Aktuelles aus der Tierschutzarbeit

Feuerwehrleute – eiskalt im Anblick der Gefahr und innendrin butterweich

Foto: Eva Volk

Von Eva Volk/SAMT e.V. Mal wieder klingelt das Telefon. Dran ist die Betriebsfeuerwehr eines großen regionalen Unternehmens. Es wurden drei Kätzchen gefunden, eine Mama ist auch in der Nähe. Die kleine Familie muss gerettet werden. Also rein ins Auto und hin gedüst.

Vor Ort umstehen drei Feuerwehrleute eine große Kiste mit drei kleinen Kätzchen, vielleicht vier Wochen alt, vorbildlich gesichert, damit keins abhaut. Schauplatz ist ein Hochregallager. Die Mama turnt darin auf allen Ebenen herum, zwischen unzähligen Paletten und Kisten. Von den ganzen Menschen ist sie gar nicht begeistert. Auch eine kleine Kletteraktion in ihre Richtung macht schnell deutlich, dass sie nicht mal eben so einzufangen ist.

Was tun? Hilft ja nichts, die Kätzchen müssen mit, die Gefahr ist zu groß, dass die Mama sie bei nächster Gelegenheit woanders hinbringt. Dann wären sie weg und würden allen Gefahren ausgesetzt sein, denen verwilderte Katzen nun mal draußen gegenüberstehen.

Bei dem Gedanken, die Kleinen sozusagen ihrer Mama zu entreißen, sind die Feuerwehrleute wirklich erschüttert, der eine oder andere hat fast Tränen in den Augen. Vorschläge und Optionen kommen auf den Tisch, aber die Erfahrung zeigt, das wird nicht funktionieren.

Also kurzerhand – zum Leidwesen der netten Männer – erstmal die Kätzchen eingepackt und auf eine Pflegestelle expediert. Dort gab es direkt ein Fläschchen, was nach anfänglicher Irritation auch durchaus Anklang fand. Dann wieder zu dem Unternehmen hin mitsamt Lebendfalle für die Mama.

Die Falle wurde günstig platziert und mit leckerem Futter ausgestattet. Praktischerweise hat so eine Betriebsfeuerwehr rund um die Uhr Dienst, sodass die Falle regelmäßig kontrolliert werden konnte. Alle sind optimistisch, dass Mama in der Nacht, wenn es schön ruhig ist, dem Futter nicht widerstehen kann.

Ja, denkste. Am nächsten Morgen: Nichts. Nachmittags nach Betriebsschluss: Nichts. Die netten Feuerwehrleute tauschen weiter unverdrossen das Futter gegen neue frische Leckereien aus.

Naja, eventuell in der nächsten Nacht, denkt man leicht zweifelnd und macht es sich auf der Couch gemütlich. Kaum hingesetzt – mittlerweile nach neun Uhr abends – klingelt das Telefon. Ein Feuerwehrmann springt vor Begeisterung fast durch den Hörer: „Sie ist drin!“. Hui, da ist man ganz schnell von der Couch wieder runter. Nix wie hin.

Foto: Eva Volk

Vor Ort geht es direkt mit EINEM Feuerwehmann ins Lager, die Falle ist vorbildlich mit einer Decke abgedeckt, drin sitzt die Mama und guckt verwirrt. Phantastisch! Falle geschnappt und bereit die Mama abzutransportieren.

Und dann dreht man sich um und – wie aus dem Boden gewachsen – stehen VIER weitere Feuerwehrleute vor einem. Wo kommen die denn alle her? Dass nicht alle vor Begeisterung auf und ab hüpfen ist fast schon verwunderlich.

Diese supernetten Männer kriegen sich fast nicht mehr ein vor Freude, dass die kleine Familie jetzt wiedervereint werden kann. Erste Adoptionswünsche werden auch schon geäußert. Da ist man dann mal platt.

Die Mama und ihre Kleinen waren heilfroh wieder zusammen zu sein. Und die junge Mutter ist wirklich vorbildlich in der Erziehung und Versorgung. Sie ist auch keine ganz wilde Katze, mittlerweile findet sie Menschen schon nicht mehr so doof wie zu Anfang, da sind wir auf einem guten Weg. Die Kleinen sind einfach nur zauberhaft und reißen die Bude ab.

Und, hey, vor kurzem klingelt das Telefon und tatsächlich meldet sich einer der netten Feuerwehrleute, der immer noch eine Adoption im Sinn hat. In wenigen Tage kommt er mit seiner Familie die Süßen besuchen.

Liebe Jungs von der Feuerwehr: Ihr seid die Besten! Chapeau!

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