wurde, versteckte Mucki sich beim Kennenlernen und zeigte wenig Interesse. Doch die Dame ließ sich nicht abschrecken und Mucki zog ins neue Zuhause. Nach anfänglicher Verwirrung hat er mittlerweile das Zepter übernommen und genießt die uneingeschränkte Aufmerksamkeit.

Mami
Foto: Bettina Hilgers

Die 9 Jahre alte Mami und ihre 4 Jahre alte Tochter Tipsy kamen aufgrund eines tragischen Todesfalls zu uns. Auf der Pflegestelle befanden die beiden sich zunächst quasi in Schockstarre und versteckten sich tagelang. Nach einiger Zeit tauten sie etwas auf, aber fremde Menschen waren ihnen überhaupt nicht geheuer. Das erschwerte Besuche natürlich ungemein. Doch nach nicht allzu

Tipsy
Foto: Bettina Hilgers

langer Zeit kam eine nette Familie, die bereit war, den schüchternen Damen eine Chance zu geben. Erstaunlicherweise arrangierte Mami, ursprünglich eine halb verwilderte Mieze, sich sehr flott mit ihrem neuen Zuhause. Dagegen verschwand Tipsy erstmal unter bzw. hinter der Küchenzeile. Als die neuen Besitzer nach geraumer Zeit schon fast begannen zu verzweifeln, legte aber auch Tipsy den Schalter um. Inzwischen bringen beide jeden Tag mindestens eine Maus als „Geschenk“ und sind allen sehr ans Herz gewachsen.

Tiere des Monats September 2020

Kara und Kathy

Kara und Kathy
Foto: Gaby Schmidt

Kara und Kathy, beide ca.1 Jahr alt, sind Fundkatzen, die beide gleichzeitig an einer Futterstelle zuliefen. Schnell war klar, dass die zwei trächtig sind. Also haben wir gewartet. Nach kurzer Zeit wurden sieben Kätzchen geboren, wobei die Miezen sich gegenseitig bei der Geburt unterstützten. Auch die Aufzucht der Kleinen haben sie sich geteilt. Nun sind die Kätzchen ausgezogen und nur die beiden Mamas suchen noch ihr Für-Immer-Zuhause. Die beiden Katzendamen haben eine sehr enge Beziehung. Wir vermuten, dass sie Schwestern sind. Gerne liegen sie zusammen und kuscheln und laufen Schulter an Schulter durch den Raum. Daher werden sie nur zusammen abgegeben.

Kara ist aufgeschlossen und relativ schnell interessiert an allem Neuen, Kathy ist eher schüchtern und versteckt sich vorsichtshalber mal, wenn etwas oder jemand Unbekanntes auftaucht. Nach einer gewissen Anlaufzeit sind beide jedoch ganz liebe, freundliche Tiere, die Streicheleinheiten sehr zu schätzen wissen. Wir suchen für die netten Samtpfoten ein ruhiges Zuhause ohne Kinder, mit etwas Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Freigang sollten sie auf jeden Fall nach einer Eingewöhnungszeit bekommen.

Kara und Kathy werden kastriert und gechipt abgegeben

Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Von Eva Volk/ SAMT e.V. Mit dieser neuen Rubrik wollen wir einen Einblick in unsere Tätigkeiten und Erlebnisse gewähren. Damit möchten wir allen Lesern unsere Arbeit näher bringen und ihr ein (tierisches) Gesicht geben.

Kater Petterson
Foto: Irene Launer-Hill

Pettersons Achterbahnfahrt

Freude und Trauer, Glück und Verzweiflung liegen im Tierschutz oft sehr nah beieinander. So wie in diesem Fall:

Vor einiger Zeit meldete sich jemand bei uns mit der Information, dass man bereits seit 5 (!) Jahren einen Kater draußen füttere, der bei einem Umzug zurückgelassen wurde. So zumindest der Kenntnisstand der Freundin der Enkelin. Das ginge jetzt jedenfalls nicht mehr. Also haben wir den Kater eingesammelt und Petterson getauft.

Sein Fell war furchtbar verfilzt, sodass der junge Mann erstmal einen Kurzhaarschnitt benötigte. Ein bisschen wenig auf den Rippen hatte er auch. Der Check beim Tierarzt zeigte Probleme mit der Bauchspeicheldrüse. Ansonsten stellte Petterson sich als unheimlich freundlicher Kerl heraus. Wir hatten Hoffnung, für ihn früher oder später ein Zuhause finden zu können.

Trotz der Information, dass er angeblich ausgesetzt wurde, recherchierten wir parallel bezüglich seiner schwer lesbaren Tätowierung. Und tatsächlich: es gab eine 5 Jahre alte Vermisst-Meldung. Wir konnten es nicht fassen.

In kürzester Zeit war der Kontakt hergestellt und die Besitzerin brach vor lauter Freude in Tränen aus. Mir kamen in diesem Moment, ehrlich gesagt, auch die Tränen. In Wahrheit hieß der junge Mann natürlich nicht Petterson und war 13 Jahre alt. Noch am selben Abend kam die Besitzerin zur Pflegestelle und schloss ihren geliebten Kater unter Tränen in die Arme. Er durfte wieder heim zu seiner Zwillingsschwester.

