Mollys Kolumne, November 2017

Liebe/r Leser/in,

ich bin ein junger, lebensfroher Hüpfer und kenne in meinem Leben kaum Sorgen. Aber auch ich mache mir ab und zu Gedanken über das Älterwerden und die Gebrechen, die das so mit sich bringt. Ein Beispiel dafür sitzt ja direkt vor meiner Nase. Als unsere Rebecca im bereits betagten Alter von 17 vor knapp zwei Jahren zu uns kam, litt sie unter starkem Flohbefall inklusive einer heftigen Flohstichallergie. Sehr unangenehm. Jucken konnte sie sich kaum, weil sie Probleme mit den Gelenken hat und nicht mehr sehr beweglich ist. Ihr Unwohlsein zeigte sie zudem deutlich dadurch, dass sie regelmäßig neben ihr Katzenklo urinierte.

Abb. Katze Rebecca

Nachdem der Befall behandelt und abgeklungen war, kam es bei ihr wenig später zu einer Blockade an der Wirbelsäule. Vermutlich durch einen Sturz von einem Stuhl oder so. Dass wir Katzen immer auf vier Pfoten landen, ist mit zunehmendem Alter wohl eher ein Gerücht. Leider verlieh sie auch hier ihren Schmerzen durch Unsauberkeit Ausdruck.

Nach ein paar Wochen mit Schmerzmitteln war auch das wieder gut. Aber das Glück war nur von kurzer Dauer. Rebecca bekam eine sehr schlimme Erkältung mit Husten und verstopfter Nase. Sie fraß nichts mehr und – welch Überraschung – erleichterte sich wieder auf den Fußboden. Also ab zum Arzt! Dankenswerterweise war es nichts Ernstes und schnell auskuriert.

Die Wochen gingen ins Land und alles war in Ordnung, bis eines Tages erneut ständig Pfützen neben den Klöchen waren. Mittlerweile ein deutliches Erkennungszeichen, dass etwas nicht stimmt mit unserer Seniorin. Beim Tierarzt stellte sich heraus, dass Rebecca Ohrmilben hatte. Da sie nicht mehr sonderlich gelenkig ist, fällt Rebecca das Putzen sehr schwer. Nichts desto trotz wehrt sie sich mit erstaunlicher Kraft dagegen, wenn unsere Menschen sie bürsten wollen, Krallen schneiden oder die Öhrchen reinigen. Immer ein riesen Drama mit viel Geschrei und Gefauche. Ist halt kein Herzchen unsere Rebecca. Beim Tierarzt war es daher nur unterm Mikroskop erkennbar, ob es sich um Milben oder Ohrenschmalz handelte.

Abb.: Katze

Nun ja, nach der Gabe entsprechender Ohrensalbe war auch diese Angelegenheit erledigt, inklusive der Unsauberkeit. Aber das Ganze hatte noch ein Nachspiel. Durch die Milben und das Ständige Schütteln mit dem Kopf hat Rebecca ein sogenanntes Blutohr bekommen. Auch wieder eine schmerzhafte Geschichte, mit der üblichen feuchten Nebenerscheinung versteht sich. Die Schwellung ist verheilt, das Ohr leider deformiert geblieben. Aber eine schöne Katze kann ja nichts entstellen.

Als wäre das alles nicht genug, kämpfte Rebecca auch immer mal wieder mit verstopften Analdrüsen und Hämorrhoiden. Die Beschwerden kamen und gingen. Wir hatten dann eine Weile Ruhe, bevor das ganze Theater wieder einsetzte. War meiner Meinung nach eh nur eine Frage der Zeit. Diesmal wieder die Wirbelsäule, diesmal leider nicht mehr nur vorübergehend. Nun muss das arme Mädchen bis zum Lebensende Schmerzmittel bekommen. Aber Hauptsache, sie fühlt sich im Großen und Ganzen noch wohl. Und ich denke, das tut sie. Jedenfalls ist es momentan relativ trocken im Haus.

Unsere Menschen müssen Katzen wirklich sehr mögen, dass sie so viel mitmachen. Manch einer hätte sich seines Tieres vielleicht schon entledigt. Aber gut zu wissen, dass sie auch zu uns stehen, wenn es im Alter zunehmend schwieriger wird.

Bis zum nächsten Mal,
Deine Molly

Eine Antwort auf „Mollys Kolumne, November 2017“

  1. Eine wunderbare Geschichte von Rebecca ,da hat sie und auch Du viel.Aber mit viel Liebe die du hast wie ich lesen konnte habt ihr es beide geschafft alles zu überstehen.
    Aber wir werden auch belohnt von unseren Tieren mit viel Liebe .

    Liebe Grüße an Dich
    Ursula Baumhör

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