Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Foto: Eva Volk

Silberschnäuzchen – eine wahre Bereicherung

Von Eva Volk/SAMT e.V. An dieser Stelle möchte ich mal eine Lanze brechen für Seniorkatzen, die ein schönes Plätzchen für ihren Lebensabend suchen. Wir nennen sie liebevoll Silberschnäuzchen.

Immer wieder kommt es vor, dass ältere Katzen plötzlich ihr Zuhause verlieren, sei es wegen eines Todes- oder Pflegefalls oder aus anderen Gründen. Gerade im fortgeschrittenen Alter ist das zunehmend schwierig. Oft genug ist viel Geduld notwendig, um den Senioren wieder Sicherheit zu geben.

Warum soll man nun ausgerechnet eine ältere bzw. alte Katze aufnehmen? Sehr häufig hört man da, dass so ein Tier ja vielleicht nur noch wenige Jahre lebt und einem dann ja schon so bald wieder das Herz bricht. Ach, ja? Woher weiß man, dass ein junges Tier nicht ruckzuck Opfer eines Unfalls wird oder womöglich urplötzlich an einer tödlichen Krankheit verstirbt?

Ja, die ältere Katze hat wahrscheinlich schon mehr Leben hinter als vor sich. Aber was heißt das schon? Wichtig ist nicht die Dauer des Zusammenseins, sondern die Qualität. Und gerade ältere Katzen sind sowas von dankbar, wenn sie endlich wieder die Sicherheit eines dauerhaften Zuhauses genießen dürfen. Es gibt nichts Schöneres, als zu sehen, wie sie aufblühen und auf ihre alten Tage auf einmal wieder ein bisschen spielen oder sanft Köpfchen geben. Und ja, auch alte Katzen können eine Party mit einem Baldriankissen feiern.

Wie bei eigentlich jedem Tier, sollte man auch von einem Senior grundsätzlich nichts erwarten. Das Tier ist nicht da, um unsere Erwartungen zu erfüllen. Die alte Katze ist einfach nur da und lebt vor sich hin. Es ist Belohnung genug zu sehen, dass sie sich wohlfühlt.

Als lebendes Beispiel kann ich hier meine Kara anführen. Mittlerweile stolze 21 Jahre alt, seit fünf Jahren hier, ursprünglich wegen Unsauberkeit entsorgt. Und was macht Kara so den ganzen Tag? Nichts. Absolut nichts. Sie schläft und schläft, nur unterbrochen von kleinen Ausflügen zum Futternäpfchen. Hin und wieder gibt es mal einen kleinen Unfall in Sachen Klogang, aber naja, was soll’s.

Aber nachts! Da mutiert die alte Dame zum Kuschelmonster, dass es fast schon lästig ist. Sie drückt sich auf oder unter der Bettdecke an einen, legt das Köpfchen und ein Pfötchen auf den Arm und schnurrt wie eine Verrückte. Und zwar die ganze Nacht.

Natürlich hat Kara mit etlichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und bekommt dafür Medikamente. Das ist bei vielen älteren Tieren so, aber ist es denn bei unsereinem anders? Solange die Miezen Lebensqualität haben, ist alles in Ordnung.

Ja, den Abschied hat man immer im Hinterkopf. Und wenn es soweit ist, dann bricht das Herz. Aber was zählt ist doch, dass man einem kleinen pelzigen Wesen eine schöne Zeit ermöglicht hat, in der es spürte, es wird geliebt.

Also gebt Euch einen Ruck und lasst ein Silberschnäuzchen in Euer Herz und Euer Heim!

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