Gerne würde ich an dieser Stelle das Kapitel zuschlagen und „Happy End“ rufen. Geht nur leider nicht.

Trotz ausführlicher Beratung hinsichtlich der Zusammenführung der Katzen ging das dann alles wohl doch ein bisschen zu flott vonstatten. Seine Schwester schien den Kater wiederzuerkennen und er sie. Soweit, so gut. Nur der „neue“ Kater, der nach dem Verschwinden als Gesellschaft angeschafft wurde, drehte komplett am Rad und begann unverzüglich überall hinzupinkeln inkl. Ehebett.

Das Ende vom Lied: nach gerade mal zwei Tagen war der Kater wieder zurück auf der Pflegestelle, was seiner Besitzerin erneut das Herz brach. Auch der arme Kater war nach dem ganzen Hin und Her gehörig verwirrt. Zum Glück kam er nach ein paar Tagen wieder klar und machte zufrieden sein Ding, heißt schlafen, schmusen, kuscheln und fressen.

Na gut, dachten alle, jetzt aber ein tolles neues Zuhause finden! Leider nein.

Tatsächlich tauchten ruckzuck sehr nette Menschen auf, die den netten Kater adoptieren wollten. Da sowieso noch ein Kontrollbesuch beim Tierarzt anstand, ließen wir kurz darauf der Vollständigkeit halber ein komplettes Blutbild mit allem und jedem anfertigen, um einen topaktuellen Status Quo zu haben. Die bisherigen Maßnahmen schlugen auch schon gut an, aber – und das war wie ein Schlag ins Gesicht – der Kater war FIV-positiv. Die Zeit auf der Straße hatte ihren Tribut gefordert. An diesem Punkt brach mein Herz.

Die Vermittlung kam daher nicht zustande, denn es gab noch andere Katzen im Haushalt und das Risiko wollten die Interessenten nicht auf sich nehmen, was ihnen auch niemand verübeln kann.

Und jetzt? 13 Jahre, FIV-positiv, noch ein paar andere gesundheitliche Problemchen, wer nimmt denn sowas?

Und das ist der Punkt, an dem ich einmal mehr den Hut ziehen muss: nämlich vor der Pflegestelle, die kurz und knapp meinte: „dann bleibt er eben hier“. Das klingt selbstverständlicher als es ist, denn sie hat ebenfalls eigene Katzen. Aber sie kennt auch Petterson, wie er bei uns wieder heißt, und sie kennt ihre Katzen. Er ist einfach nur der liebste Kerl, ignoriert die anderen Katzen völlig, schiebt sie allenfalls auf die nette Tour von ihren Näpfen weg, da er immer Hunger hat. Die anderen Miezen sind auch durchweg freundlich und überhaupt nicht auf Krawall aus. Die Vorstellung Petterson könnte sie bis auf’s Blut beißen – die einzige Möglichkeit, sie mit FIV anzustecken – ist völlig abwegig.

Und so bekommt Petterson dann doch noch sein Happy End.

Lieber Petterson, ich wünsche Dir noch ein ganz langes, tolles Leben bei Deinem neuen Frauchen.

Danke, Petra!

Mollys Kolumne September 2020

Liebe/r Leser/in,

ich möchte heute meine Geschichte vom vergangenen Monat zu Ende erzählen. Erinnere Dich, mein Frauchen wollte ein kleines weiß-schwarzes Kätzchen, das in der Nähe ihrer Arbeitsstelle ausgesetzt oder wild geboren wurde, einfangen. Es tauchte immer mal wieder auf, ließ aber niemanden allzu nah an sich ran. Eine Futterstelle wurde zum Anlocken eingerichtet und mit einer Fotofalle versehen. Gleich in der ersten Nacht wurde ein hungriges Mäulchen ertappt, nur es war nicht die kleine, flauschige Maus.

Kater an Futterstelle

Sehr spät am Abend fand sich ein dicker Brummer von Katze, vermutlich ein Kater, an der Futterstelle ein und leerte genüsslich den Napf. Das war schon eine Überraschung, denn das Tier hatte bis jetzt noch niemand gesichtet. Wozu so eine Fotofalle doch gut ist. Die Extra-Portion Futter hätte er nicht unbedingt nötig gehabt, aber man nimmt ja was kommt.

Für eine Lebendfalle war es noch zu kalt, der Kater hätte die ganze Nacht darin ausharren müssen, bis mein Frauchen morgens zur Arbeit kommt. Also wurde erstmal weiter gefüttert und fotografiert. Es war schon wirklich interessant, wer sich da alles außer unserem Moppelchen auf diesen paar Quadratmetern Wald tummelte: verschiedene Vögel, Mäuse, Igel, ab und zu kam mal ein Reh vorbei und auch ein Fuchs ließ sich gelegentlich ablichten. Und es gab noch eine große Überraschung. Nur kurze Zeit später tauchte eine weitere Katze auf, schwarz-weiß, und wieder nicht unser Jungkätzchen. Über die Wochen blieb es bei den zweien. Die Neue hatte auch schnell raus, wann der getigerte Kater immer auftauchte, und kam dann einfach etwas früher, damit der Napf noch schön gefüllt war. Nicht selten schaute „Tiger“, wie er inzwischen getauft wurde, dadurch in die Röhre.

