Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Katze sonnt sich im Gras
Foto: Eva Volk

Warum ein Tier in einem Inserat beschrieben wird

Von Eva Volk/SAMT e.V. Natürlich inserieren wir unsere Tiere im Internet. Zum einen, um eine hohe Reichweite zu erzielen, und zum anderen, um das bestmögliche Zuhause für jedes einzelne zu finden. Basierend auf den ggf. vorhandenen Beschreibungen der Vorbesitzer, aber insbesondere auf den Erfahrungen, die auf der Pflegestelle mit dem Tier gemacht werden, stellen wir es vor.

Die Beschreibung beschränkt sich natürlich nicht nur auf Alter und Geschlecht, sondern enthält – sofern irgend möglich – Informationen zum allgemeinen Wesen/Charakter des Tieres, zur Vorgeschichte, dem Verhalten gegenüber Artgenossen und anderen Tieren, dem Fressverhalten, dem Spieldrang, dem medizinischen Status, dem Verhalten gegenüber Menschen, dem Bedürfnis nach Freigang und alles, was uns sonst noch erwähnenswert erscheint.

Wir geben uns wirklich sehr viel Mühe, alle Informationen in einen liebevollen Text zu fassen, und beantworten natürlich auch jederzeit noch evtl. offen gebliebene Fragen.

Jetzt zum Internet: Wir schreiben die durchaus manchmal etwas längeren Texte nicht nur, damit der Bildschirm nicht so schrecklich leer ist. Wir meinen das ernst, was wir schreiben, also wäre lesen total super. Leider klappt das oft nicht so gut, wie wir anhand der Anrufe und Emails, die uns erreichen, immer wieder feststellen müssen.

Wenn z.B. schon im Titel steht „nur zusammen“, dann – ja, was wohl? – heißt das „nur zusammen“ und nicht „och, kann auch nur eine von beiden sein“.

Nein, Freigänger können nicht in Wohnungshaltung.

Nein, Einzelgänger/Kampfkatzen können nicht irgendwo zu einem anderen Tier dazu.

Nein, kinderhassende Katzen können nicht zu kleinen Kindern.

Nein, kleine Kätzchen können auf gar keinen Fall in Einzelhaltung und auch nicht allein zu einer alten Katze dazu.

Ja, erkrankte Tiere führen zu Tierarztkosten (tatsächlich!).

Ja, das vorgeschriebene Alter für die Kastration ist ernst gemeint.

Ja, der Balkon muss gesichert sein, bevor die Katze einzieht.

Ja, der Vermieter muss der Tierhaltung zustimmen.

Nein, wir vermitteln nicht an Impfgegner (macht selber was Ihr wollt, aber nicht mit unseren Tieren).

Nein, die Schutzgebühr ist nicht verhandelbar und Emails, die aus „50 € für beide“ bestehen, werden ebenfalls ignoriert.

Nein, auf Emails mit dem Inhalt „Noch da?“ antworten wir wirklich nicht.

Das ließe sich beliebig fortsetzen. Wobei es ja noch akzeptabel sein mag, dass einige dieser Fragen gestellt werden. Viel schlimmer ist die teilweise völlige Beratungsresistenz, die uns entgegenschlägt und das Wissen, dass dann eben woanders ein Tier organisiert wird, quasi ohne Rücksicht auf Verluste. Zum Glück stoßen wir im Gespräch dann doch oft genug auf Einsicht und dürfen zumindest hoffen, dass, selbst wenn schlussendlich anderweitig ein Tier adoptiert wird, unsere vermittelten allgemeinen Informationen zur Tierhaltung dabei einfließen werden.

Wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, aber mit unserer Erfahrung aus langjähriger Tierschutzarbeit und mit den Erfahrungen, die wir mit jedem einzelnen Tier machen, glauben wir schon, dass wir eine gute Vorstellung von einem zukünftigen geeigneten Zuhause haben. Auch wir haben keine Glaskugel und können nicht alles und jedes vorhersagen, aber wir geben unser Bestes.

Also lernen wir mal wieder: Lesen hilft!

Eine Antwort auf „Aktuelles aus der Tierschutzarbeit“

  1. Wie wahr!!!! Ich begreife auch nicht, was daran so schwer ist, einen Text gründlich zu lesen. Und wenn was unklar ist, ggf. erstmal erneut in Ruhe zu lesen statt sofort „sich irgendwas zu denken“ und anderen Menschen Zeit und Nerven zu stehlen. Vielleicht sollte unter jedem Text eine kompakte Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten stehen: Erstens, zweitens, drittens usw.
    Liebe Grüße, Angelika im Auftrag von Gandi 🐱

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