Reh

Nun hätte es eigentlich ans Einfangen gehen können, aber leider kam Corona dazwischen. Mein Frauchen kam nur noch unregelmäßig zu ihrer Arbeitsstelle und hätte die Falle nicht täglich überprüfen können. So verzögerte sich alles um ein paar Monate, aber es wurde weiter gefüttert und die Gewohnheiten der beiden Miezen sowie der übrigen Waldbewohner mit großem Interesse studiert.

Fuchs

Dann ging es endlich los. SAMT stellte eine Lebendfalle zur Verfügung, die an der Futterstelle zum Einsatz kam. Bereits in der zweiten Nacht hatte Frauchen Glück. Als sie am Morgen nach der Falle sah, hockte das schwarz-weiße Kätzchen darin und fauchte sie an. Direkt ging es mit ihr zum Tierarzt. Es stellte sich heraus, dass es tatsächlich ein Mädchen ist, ca. 1 Jahr alt, aber nicht trächtig. Es gab wie vermutet keinerlei Kennzeichnung und kastriert war sie auch nicht. Das wurde direkt nachgeholt. Ansonsten war sie zum Glück gesund. Eine hübsche, zauberhafte Maus. Mein Frauchen hätte ihr gern ein Zuhause geschenkt, sie war jedoch kein bisschen zahm. Ihr blieb nichts weiter übrig, als sie nach einem Tag Erholung von der Operation wieder am Fundort zu entlassen. Wenigstens einen Namen sollte sie bekommen. Wir nannten sie „Katja“.

Katze in Lebendfalle

„Tiger“ dagegen zierte sich noch eine ganze Weile, aber auch er saß eines Morgens in der Falle. Schwups wurde er zum Tierarzt verfrachtet. Ebenfalls hier: keine Kennzeichnung und unkastriert. Zudem war seine Haut extrem von Zecken befallen. Er wurde entsprechend behandelt und zurückgebracht. Denn während man „Katja“ als nicht zahm beschreiben konnte, ließ „Tiger“ alle wissen, was verwildert wirklich bedeutet. Leider also auch hier keine Chance auf ein Zuhause. Aber der große Erfolg der Aktion ist, das beide Katzen, die sich bekanntlich ein Territorium teilen, nun nicht mehr fortpflanzen können und dem vermeintlichen Nachwuchs dieses Leben, das sie führen müssen, ersparen.

Nach dem großen Schock war von den beiden an der Futterstelle erstmal wochenlang nichts zu sehen. Mein Frauchen sorgte sich schon, ob die beiden alles gut überstanden hatten. Dann lief ihr auf dem Nachhauseweg auf einmal „Katja“ über den Weg. Sie sah gesund aus, ließ sich ansprechen und eine Weile beobachten, bevor sie sich in den Wald zurückzog. Was für eine Freude.

Wenn es jetzt kühler wird, wird mein Frauchen die Futterstelle samt Kamera wieder einrichten, und dann taucht bestimmt auch „Tiger“ irgendwann auf. Vielleicht lässt sich noch das kleine weiß-schwarze Kätzchen blicken, um das es ursprünglich gegangen war, das aber leider schon lange nicht mehr gesichtet wurde. Dieses Schicksal ist noch ungeklärt.

Bis zum nächsten Mal,
Deine Molly SAMTpfote

 

Fotos: Beate Uhlig

Rezept des Monats August 2020

Überbackene Nudeln mit Kirschtomaten und Zucchini

Überbackene Nudeln mit Kirschtomaten und Zucchini
Foto: Beate Uhlig

Zutaten:

  • 1 Zwiebel gewürfelt
  • eine kleine Zucchini in Scheiben
  • 2 EL Olivenöl
  • 400 g Kirschtomaten halbiert
  • 500 g Nudeln, z.B. Penne
  • 250 g Mascarpone
  • Salz und Pfeffer
  • 200 g Käse, wahlweise gerieben oder Feta-Würfel

Zubereitung:

  1. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Zwiebel und Zucchini in eine Auflaufform geben und mit 1 EL Olivenöl vermengen. Ca. 15 min im Ofen backen, dabei zwischendrin gelegentlich umrühren.
  2. Kirschtomaten mit der Schnittfläche nach oben in die Form geben, mit dem restlichen Öl beträufeln und weitere 10 min backen.
  3. In der Zwischenzeit Nudeln in Salzwasser bissfest garen, abgießen und zurück in den Topf geben.
  4. Das gebackene Gemüse sowie die Mascarpone zu den Nudeln geben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles kräftig vermengen.
  5. Mischung in die bereits gefettete Form (ggf. nochmals etwas Olivenöl zugeben) füllen und mit dem Käse bestreuen. Ca. 20 min bei gleicher Temperatur backen.